Auswirkungen des Kondensortyps?

Begonnen von Daniel Steiner, Januar 29, 2011, 21:35:24 NACHMITTAGS

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Jürgen Boschert

Hallo Gerhard,

aber das ist jetzt der berühmte Vergleich Äpfel mit Birnen. Im obigen Versuchsaufbau wurden die Kondensoren nicht immergiert und haben daher eine Beleuchtungsapertur von c. 0,95; dagegen erreicht der immergierte achromatisch-aplanatische Kondensor die höchst mögliche von 1,4 und damit natürlich das Gesamtsystem Mikroskop nach der Abbe´sche Lehre die maximale Auflösung. Darüberhinaus bewirkt eine Immergierung auch eine deutliche Reduktion von Streulicht.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB

Rawfoto

Ja Juergen,

Das ist mir schon bekannt, aber muss ich diese Tatsache in der Bewertung nicht einbeziehen?!

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Detlef Kramer

Lieber Gerhard,

nein, denn das hat Daniel Steiner explizit nicht gewollt.

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

rhamvossen

Hallo,

ZitatDas Ergebnis hat mir jedenfalls gezeigt, dass sich die Jagd nach dem ultimativen achro-aplanatischen Kondensor (das müsste dann ein zentrierbarer, wie am Olympus BH-A verwendeter sein, siehe hier: http://earth2geologists.n...BHA_aplanat_condenser.JPG) für meine Bedürfnisse kaum lohnt


Ich glaube, das hast Du gut verstanden. Auch ich habe einem achr apl 1.4 (Zeiss) Kondensor. Ich glaube nicht, dass ich jemals wirklich einen Unterschied gesehen habe  zwischen der achr apl und meinem 1.3 Abbe. Während der gesamten Literatur sagt das die achromatisch aplanatisch korrigierten Kondensoren sehr gut geeignet sind für die Fotografie, also besser als der Abbe, sage ich: zeig es mal. Eine gute Lichtquelle und gut Korrigierten Objektive haben viel mehr Auswirkung, es lonnt sich um da zu investieren. Beste Grüsse,

Rolf







Jürgen H.

Liebe Mitmikroskopiker,

Angeregt durch das Thema habe ich gestern gleichfalls einen Versuch gestartet: Mit meinem Leica DMLS und zum einen mit dem achromatisch aplanatischen Kondensor zum anderen mit dem gewöhnlichen CL KOndensor, beide mit der Apertur 0,9 nicht immergiert. Versuchsobjekt war ein gefärbtes histologisches Präparat.

Visuell ist beeindruckend, wie scharf das Bild der Leuchtfeldblende  bei Verwendung des achr/Apl Kondesor erscheint. Nun versteckt man das ja ohnehin außerhalb des Sehfeldes. Weiterhin fällt auf, dass das Beleuchtunglicht visuell beim gewöhnlichen Kondensor etwas gelbstichig erscheint. Die Farben beim achr/apl Kondensor wirken reiner. Aber das ist ein ganz subjektiver Eindruck.

Nimmt man das Photo hinzu und lässt die Kamera bei beiden Kondensoren einen Weißabgleich machen, belässt sonst aber alle Einstellungen gleich, kann ich keinen Vorteil des achr/apl Kondensors mehr erkennen. Dieses Ergebnis hat mich erstaunt.

Einen Vorbehalt muss ich allerdings machen: Das Ergebnis ist immer vom schlechtesten Glied innerhalb der Kette Beleuchtung, Kondensor, Objektiv, Okular Kamera abhängig. Das ist bei mir sicher die Kamera: eine Nikon Coolpix 4500. Möglicherweise ergeben sich feinere Differenzierungen bei Verwendung einer anderen Kamera.

Mikrogrüße

Jürgen

Werner Jülich

Lieber Herr Rhamvossen,
eine solche Aussage reizt dann doch zum Widerspruch.
Auf dem komplexen Weg zum guten Bild ist der apl. achr. Kondensor ein Baustein. Sicher gibt es viele Präparate und Fragestellungen, bei denen ein solches Teil überflüssig ist, aber immer dann, wenn der Kontrastumfang der Probe ein bestimmtes Maß überschreitet, spielt der auskorrigierte bzw. besser korrigierte Kondensor eine Rolle.
Wie man da individuell entscheidet ist ein anderes Thema, aber damit wird die Physik ja nicht auf den Kopf gestellt.

Werner Jülich

Werner Jülich

Hallo Herr Harst,
ja, die kleine Coolpix wird es nicht bringen, versuchen Sie mal eine MRc5 oder vergleichbare Kamera.
Zum Weißabgleich und der damit möglichen Einschränkung der Dynamik könnte man auch noch stundenlang diskutieren.

Werner Jülich

peter-h

Liebe Kondensoren  ;D

Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist die Farbtransparenz der Kondensoren. Je weniger Linsen im Spiel, um so bläulicher der Bildeindruck. Die Technik hier :
Mit fixem Weißabgleich ein Bild von einem Objektmikrometer aufgenommen. Dann mit dem Programm Fitswork im mittleren Bildfeld eine Pixellinie analysiert. Die beiden steilen Flanken zeigen die schwarzen Balken des Mikrometers.
Deutlich die Anhebung des Rotanteils bei höherer Linsenzahl. Selbst beim Klappkondensor ist der Unterschied der eingeschwenkten Frontlinse gut sichtbar. Das starke "Gezitter" ist nicht Kamerarauschen, sondern der ebenfalls ausgemessene Schmutzanteil  :(







Viel Spass
Peter H.

rhamvossen

Hallo Herr Jülich,

Zitateine solche Aussage reizt dann doch zum Widerspruch

Das ist auch der Zweck, sonst haben wir keine Diskussion  ;). Aber seriös, glaubst Du nicht das die ander Teilen wie die verwendete Objektive, Okulare, Beleuchtung und Kamera viel wichtiger sind als der Kondensor"? Und Du kanst natürlich immer auf diesem Forum sehen lassen wie gross der Unterschied ist, überzeug uns mal mit ein paar Foto's. Und dan auch mit und ohne gebrauch eine Leuchtfeldblende, mach mal was experimente. Beste Grüsse,

Rolf


Jürgen H.

Hallo Peter,

Danke für die präzisen Angaben und informativen Bilder. Was bedeutet fixer Weißabgleich? Beim ersten Kondensor hast Du einen Weißabgleich gemacht und dann keine Änderung mehr?

Zu vermuten ist ja wohl auch, dass die Pixelwerte der Farben nicht nur von der Anzahl der Linsen, sondern auch von der Art der verwendeten Gläser abhängen?

Mikrogrüße

Jürgen


peter-h

#25
Hallo Jürgen,

der fixe Weißabgleich hat beim ersten Versuch stattgefunden - richtig. Und selbstverständlich hängt es bei der Transmission auch sehr von der Glassorte ab. Gläser der Typen SF , oder LASF mit hohem Brechwert sind teilweise richtige Gelbfilter.

Beispiel : Schott P-SF68 hat einen Brechwert von 2,016 @ 546nm und eine Transmission von 0,7% bei einer Glasdicke von 10mm.

Dass der Olympus achr.aplan. Kondensor mit NA 1,40 und 7 Linsen für meine UV-Aufnahmen bei 365nm noch tauglich ist verwunder sehr.

Grüße
Peter

Jürgen H.

Hallo Peter,

Zitatder fixe Weißabgleich hat beim ersten Versuch stattgefunden - richtig. Und selbstverständlich hängt es bei der Transmission auch sehr von der Glassorte ab.

D.h. doch IMHO, dass nur ein sicherer Schluss aus Deinen Versuchen möglich ist: Die Kondensoren weichen hinsichtlich der Farbtransparenz voneinander ab. Nicht mehr nicht weniger. Du setzt den ersten Kondensor zur Norm mit dem Weißabgleich. Welche Verschiebungen im Spektrum die Kamera beim Weißabgleich vornimmt, ergibt sich aus dem Versuch nicht. Würde man mit dem  achr/apl Kondensor 1,4 einen Weißabgleich fix machen und dann den ersten Kondensor testen, käme vermutlich heraus, dass er gegenüber diesem Kondensor die Blauanteil verstärkt durchlässt, oder?

Ich frage mich, worin denn theoretisch der Vorteil des achr/apl Kondensors bestehen soll, der sich in meinem Mikrobildern nicht zeigen will. Eines ist klar: Das Leuchtfeld wird scharf begrenzt. Dadurch kann ich das Leuchtfeld exakt dem Sehfeld anpassen, ohne dass es an den Rändern zu Farbveränderungen kommt. Beim gewöhnlichen Kondensor müsste ich hierzu die Leuchtfeldblende wohl etwas weiter öffnen. Hierdurch könnte sich eine Kontrastverbesserung beim achr. apl Kondensor  ergeben. Und sonst? Besteht ein theoretischer Vorteil der Beseitigung chromatischer Aberration vor dem Objekt? Dieses wird ja so oder so von einem Bündel von Strahlen aus der Beleuchtungsquelle getroffen?

Mikrogrüße

Jürgen



peter-h

Hallo Jürgen,

meine Vergleiche sind eher als kleine Spielerei zu sehen. Selbstverständlich kann die Kamera jede Farbvariante ausgleichen. Es ging mir nur um die Unterschiede einmal besser darzustellen.
Beim achr.aplan. Kondensor kann ich ohne Gefahr am Rand Farbverfälschungen zu bekommen die Feldblende stärker zuziehen. Resultat : Geringere Gefahr von Reflexen im Tubus und damit manchmal einen besseren Bildkontrast.

Aber ! Bei Objektiven mit Vergrößerung < 4x leuchtet der Olympus achr.aplan. nicht das ganze Bildfeld aus, bzw. zum Rand zu gibt es Farbverschiebung. Daher wechsle ich bei Aufnahmen meist auch mit der Vergrößerung den Kondensor.

Viele Grüße
Peter

fabelfroh

Hallo.

Bitte entschuldigt wenn ich dieses Thema noch einmal hochhole, aber ich finde es sehr spannend.

In einem Techniklexikon habe ich folgende Definition gefunden: "Der achromatisch-aplanatischer Kondensor hat eine Teilkorrektur sphärischer und chromatischer Aberrationen. Dieser Kondensortyp erlaubt die Verwendung von Immersionsobjektiven hoher numerischer Apertur."

Könnte es daher sein das sich die Vorteile eines achromatisch- und aplantisch korrigierten Kondensors erst bei hohen Vergrößerungen sichtbar ist, da dort die Objektive i.d.R. sehr hohe numerische Aperturen haben?  ???

Wie sieht es denn eigentlich mit dem Zusammenspiel mit wenig korrigierten Optiken (Objektiven) und stark korrigierten Optiken wie Fluaren oder Apochromaten aus? Die meisten Apochromaten haben ja deutlich höhere num. Aperturen als z.B. A-Plans.

Leider fehlen mir die Mittel für einen Test. Demnächst bekomme ich zumindest eine Gelegenheit einen achromat.-aplanat. Kondensor zu testen. Allerdings nur mit normalen Achroplans.

Detlef Kramer

Hallo,

Zitat"Der achromatisch-aplanatischer Kondensor hat eine Teilkorrektur sphärischer und chromatischer Aberrationen. Dieser Kondensortyp erlaubt die Verwendung von Immersionsobjektiven hoher numerischer Apertur."

In dieser Aussage erkenne ich keinerlei Logik. Um die Auflösung hochaperturiger Immersions-Objektive ausnutzen zu können, muss der Kondensor eine annähernd ähnliche Apertur aufweisen. Das hat mit dem Korrektionsgrad des Kondensors m. M. nichts zu tun.

Unbestritten ist aber, dass die Abbildung der Feldblende in der Objektebene mit einem korrigierten Kondensor besser funktioniert - also Köhlern geht leichter. Außerdem wird durch die schärfere Abbildung der Feldblende Streulicht besser vermieden. Vielleicht ist das damit gemeint :-\.

Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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