Ändern der Triebgängigkeit eines Zeiss Standard

Begonnen von Michael W., Dezember 26, 2008, 19:17:30 NACHMITTAGS

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Michael W.

Hallo,

vorneweg muss ich sagen, dass die Triebgängigkeit bei meinem Mikroskop sehr gut eingestellt ist.

Ich habe mich aber gefragt, ob es dem Anwender am Standard 18 überhaupt möglich ist, die Gängigkeit des Grobtriebs (evtl auch Feintriebs) zu verstellen.  ???

folgende Verstellmöglichkeiten gibt es bei bestimmten CZ Standards, sind aber bei mir nicht vorhanden:

- manchmal haben Mikroskope einen auf der Grobtriebachse angeordneten Rändelring zu Verstellung der Gängigkeit
- auch gibt es bei manchen das Bauprinzip, bei welchem die Triebe gegeneinander verdreht werden (hab ich nur ganz ganz zaghaft versucht, wollte nicht zu fest drehen)
- die Möglichkeit mit einem Steckschlüssel die Gängigkeit einzustellen

Ist das beim St. 18 einfach nicht möglich???


Vielen Dank im Voraus und weihnachtliche Grüße ;D
Michael
Am liebsten per "Du"

Jürgen Boschert

Hallo Michael,

ich versuche mal eine Beschreibung. Auch bei den grauen Standards mit Planetengetriebe lässt sich die Friktion verstellen.

Bitte stelle das Gerät mit der Biegung des Tubusträgers zu Dir hin, sodass der Koaxialtrieb näher bei Dir, der Kondensortrieb weiter weg von Dir ist; dies nur, um rechts/links im Folgenden klar zu definieren. Der Grobtriebknopf hat einen Teil mit Griffrändel und nahe am Stativ einen glatten Teil. In diesem glatten Teil findet sich ein Loch von 3mm Durchmesser. Die Verstellung der Friktion ist über dieses Loch am RECHTEN Trieb möglich. Und zwar führt man einen kurzen Stift oder z. B. den kurzen Teil eines entsprechenden Imbus-Schlüssels ein so tief es geht. Wenn man nun den Trieb dreht stößt man irgendwann auf einen Widerstand. Zieht man nun den Stift etwas heraus, kann man wieder weiter drehen, fällt dann aber nach einer kurzen Strecke wieder tiefer. Man hat damit die beiden Enden einer Verstellnoppe. Dreht man diese Noppe mithilfe des Stiftes im Loch und Drehen des Grobtriebes im Uhrzeigersinn (Blick von rechten Seite auf den Triebknopf), so wird die Gängigkeit fester gestellt.

Ich hoffe das war einigermaßen verständlich.

Gruß !

JB

Beste Grüße !

JB

Michael W.

Hallo Jürgen,

vielen Dank für deine Antwort, aber dieses ''Löchlein'' hat mein Standard nicht. Ich habe lediglich das kleine Loch an den Feintrieben.

Aber ich weiß was du meinst. Klaus hat so was mit passenden Bildern http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=402.0 im Mikromarkt eingestellt.

Es muss anders gehen oder gar nicht :-)


Viele Grüße
Michael
Am liebsten per "Du"

Jürgen Boschert

Hallo Michael,

tut mir leid, dass ich hier nicht helfen konnte. Bin aber auch etwas irritiert, da alle die grauen Standards, die ich bisher (in Händen) hatte dieses kleine Loch gehabt haben. Gäb´s von Deinem Gerät vielleicht ein Foto ? Nebenbei, das Foto von Herrn Herrmann zeigt ein Standard WL, die Triebmechanik ist da völlig anders.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Michael W.

Ich wollte dir ja nur zeigen welches Loch ich/du meinst :-)

Gruß Michael
Am liebsten per "Du"

Michael W.

So und jetzt die gewünschten Bilder aus allen Perspektiven zum Beweis  ;D :



Beidseitig am glatten Ring rundherum kein Loch!

Viele Grüße
Michael
Am liebsten per "Du"

Jürgen Boschert

Danke Michael,

da hat Zeiss offensichtlich in späteren Ausgaben dieser Instrumente was geändert.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Klaus Henkel

Solange es bei Zeiss Instrumente aus der Serie Standard gab (immerhin 40 (!) Jahre lang), ist öfter mal etwas geändert worden. Wen verwunderts?
Eine Justierung der Triebgängigkeit war bei jenen Instr. vorhanden, bei denen der Grobtrieb auf den Tubusträger und der Feintrieb auf den Tisch wirkte, weil man mit der Gängigkeit das Gewicht der Aufsetzkamera ausgleichen konnte. Das war zB bei den GFL der Fall. Ebenso glaube ich, daß man beim WL und beim Universal das einstellen konnte, weil man bei diesen Instr. grundsätzlich alles einstellen konnte. Für die späteren Standard in Laborgrau und laborweiß war das aber sowieso nicht erforderlich, weil deren Triebe zu jenen gezählt wurden, die in ihrer Gängigkeit das unerreichte Vorbild für alle Mikr.hersteller weltweit waren.
KH

Frank D.

Hallo Michael,

ist wahrscheinlich schon alles gesagt,
aber ich habe auch schon eine Variante mit koaxialen Verstellknöpfen zerlegt,
bei der sich die "Maden"-schraube im Knopf der Feineinstellung (in Deinem dritten Bild zu sehen), als Schraube mit konischem Dorn entpuppte.
Dieser Dorn verschob die gesamte Achse gegen eine Druckfeder, die ihrerseits auf eine Bremse wirkte.
Folglich ließ sich mit dem Verstellen dieser Schraube die Gängigkeit der Feineinstellung justieren.
(war allerdings kein Zeiss Mikroskop)

Mit freundlichen Grüßen
Frank

Michael W.

Hallo,

nein Frank (oder doch Herr Donat ???), bei mir sind es Madenschrauben in den Feintriebknöpfen. Wofür die sind weiß ich aber nicht. Aber für die Gängigkeitseinstellung glaube ich mal nicht.

Scheinbar hat Zeiss bei den späteren Standards auf einen einstellbaren Grobtrieb verzichtet. Für mich ist das aber nicht so schlimm, da ja die Triebe 1a laufen.
Ich hoffe dass das auch noch sehr lange so bleibt. Ich habe mich halt nur gewundert warum es bei meinem Standard nicht gehen soll.

Herzliche Grüße
Michael
Am liebsten per "Du"

Frank D.

Zitat von: MichaelW. in Dezember 27, 2008, 20:02:11 NACHMITTAGS
Hallo,
nein Frank (oder doch Herr Donat ???),

Nur "Frank" ist wunderbar, ..... "nein Frank", sagt meine Frau öfter  :-\

Zitat von: MichaelW. in Dezember 27, 2008, 20:02:11 NACHMITTAGS
Ich hoffe dass das auch noch sehr lange so bleibt. Herzliche Grüße

Gut, dann ist das, neben viel Gesundheit, mein 2009-Wunsch für Dich.

Spielfreie Grüße
Frank

Robert Götz

Scheinbar hat Zeiss bei den späteren Standards...

es heißt "anscheinend", nicht "scheinbar".

Michael W.

Danke, gut zu wissen.  ;D
Ich hoffe ich werde es nicht wieder machen.

Gruß
Michael
Am liebsten per "Du"

Detlef Kramer

Hallo,

also, es gibt wirklich noch jemand, außer mir, der den Unterschied zwischen "anscheinend" und "scheinbar" kennt?

Super!!

Zu dem Trieb: die Antwort kenne ich auch nicht, sie muss tief im Innern liegen. Herr Henkel, ich teile Ihre Bewunderung der Zeiss-Feinwerk-Technik, das wissen Sie. Aber, da ist ein Haken. Die Grauen und weißen "Krummhals"-Standards besitzen ein Planetengetriebe zwischen Grob- und Feintrieb. Bei meinem Standard funktioniert das perfekt. Aber ich habe auch schon einmal  eines "erfühlen" dürfen, bei dem offenbar eine Rutschkupplung nicht richtig justiert war, was dazu führte, dass der Feintrieb den Tisch zwar willig nach unten, aber nur sehr unwillig nach oben gebracht hat. Ich denke, da müsste jemand, wenn es denn notwendig ist, einmal in die Eingeweide schauen. Da gibt es bestimmt etwas zum Justieren - sollte mich bei Zeiss wundern, wenn nicht.

Herzliche Grüße

Detlef Kramer
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Udo Hammermeister

Hallo !

Ich habe auch ein Zeiss Standard mit einem Loch im Grobtrieb, und dort kann man das Spiel der Planetenkugeln genau so einstellen, wie es Herr Boschert beschrieben hat. Das geht so etwa eine halbe Umdrehung, danach kommt eine Anschlagsschraube, damit übereifrige Justierer die Planetenkugeln nicht zerquetschen. Bei älteren Geräten muss man aber manchmal diese Anschlagsschraube (im Innern) einmal herausschrauben und so den Justierbedarf um eine weitere halbe Umdrehung erweitern.

Bei neueren Geräten gibt es diese Justiermöglichkeit nicht mehr, denn Zeiss hat eine geniale Erfindung gemacht. Anstatt das Spiel der Planetenkugeln mit einem Feingewinde feinst-zu-justieren, ist dort jetzt eine recht kräftige Spiralfeder eingebaut, die diese Kugeln gegen die konischen inneren und äußeren Reibräder drückt. Somit ist diese Kraft immer gleich, auch wenn sich im Laufe der Jahre die Reibräder oder Kugeln etwas abnutzen.

Grüße
Udo Hammermeister