Normarski-like effects, DIK für Bastler/innen

Begonnen von rekuwi, Mai 06, 2011, 22:23:54 NACHMITTAGS

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rekuwi

Liebe Mikroskopiker/innen,

vor gut einem Jahr wurde folgender Link bei uns im Forum gebracht:

http://www.microskopy-uk.org.uk/mag/artnov02/diydic.html

Jetzt habe ich mir endlich diesen Filter gebastelt und auch gleich an einer Gyrosigma attenuatum ausprobiert. (aus einer Tümpelprobe)
Objektiv 63x.
Hier ohne diesen Filter im Hellfeld:



hier mit Filter:



Ich finde die kleine Bastelei hat sich gelohnt.

Liebe Grüße
Regi

beamish

Liebe Regi,

sieht gut aus!
Könntest Du den Link kontrollieren. Bei mir funktioniert der nicht.

Herzlich

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

beamish

Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Nomarski

                                                                                           ;D

Gunther Chmela

Zitat von: Nomarski in Mai 06, 2011, 23:14:09 NACHMITTAGS
                                                                                           ;D

So ist es! Gyrosigma attenuatum muss im normalen Hellfeld bereits ab einer Apertur von 0,65 aufgelöst werden. Dazu braucht es keinerlei Tricks oder Filter. Die Vergrößerung spielt dabei eine völlig untergeordnete Rolle, doch ich nehme an, dass das 63er mindestens 0,8 hat.

Gunther Chmela

Michael Plewka

hallo Regi,

als Mensch, der gerne Klartext redet, muss ich Dir leider mitteilen, dass Dein Foto keinen DIK-Effekt zeigen, so, wie er mit der im link erwähnten Blende möglich ist. Anders ausgedrückt, selbst wenn Du der Meinung bist, dass sich die Bastelei gelohnt hat, bin ich sicher: da geht noch viel !! mehr (mit Einschränkungen!). Ich selbst habe lange an und mit  diesem Kontrastverfahren experimentiert und habe dazu auch mal Bilder gezeigt.

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=3888.0

Fazit: das Verfahren verwendet im Prinzip eine zwei"farbige" Kreutzblende. Es klappt ganz gut mit Objektiven bis 25x. Mit Objektiven 40x und stärker ist dieser Effekt nicht möglich (physikalisch bedingt?). Deshalb kann bei Deinem Bild der Effekt wahrscheinlich gar nicht zu sehen sein (ich vermute ein 40fach Objektiv) . Das ganze hängt auch sehr stark vom Kondensor ab. Bei mir klappt es am besten mit dem Billig-Kondensor (55 512 656) für das Laborlux.
Meine Blende ist 3schichtig aufgebaut und besteht aus einem Diffusor (angerautes Plastik), einer V-förmig eingeschnittenen schwarzen Pappe und einer blauen Folie.  schwarze Pappe und blaue Folie sind gegeneinander verschiebbar. DARAUF !! kommt es an. Die Verschiebung dieser beiden Teile um Bruchteile eines Millimeters bewirkt sehr unterschiedliche Beleuchtungseffekte. Da hilft wirklich nur experimentieren, wobei man dann im Vorteil ist, wenn man einen Kondensor hat, in den die Blenden / Filter eingeschoben (statt eingeschwenkt) werden können. Selbstverständlich muss die Irisblende des Kondensors maximal geöffnet sein.
Ich habe hier noch ein weiteres Beispiel eingestellt:

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9101.0

viel Erfolg beim Basteln Michael Plewka


Nomarski

Hallo,

ZitatEs klappt ganz gut mit Objektiven bis 25x. Mit Objektiven 40x und stärker ist dieser Effekt nicht möglich (physikalisch bedingt?). Deshalb kann bei Deinem Bild der Effekt wahrscheinlich gar nicht zu sehen sein (ich vermute ein 40fach Objektiv) . Das ganze hängt auch sehr stark vom Kondensor ab. Bei mir klappt es am besten mit dem Billig-Kondensor (55 512 656) für das Laborlux.
Sowas geht auch mit stärkeren Objektiven, sofern der Kondensor auch die nötige Apertur dafür hat. Die Blende ist dann auch entsprechend anzupassen. Daß eine Blende für alle Aperturen geht, klappt höchstens beim Pankraten. Und die Stelle für die Plazierung muß auch dafür geeignet sein. In der Nähe der Luke ist das auf jeden Fall immer ungünstig.

Zitatals Mensch, der gerne Klartext redet, muss ich Dir leider mitteilen, dass Dein Foto keinen DIK-Effekt zeigen, so, wie er mit der im link erwähnten Blende möglich ist. Anders ausgedrückt, selbst wenn Du der Meinung bist, dass sich die Bastelei gelohnt hat, bin ich sicher: da geht noch viel !!
Es soll aber auch Menschen geben, die da anderer Meinung sind.

Beste Grüße
Bernd

Mark

Hallo Michael,

könntest Du diese "Sandwich-Blende" vielleicht mal zeigen ?

Gruß
Mark





peter-h

Liebe Bastelfreunde,

wenn es schon um eigenwillige Blenden geht, dann zeige ich auch hier eine Variante von mir.
Ziel war es die Farbbrillanz zu erhöhen und den oft großen Kontrastumfang etwas zu reduzieren.


Rosmarin Stängel , Wacker Färbung , Plan 6,3 , einfaches Hellfeld , weisse LED , Adapterfaktor 0,32x , Kamera DFK72
Farben wirken grau bis dunkel.


wie Bild 1, jedoch im Dunkelfeld.
Enormer Kontrast und hohe Farbsättigung, jedoch entfallen sehr viele Bilddetails. Bild unbrauchbar !


wie Bild 1, jedoch mit einer transparenten Dunkelfeldblende.

Wie sieht nun das "Wunder" aus ?  Extrem einfach  ;D

Das Bild zeigt einen geöffneten Phasenkontrastkondensor (Zeiss Standard). In einer freien Öffnung befindet sich eine runde 3mm starke Plexischeibe mit einer zentralen Abschattung (M 2,5 Schraube) und einer größeren transparenten Abschattung.
Ein Mix aus ringförmiger Beleuchtung und Dunkelfeld. Die transparente Scheibe (grauer SW-Film) kann sehr einfach sowohl in Größe wie Transparenz gewechselt werden. Damit läßt sich wie Wirkung gut anpassen. Durch die M 2,5 Schraube ist nicht nur der Wechsel einfach, sondern auch die Zentrierung gegeben.



Wird diese Blende etwas aus der Mitte herausgedreht, so ergeben sich Wirkungen wie mit der Kreutzschen Blende. Da beim Phasenkontrastkondensor die Blendenlage an exakt der Stelle liegt, welche von den Objektiven benötigt wird, ergeben sich praktisch keine Helligkeitsgradienten im Bildfeld. Dies ist oft ein Manko bei anderen Blendenkonstruktionen, wenn nicht nahe genug an die Lage der Aperturblende vom Kondensor zu kommen ist.

Viel Spass und schönes Wochenende
Peter

rekuwi

#9
Hallo an alle  ;D er, lieber Michael,

daß es kein richtiger DIK-Effekt ist sehe ich auch. Die Beispielbilder die Wim van Egmont in seinem Link zeigt sehen da besser aus.

Ich erreiche damit eine Art schiefe Beleuchtung. Auch ohne diesen Filter sind die Details einer Gyrosigma attenuatum zu erkennen wie Bild 1 zeigt.

Der Link (Danke für die Korrektur lieber Martin!) war als Anregung gedacht für Hobbymikroskopiker die Spaß am Basteln haben. Nicht jeder hat ein höchstpreisiges und mit allen Schikanen ausgestattetes Mikroskop  ;).

Lieber Peter,

diese interessante Blende ist eine tolle Erweiterung dieses Themas. Wünsche jedem der das nacharbeitet viel Erfolg.
Mein Will/Hund 500 hat nur einen ganz normalen Kondensor in den ich allerdings einen Schieber reinstecken kann. Gut für Dunkelfeld und eben Selbstgebautes.

Schief beleuchtete und gefärbte Grüße
Regi

Gunther Chmela

Liebe Regi,

irgendwas verstehe ich nicht: Im ersten Bild ist die Struktur der Schale nicht aufgelöst. Im zweiten Bild erscheint sie so (bzw. eher schlechter), wie man das von einem Objektiv 63x (das auf jeden Fall wohl mindestens die Apertur 0,8 hat) erwarten sollte - wohlgemerkt im normalen Hellfeld!

Beste Grüße!
Gunther

rekuwi

#11
Lieber Gunther,

also auf meinem Bildschirm sehe ich im 1. Bild durchaus die Struktur der Schale. Und beim 2. Bild (mit dem hellblauen Hintergrund) ist für mich die Struktur der Schale deutlich besser zu erkennen. Auf die Ränder der Schalen habe ich nicht scharf gestellt, die sind bei beiden Bildern etwas verschwommen.
Die Gyrosigma schwimmt ja im Tümpelwasser und liegt nicht exakt plan.

Liebe Grüße
Regi

Nomarski

Hallo Gunther,

ZitatDie Gyrosigma schwimmt ja im Tümpelwasser
und wenn der Wasserfilm dann noch zu dick ist, helfen auch keine Filter und Zentralblenden weiter, um die entsprechende Auflösung zu erzielen.
Dafür aber etwas Klopapier. ;D

Guten Nacht
Bernd

Michael Plewka

hallo zusammen,
ich habe jetzt mal ein Foto von der "Blende" eingestellt.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9101.0

@ Nomarski:
ZitatDafür aber etwas Klopapier.
lese ich da eine gewisse Arroganz heraus? Es hätte einigen Deiner Bilder sicherlich  ganz gut getan, wenn sie dieser Behandlung unterzogen worden wären. Ich verweise dazu  mal kurz auf diese zuletzt gezeigten.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9062.0

apropos Bilder:
ZitatSowas geht auch mit stärkeren Objektiven, sofern der Kondensor auch die nötige Apertur dafür hat.
Es mag ja Kondensoren mit einer Apertur größer als 1,4 geben, aber mit den beiden, die mir zur Verfügung stehen, waren -wie schon gesagt- keine DIK-ähnlichen Bilder im Sinne des von Regi angesprochenen links möglich . Deshalb wäre es sicherlich von großem Interesse für viele Forumsmitglieder, diese Behauptung mit entsprechenden Bildern zu untermauert zu sehen.  Man könnte sich ja dann -zumindest für sehr viele Anwendungsfälle- die teure Anschaffung eines DIKs ersparen . Ansonsten sind Zweifel an der Aussage erlaubt.

beste Grüße Michael Plewka



Peter V.

#14
Hallo,

meine persönliche Erfahrung ist, dass es sehr wohl grundsätzlich mit 0.9er-Kondensoren möglich, auch noch mit einem 40er-Objektiv eine schiefe Beleuchtung zu erzeugen, die eine "Near-DIC"-Qualität hervorbringt.
Offenbar funktioniert das aber nicht mit jedem Mikroskop ( oder besser gesagt, Kondensor-Objektiv-Kombination ), vermutlich spielen da noch andere Faktioren hinein. Ich denke, es hängt von der Konstruktion des Kondensors ab und wo exakt der Eingriff in den Strahlengang erfolgt bzw. überhaupt erfolgen kann.

Sehr gute Ergebnisse habe ich zum Beispiel am Orthoplan mit dem 0.9er-Phako-Revolverkondesnor erzielen können, indem einfach die Revolverscheibe etwas verdreht wird. An diesem Mikroskop kann ich mit diesem Kondensor bei allen Objektiven bis einschließlich 40x ein sehr gutes Schieflichtbild erzeugen, auch ein Dunkelfeld ist mit einer DF-Blende für das 40er-Objektiv möglich. ( Unten ein schon einmal von mir gezeigtes Beispiel )

Weitere Mikroskope, mit denen das seht gut funktioniert, sind nach meiner Erfahrung das Leitz/Leica Biomed, das über einen Kondensor mit einem "Schlitz" verfügt, über den sehr einfach Blenden an eine wohl sehr geeignete Position platziert werden können.

Und nicht zu vergessen das wirklich simpelst aufgebaute Zeiss KF2, dessen Kondensor ja kaum den Namen verdient, aber den "DIK für Arme" in nahezu perferkter Weise ermöglicht ( wie Bini ja oft genug beweisen hat ).

Es gibt aber auch zahlreiche Mikroskope bzw. Kondensoren, mit denen es nicht funktioniert, z.B. ist mir ein vernünftiges Schieflicht mit dem klassischen 0.9er-Kondesnor des Zeiss Standard noch nicht so richtig gelungen.

Ob also ein gutes Schieflicht erzeugt werden kann, hängt primär nicht vom Geldbeutel ab ( wie die Bildqualität generell  ;) ), oft funktioniert das bei sehr einfachen Mikroskopen sogar wesentlich besser als bei den "hochgezüchteten" Geräten mit komplexen Strahlengängen. Beim weißen Leitz Diaplan wüsste ich z.B. nicht, wo noch ein entsprechender Eingriff in den Strahlengang ohne "Operation" möglich sein könnte.

Objektive: Planapo 25 und Planapo 40, CP 995, Periplan 10x/18 Br.
Nicht gestackt! Umwandlung in Graustufen, kein Nachschärfen!











Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.