Einfache Adaption für eine Canon Powershot A-570 an ein Zeiss Standard

Begonnen von Nomarski, Mai 30, 2011, 21:32:52 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Nomarski

Hallo zusammen,

um unserer lieben Mila das Anfertigen von Mikroaufnahmen mit iher Canon Powershot A 570 an ihrem Zeiss Standard (Milakroskop ;D) zu ermöglichen, habe ich bei der letzen Kornradeveranstaltung K8 ihre Kamera engegengenommen und einen Adapter angefertigt, der sich an die Röhre für das Zubehör wie z.B. WW- und Televorsätze einschrauben läßt:



Am Senkrechttubus montiert sieht die Sache dann so aus:


Als Okular wird ein KPL-W 10x/18 verwendet, das mir neben der Kamera mit dem Zubehörtubus ebenfalls beigestellt wurde.

Die Kamera wird dabei mit ihrem fest eingebauten Zoom-Objektiv schwebend über dem Okular gehalten und am Tubusrohr festgeklemmt.

In der Tele-Einstellung ist der Abstand zwischen Objektiv und dem Okular somit am geringsten.


In der Weitwinkel-Einstellung ist das ebenfalls nahezu der Fall, so daß auch hier die Pupillen zwischen dem Okular und dem Objektiv zusammenfallen.


In einem gewissen Brennweitenbereich ist das leider nicht der Fall, so daß es leider zu einer Vignettierung kommt.
Nun könnte man zwar die Blende und "Sicherheitstrennwand" entfernen, um auch für diese Einstellung das Objektiv näher an das Okular rücken zu lassen, aber die Gefahr eines Crashs bei der Verstellung der Brennweite wäre dabei zu groß.

Die ersten Testaufnahmen an einem Lavendelschnitt sind folgendermaßen ausgefallen:

10er Objektiv, kürzeste Brennweite an der Kamera.


10er Objektiv, längste Brennweite an der Kamera.


25er Objektiv.

Nach dem Vortrag über die Bildbearbeitungsmöglichkeiten bei K8 wird sich sicherlich an der Bildqualität noch einiges verbessern lassen. ;)

Beste Grüße
Bernd

Rolf-Dieter Müller

Hallo Bernd,

Deine Umsetzung der Adaption einer Canon A 570 gefällt mir richtig gut. Mechanisch und optisch äußerst sauber gelöst, was ja die scharfe Abbildung der Okular-Feldblende zeigt.

Nur Deine letzte Bemerkung die Bildqualität mit Bildbearbeitungsmöglichkeiten zu verbessern wirst Du nicht wirklich im ernst gemeint haben.

Ich kenne die Powershot A-Reihe, besonders die Canon A 570. Jegliche nachträgliche Bildbearbeitung macht aus guten Mikroaufnahmen nur Mittelmaß, was ja bekanntermaßen für jede andere Kamera auch gilt.

Mit Verbesserung meinst Du sicherlich Einstellung von Kondensor, Weißabgleich und Parfokalität zum visuellen Bild.

Für das Zeigen einer ordentlichen Adaption reicht aber Deine Bildqualität, denn es kommt hier ja nur auf die Übereinstimmung von Austrittspupille und Eintrittspupille an, was ja mit der Abbildung der Okular-Feldblende bewiesen wird.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

Mila

Lieber Bernd, lieber Rolf-Dieter und lieber Joachim,

ich danke Euch sehr, dass ihr mir die Fotografie am Milakroskop ermöglicht (Bernd: Adaption, Rolf-Dieter: Kamera, Joachim: Okular).
Es bedeutet u.a., dass ich mein Mik mit zum Unterricht nehmen kann, um dann von Schülerpräparaten Bilder zu machen und sie über unser nagelneues interaktives Board zu präsentieren (oder Poster mit Fotos basteln zu lassen o.ä.).
Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas an anderen PTA-Schulen gemacht wird :)

Herzliche Grüße
Mila

Nomarski

#3
Hallo Rolf-Dieter, hallo Mila,

vielen Dank für eure netten Beiträge.
Daß sich die Okular-Feldblende abbilden läßt, ist nun der hohen Austrittpupille von Joachims Okular zu verdanken, die die Eintrittpupille deiner Kamera zu erreichen scheint. Schöner wäre es gewesen, wenn man die Okularfeldblende gerade eben in den Bildecken verschwinden lassen könnte, um das Zwischenbild optimal abfotografieren zu können. Aber es geht eben so wie es geht.
Durch das Abdrehen des Okularrandes könnte man zwar noch ein paar Millimeter gewinnen, aber ich werde davon absehen, da die Adaption für Milas Zwecke ausreichen wird.

Mit den möglichen Kameraeinstellungen habe ich mich in der kurzen Zeit noch nicht befassen können, so habe ich lediglich den Fokus der Kamera auf Unendlich eingestellt und ein paar Testaufnahmen für die Ausprobe gemacht.
Auch die Fokussierung habe ich über die Lupenfunktion im Kameradisplay vorgenommen. Für eine optimale Einstellung reicht das natürlich nicht aus, aber ich wollte nun auch nicht extra meinen Schneckentubus wieder verstellen, da dieser eben auf meine eigene Kamera abgestimmt ist.

ZitatNur Deine letzte Bemerkung die Bildqualität mit Bildbearbeitungsmöglichkeiten zu verbessern wirst Du nicht wirklich im ernst gemeint haben.

Ich kenne die Powershot A-Reihe, besonders die Canon A 570. Jegliche nachträgliche Bildbearbeitung macht aus guten Mikroaufnahmen nur Mittelmaß, was ja bekanntermaßen für jede andere Kamera auch gilt.
Dem stimme ich zu. Es ist eigentlich wie bei den Autos: Dicke Auspuffrohre, Heckspoiler, Tieferlegung, Alufelgen mit Breitreifen etc. machen ein Auto nicht besser. Allenfalls im Auge des Nachbarn.  ;D

ZitatEs bedeutet u.a., dass ich mein Mik mit zum Unterricht nehmen kann, um dann von Schülerpräparaten Bilder zu machen und sie über unser nagelneues interaktives Board zu präsentieren (oder Poster mit Fotos basteln zu lassen o.ä.).
Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas an anderen PTA-Schulen gemacht wird
Davon, liebe Mila, hätte ich zu meiner Schulzeit noch nicht einmal träumen können. 8)

Schöne Grüße
Bernd


Klaus Herrmann

Hallo Bernd,

genial und sauber ausgeführt, wie wir das kennen von Dir. Mit einem KPL 10/20 sollte es eigentlich noch schöner gehen!

Aber eines habe ich noch nicht verstanden: wieso nimmt die liebe Mila an ihrem Milaroskop nicht die einfache Adaption: KPL mit aufgeschnittenem M 28 dann Übergangsscheibe M28 auf M52.

http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?4,33431

Hier auf den Bildern 1-4 gut zu sehen (ich gebe zu: ich wiederhole mich ;) )

Oder habe ich wie so oft das Problem nicht verstanden?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Nomarski

#5
Hallo Klaus,

ZitatMit einem KPL 10/20 sollte es eigentlich noch schöner gehen!
Wenn du eins hast, dann kannst du der lieben Mila doch ein solches geben. 8)

ZitatAber eines habe ich noch nicht verstanden: wieso nimmt die liebe Mila an ihrem Milaroskop nicht die einfache Adaption: KPL mit aufgeschnittenem M 28 dann Übergangsscheibe M28 auf M52.
Weil ich auf einem KPL nix aufschneiden möchte, wenn es auch anders geht. Lieber würde ich eine neue Fassung dafür drehen, wenn es auf die 3mm noch ankäme.
Die Problematik mit den verschiedenen Abständen der Linsen je nach Zoomeinstellung wäre bei deiner Lösung aber trotzdem noch vorhanden.

ZitatHier auf den Bildern 1-4 gut zu sehen (ich gebe zu: ich wiederhole mich Zwinkernd )
Am CZJ-Okular kann man dagegen sowas machen, das ist nicht weiter schlimm... ;D


Rolf-Dieter Müller

Hallo Bernd,

an Deiner Lösung ist ja besonders der mögliche Einsatz von verschiedenen Okularen interessant. Würde ggf. die Austrittspupille eines KPL 8x Brille reichen? Ich meine das einmal bei der Nikon Coolpix P5000 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geschafft zu haben. Das war aber vor langer Zeit, leider habe ich die dazu gemachten Notizen nicht mehr.

Aber so richtig spannend wird es, wenn ein Nachfolgemodell dieser Coolpix-Reihe adaptiert werden könnte. Das ist jetzt aber ein anderes Thema.

Um bei Deinem Thema zu bleiben, jetzt noch den Adapter außen und besonders von innen mit Kameralack lackieren und der Adapter für Mila wäre mehr als perfekt.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

Nomarski

Hallo Rolf-Dieter,

diese Lösung würde sich sogar noch an einer digitalen Spiegelreflex mit geeigneten MF-Objektiv verwenden lassen, das ebenfalls das Filtergewinde 52x0,75 hat.

Das KPL 8x Brille eignet sich leider für diese Kamera noch schlechter als das beigestellte KPL 10er vom Joachim.

Sicher kann man, wenn alles perfekt ist, den inneren Bereich noch mit einer Anti-Reflexlack versehen. Vielleicht hat die Mila sogar den Nagellack im passenden Farbton in ihrem Schminkkoffer. ;D

Inzwischen ist es mir aber noch gelungen, mittels einem Spezial-Tubus, den ich noch auf die Schnelle angefertigt habe, die ungünstigen Gegebenheiten ein wenig zu optimieren.



Es ist nun tatsächlich möglich, soweit zu zoomen, daß der Rand der Okularfeldblende gerade in den Bildecken verschwindet:



Der Motorzoom der Kamera arbeitet leider etwas schnell und ruckartig, so daß man Mühe hat, die optimale Brennweite genau zu treffen. Aber immerhin war dieses zuvor noch nicht möglich.



Viele Grüße
Bernd

Rolf-Dieter Müller

Bernd, jetzt bist Du aber verdammt dicht dran. Geht da vielleicht noch etwas?

Wenn Du das schaffst, suche ich meine selbstgebaute Fernbedienung für die Powershot A-Reihe und falls ich sie finde, bekommt sie Mila auch.

Nur mit der Antireflexbeschichtung solltest Du ihr einen gewerbeüblicheren Vorschlag machen.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

Nomarski

Hallo Rolf-Dieter,

ZitatGeht da vielleicht noch etwas?
Es geht immer noch etwas.

Selbstverständlich gibt es für die Antireflexbeschichtung andere Methoden als Milas Nagellack. ;) Zwei Scheiben aus schwarzer Schnellhefterfolie wären da eine Möglichkeit, um das Lackieren oder gar Eloxieren zu umschiffen.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß durch die fehlende Beschichtung dieser Grünstich beim Lavendelschnitt zustande gekommen ist. Der Farbsaum am Feldblendenrand ist übrigens normal, dafür können Kamera und Adaption nix.
Aber für die Homogenität des Hintergrundes spielt der Abstand der Kamera zum Okular eine wesentliche Rolle und es kommt dabei sogar auf zehntel Millimeter an. Deswegen auch der Spezialtubus.  ;)

Falls du noch die Fernbedienung findest, würdest du der Mila einen großen Gefallen erweisen. Ich habe zunächst mit dem 2-Sekunden-Selbstauslöser gearbeitet, da wegen dem Spiel in dem Bajonett für den mitgelieferten Adaptertubus sonst keine verwacklungsfreie Aufnahme möglich wäre. Besonders bei stärkeren Vergrößerungen kommt das dann zum Tragen.

Der Fokus der Kamera läßt sich zwar auf Unendlich einstellen, aber nach jedem Wiedereinschalten muß diese Programmierung erneut vorgenommen werden. Gleiches gilt für manche andere Einstellparameter. Kann sich die Kamera das nicht merken? Die Anleitung habe ich nun nicht mitbekommen.

Viele Grüße
Bernd

beamish

Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Nomarski


Rolf-Dieter Müller

Hallo Bernd,

ist zwar auch sehr lange her wann ich mit der A 570 und dem Vorgängermodell A 540 fotografiert habe, aber nach meiner Erinnerung kommt mir das Nachstellen der Entfernung sehr bekannt vor und mußte auch immer nachstellen.

Vielleicht kann man mit dem Russenhack den Focus besser fixieren. Den braucht Mila sowieso, damit der Fernauslöser funktioniert. Nur damit geht es.

Frag mich aber jetzt nicht wo man den Russenhack findet. Irgendwo auf einer der vielen CD's müßte ich den noch haben und danach suchen.

Vielleicht kann man den auch ergoogeln, Stichworte wären z.B. Canon, Powershot, USB-Fernauslöser usw.

Nur komme ich jetzt nicht dazu, denn bei mir ist jetzt

Sommer, Sonne, Pflanzenschnitte

angesagt.

Gruß
Rolf-Dieter

Mila

Guten Morgen,

Bernd, das ist ja klasse!!! Vielen Dank!
Ich freue mich auf die ersten Testfotos :)

Rolf-Dieter, ich würde mich freuen, wenn wir beim nächsten MKB-Treffen vielleicht ein bisschen zusammen ausprobieren, was alles so geht mit Hilfe der der Adaption (Deiner) Kamera.

Herzliche Grüße
Mila

Rolf-Dieter Müller

Zitat von: Mila in Juni 03, 2011, 08:19:01 VORMITTAG
...
Rolf-Dieter, ich würde mich freuen, wenn wir beim nächsten MKB-Treffen vielleicht ein bisschen zusammen ausprobieren, was alles so geht mit Hilfe der der Adaption (Deiner) Kamera.

Herzliche Grüße
Mila

Ok Mila, können wir machen.

Es wäre aber schön, wenn Du Dich vorher in folgende Bedienungsfunktionen einliest, da ich bei unserem nächsten Treffen einen Workshop abhalte. Deshalb ist die Zeit für grundlegende Erläuterung von mir aus etwas knapp bemessen.


  • Selbstauslöser mit 2 Sekunden Vorlaufzeit
  • manuelle Entfernungseinstellung auf Unendlich
  • Belichtungskorrektur (+/-)
  • Weißabgleich
  • Programmautomatik, Manuelle Belichtungseinstellung

Einen Link zur Anleitung hat Martin (beamish) hier einige Antworten vorher eingestellt.

Wenn Du das machst, zeige ich Dir wie Du Deine schönen Schnitte, die Du beim Workshop machen wirst, fotografieren kannst.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter