Suche Mikroskop für Arbeit mit Nematoden

Begonnen von For_Deletion, Januar 21, 2012, 16:18:28 NACHMITTAGS

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For_Deletion

Hallo allerseits,

nach stundenlangem Forsten im Netz, im Forum und auf Ebay bin ich kein bisschen klüger und entschlossener, als zu Beginn der Jagd.
Ich suche ein vernünftiges Mikroskop, mit dem ich Nematoden halbwegs bestimmen oder zumindest grob einordnen kann. Derzeit arbeite ich mit einem Lomo MBS 10, was natürlich dafür vollkommen ungeeignet ist. Für meine Spinnenbestimmungen ist es ein Traum, allerdings kommen nun andere Bereiche hinzu, mit denen ich mich beschäftige. (Ich bin Biostudent, beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Spinnen und aktuell mit Nematodenbefall bei Arthropoden).
Nun lese ich immer die gleichen Fragen und die gleichen Antworten im Sinne von "ich habe kein Geld und will mir ein Bresser kaufen/Lass das, kauf dir lieber ein älteres gebrauchtes Gerät der großen vier Hersteller).

Das kann ich nachvollziehen und hier gehe ich auch voll und ganz mit. Für mich stellt sich als Mikroskoplaie (und das bin ich wirklich gänzlich, insbesondere was Technik angeht) die Frage, welches Modell nun das richtige für mich ist. Vor Beginn meiner suche hatte ich mich auf ein Zeiss Axiolab eingeschossen (http://www.ebay.de/itm/160716866623?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1423.l2649#ht_547wt_936). Nun bin ich aber nicht mehr sicher, ob das für mich das richtige ist.

Zusammengefasst:
Ich suche ein Gerät, mit dem ich an Nematoden arbeiten kann.
Ich suche ein Gerät, das gut ausbaubar ist, sodass ich später auch mit Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen, etc. "herumspielen" kann, wenn mir der Sinn danach steht oder ich das Studium vertiefen will.
Das Gerät selbst (nur das "Grundgerüst", Objektive etc. erstmal außen vor), sollte für unter 400,- auf dem Markt zu ergattern sein.

Probleme/Fragestellungen
Welche gängigen Geräte kommen in Frage? Und wichtig: wieviel kann man für das jeweilige Gerät ruhigen Gewissens ausgeben, ohne überteuert zu kaufen?
Auf welche Dinge muss ich unbedingt achten, um später nicht festzustellen "hier ist die grenze erreicht, ich brauche doch ein anderes Gerät. Es sollte also universell einsetzbar oder zumindest in verschiedene Bereiche ausbaubar sein.

Mir reichen wirklich ein paar klare Empfehlungen und Tipps. Ziel ist es, ein Mikroskop mit ordentlichem Potenzial zu erwerben, ohne dass ich dabei blind etwas Unsinniges oder überteuertes Kaufe, nur weil die Marke stimmt.

Danke an alle Leser und auch vorab für Antworten.

Grüße,

Rob


Detlef Kramer

Hallo Rob,

hier erst einmal drei Sachen, die man unbedingt studiert (nicht nur gelesen) haben sollte.

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9026.0
http://www.klaus-henkel.de/fianbeldown.html
http://www.klaus-henkel.de/mikroskop.html

Trotzdem ein paar persönliche Anmerkungen:

1. Warum kein Axiolab? Das ist ein ganz hervorragendes, zukunftssicheres Gerät.

2. Ausbaubarkeit: in dem von Dir gesetzten Preisrahmen geht das eigentlich nur mit einem Zeiss Standard oder Universal. Dabei muss Dir aber klar sein, dass Du evtl. lange suchen musst, bis Du z.B. alles für DIC zusammen hast. PH ist nicht so schwierig.

3. Wenn Du Dir unsicher bist, aber nicht warten möchtest, schaue einmal bei einem vertrauenswürdigen Händler nach, z.B Thilo Immel. Da bekommst Du zumindest schon einmal einen Überblick, was gehen könnte.

4. Such Dir erfahrene Mikroskopiker, z.B. eine entsprechende Vereinigung. Z.B. kannst Du mal beschreiben, wo Du ungefähr wohnst, dann könnte man auf Dich zukommen.

5. Es gibt auch einen zweigleisigen Weg: Kauf Die irgend ein preiswertes neues oder besser gebrauchtes Mikroskop für Deine Nematodenbestimmung, denn die Ansprüche dafür sind nun wirklich nicht hoch und plane dann in Ruhe Dein technologisches Endziel.

Und frage ruhig weiter, wir sind geduldig ;D

Herzliche Grüße
Detlef                   
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

JB

Hi Rob,

Nicht ganz eine Antwort auf Ihre Frage aber aus praktischer Erfahrung: Haben Sie bei Ihnen an der Uni schon einmal nachgefragt? An den Universitaeten stehen oft gute Mikroskope die zu Abend und Nachtzeiten und an Sonn- und Feiertagen kaum genutzt werden (oder schon vergessen unter Treppen einstauben). Fragen Sie doch einmal nach, ob Sie so eines an der Uni, z.B. im Kurssaal, benutzen koennten. Dann bekommen Sie im besten Fall auch noch Hilfe bei der Bedienung und die Kosten sind praktisch Null. Die Systematische Zoologie oder Parasitologie an Ihrer Uni waere ein guter Startpunkt... Natuerlich ist es toll wenn man das Mikroskop zuhause hat, aber wenn Sie erst einmal gelernt haben welches Kontrastverfahren Ihnen am besten gefaellt usw. koennen Sie gezielter "auf die Jagd gehen".

Viel Erfolg!

For_Deletion

Mir sagt das Axiolab auch sehr zu, muss ich sagen. Allerdings gibt es einige Zeissgeräte, die regelmäßig in Ebay auftauchen.
Beispielsweise geht das Laboval regelmäßig mit einer (für meine Laienaugen) ordentlichen Grundaustattung recht günstig weg.

Prinzipiell würde ich auch gern bei Zeiss landen. Der Ruf überstrahlt alles und die Angebote scheinen mir am umfangreichsten zu sein.

Herausgelesen habe ich bisher, dass Axiolab, Standard und Universal gut geeignete Geräte für mich wären.
Sollte hierbei noch ein Typ erwähnt werden?
Wieviel darf man maximal für ein nacktes Axiolab, Standard oder Universal ausgeben? Auf meiner Suche habe ich bspw. ein Axiolab für 900,- ohne jegliches Objektiv und ohne Okulare gesehen. Das schien mir doch ein wenig überteuert.

Stetig in die Uni zu gehen, ist für mich keine Alternative. Ich brauche das Mikroskop daheim.

For_Deletion

Ich sehe gerade, dass das o.g. Axiolab in Ebay für 350,- wegging.
Ausstattung war hier bis auf
2 Okulare Zeiss Pl 10x / 20, 1 Zeiss Objektiv F 40x/ 0.65
nicht vorhanden.
Kann man sich an so einem Preis orientieren? Bei einem Gebot schien es nicht viel Interesse zu wecken.
Thilo Immel wäre ohne Erfahrung vermutlich die sicherere Variante, um ein Gerät zu bekommen, das einen vernünftigen Zustand aufweist.

Peter V.

#5
Hallo,

Zum Ebay-Axiolab: Das ist etwas kurios! Nur ein Objektiv, und dann noch ein endliches Objektiv an einem Stativ, das es doch meines Wissens nur für Unendlich-Optik gab!? Das hätte ich auch nicht gekauft und viel mehr als 350 ist das vermutlich auch nicht wert gewesen, so optikfrei.....

Ein ordntliches Axiolab mit 3 oder 4 Objektiven wirst Du aber ziemlich sicher nicht zu dem Preis bekommen, da ist zwischen 500 und 1000 EUR alles drin, wenn man bei Ebay kauft.

Wenn es unter 400 EUR bleiben soll, stimme ich Detlef zu, dass es auf ein Standard hinauslaufen wird. Alle Vorteile dieses Systems haben ich in dem Link beschrieben, auf den Detlef verwiesen hat.

Die Frage ist, wie weit die Ausbaubarkeit gehen soll. Bei einem Gebrauchtsystem ist DIK eigentlich nur beim Zeiss Standard realitsisch, bei neueren Systemen oder anderen herstellern sind die entsprechenden Komponenten so selten, dass man zu einem akzeptabeln Preis kaum Chancen hat.
Phako ist bei Zeiss und Leitz mit etwas Suche realisierbar, bei Olympus schon schwerer.

Bei einem Standard würde ich darauf achten, dass es sich um die Version mit dem Leuchtrohr ( und NICHT mit der eingebauten Halogenbeleuchtung ) handelt. Letztere ist zwar "moderner", aber die alte Leuchtrohrversion läßt sich wesentlich einfach auf eine "ganz moderne" LED-Bekeuchtung umbauen, was bei der Halogenvariante deutlich schwieriger ist.

Wäre eigentlich das Axiostar vielleicht etwas für Dich?

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

For_Deletion

Axiostar/Axiolab sind beide wirklich klasse. Zeiss Standard habe ich mir angeschaut. Davon gibt es wirklich etliche Versionen. Trotzdem würde ich es hintenan stellen.

Auf den ersten Blick würde ich unter den genannten Mikroskopen Axiolab/Axiostar vorziehen. Das genannte Zeiss Universal ist ebenfalls phantastisch, sieht aber sehr aufwendig aus und ist höchstwahrscheinlich ungleich preisintensiver.


wilfried48

Hallo,

dem Axiolab in der Bucht musst du nicht nachtrauern.

Ohne Objektive (das einzige was dran war ist auch noch falsch, da Endlichoptik) hättest
du noch ordentlich investieren müssen, ich schätze mal mindestens 500.- Euro um in Grundausstattung
Hellfeld mikroskopieren zu können.
Ausserdem sind die Ausbauteile für Zeiss Unendlichoptik seltener und teurer.

Ich würde daher das unversellst ausbaufähige Zeiss Standard nicht so schnell aus dem Blick nehmen.

Gruss
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

For_Deletion

Bei einem anderen Auktionshaus habe ich gerade folgendes erspäht:

http://www.hood.de/angebot/43828325/carl-zeiss-mikroskop-u-4-x-zeiss-objektiv-100-1-25-oel.htm

Erinnert mich stark an die Zeiss Standard- Modelle, die ich vorhin gesehen habe. Preislich ok, der Defekt sollte auch für geringes Geld zu beheben sein und die Objektive entsprechen doch einer ersten akzeptablen Grundausstattung, wenn ich nicht irre.

Ich bin fast geneigt, da zuzugreifen.

Peter V.

#9
Zitatlangsam schwierig und teuer Teile zu bekommen

Eisprung, Euer Ehren! Und zwar vehement!

Das ist keineswegs so! Es gibt wohl keinen Mikroskoptyp ( und wird auch sicher keinen mehr geben!!! ), für den derart viele Gebrauchtteile im Umlauf sind und sicher auch noch auf Jahre in Umlauf bleiben werden wie für das Standard. Und die Standard-Bauteile sind vergleichsweise preiswert. Geht man mal von Ebay aus ( mit allen Vorbehalten, die mir natürlich bekannt sind ), bin ich mir sicher, aus einem einfachen Stativ mit Ausnahme von DIK innerhalb eines Jahres locker ein komplettes Mikroskop mit hochkorrigierter Optik, mindestens Neofluart-Klasse, Trino, Fluoreszenz und Phako zusammenstellen zu können, und das zu einem auch für Normalverdiener akzeptablen Preis.

Ob man allerdings tatsächlich auf maximale Ausbaubarkeit aus sein sollte, ist tatsächlich diskussionswürdig. Phasenkontrast sollte möglich sein, ansonsten: Fluoreszenz brauchen der Hobbyist definitiv nicht ( außer, um einen gewissen Spieltrieb zu befriedigen  ;) ), bliebe noch der DIK, aber bis man sich den leistet oder zusammen bekommt, vergehen so oder so ein paar Jahre.

Und die meisten Hobbyisten ( seien wir mal ehrlich ) bauen ihr Mikroskop auch gar nicht so weit aus, weil eben Hellfeld, Dunkelfeld, Schieflicht und ggf. Phako zu meist reichen.

Herzliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

For_Deletion

Achtung, ich muss nochmal klarstellen:

Ich möchte den Nematoden nicht beim spielen zuschauen, ich möchte sie bestimmen.

Wie sich die Würmchen im Substrat winden, kann auch mit meinem Lomo MBS 10 sehen. ;)

Peter V.

Zitat von: Pulslos in Januar 21, 2012, 20:12:27 NACHMITTAGS
Achtung, ich muss nochmal klarstellen:

Ich möchte den Nematoden nicht beim spielen zuschauen, ich möchte sie bestimmen.

Wie sich die Würmchen im Substrat winden, kann auch mit meinem Lomo MBS 10 sehen. ;)

...und war möchtest Du uns damit sagen  ???
Doch nicht etwa, dass ein "Standard" dazu nicht reicht - oder?

Herzliche Grüße
Peter
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Wolfram Weisshuhn

Hallo allerseits,

Zitat1. Warum kein Axiolab? Das ist ein ganz hervorragendes, zukunftssicheres Gerät.

Da geht einiges durcheinander: Vorsicht........

Es gab bei Zeiss ein Axiolab. Das war um etwa 1990. Das oben zitierte Angebot aus der Bucht war ein solches.

Jetzt gibt es bei Zeiss ein Axio Lab. Als Namensnachfolger, was nur Verwirrung stiftet! Die technischen Daten kann man bei Zeiss einsehen. Dieses Gerät hat mit dem Axiolab nichts, aber auch garnichts gemeinsam!

mfG

Wolfram

For_Deletion

Zitat von: Peter V. in Januar 21, 2012, 20:13:19 NACHMITTAGS
Zitat von: Pulslos in Januar 21, 2012, 20:12:27 NACHMITTAGS
Achtung, ich muss nochmal klarstellen:

Ich möchte den Nematoden nicht beim spielen zuschauen, ich möchte sie bestimmen.

Wie sich die Würmchen im Substrat winden, kann auch mit meinem Lomo MBS 10 sehen. ;)

...und war möchtest Du uns damit sagen  ???
Doch nicht etwa, dass ein "Standard" dazu nicht reicht - oder?

Herzliche Grüße
Peter



Nein Peter,

das war nur der Kommentar zum vorangegangen Beitrag bzgl. Nematoden beobachten und günstiges Tierztmikroskop.

Ich habe tatsächlich im Bekanntenkreis einige Tierärzte und hab auch schon Nematoden durch deren Mikroskope gesehen. Es gibt gut 20.000 Arten dieser kleinen Biester. Das, was ich bei meinem Stammtierarzt unter dem Mikroskop sehe, könnte ich definitiv nicht genauer zuordnen. Hier muss einfach ein Leistungsstarkes Mikroskop her.
Außerdem würde ich mich hüten, einem Zeiss-Mikroskop etwas schlechtes nachzusagen :)

Werner Jülich

Hallo Pulslos,
ich würde dem Rat von Safari folgen. Man kauft das Werkzeug, das man braucht und fertig. Das ist schnell, preiswert und unkompliziert.
Das Tierarztmikroskop sollte in jedem Fall ausreichen, jedenfalls dann, wenn der Anwender damit umgehen kann. So optisch kompliziert sind die Nematoden ja nicht.
Werner Jülich