Autor Thema: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop  (Gelesen 10492 mal)

Heribert Cypionka

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Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« am: März 04, 2012, 01:33:57 Vormittag »
Liebes Forum,

hier zeige ich einmal, wie ich meine digitale Spiegelreflex-Kamera an einem altem Hufeisen-Mikroskop für Auflichtaufnahmen nutze. Natürlich geht das so auch an jedem Durchlicht-Mikroskop. Aber dazu habe ich ein Unendlich-System, das ohne Kamera-Objektiv und Mikroskop-Okular auskommt und das Bild direkt auf den Chip projiziert.

Mikroskop: vielleicht 50 € (geschätzte Preise bei ebay), den Tisch habe ich abmontiert und ersetzt durch:
Laborboy: vielleicht 40 €, lässt ich über einen großen Bereich in der Höhe verstellen.



Beleuchtung: LED-Lampe Jansjö 10 €, oder manchmal noch billiger.
Halboffener Tischtennisball: 50 Cent, lohnt sich!


Wichtig ist, dass die Fokusverstellung über die Bewegung des Objektivs, und nicht über den Tisch erfolgt, da sich ansonsten die Beleuchtung verändern würde.
Mein Mikroskop hat (auf der nicht sichtbaren Seite) auch noch eine Skala für gleichmäßige Fokussierschritte.


Objektiv: Leitz PL 1/0.04, ca. 100 €. Am Objektiv und den Okularen spare ich nicht.

Im Mikroskop steckt das Okular (Leitz Periplan GF 10x/20 Brille, ca. 100 €), an dem die Kamera befestigt ist. Vorteil: Alles guckt gerade nach oben, ohne abzuknicken.


Dazu gehören die folgenden Komponenten

Rechts oben nach unten: Okular (s.o.) > Plastik-Manschette, um das das Okular zu schützen > Adapter mit drei Schrauben und 52 mm Gewinde (30 €) > Adapterring 52 auf 55 mm (10 €)

Links: An der Kamera ein altes M42-Objektiv (Soligor 24 mm fix, 30 €) und ein Adapter von M42 auf Canon EOS (25 €)

Die Kamera (EOS 550D) wird manuell und mit Live-View betrieben und ausgelöst. Bei kleinen Vergrößerungen kann ich auf ein Okular verzichten uns fokussiere über den Bildschirm.

Nun noch ein Beispiel-Ergebnis (tatsächlich das allererste mit Tischtennisbällen, die ich gestern gekauft habe):


Abgezogener Zeiger eines 5€-Weckers nach dessen Ableben.  Stack aus 23 Bildern. Bildbearbeitung natürlich ausschließlich mit PICOLAY, vor allem wurde der Hintergrund homogenisiert.

3D-Darstellung für die Anaglyphenbrille:

(Die hinteren Schichten wurden nicht komplett durchgestapelt. Deswegen ist die 3D-Darstellung dort auch nicht perfekt.)

Viel Spaß beim Angucken...

Heribert Cypionka
« Letzte Änderung: März 04, 2012, 02:19:02 Vormittag von Heribert Cypionka »

Lothar Gutjahr

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #1 am: März 04, 2012, 11:04:11 Vormittag »
Guten Morgen Herr Cypionka,

da will ich doch gleich mal meinen "Makromaten" dazugesellen. Die Idee mit dem Laborboy entstand auch hierbei. Der ist fest mit dem 10 mm starken Bodenblech verschraubt. Ansonsten ist da ein extrem stabiler Vertikalantrieb aus einem Linearzylinder mit doppelter Kugellagerführung an einen ebenfalls 10 mm starken Blechwinkel verschraubt. Momentan drehe ich inkremental an dem Zahnrad oberhalb der 8 x 0,75mm Feingewindespindel, welche den Vortrieb macht. Das wird demnächst ein kleiner Gleichstromgetriebemotor übernehmen. Sollten die als Film  erreichbaren Pixel mit 1920 x 1080 von der Qualität her ausreichen, dann ist daran gedacht, das Aufnehmen der Stackingbilder so mit gleichzeitigem Verfahren der Vorrichtung als Film aufzunehmen und diese hinterher als Einzelbilder auszulesen.
Das Balgengerät hat M42 Anschluss und kann nach M27 für das Nikon 5 und auch nach MRS adaptiert werden. Auch das gute alte Zeiss Tessar aus einer Praktika macht sich darin recht gut.



Ein Picolay gestackter Kopf einer Spinnenleiche folgt in Kürze

Einen schönen Sonntag wünscht

Lothar  Gutjahr
« Letzte Änderung: März 04, 2012, 11:07:21 Vormittag von Lothar Gutjahr »

Lothar Gutjahr

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #2 am: März 04, 2012, 12:27:07 Nachmittag »
So, hier der angesagte Kopf einer vor etwa 7 Monaten eingetrockneten Spinne.  Mit 32 Einzelaufnahmen noch zu grob unterteilt, wie man an den leichten Querstreifen erkennen kann. Tischtennisbälle sind auch schon vorhanden. Hier wurde aber noch mit auf die beiden JENSJÖ aufgesteckten weißen Abdeckungen  von Fläschchen geleuchtet.



Wer sich das Ausgangsbild in Originalgröße ansehen will, möge diesem Link folgen.:
http://www.lothars-wolke.de/mikroforum/mikrofoto/picostack7.jpg

Gruß Lothar

Lothar Gutjahr

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #3 am: März 06, 2012, 23:29:34 Nachmittag »
Hallo Herr Cypionka,

mit ihrer letzten Version habe ich mal dieses Bild von einem Bruch an einem Keramikteil erstellt. Da relativ wenig Höhenunterschied da war reichten 31 Aufnahmen. Das Kernproblem ist immer wieder die Beleuchtung, die in diesem Fall noch weicher hätte sein dürfen, da die kleinen Flächen der Kristalle spiegeln.



Für die stetige Weiterentwicklung des Programmes auch mal ein herzliches Dankeschön !

Herzliche Grüße in den Norden

Lothar Gutjahr


-JS-

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #4 am: März 06, 2012, 23:52:50 Nachmittag »
Hallo Herr Cypionka,
ich möchte ganz gern darauf hinweisen, dass ein Weitwinkelobjektiv wie gezeigt und verwendet (f2.5/24mm) einen
beachtlichen Anteil an Zerstreuungslinsen im objektzugewandten Bereich aufweist, um Auflagenmaß und Brennweite
in vernünftige Relation zu bekommen.
Mir ist auch klar, warum wegen des APS-C-Chips der eingesetzten Kamera (EOS 550D) die Wahl auf ein WW-Objektiv
gefallen ist: Optimale Nutzung der Bilddiagonale bzw. Vermeidung von Bildbeschneidungen bei Verwendung eines
Okulars 10x.
Wäre es nicht vielleicht besser, ein Okular z.B. 6.3x oder 5x zu nehmen und dann als Übertragungsoptik ein kleines kurzgebautes
Normalobjektiv mit f=45 oder 50mm einzusetzen? Derartige Optiken haben keine Zerstreuungslinsen im objektzugewandten
Bereich und weisen daher wesentlich weniger Verzeichnugen auf.
Viele Grüße
Joachim
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Heribert Cypionka

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #5 am: März 08, 2012, 22:15:57 Nachmittag »
Lieber Herr Gutjahr,

Zitat
Für die stetige Weiterentwicklung des Programmes auch mal ein herzliches Dankeschön !

Vielen Dank für die Rückmeldung und die Bilder. Im Moment geht es nur langsam voran, aber ich habe schon noch wichtige Verbesserungen auf der To-do-Liste...

Lieber Joachim,

Vielen Dank für Ihre Ergänzungen und den Vorschlag!

Zitat
ich möchte ganz gern darauf hinweisen, dass ein Weitwinkelobjektiv wie gezeigt und verwendet (f2.5/24mm) einen
beachtlichen Anteil an Zerstreuungslinsen im objektzugewandten Bereich aufweist, um Auflagenmaß und Brennweite
in vernünftige Relation zu bekommen.
Mir ist auch klar, warum wegen des APS-C-Chips der eingesetzten Kamera (EOS 550D) die Wahl auf ein WW-Objektiv
gefallen ist: Optimale Nutzung der Bilddiagonale bzw. Vermeidung von Bildbeschneidungen bei Verwendung eines
Okulars 10x.

Das ist wirklich wichtig. Ich besitze auch ein (teures) EOS-28er-Objektiv, das aber wegen des deutlich kleineren Bildausschnitts nicht eingesetzt wird (gern abzugeben...).

Bei Vergleichsfotos am Axioplan war ich absolut überrascht, wie gut die viellinsige Adaptation (2-3 im Okular, vielleicht 5 in dem alten Kameraobjektiv) gegenüber der Direkt-Projektion auf  den Chip (ohne Okular und Kameraobjektiv) abschneidet. Tatsächlich gab es die von Weitwinkelobjektiven bekannten Verzeichnungen und Kisseneffekte überhaupt nicht. Erklären kann ich das nicht, aber ich konnte den Bildern nicht ansehen, wie sie aufgenommen waren.

Zitat
Wäre es nicht vielleicht besser, ein Okular z.B. 6.3x oder 5x zu nehmen und dann als Übertragungsoptik ein kleines kurzgebautes Normalobjektiv mit f=45 oder 50mm einzusetzen? Derartige Optiken haben keine Zerstreuungslinsen im objektzugewandten Bereich und weisen daher wesentlich weniger Verzeichnugen auf.

Das klingt gut. Leider habe ich nur 6.3x Okulare mit Mini-Frontlinse. Haben Sie (oder andere Mitleser im Forum) das mal mit Erfolg ausprobiert? Vielleicht könnte ich mein 28er-Objektiv dann ja behalten...

Hier noch ein verkleinertes Originalbild, an dem man die Chip-Nutzung sehen kann:


Liebe Grüße

Heribert Cypionka

-JS-

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #6 am: März 09, 2012, 00:38:45 Vormittag »
Hallo Herr Cypionka,
hinsichtlich der Kombination APS-C / Normalbrennweite / Okular 8x darf ich auf
folgenden thread verweisen:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=7329.msg49973#msg49973
Hier werden im Vergleich zwei Verfahren dargestellt, einmal Vollformat-Chip mit
Okular 10x und Relais-Optik f=63mm, zum Anderen APS-C Chip mit Okular 8x und
Relais-Optik f=45mm.
Eine 'Mini-Frontlinse' am Oklular ist kein Hinderungsgrund, solange die Eintrittspupille
der kamaraseitig vorhandenen Übertragungsoptik (= 'Relaisoptik') klein genug
ausfällt. Das ist leider bei Weitwinkeloptiken wegen der vorgeschalteten zerstreuenden
Linsenelemente nicht der Fall.
Die in Ihrem Bild dargestellte Chip-Nutzung weist leider recht große Verluste auf.
Dies liesse sich mit einer Veränderung der optischen Bestückung (kleinere Okular-
vergrösserung, auf den Chip der verwendeten Kamera abgestimmte Relaisoptik
ohne objektseitig angeordnete konkave Elemente) mit einer Brennweite zwischen 45
und 50 mm relativ leicht erreichen.
Bei einer kleinen Eintrittspupille der Relaisoptik wäre die Geometrie der Okular-Augenlinse
sogar ohne Belang. Zeiss hat z.B. drei gute Jahrzehnte lang mit einer fast winzig zu
bezeichnenden Relais-Optik mit f=125mm, verbaut im sog. Grundkörper, selbst
Okulare ohne Eignung für Brillenträger zur Mikrofotografie genutzt, und das mit
sehr gutem Erfolg.
Viele Grüße
Joachim



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Heribert Cypionka

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #7 am: März 14, 2012, 23:02:07 Nachmittag »
Lieber Joachim,

für Ihre guten Tipps darf ich mich ich mich herzlich bedanken! Ich hätte nach etlichen Jahren digitaler Mikrofotografie nicht für möglich gehalten, dass man durch ein 6.3er Okular mit  wirklich kleiner Augenlinse eine lichtstarkes Normalobjektiv wirklich bedienen kann. Aber es funktioniert  :) :) :) Inzwischen habe ich mit eines besorgt und zeige hier die ersten Ergebnisse:   http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11870.0

Da das Okular fokussierbar ist, kann ich eine komplette Belichtung meines Kamera-Chips erreichen - wunderbar!

Liebe Grüße

Heribert Cypionka

-JS-

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #8 am: März 15, 2012, 23:19:50 Nachmittag »
Hallo Herr Cypionka,
ob meine Tipps 'gut' sind, sei einmal dahingestellt  ;D
Sie sind ja schliesslich nicht nur allein auf meinem Mist gewachsen, sondern haben ihre Ursprünge aus Zeiten
des armen Bettelstudententums, wo man sich eben mit billigsten Mitteln helfen musste und manchmal kaum Geld für
den nächsten privat zu finanzierenden Umkehrfilm da war. Damals musste man eben sehen, jeden noch so vielleicht
abwegigen Tipp umzumünzen und die Ratschläge aus allen Ecken und Enden zusammenzusammeln und auch
zu nutzen.
Zum Thema:
Lichtstark muß die Normaloptik übrigens gar nicht sein, es reicht z.B. ein altes Tessar mit f=50mm und
Öffnungsblende 1:2,8 vollständig aus, selbst ein altehrwürdiges Leitz-Elmar mit 1:3,5 und f=50mm aus
(fast) Barnack's Zeiten tut seinen Zweck, vergütet sollte es allerdings schon sein und natürlich auf die
verwendete Digitalkamera adaptiert. Wichtig ist eben nur, daß die Austrittspupille des verwendeten
Okulars zumindest innerhalb des Bereiches der (optischen) Eintrittspupille der verwendeten Relais-Optik liegt,
zu diesem Thema gibt es hier im Forum aber sehr viele und wesentlich kompetentere Beiträge.
Die Canon hat ja freundlicherweise ein für nahezu alle am Markt erhältlichen - auch älteren - Objektive passendes
Auflagenmaß, so 'gehen' auch M42-Optiken aus der Kurzbauweisenzeit, und da gibts z.B. 50er 'aus Jana'
ohne Zahl {welche einem Tessar (West) übrigens verblüffend ähnlich sind} und das auch noch für sehr günstige
Preise.
Das Schmankerl bei dieser hier vorgeschlagenen Billiglösung ist, daß der Umstand 'kleine Okular-Augenlinse' in Zusammenhang
mit 'schlankem Linsenaufbau' der übertragenden 50er Optik kaum Verzeichnungen zulässt, weil die optischen Wege eben
nicht von z.B. im Weitwinkelbereich üblichen vorgebauten Zerstreuungslinsenpaketen in extensu zerfasert
werden.
Das zweite Schmankerl ist natürlich - so nebenbei - die Nutzung der gesamten Chip-Fläche. Was will der Mensch
mehr?
Kurzum - es freut mich, dass mein Tipp Anklang gefunden hat.
Viele Grüße
Joachim
« Letzte Änderung: März 15, 2012, 23:31:47 Nachmittag von -JS- »
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Lothar Gutjahr

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #9 am: März 19, 2012, 12:11:14 Nachmittag »
Moin,moin Herr Cypionka,

einen kleinen Vermerk zur Software möchte ich zuerst loswerden: Es scheint nicht möglich zu sein eine Gruppe von Fotos aus einem Verzeichnis mit weiteren Daten zu laden ohne daß alle Daten geholt werden. Ich habe hierzu zum testen der neuen Version extra eine Serie mit dem Nikon 5x im separaten Directory verwendet. Es wäre vielleicht noch sinnvoll erprobte Parametrierungen sozusagen als Schnellwahl anzubieten. Bei Zerene habe ich sozusagen keine Möglichkeit etwas zu beeinflussen. Bei Picolay sind es natürlich der Möglichkeiten viele, auch etwas falsch einzustellen. Das nachfolgende Bild habe ich mit 3-3-6-10-5- und Auto enhance aufgenommen.: Wo läge das Optimum ?

NIKON CE  Plan 5X/0.15
oo/0  BD  DIC  WD  12.0 ; an Sony NEX-5 mit Pentacon Balgengerät voll ausgefahren
entspricht "Tubuslänge" von 190 mm; Tubuslinse keine. Etwas mit PS nachgearbeitet.
Neueste Version Picolay


Eines fiel mir noch auf. Wenn man den Stapel nicht bis in Tiefe gestaltet ergibt sich ein Hintergrund, der an stehendes Wasser erinnert, welches die Körner einschliest.

Lieben Gruß in den Norden

Lothar

-JS-

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #10 am: März 19, 2012, 13:39:41 Nachmittag »
Hallo Lothar,
Du hast Dein Mohnsamen-Bild nach Deiner Beschreibung mit einem Nikon CE Plan 5X/0.15 oo/0 BD DIC WD 12.0 aufgenommen
und, wie Du sagst, keine Tubuslinse verwendet.
Meiner Meinung nach zeigt das Bild aber deutliche chromatische Aberrationen, wie nachstehende beiden Ausschnitte verdeutlichen:


(links Ausschnitt aus der Bildmitte, rechts Ausschnitt aus dem Bereich rechte obere Ecke es Bildes).

Derartige Farbsäume hätte ich, um ehrlich zu sein, wirklich nicht erwartet.
Besteht vielleicht die Möglichkeit, daß bei Nikon die Tubuslinse zur Farbkorrektur beiträgt ?
(Entschuldige bitte, aber ich kenne mich mit Nikon nicht so gut aus.)
Viele Grüße
Joachim
« Letzte Änderung: März 19, 2012, 13:41:51 Nachmittag von -JS- »
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Lothar Gutjahr

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #11 am: März 19, 2012, 15:01:15 Nachmittag »
Hallo Joachim,

danke für den Hinweis. Hier im verlinkten thread ist ein unbearbeitetes vom CZJ 160 mm endlich  Apochromaten: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11897.0

Ich habe als "diletierender Laie" in Sachen Mikroskopie noch nicht so hohe Ansprüche entwickelt, daß mich dieser Farbsaum am Rande stören würde. Genau genommen wird man das Bild im FotoShop zurechtschneiden müssen. Ob das nun ein Qualitätsmangel für das Nikon Objektiv als Lupenhilfsobjektiv ist mag ich nicht bewerten. Sicher ist jedoch, daß man auf keinen Fall die Farbsättigung hochziehen sollte wenn schon Farbsäume da sind. Vielleicht wären die dir auch gar nicht aufgefallen , wenn ich die Finger von derFarbsättigung gelassen hätte.

Das bin ich gerade dabei mir anzugewöhnen Fotos zu "schönen" wie es hier Usus ist. Ich "knipse" seit 60 Jahren und habe bis vorgestern meine Fotos so gezeigt wie sie waren. Ich werde aber mal in die unveränderten Einzelbilder reinschauen und gegebenenfalls auch noch einmal neu rechnen um den Unterschied zu sehen.

was die Tubuslinse anbelangt, würde es mich schon interessieren wie weit das in der Abbildungsleistung eine Verbesserung bringen würde.
Fällt mir auch gerade noch ein, unter Umständen sollte ich wenn es darum geht, das Objektiv auszuloten auch die Blende, welche ich zwischen RMS-zu 27 mm Adapter eingebaut habe weglassen. Mir ging es hier aber mehr um die Mohnkörner und weniger um das Objektiv.

Gruß Lothar

PS: habe gerade eine Serie ohne Blende neu aufgenommen um da alle Manipulationen auszuschliessen. Bild kommt später.

Lothar Gutjahr

  • Gast
Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #12 am: März 19, 2012, 17:24:56 Nachmittag »
Hallo Joachim,

hier nun die rechte obere Ecke nach einer kompletten Neuaufnahme unbearbeitet. Da kann man sich leicht vorstellen, wie bunt das wird, wenn man die Farbintensität steigert.



Und hier ein weitgehend farbsaumbereinigtes :

Ich sehe gerade, man hätte noch etwas mehr wegschneiden dürfen.

Heribert Cypionka

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    • PICOLAY
Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #13 am: März 20, 2012, 22:57:21 Nachmittag »
Lieber Herr Gutjahr,

die letzten Aufnahmen sind ja schon ausgezeichnet! (Für Farbsäume der Optik  kann der Programmierer des Stacking-Programms nicht haftbar gemacht werden  ;))

Zu Ihren Fragen:
Zitat
Es wäre vielleicht noch sinnvoll erprobte Parametrierungen sozusagen als Schnellwahl anzubieten.
Die Möglichkeit gibt es bereits.  Sie ist aber, wie vieles in dem kleinen Programm, einfach zu nutzen aber nicht so einfach zu finden:
Unter 'File -> Show parameters/batch file' lassen sich vorher gespeicherte Parameter aufrufen oder aktuelle wegspeichern, so dass man sie später wieder nutzen kann.

Zitat
Bei Picolay sind es natürlich der Möglichkeiten viele, auch etwas falsch einzustellen.
Das stimmt, und das wird auch so bleiben. Allerdings: Bald habe ich Osterferien und hoffentlich etwas Zeit, mich auch diesem Thema zu widmen. Es gibt ja bereits jetzt die Funktion 'Auto-set parameters'. Die ist aber noch dumm und derzeit nur von der Bildgröße abhängig. Demnächst möchte ich einige intelligente (und automatische) Testroutinen einbauen, die fundiert Vorschläge machen, ohne die Nutzer zu bevormunden...

Liebe Grüße und weiter viel Erfolg!

Heribert Cypionka
« Letzte Änderung: März 20, 2012, 22:59:12 Nachmittag von Heribert Cypionka »

Lothar Gutjahr

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Re: Digitale Spiegelreflex-Kamera an altem Hufeisen-Mikroskop
« Antwort #14 am: März 20, 2012, 23:09:39 Nachmittag »
Danke Herr Cypionka,

genau mit der Autosetfunktion und dem etwas abändern der Werte begann der Durchbruch und inzwischen macht mir das Programm auch richtig Freude. Heute habe ich erst mal gemerkt wie langsam so ein Directory in Windows wird wenn man laufend die Rohware fürs stacken speichert und nichts mehr löscht. Von 37 auf 25 GB reduziert wurde das dann schon wieder flotter.

Wäre es empfehlenswert für die 3D-Funktion mit kleineren Dateien zu stacken ? Meine ersten Versuche ein 3D-Bild zu erzeugen habe ich abgebrochen, weil mir das zu lange dauerte. Man kann ja im FotoShop oder ähnlichen Programmen den ganzen Stapel als Batch umrechnen oder die Kamera auf ein kleineres Format einstellen.

Lieben Gruß vom Alpenrand

Lothar