Nur leicht Off-Topic: Farbwahrnehmung

Begonnen von Stefan_O, März 26, 2012, 21:17:06 NACHMITTAGS

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Stefan_O

Hallo Zusammen,

wir hatten das Thema ja schonmal im Zusammenhang mit der "Identifizierung von Wüstit im Auflicht" angeschnitten.(https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=7685.0)

Hier nochmal ein SEHR anschauliches Beispiel, warum Farbbeschreibungen manchmal überhaupt nichts taugen und die Angabe von feinen Nuancen noch weniger.


von: http://www.buzzhunt.co.uk/2009/06/22/green-and-blue/ bzw mit besserer Beschreibung: http://blogs.discovermagazine.com/badastronomy/2009/06/24/the-blue-and-the-green/

Die "blaue" und "grüne" Spirale haben die gleiche Farbe....leider sieht das Auge Farben nicht absolut, sondern interpretiert sie in Bezug auf ihre Umgebung.

Auf die Erzmikroskopie bezogen gibt es ähnliche Beispiele in Peckett, A. The Colour of Opaque Minerals. Chichester and New York (John Wiley and. Sons), 1992.

Gruss,
Stefan

Peter V.

Hallo Stefan,

danke für das Posting. Das kannte ich nicht. Für mich eine der beeindruckendsten optischen Täuschungen, die ich je gesehen habe. Wollte es selbst kaum glauben und habe mit der Photoshop-Pipette die entsprechenden Felder angeklickt - unglaublich!!!!

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

treinisch

Hallo,

das ist ja absurd! Die Täuschung verschwindet auch nicht, wenn man
sie durchschaut hat, oder man sich stark konzentriert.
Hätte ich so extrem nicht erwartet!

Danke!

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Lothar Gutjahr

Guten Abend,

vielen Dank fürs posten, das ist ja heiß ! Aber immerhin haben wir schon mal den Vorteil, blau und grün per Definition unterscheiden gelernt zu haben. Das wäre eine interessante Anregung, das weiter zu erforschen um zum Beispiel sehr teure Malfarben einzusparen, indem man etwas billiges neben einen billigen Hintergrund setzt? ;D Vielleicht mal mit dem Bild im PhotoShop die Farben verschieben und die Farbsättigung ändern ? Zeit sollte man haben.

verblüffte Grüße

Lothar

Bastian

Guten Abend Stefan,

unglaublich, ich habe weder meinen Augen noch den Aussagen von Peter oder Stefan vertraut und das Ganze noch einmal mit der GIMP Pipette nachgemessen. Was soll ich sagen. Es ist tatsächlich wahr..

Bastian

beamish

Hallo Stefan,

dieser Beitrag gehört mal wieder zu denen, die ich mir abspeichere. Das ist so was, das man immer wieder brauchen wird... unglaublich!
Sehen übrigens andere noch einen weiteren Effekt, eine konkav-kissenförmige Verzeichnung des Bild-Quadrats?

Grüße

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Lothar Gutjahr

Ja Martin,

selbst der darunter befindliche Schriftzug wird mit einbezogen.

Gruß Lothar

Lothar Gutjahr

Hallo Stefan,

es hat mir keine Ruhe gelassen das zu testen ob das quer durchs Spektrum funktioniert und siehe da, es geht im PS ganz flott:



Nun sind es zwei gleiche rot. Mit weniger Sättigung wie oben wirkt es verblüffender, weil der verursachende "Nebengrund" zurücktritt.

Gruß Lothar

reblaus

Hallo Stefan -

danke für diesen Linkk!
Nun begreife ich auch endlich wie man mit Zweifarbdrucken manchmal tatsächlich auch Farben hinbekommt, die eigentlich nicht auf dem Bild sein dürften. Zitiert in dem sehr schönen Buch "Das Auge", Autor fällt mir momentan nicht ein.

Viele Grüße

-JS-

Hallo Stefan,
vielen Dank für die Demo und den Link.
Das rüttelt schon am Farbempfinden und zeigt, wie leicht sich das Auge oder die
nachgeschalteten Nerven inkl. Gehirn täuschen lassen können.
Verwirrte Grüße
Joachim
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Fahrenheit

Lieber Stefan,

auch von mir vielen Dank für das Bild und den Link! Sehr spannend, wie uns unsere eingebaute Bildverarbeitung da einen Streich spielt.   :)

Herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

BergerN

Hallo Stefan,
vielen Dank auch von mir.

Die Kissenförmige Verzeichnung tritt wohl eher an großen Bildschirmen auf.
Schiebt man das Bild an einen Rand, verschwindet der Effekt natürlich.

Als Fazit ließe sich evtl DER Schwachpunkt der Lichtimikroskopie herausstellen: Das menschliche Auge.

Ich kann mir vorstellen, das die nächsten Mikroskopierverfahren sich verstärkt auf die Sensorerfassung konzentrieren werden, und die gesammelten Daten dann in Rechnern als "Falschfarben" dem menschlichen Betrachter präsentiert werden ( solange man ihn überhaupt noch dazu braucht..), falls das nicht sowieso schon gemacht wird.

Liebe Grüße,
Nick

Stefan_O

Hallo Zusammen,

vielen Dank für den Zuspruch!

@Nick: zumindest bei den Erzen hat man schon früh versucht, die Farbwerte absolut zu messen, um der Fehlbarkeit des Auges auszuweichen. Da auch die Messung eines Farbwertes nicht einfach ist, ist man letztlich bei den Reflexionskurven gelandet, die ja ebenfalls ein Abbild der Farbe sind, wenn auch nicht als direkter Wert.

Die Falschfarbendarstellung ist ja schon Gang und Gäbe, sei es bei den konfokalen Lichmikroskopen oder bei den Elektronenmikroskopen. Die Frage ist immer nach dem Ziel der Übung. Will ich etwas an Hand der Farbe bestimmen (Erze..), will ich Unterschiede in Strukturen sehen, will ich Klassifizierungen vornehmen oder Flächen bestimmen?

Wobei es in der Mikroskopie eigentlich nicht soviele Bereiche gibt, bei denen es wirklich auf exakte Farben ankommt, oder?

Gruss,
Stefan


DoebeleLiesel

Wow ich habe es gerade mal als Rundmail verschickt. Wirklich klasse diese Grafik.

moräne

Hallo, hab`auch was passendes zum Thema gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eug%C3%A8ne_Chevreul
Chevreul Michel Eugene 1839
hat an die 10000 Farbnuancen beschrieben,
auch wie sich verschiedene: 2 , 3 ... Farben nebeneinander verhalten
   
aus dem Wikipediaartikel:

Successive Kontrast
Fixiert man verschiedenartige Farbflächen einzeln, wechselt die Farbfläche, so wirkt die Komplementärfarbe noch im Auge nach.
geht´s nicht darum, bei diesen Spiralen?
Grüße
Gerd