Großes Werkzeug-Mikroskop Carl Zeiss Jena

Begonnen von SebW, März 28, 2012, 17:40:29 NACHMITTAGS

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SebW

Hallo zusammen!

Mein Name ist Sebastian, ich bin 31 Jahre alt und ich komme aus dem Chemnitzer Raum.
Ich habe mich hier angemeldet, da bei uns im Haus seit längerem ein großes Mikroskop steht. Da ich selbst kein Interesse an der Mikroskopie habe, würde mich interessieren, ob irgendwo noch Interesse an dem Gerät besteht, was es in etwa wert ist, und wie bzw. wo ich es am besten verkaufen kann, oder ob es gar nur noch einen Schrottwert hat.
Ich hoffe ich bin hier richtig!

Es ist ein großes Werkzeug-Mikroskop von Karl Zeiss Jena.





Vielen Dank schonmal im Vorraus und viele Grüße!
Seb

Nomarski

Hallo Sebastian,

ein wirklich schönes Gerät, das in dem Zustand noch etwas mehr wert sein dürfte als der Kilopreis für Altmetall. Aber wie sieht es denn mit der Beweglichkeit der verschiedenen Bedienelemente aus? Davon hängt nämlich auch der Preis ab, ob sofort nutzbar oder ob noch diverse Stunden für die Aufarbeitung investiert werden müßten.

Viele Grüße
Bernd

SebW

Hallo Bernd und vielen Dank für Deine Antwort!

(Bitte sieh mir meine laienhafte Ausdrucksweise nach!)

Alles woran man drehen kann, ist leichtgängig. Auch der Tisch läßt sich gut verschieben.
Es sieht aus, als wurde es mal geölt oder geschmiert. Ich komme aus dem Flipperhobby, da wäre das
eine Todsünde - weiß nicht, wie man es bei solchen Mikroskopen mit der Schmierung hält.

Ausser dem, was auf dem Bild zusehen ist, ist noch ein zweiter Aufsatz zum Durchschauen, sowie ein Netzteil
und eine Art Lampeneinsatz vorhanden.

Viele Grüße
Seb

Lothar Gutjahr

Guten Abend Sebastian,

Ein schönes Teil ist das. Aber bestimmt auch schön schwer. Steht da irgendwo das Gewicht drauf oder kannst du das abschätzen ?
Dann noch die Frage nach dem Zubehör. da waren mal 2 oder 3 Schubladen mit Zubehör dabei. Ist da noch etwas vorhanden ?
Letzte Frage, die sicher jeden interessiert, wären die Abmessungen. Unter Umständen könnte man das Oberteil zum Transport abschrauben ?

Gruß vom Alpenrand

Lothar

Sehe gerade, ein Teil ist bereits beantwortet. Kannst du bitte den zweiten Aufsatz fotografieren?

Kay Hoerster

#4
Hallo Lothar, hallo Sebastian,

ohne jetzt den Sebastian davon abhalten zu wollen, das Mikroskop auf die Personenwaage zu stellen (und sich dabei womöglich einen Bruch zu heben  ;D ;D ;D), hier der Link zu der BA:
http://www.mikroskop-online.de/Mikrokop%20BDA%20uebrige/20-255-1.werkzeugmikro.pdf
Immerhin wiegt das Ding stolze 70kg ohne Zubehör (siehe Seite 8)...'acht mit Klammer zu' muss man doch ausschreiben

Gruß Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

SebW

Hallo nochmal!

Die Frage nach dem Gewicht wurde ja schon beantwortet - und es ist definitiv nur zu zweit zu bewegen.
Die Maße sind in etwa (BxHxT) 46x52x52cm.

An der Rückseite des Oberteile ist eine Art verschraubte Blende, ich denke also schon, dass es sich demontieren läßt.
Was an Zubehör dabei ist, habe ich mal fotografiert. Zusätzlich muss noch irgendwo eine Lampe sein, welche das Unterteil ausleuchtet.
Vielleicht sind noch ein zwei weitere Dinge vorhanden, da müsste ich nochmal suchen. Aber viel mehr wird es nicht an Zubehör.

Soweit erstmal Danke für die bisherigen Antworten!

VG Seb













Lothar Gutjahr

Lieber Kay, danke für die pdf. Da sieht man ja auch schön, was da früher mal dabei war. Ohne das Zubehör ist das Gerät für eine Firmenanwendung schon mal stark "geschwächt". Gedanklich habe ich das schon mal als Photomikroskop umgemünzt. Der Vorteil, die senkrechte Kameratragende Säule kann mit der rechten Kurbel um vermutlich 45 Grad gekippt werden, ohne daß der noch zu erweiternde Stackingantrieb fehlen würde.

@Hallo Sebastian,

danke für die weiteren Fotos. Die Fotomikroskopumbauten sind zwar reizvoll. Aber für auf einen Schreibtisch etwas zu klobig und vor Allem schwer.
Wenn keiner wirklich echtes Interesse drann hat, melde ich aber fürsorglich mal meine "Jäger und Sammler Interessen" mit "Abstauberrabatt" an. Irgend etwas schönes läßt sich daraus immer basteln.

Schönen Abend noch

Lothar

Klaus Herrmann

Gratuliere Lothar zum Schnäppchen! Du bist garantiert der einzige Interessent!

Es gibt ja Firmen, die Schwertransporte organisieren und wenn du bereit bist lange genug zu warten nehmen die das als Beiladung mit!

Auf jeden Fall musst du berichten, was du für einen Linearmotor dran gebaut hast um feinfühlig zu stacken!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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moräne

Nein, nein
nicht der einzigste!
Ich liebäugle damit das Ding als Flachschleifmaschine zu nutzen
natürlich.........für Dünnschliffe!!!!!
Ein Traum würde wahr
seit Jahren wartet schon ein " Backmeister"
so eine Brotknet - Back - Maschine auf die Weiterverarbeitung
Grüße
Gerd

Klaus Herrmann

ZitatIch liebäugle damit das Ding als Flachschleifmaschine zu nutzen
natürlich.........für Dünnschliffe!!!!!

Genial Gerd!

Den Drehtisch setzt du auf einen alten Plattenspieler, Kinderbadewanne drunter. Ein altes Weinfass in 2 m Höhe bringt über einen Schlauch die Wasserversorgung.
Um ökologisch korrekt zu sein machst du den Antrieb über ein Trimm-Fahrrad. Das hat Schmelz! :D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Lothar Gutjahr

Danke Klaus,

schön, für den Fall, daß es den so wäre. Den Transport kann ich problemlos organisieren. Quasi Dreizeiler email. Sebastian muß nur eine Gabelstaplerpalette besorgen, das da abholbereit drauf verzurren. Vielleicht einen aufgeschnittenen Müllsack drüber und das ebenerdig abholbereit halten. Wenn keiner zu Hause ist die Palette an die nächste Tankstelle oder zu irgend einer wohlgesinnten Firma stellen.

Weißt du Klaus ich habe extra nicht geschrieben, daß ich da in einem Tag eine manuelle Fräsmaschine draus baue um Bastian nicht auf die Idee zu bringen. Einen flachen Schraubstock müßte ich mir noch suchen. Aber ich glaube Bastian hat Zugang zu einer Maschine oder selbst eine. ;D

Unsere 3D-Fräsen sind zum Basteln ungeeignet, da muß man für jeden Käse in SolidWorks programmieren. Mit diesem Umbau kann ich dann meiner Frau den verlorengegangenen Ohrhänger aus Olivenholz wieder herstellen und endlich die ersten Objektive mit eingebauter LED-Beleuchtung machen. So betrachtet macht es dann Sinn das Gestell zu erwerben. ( Hochfrequenzspindel austauschbar gegen Stackingvorrichtung,grins)

@ Also Sebastian,

Wenn sich sonst niemand meldet, mein Angebot bei frei Hauslieferung 3 € pro kg bei Abholung durch Spedition auf meine Kosten 2 € pro kg.
Ich wohne im Berchtesgadener Land an der B304 auf Höhe AB 8-Abfahrt Neukirchen, falls du mal ein Wochenende da verbringen willst und das Teil mitschleppst.

Liebe Grüße

Lothar

moräne

Klaus Hermann
ich will Dir mal das Bild einer schönen Flachschleifmaschine posten, damit Du sehen kannst, daß man die Wanne auf den Rundtisch stellen muß
also bis auf die viel breitere Schleifspindel wäre an Sebastians Mikro doch schon alles vorhanden was für so ein Ding nötig ist, und einen  Rundtisch hat auch schon drauf.
Lieber Sebastian:
Mir wäre es angenehm zu wissen welchen Durchmesser die Bohrungen in dem Kopf, (da wo die gläserenen Objektive drin sind ) haben?
Ich hätte nähmlich 2 Fräs und Schleifspindeln, in außen geschliffenen Rohren mit den Durchmessern 40 und 32 mm
wenn die sich in diese Bohrungen schieben lassen würden, wäre so ein Werkzeug schnell fertig.
grüße gerd






Lothar Gutjahr

Lieber Gerd,

die abgebildete Flächenschleifmaschine kenne ich noch aus meiner Zeit als "Stift". So eine Maschine schwenkt mit dem Radius um die senkrechte Säule zum Schleifen. Das kannst du mit dem Verfahren des Mikroskoptische mittels Feingewindespindeln nie und nimmer erreichen. Die Säule des Mikroskops ist nicht radial schwenkbar, da Flachführung mit Schwalbenschwanz. Ich sage dir das nur, damit du dich nicht verrennst und hinterher einen schönen "Bojenanker" liegen hast. Fräsen ja, Flächenschleifen nein. Koordinaten bohren unter erschwerten Umständen ja auch noch. Zum Koordinaten fotografieren erste Sahne. ;D

Ich habe das Flächenschleifen so in Erinnerung, daß man zum Feinschleifen mit viel Spülmittel und geringstem Vorschub gegen Null gehend sehr oft über dem Werkstück hin und her pendelt. das war immer eindrucksvoll zu sehen, wie der Strahl der Funken noch aus dem Kühlwasserschwall hervortrat, um dann gegen Ende ganz zum Erliegen zu kommen. Den Abrichtdiamanten den ich mal mit zu großem Vorschub unachtsam aus der Halterung gerissen hatte, durfte ich bis spät nach Feierabend aus dem Sumpf des Kühlmittelbehälters wiederfinden. Ohne eine sauber abgezogene Topfscheibe, kann man nicht von Flächenschleifen oder gar Präzision sprechen.

Was deine Frage zur Befestigung deiner Spindeln anbelangt, würde ich vorschlagen, die Anschraubfläche am Querausleger zum Trennen des Optikteils zu verwenden und dort die passende Adapterplatte für die jeweilige Spindel anzuschrauben. (doppelseitiges Klebeband plus Einmachgummi sieht nicht so gut aus) Im Mikroskopforum die Verwendung eines innen schwarzen Loches als Spindelaufnahme zu erwähnen ist einfach Frevel!

So dann denke mal über einen günstigen Strührs Automaten nach. Wie groß sind denn die zu schleifenden Proben ? Vielleicht habe ich ja einen passenden und ich kaufe das Mikroskop, während du es bezahlst und ich im Gegenzug so einen Schleif- und Polierautomaten zu dir rüberwachsen lasse ? ;D

Gruß aus dem immer noch sonnigen BGL

Lothar






moräne

#13
Hallo Lothar
Du warst mir immer recht sympatisch, weil Du am Anfang mal von Dir sagtet, Du wärst zu jedem Frevel am Mikroskop bereit.
Jetzt klingt das aber ganz anders:
Im Mikroskopforum die Verwendung eines innen schwarzen Loches als Spindelaufnahme zu erwähnen ist einfach Frevel!

Deine Erfahrungen als Stift in der Industrie, haben absolut nichts mit dem zu tun was mir in der Richtung Steineschleifen vorschwebt.
Du könntest das verstehen -wenn Du so wolltest-, wenn Du wüßtest wie ich bei der Dünnschliffherstellung arbeite.
Aber : mit produktionsorientierten Sichtweisen habe ich absolut nichts am Hut

meine jetzige Schleifspindel D. H. das runde Ding - die Welle - welche in Kugellagern laufend den Schleifteller trägt, ist bei meinem jetzigen Schleifplatz in einem alten 2 -säuligen Bartisch untergebracht -zwei 12cm dicke Rohre tragen als Ständersäulen die Tischplatte auf der früher das Bier gereicht wurde.
Stammt aus Familienbesitz.
In  einer dieser Säulen in einem 10 cm Kugellager ( Durchmesser) läuft meine jetzige Schleifwelle, und zwar sehr langsam.
Auf einer runden Glasplatte, in welche ich randlich 2 Wasserfangnuten (Rinnen) geschliffen habe schleife ich zur Zeit von Hand.
Nun kann man auf einer festen Glasplatte auch schleifen, irgendwie hin - und her, ist dieses Ding aber drehbar, kann man z.b. mit dem zu schleifenden Objekt am Rand kreisen, und je nach Druck beginnt die Platte sich mitzudrehen und es bilden sich ästhetische nacheinander liegende Kreisspiralen .....
Das alles läuft bei sehr geringer Geschwindigkeit ab.
Man kann durch Varieren des Drucks sogar erreichen, daß man anfängt den Schleifteller mittels des anhaftenden Dünnschliffs zu bewegen.
Das alles geht alleine mit Fingerdruck.
Hätte ich jetzt einen Objektträger mit der Hand gegen die Platte gedrückt, auf dem ich sagen wir mal mit Kanadabalsam ( oder irgendeiner Vorrichtung) eine Druckfeder befestigt habe, welche sich aber seitlich nicht zu sehr verbiegen dürfte dann, dann könnte ich " gefedert " schleifen.
Nun stelle man sich obenstehendes Mikroskop vor, wobei durch das tabuisierte schwarze Loch ( im Ausleger befindlich )
eine Schleifspindel ( ein Rohr an dessen beiden Enden Kugellager " sitzen " mit einer runden Welle) nach unten der Glasplatte entgegen ragt.
Diese Schleifspindel hat  an der Stirnseite eine Aufnahme ( etwas wo man einen keramischen Schleifstift, oder einen Diamanten stecken kann, so was wie ein Bohrfutter ), ersetzt einfach nur meine schleifende Hand und müßte leicht gefedert sein (verstellbar)
Der langsame Antrieb  ( das Kreisen der Glasplatte ) geht vom Drehtisch aus, dazu kann sich die Schleifspindel LANGSAM drehen, und der Objektträger mit dem Dünnschliff müfte von ihr ebenfalls in (später vielleicht sogar variablen) bestimmten  Kreisdurchmessern bewegt werden.
Ich schleife eben an einem zweiten Norit, und sehe deswegen ganz deutlich, daß die Hand sich wie von eine von  Kurbel angetriebenen bewegt.
Genau diese leicht andrückende Bewegung muß die senkrechte Schleifspindel erzeugen.
Da spritzt nichts Klaus Herrmann kann beruhigt sein , und in der Richtung wird sich meine Dünnschlifferei sicher weiterentwickeln.
Das mit dem Schleifautomaten ist recht nett, aber wie gesagt, ich arbeite an meiner eigenen Technik, trotzdem vielen Dank
Wer denkt daß er  das Mikroskop vor dem absoluten Mißbruch retten sollte, muß es halt vor mir kaufen.
Grüße
Gerd



Klaus Herrmann

#14
Ged, *)
sorry ich habe nicht vermutet, dass du das ernst meinst!

Dann will ich mal ernsthaft antworten: wie Flachschleifmaschinen aussehen weiß ich. Ich habe schon viele Varianten gesehen. Alle haben eines gemeinsam: entweder dreht sich ein planer Teller mit einer Schleifmittel-Aufschwemmung oder gebundenem /gesintertem Schleifmittel. Der Teller dreht sich in einer Spritzschutzwanne wegen dem notwendigen flüssigen Kühlmittel. Mit einer eventuell rotierenden oder oszillierenden Halterung wird das zu schleifende Gut von oben mit möglichst gleichmäßigem Druck nachgeführt.

Oder Top-down: das zu schleifende Gut liegt auf einem planen Teller und geschliffen wird von oben. Auch dabei bewegen sich Oben und Unten kreisförmig oder oszillierend. So macht man Dünnschliffe. Die Zustellung von Oben kann über einen Mikrometertrieb fein dosiert werden.

Wie man diese Forderung mit diesem starren sicher sehr stabilen Stativ geschickt erfüllen kann, kann ich nicht erkennen! Da ist ein stabiler Bohrständer schon mal geeigneter, weil der einen Motorantrieb oben hat.

*) Klaust du mir ein "R" klau ich dir auch eines!  ;)

Lothars Angebot einen Strührs-Schleifautomaten zu "spenden" würde ich mir gut überlegen! Ich habe eine Diamantsäge von Conrad - habe ich hier mal vorgestellt - und eine Tellerschleifmaschine mit 2 Tellern. Damit kann man vernünftig arbeiten. Und das habe ich getauscht gegen eine Versteinerungssammlung.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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