Mikro- oder Makrofotos?

Begonnen von Monsti, August 08, 2012, 22:09:20 NACHMITTAGS

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rheinweib

lieber Debattierklub,
ich gäb wirklich was drum, wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Tierchen
für einige Zeit irgendwie zu betäuben....
Sie wachen dann später wieder auf, haben vielleicht ein bischen Kopfweh,
aber sonst ist alles gut.
Es macht mir ja auch keinen Spass, sie umzubringen. Im übrigen mache ich das
mit Wohnungsmitbewohnern auch so, alles, was sich fangen läßt (außer Stechmücken!),
wird gefangen und mit warmen Worten nach draußen geleitet.

Gruss
Heike

Oecoprotonucli

#76
Zitat von: rheinweib in August 10, 2012, 13:43:09 NACHMITTAGS
ich gäb wirklich was drum, wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Tierchen
für einige Zeit irgendwie zu betäuben....
Sie wachen dann später wieder auf, haben vielleicht ein bischen Kopfweh,
aber sonst ist alles gut.

Drosophila haben wir immer mit Äther (Ether?) betäubt - und dann müßte noch das wasserlösliche Fliegenpapier erfunden werden - wird wohl wieder an wirtschaftlichen Interessen scheitern, dieses zu entwickeln...

Edit (Zusatz): Übrigens habe ich neulich meine im Forum gezeigte fotografierte Brombeerblattwespe* einfach ein wenig mit Spiritus auf einem Stückchen Toilettenpapier in der Petrischale betäubt, damit ich für das Foto die Schale öffnen konnte und sie nicht gleich wegfliegt. Sie hat sich erholt und Spätschäden habe ich nicht weiterverfolgt...

Gruß

Sebastian

* Da sie mir meine Brombeeren kahl fraß und jetzt vielleicht fleißig Nachkommen zeugt, hätte ich auch ein Mordmotiv gehabt, aber nein, ich war zu weich...
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Monsti

Hallo Peter,

ZitatIm Fotoforum hingegen hast Du doch so gut wie noch nie (oder noch nie?) etwas gezeigt.

Mal davon abgesehen, dass es im Fotoforum etliche von mir eröffnete Fäden gibt, tummle ich mich dort tagtäglich, um die Funde anderer Tümpler zu bewundern oder nach bestimmten Spezies zu suchen. Du schriebst auch, ich wäre in keinem Fotoforum aktiv. Auch das ist nicht richtig. Allerdings trifft man auf meine Fotos eher, wenn man in entomologischen Foren und Galerien bzw. Bestimmungshilfen sucht.  ;)

Liebe Grüße
Angie

P.S. für Heike: Viecher, die mir an die Wäsche gehen, werden von mir natürlich ebenfalls gnadenlos gekillt *patsch*. Eine Möglichkeit der Insektenruhigstellung ist übrigens der Kühlschrank bzw. sogar das Tiefkühlfach. Die Tierchen fallen dann (wie auch draußen in der Natur) in die Kältestarre.

Peter V.

Lieeb Angie,

Du hast mich mißverstanden. Mit "Fotoforum" meinte ich unser Mikrofoto-Forum. Zu anderen Foren könnte ich gar nichts sagen, da ich nur in diesem Forum aktiv bin.

Hezrliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

rheinweib

Zitat von: Monsti in August 10, 2012, 15:44:26 NACHMITTAGS
bzw. sogar das Tiefkühlfach. Die Tierchen fallen dann (wie auch draußen in der Natur) in die Kältestarre.

ja, so mach ich das ja, aber die lieben kleinen wachen bei mir danach nicht mehr auf......

Gruss
Heike

Oecoprotonucli

#80
Zitat von: rheinweib in August 11, 2012, 01:51:43 VORMITTAG
Zitat von: Monsti in August 10, 2012, 15:44:26 NACHMITTAGS
bzw. sogar das Tiefkühlfach. Die Tierchen fallen dann (wie auch draußen in der Natur) in die Kältestarre.

ja, so mach ich das ja, aber die lieben kleinen wachen bei mir danach nicht mehr auf......

Gruss
Heike

...erst die Dosis (bzw. Dauer) macht das Gift ---> nicht so lange, nicht so kalt! (Das mit dem Tiefkühlfach war wohl eher wie mit dem Bier gemeint, das noch ganz schnell kalt werden soll: Man darf es auch nicht im Tiefkühlfach vergessen!)

Letzten Endes wird aber diese veterinärmedizinische Anästhesie wahrscheinlich schwierig sein, wenn man in Ruhe mikroskopieren möchte, denn bestimmt muß man sich beeilen, bevor sie wieder zu zucken anfangen. Und Du willst Dir ja wohl keine begehbare Klimakammer in Dein Zimmer einbauen lassen?

Gruß

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Eckhard F. H.

ZitatViecher, die mir an die Wäsche gehen, werden von mir natürlich ebenfalls gnadenlos gekillt

Liebe Heike,
von mir auch. Einige sogar mit tiefer Befriedigung, allen voran Stechmücken. Andererseits bekommen Bienen und Wespen, die vor Erschöpfung auf dem Balkon strandeten, Starthilfe in Form einiger Tropfen Zuckerwassers. Und solche, die sich lediglich verirrt haben, werden allesamt sorgsam in die Freihet geleitet.
Gruß - EFH

Lothar Gutjahr

Jetzt mal ein ein anderer Betrachtungswinkel:

jeder von uns hat eine anerzogene oder über Jahre hinweg erworbene oder verlorene Achtung vor dem Leben. Diese staffelt sich wie unschwer zu beobachten ziemlich linear an den Abmessungen der Lebewesen. Einen Floh zu zerdrücken, eine Stechmücke zu erschlagen, nenne ich mal unterste Ebene. Sorry Angie, wenn ich da die mit bloßem Auge nicht sichtbaren Wesen schon ausklammere.

Eine Hemmschwelle ist auch kaum gegeben, wenn es darum geht lästige Wespen zu erschlagen oder wenn es darum geht den Schwärmen von Fliegen, die vom benachbarten Bauernhof herkommend, meinen einem die abendliche Idylle auf dem Balkon  vermiesen zu müssen, irgendwie Einhalt zu gebieten. Früher hat man sich selbst und die Fliegen mit der Flitspritze eingenebelt. Heute ersetzen Fallen mit Licht und Hochspannung die Flitspritze. Und zwar beinahe so in der Auswirkung, daß nämlich nicht nur Fliegen getötet werden sondern alles was da um die Uhrzeit vom Licht angezogen wird und gegebenenfalls auf der roten Liste steht.

Nun gehen wir mal zu den Coleopterologen (schreibt man das so?). Egal ob an einem Institut gepflegt oder nur als Hobby, hat jeder seine Sammlung an Tieren die in die Tausende geht. Fein säuberlich aufgespießt mit extra für diesen Zweck industriell hergestellten Nadeln, nummeriert oder mit Funddaten beschrifteten Schildchen versehen; eine bewundernswerte Leistung, wenn man dabei die Tatsache des töten müssens außen vor lässt. Andere sammeln Schmetterlinge und Insekten im allgemeinen. Immer schön sortiert und mit Glaskästen umgeben, um sie vor weiteren Insekten, die die zum Fressen gerne haben zu schützen. (Schutzmechanismus für die Psyche: "im Dienste der Wissenschaft")

Dies alles, obwohl man heute nur ein paar Mausklicks braucht um sich alles zu diesen Tieren aus dem Internet auf den Bildschirm zu holen.
Aber selbst die Bilder für Wikis zu dem Bereich entstehen nicht von alleine. Hier wird mit Klopfschirmen die Landschaft "filtriert" und Belegexemplare gesammelt, immer auch in der Hoffnung mal einen Erstnachweis zu liefern.

Nun wage ich zu behaupten, daß auch die neuen teilweise die Möglichkeiten des REM´s übersteigenden Abbildungsmöglichkeiten, wie sie hier im Forum von einer erlesenen kleinen Schar schon gepflegt wird, Grund genug ist, das als genügend wissenschaftlich zu bezeichnen und daß dafür das Töten der Beutetiere mindestens genau so gerechtfertigt ist, als bei einem "schnöden" Sammler.

Nichts desto trotz sollte jedem anheimgestellt sein, es zu lassen und zu versuchen Belegexemplare anderer Sammlungen auszuleihen oder Duplikate zu erwerben.

Nur Gefühlsduselei ?  Sicherlich nicht; aber man sollte es auch nicht übertreiben. Es wird immer plausible Gründe geben, auch mal außerhalb der Nahrungskette zu töten. Auch kann man sich dank der Möglichkeit der Post wie ich es mache, tote Tiere, Exuvien davon, ja einzelne Beine zusenden lassen.
Ach ja da fällt mir auch noch ein, als Kinder haben wir ( ich auch ) Heuschrecken und andere Insekten gequält. Als Heranwachsende dann versucht Tiere in Einmachgläsern, Aquarien, Terrarien zu halten. ( Gelbrandkäfer bis Ringelnatter ) Vieles was nicht in das Raster "interessant bis schön" passte wurde oftmals zertreten. Mit 25 Jahren dann vor dem ersten selbstgeschossenen Reh gestanden ( kein passendes Beispiel für die große Menge) mit Tränen in den Augen gesagt "Nie wieder"

So geht bei vielen eine Art Prägung mit dem älter werden einher, wollte ich damit lediglich zum Ausdruck bringen.

Daß dies wiederum berufsabhängig ist versteht sich von selbst.
Auch will ich nochmal auf die Linearität zur Größe zurückkommen. So habe ich in mediteranen Gefilden lernen müssen, daß Katz und Hund Gegenstände sind, die man vergiftet, erschlägt oder erschießt ja manchmal auch zu Tode quält.( ab und zu auch grillt ) Was hier ne Mücke ist, ist dort Nachbars Katze. Aber wir wollen keinen Elefanten daraus machen, obwohl sich das wenn man weiter nach Süden geht auch noch herleiten läßt.

My two cents dazu

Lothar

Oecoprotonucli

#83
Zitat von: Lothar Gutjahr in August 11, 2012, 11:11:36 VORMITTAG
jeder von uns hat eine anerzogene oder über Jahre hinweg erworbene oder verlorene Achtung vor dem Leben. Diese staffelt sich wie unschwer zu beobachten ziemlich linear an den Abmessungen der Lebewesen. Einen Floh zu zerdrücken, eine Stechmücke zu erschlagen, nenne ich mal unterste Ebene.

Wie schon festgestellt, gibt es da individuelle Unterschiede in der Empfindung und den Ansichten. Wer es noch nicht kennt, kann sich mal das Tierschutzgesetz anschauen:

http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html

Die Staffelung dort geht weniger nach Größe, sondern danach, ob das Tier ein warmblütiges Wirbeltier ist - die genießen den höchsten Schutzstatus.

Tatsächlich wäre und ist es z.B. für mich ein Unterschied, ob ich einer Katze oder einer Mücke/Heuschrecke etwas zuleide tue. Und ich glaube, das wäre auch so, selbst wenn ich in besagten mediterranen Gefilden aufgewachsen und erzogen worden wäre. Die Tierquälerei z.B. eines Säugetiers hat noch andere Dimensionen, weil ich doch bei den meisten Menschen hier eine größere Fähigkeit der Empathie vermute. Wenn dann ein solches Tier gequält wird, vermute ich schon eher Sadismus als bei einer Heuschrecke, bei der die Empathie geringer sein dürfte, weil man sie nicht "versteht". Was wohl auch umgekehrt zutrifft, da Heuschrecken wohl kaum z.B. als Haustier mit uns kommunizieren (im Gegensatz zu Hund, Katze, Pferd).

Das führt jetzt ganz schön weg vom Ursprungsthema, aber ich mußte dem widersprechen, daß es alles nur eine Frage der Erziehung ist, wie wir welches Tier ansehen.

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

moräne

#84
Hallo
ich denke dazu schreibe ich auch noch was.

da man als Naturfärber ja auch mit z. B. getrockneten Käfern zu tun hat, um das wunderschöne Cochenillerot zu kriegen, habe ich ich mir schon sehr viel früher mit Gedanken  darüber gemacht ob das Ok ist wenn man massenhaft Viecher umbringt - aus ästhetischen Gründen.
Ich muß sagen ich benutze diese Farbe auch weil ich sonst nur braune Rottöne hätte.
Dann habe ich vor ein , zwei Jahren mal vom " Berliner Büchertisch" einer Einrichtung, wo jeder Bücher hinbringen oder sich nehmen kann , eine Sammlung russischer Science Fiktion  gefunden, und da war eine Geschichte darin, wo einer zu einem Planeten fliegt, den umkreist, und Radarstrahlen aussendet.
Die ganze Geschichte geht dann darum, daß er strandet, merkt daß es da Intelligenzien, gibt diese sucht.....
bis er dann darauf kommt, das die alle blind sind, es aber nicht immer sein konnten.
Er hatte sie mit seinen Radarstrahlen geblendet

In der Udssr gab es echt geniale Schriftsteller mit einem enormen " moralischen ?) Blick - meine ich dazu.
Das laß ich etwa zu der Zeit, wo hier die  ersten Fliegenköpfe.... ( so lange lese ich noch nicht hier , meines Empfindens nach) auftauchten.
Da habe ich mich dann zuerst gefragt, was eigentlich aus diesen Viechern da geworden ist.
Als ich mir diese Rollei kaufte, (die ich wieder zurückgab) und die Bedienungsanleitung laß, fand ich darin ein Bildchen -für Dummies- was aussagte das man keine Viecher blitzen soll.
Ob das unsere Hobbyforscher beherzigen - na ja es heißt ja nicht das man die nicht gleich killen darf.
Ich frage mal höflichst unsere Schweizer Forumsfreunde, ob bei denen letales Stacken ihrer heimischen Natur erlaubt ist, wo man ländchenweise nicht mal ein Steinchen entführen darf.
grüße
Gerd



Fahrenheit

Lieber Wolfgang,

gell, das macht Spaß, kräftig Öl ins Forum-Feuerchen zu gießen.

Ich für meinen Teil halte es nicht für verweichlicht, Experimente an unseren Mitgeschöpfen zu unterlassen, wenn diese nicht absolut notwendig sind. Im Gegenteil, ich sehe im Ausweichen auf Methoden, die diesen wissenschaftlichen Blutzoll so gering wie möglich halten, einen echten Fortschritt.

Aber es ist halt trotz der uns gegebenen Intelligenz sehr schwer, sich vom Pavianfelsen zu entfernen. Nimms nicht persönlich, es ist halt ein Erbe unserer Entwicklung. Man muss es aber nicht unbedingt toll finden, wenn man sich mal wieder dabei erwischt.

Herzliche Grüße
Jörg   
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Monsti

Hallo Safari,

kannst Du "verweichlicht" evtl. näher erläutern?

Tatsache ist doch, dass in sehr dicht besiedelten und fast allumfassend anthropogen überformten Regionen wie Deutschland die Artenvielfalt massiv abgenommen hat. Dies ist sicherlich nicht den wenigen zu verdanken, die zwecks möglichst perfekter Ablichtung Tiere töten. Die gesamte Natur ist leider durcheinander geraten. Die Menschen bemerken die Verluste meist erst dann, wenn es längst zu spät ist. Die ehemalige UdSSR ist ein riesiges, in großen Teilen sehr dünn besiedeltes und deshalb auch viel weniger manipuliertes Gebiet. Dass zwischen diesen beiden Gebieten auch die Sensibilitäten unterschiedlich sind, ist doch nachvollziehbar, oder?

Ich habe das Glück, in einer noch recht naturnahen Gegend zu leben. Kommen z.B. Deutsche oder Holländer hierher, sind sie regelmäßig begeistert von der hiesigen Vielfalt bei Fauna und Flora. Warum wohl?

Liebe Gutenachtgrüße
Angie

Mila

Zitat von: Monsti in August 11, 2012, 22:21:35 NACHMITTAGS
Kommen z.B. Deutsche oder Holländer hierher, sind sie regelmäßig begeistert von der hiesigen Vielfalt bei Fauna und Flora. Warum wohl?

Ich lebe in Deutschland und habe eine sehr gesunde und vielfältige Fauna und Flora um mich herum, q. e. d.: http://www.mikroskopie-bonn.de/berichte_von_treffen_und_aktionen/tuempeln_ganz_privat/index.html

Gruß
Mila

Peter V.

Hallo,

Zitatweltfremden Gutmenschen
Jörg ist ganz ohne Zweifel ein "guter Mensch", was ich beeiden würde - weltfremd ist er mir bislang aber eigentlich nicht erschienen!

ZitatBei den Mäusen handelte es sich um Ratten, die ich persönlich mit Blausäure umgebracht habe.

Wow! Heia Safari! Nomen es omen....

Ich merke schon - die Stelle der Forumhyperions ist offenbar gerade vakant  ;)  ;D

Teilamüsierte Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Mila

Danke Peter,

ich habe gerade mehrmals geschrieben und wieder gelöscht...

Viele Grüße
Mila