Krumme Sache? (Zeiss Ib)

Begonnen von Dypsis, März 21, 2013, 14:38:45 NACHMITTAGS

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Dypsis

Hallo,

kennt jemand von Euch oder hat jemand von Euch ein Zeiss Stativ IB (ca. Baujahr 1917 und früher). Mir kommt es so merkwürdig vor, dass der Fuß krumm zu sein scheint. Ob das so gehören kann? Aber wie soll sich so was verbiegen? Ich kann keinerlei Spuren sehen, die darauf schließen lassen würden, dass das Stativ mal heruntergefallen ist oder so. Die beiden Messingstreben sind recht massiv, so dass eigentlich ein Verbiegen durch Benutzung doch auch kaum möglich ist?

Außerdem war ich im ersten Moment felsenfest davon überzeugt, dass der Revolver nachgerüstet ist. Nun habe ich aber schon wieder ein 1b gesehen (ähnliche Nummer), das auch so einen modernen Revolver hat. Weiß jemand von Euch was dazu?
Auf dem letzten Bild kann man ganz gut den Winkel erkennen, um den man das Stativ aufrichten muss, damit der Tubus in der Senkrechten ist.
"Komisch das ist" (würde Meister Yoda sagen)

Herzliche Grüße
Thomas






Ich bevorzuge das forumsübliche Du!

Florian Stellmacher

Lieber Thomas,

nimm's mir nicht krumm, aber bei meinem Stativ ist die Sache gerade:





Da hat sich wohl jemand draufgesetzt...  :-

Herzlice Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Dypsis

Lieber Florian,

also ich weiß nicht, Deines ist doch auch krumm!? Oder kommt das von der Perspektive? Ich finde es hängt auch leicht nach vorne über.
Wie auch immer, eine gute Nachricht steckt in Deinem Beitrag auf jeden Fall:
Deines hat auch so einen, wie ich finde, viel zu modernen Revolver. Welche Nummer bzw. Baujaht hat Deines denn?

Ich warte jetzt mal noch ein bisschen, dann werde ich mal sehen, ob ich wieder gerade biegen kann. So gefällt mir das nicht. Das einzige Problem sehe ich darin es so einzuspannen, dass der Lack, der noch recht schön ist, nicht zu sehr leidet. Vielleicht setz ich mich auch mal drauf?

Herzliche Grüße
Thomas

P.S. Das was Du da zeigst ist doch ein Ib? Ist es das, das Du mir in Deiner Mail als Ic "verkauft" hast?  ;)
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Florian Stellmacher

#3
Lieber Thomas,

ja, das ist dann doch wohl ein Ib (irgendwie hatte ich das vor Jahren mal nachgeschlagen und dann wohl falsch gemerkt). Das Stativ hängt in der Tat ganz lecht nach vorne über, die Tischhalterung ist bei Deinem aber, wenn ich das auf Deinen Bildern richtig erkenne, selbst nach unten gebogen, und das ist sie bei mir nicht.

Meins hat die Nummer 65247. Der Revolver dürfte der gleiche sein wie Deiner, das "Kleeblatt" finde ich persönlich aber auch viel schöner.

Das Stativ zurecht biegen würde ich nicht. Das Mikroskop hat gegenüber dem Tisch einen Klemmhebel, mit dem man das Mikroskop in jeder Neigung fixieren kann. So gerade wie ein Zinnsoldat habe ich es nur fürs Foto gestellt, jetzt ist es wieder bequem nach hinten geneigt wie alle anderen Mikroskope in seiner Reihe.  ;)



Herzliche Grüße,
Florian
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Dypsis

Lieber Florian,

uff, immerhin ist Deines auch ein bisschen krumm.  :D
Mein Tisch sieht nur so aus, als würde er nach vorne gebogen sein. Er steht im rechten Winkel zum Oberteil des Stativs.
Krumm ist nur der Fuß. Aber es kann doch keinen Sinn dafür geben??? Wenn Deines aber auch krumm ist? Und ich meine bei Ebay noch mind. eines gesehen zu haben, dass mind. so krumm ist wie meines.
Ob die Zeiss da aus Versehen Bleifüße verbaut hat?  :D
Sehr eigenartig.

Herzliche Grüße
Thomas

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Florian Stellmacher

Lieber Thomas,

nee, der Fuß ist bei meinem gerade, es ist nur so, dass der obere Teil des Mikroskops sich ein klitzekleines Bisschen zu sehr nach vorne um die Kippwelle neigen lässt. Auf Deinem letzten Foto sieht es so aus, als wenn bei Deinem die senkrecht auf dem Fuß stehenden Träger oben nach vorne gebogen sind. Bei mir sind diese gerade.

Kipp das Mikroskop doch einfach nach hinten, dann siehst Du nichts mehr davon!

Herzliche Grüße,
Florian
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Dypsis

... nein, das mag ich nicht leiden, dass das krumm ist. Ich glaub, das ist eine Sonderanfertigung für Seefahrer - oder so.

Herzliche Grüße
Thomas
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Florian Stellmacher

,,En beten scheev hat Gott leev..." sagt man bei uns!
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Dypsis

... also guuuut. Das tröstet mich.



Aber jucken täts mich schon - das Biegen.



Nur so ein bisschen.



Vielleicht.
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olaf.med

Lieber Thomas,

ich glaube wir reden hier von zwei verschiedenen Dingen. Florians Stativ ist OK, dass es sich ein klein wenig zu weit nach vorne neigen läßt liegt am Verschleiß. Der Anschlag für die Endstellung ist bei diesen Stativen sehr nahe an der Drehachse. Hat sich da etwas im Laufe des Jahrhunderts plattgedrückt führt das zu diesem Effekt.

Bei Deinem Stativ scheint ein echter Defekt vorzuliegen, evtl. durch Fallen oder unsachgemäßes Verschicken. Da habe ich schon die tollsten Dinge gesehen, vor allem, wenn die Mikroskope in Ihren Holzkästen versandt werden. Man glaubt immer diese wären eine perfekte Transportmöglichkeit, aber dadurch entstehen solche Schäden.

Aber bieg' ruhig - ist ja nur ein Z...s und noch dazu nur biologisch ;D ;D ;D

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Tilman

Lieber Olaf,
es ist allerdings ein Z...s, aber die Sache mit den krummen Mikroskopen hat bei L...z durchaus mehr Tradition. Die alten Messingstative (ca. 1880-1900) dieser Firma ohne das Beugegelenk habe ich noch nie gerade gesehen. Im Regelfall zeigt der Tubus diese gleiche Tendenz ganz leicht, aber bei näherer Betrachtung deutlich sichtbar, von der Säule wegzuknicken. Theoretisch wäre das durch ein exaktere Ausrichtung des Gewindes am Tubusträger zu vermeiden gewesen. Ich habe diesen Makel schon vor Jahren mit Timo diskutiert, der ebenfalls den Grund dieses merkwürdigen Phänomens nicht kannte. Schließlich sind wir resignierend zu dem Schluß gelangt, dass L...z vielleicht einen tieferen Sinn darin sah. Vielleicht ist hier jemand der diesen tieferen Sinn kennt. Es wäre sehr schön, wenn wir dieses Rätsel auflösen könnten.
Nichts für ungut, Olaf, aber über Z...s lasse ich da nichts kommen.
Liebe Grüße an alle Interessierten
Tilman

olaf.med

Lieber Tilmann,

natürlich wollte ich Dich als alten Z...sianer nicht kränken; dieses Phänomen des Schiefstands nach längerem Gebrauch zeigen ALLE Stative dieser Bauart, also sogar L....z und selbst Fuess.

Also bleibt als Argument für Biegerei mit möglichem Totalverlust noch die Tatsache, dass es sich "nur" um ein biologisches Stativ handelt, und die sind ja eher wiederzubeschaffen (jetzt bekomme ich wohl Haue von der biologisch-medizinischen Seite, aber ich kann ja wieder das M...l nicht halten und muss lästern ;)).

Herzliche Grüße,

Olaf
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Hugo Halfmann

Liebe Bewahrer und Restaurierer,

ich habe mir gestern beim Lesen dieses Freds schon folgende Frage gestellt:

Wie ist es denn überhaupt möglich, die schweren und massiven Stativteile zu verbiegen?

Oder wird sich nicht eher die Schraube / Gewinde verziehen / -biegen, so daß der eigentliche Schaden hier zu suchen wäre ?

Bei meinem Stativ IIIa von Leitz ist i.Ü. auch der Tisch "krumm", ohne daß Spuren einer Gewalteinwirkung zu sehen sind.

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

olaf.med

Lieber Hugo,

es sind tatsächlich viel häufiger die massiven Teile verbogen als die Schrauben. Ganz offensichtlich sind kraftschlüssige Schraubverbindungen äußerst stabil! Ich habe schon Hufeisenstative gesehen, deren beiden Schenkel ganz unterschiedlich verbogen waren, ohne daß an der Verschraubung auch nur das Mindeste zu sehen war. Mein bestes Stativ habe ich nur deshalb für einen akzeptablen Preis erwerben können, weil sogar beide Schenkel abgebrochen waren und der Tubus aus seiner Verschraubung gerissen war - alles nur ein Transportschaden, weil das schwere Stativ in seiner sog. "Transportkiste" verschickt wurde. Auch hier war an den Schrauben absolut nichts zu sehen.

Herzliche Grüße,

Olaf
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Florian Stellmacher

Lieber Hugo,

mir fällt da wieder dieses Mikroskop ein: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=160.msg29266#msg29266

Da biegt sich eher das Stativ, als dass die Schrauben verbiegen! Ich kapier's ja auch nicht, aber Messing ist wohl weicher als man denkt.

Herzliche Grüße,
Florian
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