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Hausstaub mit Blütenpollen

Begonnen von Schrodt, Mai 11, 2016, 15:08:12 NACHMITTAGS

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Schrodt

Guten Morgen Heiko,

vielen Dank für deinen Hinweis und die schönen Fotos. Du hast ja wirklich die gesamte Oberfläche der schopfigen Kreuzblume mit dem schönen Muster abgebildet. Hast Du das ohne Stapeln gemacht ?
Deine Zweifel sind berechtigt !
Ich habe die gewölbte Oberfläche des Pollenkorns wegen der geringen Schärfentiefe bei der starken Vergrößerung ganz leicht angeschnitten. Dadurch sind nicht nur reine Oberflächenstrukturen sondern im Schärfentiefebereich
auch etwas tiefer liegende Strukturen erkennbar.
Bei einer Schärfenebene direkt über der Oberfläche ist bei dem gewölbten Pollenkorn bei der starken Vergrößerung ohne Stapeln nur ein kleiner Teil der Oberfläche scharf erkennbar.
Das ist jedoch eine Einstellung, die man für die Bestimmung auch immer machen sollte ! Dafür ist VHDK mit schwächerer Vergrößerung infolge der Schärfentiefe-Erweiterung auch gut geeignet.
Nochmals vielen Dank für deinen klärenden Hinweis.

Beste Grüße
Jürgen aus Hemer

A. Büschlen

Hallo,

Rolf hat weiter oben sehr schön gezeigt, dass man die Obeflächenstruktur der Blütenpollen auch ohne zu färben und zu stacken kontrastreich darstellen kann.

Hier ein Pollen von Lychnis flos-cuculi gefärbt mit Fuchsin; ein Bild im Durchlicht / Hellfeld; Zeiss Neofluar 40/0,75; Pollengrösse: ca. 50 - 60 µm
Als Vergleich siehe auch: https://www.paldat.org/pub/Lychnis_flos-cuculi/209242

Der Pollen ist natürlich nicht aus dem Hausstaub, sondern direkt an der Blüte gesammelt.



Gruss Arnold

Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Schrodt

Hallo Arnold,

vielen Dank für deinen Beitrag mit dem schönen Bild der Pollen-Oberflächenstruktur der Kuckucks-Lichtnelke und dem Link dazu. Die Natur zeigt auch auf den Blütenpollen außergewöhnlich harmonische Muster.
Du hast mit Fuchsin gefärbt, wenn ich den Text von Heiko richtig verstehe, hat er aber auch das Pollenkorn gefärbt.
Dein Hinweis, dass man auch ohne zu stapeln die Muster abbilden kann, reizt zur Nachahmung. Geht es jedoch auch wirklich gut ohne zu färben. Vielleicht kannst Du mal ein ungefärbtes und nicht gestapeltes Bild einstellen.

Vielen Dank und herzliche Mikrogrüße
Jürgen aus Hemer

Heiko

Hallo Jürgen,

die Stapelei führt hier schnell zum Informationsverlust. Das linke der beiden baumollblauen Körner entspricht einem fünfer Stapel, im rechten sind lediglich die beiden oberen Aufnahmen dieser Miniserie verrechnet.


Hallo Arnold,

ein tolles Foto, das es fast mit der ersten Elektronen-Variante Deines Links aufnehmen kann.


Viele Grüße,
Heiko

Schrodt

#34
Hallo Heiko,

vielen Dank für deine Informationen. Das Stapeln kann man dann bei der Oberflächen-Darstellung wohl lassen.

Nachstehend zeige ich daher ein reines Oberflächenbild von zwei ungefärbten Rapspollen mit Durchlicht-VHDK und Objektiv PL APO 40/0.75.
Die Rapspollen haben leider nicht so schöne Oberflächenmuster wie die Blumenpollen.





Herzliche Mikrogrüße
Jürgen aus Hemer

A. Büschlen

#35
Hallo Jürgen,

hier noch einige Erklärungen zu meinem oben gezeigten Bild:

Ich sammle Blüten mit offenen Staubbeuteln, am Stereomikroskop pflücke ich mit einer sehr feinen Pinzette einen schönen, vollen Staubbeutel aus der Blüte und lege ihn in einen kleinen Tropfen Färbelösung ( Glycerin, Ethanol mit einer kleinen Spur Ziehl-Neelsen Karbol Fuchsin) auf einen Objektträger. Sobald sich viele Pollen aus dem Staubbeutel gelöst haben, entferne ich den Staubbeutel und lege das Deckglas auf. Diese Färbelösung dient zugleich als Eindeckmittel.
Zum fotografieren eignen sich schwach angefärbte Pollen in der Regel besser. Ich meine, dass bei Pollen mit sehr feinen Oberflächenstrukturen die eben erklärte Färbemethode zur Kontrastierung ein Mittel der Wahl ist (im Durchlicht / Hellfeld!). Eine Anwendung von DIK oder PH bringen aus meiner Sicht bei diesen Pollen keine zusätzliche Informationen.

Ungefärbt sind diese Pollen im Durchlicht/Hellfeld fast nicht abzubilden.

Ich habe das oben gezeigte Bild nicht gestapelt!

Gruss Arnold



Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Schrodt

Hallo Arnold,

vielen Dank für die Erläuterungen zu deinem sehr gut gelungenen Bild. Außerdem habe ich jetzt von dir ja eine gute Anleitung für meine weitere " Pollen-Arbeit " bekommen. Ich werde mir den Farbstoff besorgen und nach
deiner Anleitung vorgehen. Das erspart mir unnötige Fehler und bringt einen schnellen Erfolg.

Beste Grüße
Jürgen aus Hemer

Klaus Herrmann

Hallo Jürgen,

ZitatIch werde mir den Farbstoff besorgen und nach
deiner Anleitung vorgehen. Das erspart mir unnötige Fehler und bringt einen schnellen Erfolg.

falls du in deiner näheren Umgebung nicht fündig wirst ich habe die ZN-Farblösung gebrauchsfertig abgefüllt in den praktischen 20 ml-Tropf-Fläschchen!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Schrodt

#38
Hallo Mikrofreunde,

es empfiehlt sich immer zum Vergleich mit dem DL-VHDK auch Bilder mit DL-HF zu machen.
Nachstehend stelle ich daher noch 2 Hellfeld-Bilder der 2 Rapspollen ein.

Herzliche Mikrogrüße
Jürgen aus Hemer






Schrodt

Mikroskopiker die wie ich unter Heuschnupfen leiden, möchte ich auf das " Pollenbestimmungsbuch ( DIN A 4 ) " der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst
aufmerksam machen. Das Buch beschreibt die häufigsten in Mitteleuropa vorkommenden aerogenen Pollenarten mit Anweisungen für die Anfertigung mikroskopischer Präparate und die Pollenbestimmung ergänzt durch Mikrofotos x 400 und x 1000.

Das Buch kann mit Email bei " pollenstiftung@t-online.de " bestellt werden. Es kostet mit Mehrwertsteuer und Versand 36,38 €.

Zur besseren Information zeige ich nachstehend die Einbandvorderseite und das Inhaltsverzeichnis:

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer





Heiko

Hallo Jürgen & Pollenfreunde,

manches Objekt verträgt dann vielleicht doch ein klein wenig Stapelei. Hier das Filzige Hornkraut Cerastium tomentosum, aufgenommen mit dem 100er, gefärbt und 9fach verrechnet:



Viele Grüße,
Heiko

Schrodt

Hallo Heiko,

ein sehr schönes Bild mit starker Vergrößerung.
Das spornt zu weiterer Beschäftigung mit den Pollen an.

Noch einen schönen Abend
Jürgen aus Hemer

A. Büschlen

#42
Hallo,

spinnen wir doch diesen Faden noch ein wenig weiter mit  Pollen der Esparsette Onobrychis viciifolia

aufgenommen am Zeiss Standard 16; Canon EOS 750D, Objektiv Nikon Plan 50 / 0,85 Oil 160/-  Iris.

Kein Stapel!

Als Reverenz https://www.paldat.org/pub/Onobrychis_viciifolia/108446
Die gelben Tropfen sind natürliche "Kleber" (sind es Wachse?)



Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

A. Büschlen

Hallo,

und hier noch eine Ergänzung zu Esparsette Onobrychis viciifolia:



Die Pollen wurden vor dem färben in Aether gewaschen ( ein Tropfen Aether auf die Pollen geben und warten bis der Aether verdunstet ist)

Aufgenommen am Zeiss Standard 16; Canon EOS 750D, Objektiv Nikon Plan 50/0,85 Oil 160/- Iris; Durchlicht/Hellfeld. Kein Stapel.

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Schrodt

#44
Hallo Arnold,

vielen Dank für deine schönen Bilder und dem Trick mit dem Aether. Man kann bei den Pollen die Oberflächen-Skulptierung und die Colpi sehr gut erkennen.

Nachdem ich heute von Klaus Herrmann ein Fläschchen Karbol-Fuchsin 1 % bekommen habe, habe ich nach deiner Anweisung Karbol-Fuchsin
mit Glycerin und Methanol als verdünnte Färbelösung gemischt und damit die Hausstaubprobe mit Blütenpollen gefärbt und auch eingedeckt.
Mikroskopiert habe ich mit dem Leitz PL APO 40/0.75.

Als erste Ergebnisse stelle ich nachstehend 4 Mikrofotos davon ein. Wahrscheinlich ist die Färbung noch zu kräftig und ich muss noch mehr verdünnen.


Raps-Pollenkorn  •  DL - HF



Raps-Pollenkorn  •  DL - VHDK



Fichte-Pollenkorn und Raps-Pollenkörner  •  DL - VHDK



Fichte-Pollenkorn und Raps-Pollenkorn  •  DL - VHDK




Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer