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Hausstaub mit Blütenpollen

Begonnen von Schrodt, Mai 11, 2016, 15:08:12 NACHMITTAGS

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Schrodt

Hallo Mikrofreunde,

die Heuschnupfenzeit hat begonnen !  Bei uns im Sauerland findet man im Hausstaub zur Zeit viele gelbe Blütenpollen vom Raps, aber auch Birken-und
Fichtenpollen. Es lohnt sich, mal den Hausstaub unter dem Mikroskop zu untersuchen.
Nachstehend zeige ich 2 Hausstaubbilder mit VHDK + Blaufilter und VHDK + Grünfilter.
Mikroskop Leitz Orthoplan  •  PL APO 16/0.40  •  Objektfeld ø ≈ 0,85 mm  •  ISO 100  •  blau 1/6 s und grün 1/5 s.

Anmerkung zum Variablen Hell-Dunkelfeld-Kontrast nach Piper:
Für den VHDK habe ich im Kondensor den Phasenkontrast-Lichtring für das 25 er Phasenkontrastobjektiv in ungefähr mittlerer Stellung benutzt.
Den Lichtring habe ich mit der Aperturblende so abgeblendet, dass nur noch Licht im mittleren Drittel durchkommen konnte. Zusätzlich habe ich
das Halogenlicht blau oder grün gefiltert.

Viel Spaß beim Anschauen.

Jürgen aus Hemer





rhamvossen

#1
Hallo Juergen,

ZitatDie großen dunklen Pollen stammen vom Raps !

Bist du da sicher? Die Pollenkoerner sehen mir aus als koenten sie von einer Tannenbaum sein. Beste Gruesse,

Rolf

Schrodt

Hallo Rolf,

vielen Dank für deinen Hinweis, Du hast wahrscheinlich recht. Ich bin mir nicht mehr sicher, dass es Raps-Pollen sind und habe daher diesen Textteil entfernt.

Bei uns war an einem Tag alles mit einer feinen gelben Schicht überzogen. Davon stammt die Probe. In der Zeitung stand am nächsten Tag, dass der gelbe Staub maßgeblich von Raps-Pollen stammt.
Da in der Probe und auch bei anderen Proben die großen Pollen maßgebend waren, habe ich diese leichtsinnig als Raps-Pollen bezeichnet. Man soll sich auf solche Berichte nicht verlassen !
Leider habe ich für die Blütenpollen keine Bestimmungsliteratur mehr. Soweit ich mich erinnere, gab es in früheren Mikrokosmos-Heften einige Artikel über Blütenpollen.
Im Internet habe ich für Raps-Pollen nur ein Mikrofoto vom Niedersächsischen Landesamt gefunden, jedoch ohne Größenangabe. Danach könnte man eventuell die kleineren runden Pollen als Raps-Pollen ansehen.
Vielleicht können Forums-Mitglieder Licht in das Dunkel bringen und die verschiedenen Pollen identifizieren. Das wäre schön !

Jürgen aus Hemer


A. Büschlen

#3
Hallo,

Sicher sind die "grossen, schwarzen" Pollen von Nadelbäumen. Zu den Anderen möchte ich nichts sagen.-

Bei den Pollen gibt es ja die zwei grossen Gruppen: die Insektenstäuber und die Windstäuber. Für die Pollenalergien sind vor allem die Windstäuber die Verursacher. Raps gehört zur Gruppe der Insektenstäuber, seine Pollen fliegen nicht einfach so in der Luft herum.
Sehr wohl gibt es gute Infostellen im Internet wie z.B. www.paldat.org

Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Stuessi


Schrodt

Vielen Dank Arnold und Rolf,

durch eure Informationen bin ich ein ganzes Stück weiter gekommen. Ich habe dadurch inzwischen viele Pollenabbildungen und Beschreibungen mit Größenangaben gefunden.
Die großen Pollen stammen sehr wahrscheinlichen von Fichten ( Picea ) und die kleineren runden vom Raps ( Brassica napus ). Es scheinen auch noch Pollen von Birken ( Betula ) dabei zu sein.
Die Fichte wird im Sauerland auf großen Flächen für den Weihnachtsbaum-Verkauf angebaut.

Nochmals vielen Dank und beste Grüße
Jürgen aus Hemer

A. Büschlen

ZitatDie Fichte wird im Sauerland auf großen Flächen für den Weihnachtsbaum-Verkauf angebaut.

Aber als Weihnachtsbaum tragen sie noch keine Blüten ;)

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Schrodt

Hallo Mikrofreunde,

bei der Bestimmung der Blütenpollen ist zu beachten, dass die Pollenkörner gewölbt sind. Man muss beim Mikroskopieren mehrere Schärfenebenen
betrachten. Das Pollenkorn kann als Ganzes nur durch Stapeln scharf fotografiert werden.

Für die tiefergehende Beschäftigung mit den Blütenpollen sind die von Arnold und Rolf angegebenen Internet-Adressen "  www. paldat.org " und
" www. pollen.tstebler.ch  ( Pollen-Wiki ) eine ausgezeichnete Hilfe !

Weitere sehr gute Informationen mit Grafiken findet man bei der Uni Bern.

Pollen-Glossar: www.botany.unibe.ch/paleo/pollen/glossar.htm
2 Beispiel-Seiten:





Pollen-Oberfläche:  www.botany.unibe.ch/paleo/pollen/oberflaeche.htm
2 Beispiel-Seiten:





Die Beschäftigung mit den Pollen ist wirklich spannend und ich werde mich, da ich jedes Jahr bei der Gräserblüte etwas Heuschnupfen habe, mal intensiv damit
befassen und eventuell darüber berichten.

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer

Heiko

Hallo Jürgen,

die Birken sind in Süd-Thüringen jetzt fast durch – machen mir gottlob auch keine Schwierigkeiten:



Viele Grüße,
Heiko

Schrodt

Guten Morgen Heiko,

da sind Dir wirklich schöne Mikrofotos von Birkenpollen gelungen. Sie sind besser als bei Pollen-Wiki !

Viele Grüße
Jürgen aus Hemer

Schrodt

#10
Hallo Mikrofreunde,

heute ist bei uns wieder ein Tag mit starkem Pollenflug. Nachstehend ein Mikrofoto von der heutigen Probe.




Raps ( Brassica sp. ):  Pollen rund, Pollengröße " Medium ", i.M. 27 µm, Pollenoberfläche netzig ( retikulat ).

Kiefer / Tanne ( Picea sp. ): Pollengröße " Large ", Pollenlänge ≤ 125 µm, Pollen mit maximal halbkugeligen Luftsäcken,
                                      Luftsäcke nur etwas voneinander abgesetzt. Durch die Luftsäcke wird der Pollenflug verbessert !

Ich habe noch ein sehr weitgehendes Glossar (englisch) entdeckt, nachstehend die erste Seite. Die Mail-Adresse steht am unteren Rand.



Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer

Klaus Herrmann

Hallo Jürgen,

ich bin am rätseln, was du gemacht hast um die Pollen so diffus zu bekommen? Sieht aus wie Auflicht Hellfeld aber mit Deckglas?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Schrodt

Hallo Klaus,

damit Du nicht länger rätselst, meine schnelle Antwort.

VHDK + Blaufilter und Sättigung 0 % mit Deckglas. Mir kam es auf die netzige Oberfläche der Rapspolle an. Der Schatten über der Fichtenpolle ist durch die tieferliegende Schärfenebene bedingt.
Aber schön , dass Du Dir meine Beiträge so genau ansiehst.

Viele Grüße
Jürgen aus Hemer

Klaus Herrmann

VHDK

Öhm, alles klar: Variabler Hell-Dunkel Kontrast ;D

Mein Gott, nicht zu glauben. Ich wollte eigentlich einen Scherz machen und habe nur aus Laune heraus gegoogelt:

Zitatwww.timm-piper.de/Prinzipien_des_VHDK/prinzipien_des_vhdk.htmlIm variablen Hell-Dunkelfeld-Kontrast (VHDK) wird das Objekt zeitgleich von zwei Lichtkomponenten beleuchtet, welche zwei Teilbilder erzeugen, ein Hellfeld- ...

Hab ich damals schon nicht verstanden...
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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hajowemo

Lieber Jürgen, lieber Klaus,
diesen Beitrag finde ich sehr interessant, da er ein bisschen Tiefer geht.
Außer den angegebenen Internetseiten kann ich das Buch "Leitfaden der Pollenbestimmung"
von Hans-Jürgen Beug empfehlen. Das habe ich dir lieber Klaus vor einigen Jahren abgekauft.
Es hat mir schon gute Dienste geleistet.
Schöne Pfingsten
Jochen

Vorstellung
Homepage www.mikroskopie-hobby.de
Gerne per "Du"
Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.