Diatomeen - Detail, Diskussion Auflösung, Einbettung, IOR

Begonnen von sushidelic, Januar 25, 2017, 02:33:30 VORMITTAG

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sushidelic

Hallo!
hier ein weiteres Produkt aus meinen Belichtungsversuchen, diesmal eine Diatomeenoberfläche im kreuzpolarisierten Licht mit dem Kondensor für niederste Vergrößerungen und dem abgeblendeten 100x Apo.



Beste Grüße,
Michael

anne

Hallo Michael,

ja das ist wunderbar!
Interessant wäre Deine Methode an einer der Diatomeen die speziell zur Überprufung der Auflösung verwendet werden, sog. Testdiatomeen.
Der härteste Brocken ist hier sicherlich Amphipleura pellucida (Kützing) Kützing.
Aber auch schon Suriella gemma ist eine Herausforderung.

Auf jeden Fall kann ich den Spass den Du gerade hast komplett nachvollziehen, bin gespannt was da noch kommt.
lg
anne

RainerTeubner

Hallo Michael,

Du zeigst uns beeindruckende Details der Diatomeenoberfläche.

Hast Du auch vielleicht eine Aufnahme der gesamten Diatomee?

Viele Grüße

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

peter-h

Hallo Michael,

sieht sehr gut aus ! Welche Diatomee ist das ? Kannst Du einige Einzelheiten beschreiben?

Viele Grüße
Peter

sushidelic

Hallo und danke für das Feedback!

Ich habe nur eine Aufnahme aus dem Zentrum heraus gemacht, da füllte die Kieselalge bereits das gesamte Gesichtsfeld. Diese Totale stelle ich hier sehr gerne ein, da sieht man auch, dass sie gesamt leider nicht so schön war, dass sich ein zusammengesetztes Bild gelohnt hätte.
Ich tippe auf eine Coscinodiscus asteromphalus Ehrenberg, Fundort Maryland.
Durchmesser gesamt waren geschätzt ca. 250µm, hier im Projektionskreis sieht man ca. 180µm.
Ich versuche, demnächst noch eine komplette Ansicht zu fotografieren



Beste Grüße,
Michael

@Anne: Ich bin schon immer am Suchen, ob nicht mal eine Pleurosigma oder Ähnliches in meinen Streupräparaten auftaucht. Falls Du ein Testpräparat hättest, an dem ich mich einmal versuchen könnte, würde ich das gerne tun. Ich übernehme natürlich auch Hin- und Rückversand :).

Klaus Herrmann

Hallo Michael,

ich habe ein Präparat. Laut Göke ist sie auch mit Apertur 1,4 im Hellfeld nicht auflösbar. Konnte ich gerade bestätigen. Nur DF geht nach seiner Angabe, das werde ich jetzt noch versuchen, wenn ich meinen Kardioid Kondensor finde.

Hier sieht man sie!
https://westerndiatoms.colorado.edu/taxa/species/amphipleura_pellucida
Wenn Anne nicht helfen kann ich wäre auch bereit!


Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Tausendblatt

#6
Hallo Klaus,

Amphipleura pellucida im Dunkelfeld hatte ich mal gemacht: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=15360.5.
Da musste das 1,4er Objektiv schon etwas abgeblendet werden, da der Kondensor nur" DF mit Objektivapertur 1,3 kann.
Reines Hellfeld ist schwierig, da die Poren wenig Kontrast bringen...

Viele Grüße
Jens

Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 25, 2017, 12:44:44 NACHMITTAGS
Hallo Michael,

ich habe ein Präparat. Laut Göke ist sie auch mit Apertur 1,4 im Hellfeld nicht auflösbar. Konnte ich gerade bestätigen. Nur DF geht nach seiner Angabe, das werde ich jetzt noch versuchen, wenn ich meinen Kardioid Kondensor finde.
...

Klaus Herrmann

Hallo Jens,

Hut ab deine Bilder sind sehr gut. Ich sehe es im DIC nicht. Im DF mit einem 100er 1,3 allerdings PH3 kann ich sie sehen, aber im Foto sind sie zu flau. Man braucht sicher 1,4 und dann müsste ich noch eine Irisblende haben, damit das DF ordentlich wird, weil der Kondensor 1,4 hat kann es nur ein graues HF geben bei 1,3 des Objektivs.
Also ich kanns nicht so, dass mans zeigen kann.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Tausendblatt

#8
Hallo Klaus,

mit dem Ultrakondensor (nA 1,2 - 1,4) hatte ich keine guten Ergebnisse.
Da ich kein 100/1,3 Öl Iris besitze, hatte ich das 63/1,4 Öl (übrigens auch PH3) mit improvisierter Lochpappe auf ca. nA 1,25 abgeblendet...

Selbst dann dauerte es noch ewig, bis alles passte. Tückisch war auch, das sich der Tisch wärend der langen Belichtungszeiten manchmal selbsttätig senkte, ein Standard 18 ist halt kein WL.  ::)

Beste Grüße
Jens
Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 25, 2017, 14:40:30 NACHMITTAGS
Hallo Jens,

Hut ab deine Bilder sind sehr gut. Ich sehe es im DIC nicht. Im DF mit einem 100er 1,3 allerdings PH3 kann ich sie sehen, aber im Foto sind sie zu flau. Man braucht sicher 1,4 und dann müsste ich noch eine Irisblende haben, damit das DF ordentlich wird, weil der Kondensor 1,4 hat kann es nur ein graues HF geben bei 1,3 des Objektivs.
Also ich kanns nicht so, dass mans zeigen kann.

sushidelic

Hallo Klaus, hallo Jens,

erstmal danke für das Angebot mit dem Präparat - sieht so aus, als bekäme ich bereits von Anne ein paar Testkandidaten (danke!!!).
Die Dunkelfeldbilder von Jens sind wirklich exzellent aufgelöst, ich kann mir auch kaum vorstellen, dass da noch mehr möglich ist. Mein Ziel wird erstmal sein, überhaupt bis in die Strukturen vorzudringen. Meine Licht-Spielereien verhalten sich auch je nach Subjekt höchst unterschiedlich, und wie man sich denken kann, suche ich natürlich die heraus, die sich besser eignen. Eine klare Zielsetzung und eine bestimmte Kieselalge ist sozusagen Neuland.

LG Michael

Edit: Rechtschreibung...

Gunther Chmela

#10
Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 25, 2017, 12:44:44 NACHMITTAGS
Laut Göke ist sie auch mit Apertur 1,4 im Hellfeld nicht auflösbar. Konnte ich gerade bestätigen.

Lieber Klaus und alle anderen,

Amphipleura pellucida ist im Hellfeld auflösbar.
Bei mir auf diese Weise: Objektiv Zeiss Planapo 63/1,4, Kondensor 0,9 (trocken!) + Interferenz-Grünfilter (Baader OIII).
Dabei ist unbedingt folgendes zu beachten: Wenn der Kondensor selbst unter der Aperturblende eine Linse hat, dann ist eine evtl. vorhandene Hilfslinse aus dem Strahlengang zu schwenken, die Leuchtfeldblende ganz (!) zu öffnen und die Aperturblende möglichst weit zu öffnen. Man hat jetzt natürlich keine Köhler-Beleuchtung mehr (oh, welche Schande ;D), aber das muß so sein.

Erfahrung: Irgendein anderer Filter, und sei er noch so streng dunkelgrün, liefert nicht dasselbe Ergebnis.
Noch etwas, und das ist sehr wichtig! Man sucht, wenn es sich um ein Streupräparat handelt, vorher mit niedrigerer Vergrößerung nach einer Schale, die möglichst weit oben an der Unterseite des Deckglases liegt.

Zugegeben, man braucht gute Augen, aber man erkennt beide Streifensysteme. Es ist ein Kontrastproblem, und ob der Kontrast überhaupt ausreicht, die Struktur zu fotografieren, das kann ich nicht beurteilen, da ich nicht am Mikroskop fotografiere.

Man kann das alles natürlich auch mit einem immergierten Kondensor 1,4 probieren. Ich wollte aber hier bewußt die einfachste Möglichkeit schildern.

Beste Grüße
Gunther


Klaus Herrmann

Lieber Gunther,

ZitatEs ist ein Kontrastproblem, und ob der Kontrast überhaupt ausreicht, die Struktur zu fotografieren, das kann ich nicht beurteilen

Sehen tu ich die Struktur schon, aber auf meinen Fotos sind die nur zu ahnen und in der Verkleinerung dann erst recht nicht mehr. Deshalb ist das Ergebnis von Jens aus meiner Erfahrung wirklich beachtlich!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Gunther Chmela

Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 25, 2017, 20:00:05 NACHMITTAGS
Deshalb ist das Ergebnis von Jens aus meiner Erfahrung wirklich beachtlich!

Lieber Klaus,

ich wollte um Himmels Willen nicht den Erfolg von Jens in Zweifel ziehen! Mir ging es nur um die im weiteren Text erwähnte Amphipleura.
Nebenbei: Bernd (alias Nomarski) hat sie im Hellfeld fotografiert!

Gruß
Gunther

Klaus Herrmann

ZitatBernd (alias Nomarski) hat sie im Hellfeld fotografiert!

Aber seine Bilder sind weg!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Tausendblatt

Hallo Gunther,

schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen.
Einen schmalbandigen Interferenzfilter 546 DT25 (Gelbgrün) und 500AF25 (Blaugrün wie Dein Baader OIII) hatte ich zwar probiert, ein 450 DF50 (Blau) brachte aber bessere Auflösung (sollte man ja auch so erwarten: Blau für mehr Auflösung, Gelbgrün für weniger monochromatische Fehler).

Die Position direkt unter dem Deckglas ist sehr wichtig, wichtiger Hinweis. Auch die Diatomeenschalen zwischen zwei gekreuzte Polfilter zu bringen hilft. Habe ich bei Teil 2 http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=15408.0 gemacht.

Beste Grüße
Jens

Zitat von: Gunther Chmela in Januar 25, 2017, 19:52:20 NACHMITTAGS
Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 25, 2017, 12:44:44 NACHMITTAGS
Laut Göke ist sie auch mit Apertur 1,4 im Hellfeld nicht auflösbar. Konnte ich gerade bestätigen.

Lieber Klaus und alle anderen,

Amphipleura pellucida ist im Hellfeld auflösbar.
Bei mir auf diese Weise: Objektiv Zeiss Planapo 63/1,4, Kondensor 0,9 (trocken!) + Interferenz-Grünfilter (Baader OIII).
Dabei ist unbedingt folgendes zu beachten: Wenn der Kondensor selbst unter der Aperturblende eine Linse hat, dann ist eine evtl. vorhandene Hilfslinse aus dem Strahlengang zu schwenken, die Leuchtfeldblende ganz (!) zu öffnen und die Aperturblende möglichst weit zu öffnen. Man hat jetzt natürlich keine Köhler-Beleuchtung mehr (oh, welche Schande ;D), aber das muß so sein.

Erfahrung: Irgendein anderer Filter, und sei er noch so streng dunkelgrün, liefert nicht dasselbe Ergebnis.
Noch etwas, und das ist sehr wichtig! Man sucht, wenn es sich um ein Streupräparat handelt, vorher mit niedrigerer Vergrößerung nach einer Schale, die möglichst weit oben an der Unterseite des Deckglases liegt.

Zugegeben, man braucht gute Augen, aber man erkennt beide Streifensysteme. Es ist ein Kontrastproblem, und ob der Kontrast überhaupt ausreicht, die Struktur zu fotografieren, das kann ich nicht beurteilen, da ich nicht am Mikroskop fotografiere.

Man kann das alles natürlich auch mit einem immergierten Kondensor 1,4 probieren. Ich wollte aber hier bewußt die einfachste Möglichkeit schildern.

Beste Grüße
Gunther