Autor Thema: Nikon D800 am Mikroskop  (Gelesen 2583 mal)

Rawfoto

  • Global Moderator
  • Member
  • Beiträge: 4083
    • Naturfoto-Zimmert
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #30 am: Januar 05, 2019, 11:33:41 Vormittag »
Hallo Georg

Ja, der elektronische Verschluss der 850 ist um Klassen besser als der von der 810er. Die 810er produziert die Vibrationen unmittelbar nach der Auslösung, die 850er gar keine da die gesamte Mechanik der Kamera in diesem Modus nicht verwendet wird. Das ist wie bei einer spiegellosen Nikon (Z7 oder Z6).

Nebenbei, der Dynamikumfang der 850er ist doppelt so groß wie bei der 810er (durch die Umkehrung des Sensors)

Einziger Nachteil ==> ich würde mir  36 Megapixel wünschen und daher größere Sensorzellen - die 46 bringen schon einige Nachteile (z.B. Beugungsempfindlichkeit)

Das Gewicht ist kein Nachteil ==> "Beschleunigung träger Massen"

Am Mikroskop muss man sie ja nicht tragen .-)

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

othum

  • Member
  • Beiträge: 77
  • Zeiss Axiovert S100 HF/Ph, Auflicht-FL
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #31 am: Januar 05, 2019, 12:18:02 Nachmittag »
Hallo Peter,

Hallo,

Was mich tatsächlich an diesen Diskussionen immer arg befremdet, ist die Tatsache, dass - obgleich des doch um gerade um Fotos geht - hier so wenig durch Fotos belegt wird!

...

Dass ein Mehr an Pixeln und eine bessere Pixelgeometrie/ - größe etc. theoretisch besser ist, glaube ich ja durchaus. Aber dennoch bleibt die berechtigte Frage: Sieht man das hinterher wirklich im Bild?


Du hast natürlich in beiden Dingen Recht! Zum einen: es zählt, was hinten rauskommt. Zum zweiten: es kommt auf die Anwendung und die Ansprüche an.

Ad 1: Ich habe leider keine Vergleiche mit niedriger aufgelösten Aufnahmen zur Hand, kann aber hier nochmal zwei Links kopieren, die ich zuletzt schon einmal bei der Beschreibung des Olivenbaums gezeigt habe. Basis sind hier Aufnahmen mit 36Mpx, nach der Aufnahme runterskaliert auf 9Mpx. Maximales Reinzoomen in den Bildern liefert dann diese reduzierte Auflösung als 1:1 Ansicht.
http://www.thum.li/Mikro/Olea/15/index.html
http://www.thum.li/Mikro/Olea/36a/index.html


Damit direkt zu 2.: Natürlich sieht man keine Unterschiede, wenn man "nur" Bilder mit 1024Pixel Bildbreite anschaut, zB hier im Forum, oder "nur" einen 13x18 Ausdruck. Dafür reichen tatsächlich deutlich geringer auflösende Sensoren. Aber wenn man die maximale Vergrößerung aus seinen Objektiven herausholen möchte, dann kann (!) das den Unterschied machen. Oder wenn man einfach Spaß daran hat (wie bei Wimmerbildern) Details im Bild zu erkunden... Ob einen das die Anschaffungskosten entsprechender Gerätschaften Wert ist (inklusive allen Folgekosten), muss jeder für sich selbst entscheiden.... Ich nutze die Kamera auch abseits vom Mikroskop (siehe unten).

Völlig OT: So kommt man auch relativ "einfach" zu Gigapixelpanoramen, hier am Fuße eines Hochofens:
http://www.thum.li/NMZ/LPN_9/

cu Oliver



Peter V.

  • Global Moderator
  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 12040
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #32 am: Januar 05, 2019, 12:34:39 Nachmittag »
Hallo Oliver,

beeindruckend! Es ist immer wieder erstaunlich, was die aktuelle Technik auch für Hobbyisten alle smöglich macht!

Landschaftspark Duisburg Nord, wie ich vermute!?

Zitat
Völlig OT: So kommt man auch relativ "einfach" zu Gigapixelpanoramen, hier am Fuße eines Hochofens:

Was heißt denn "relativ einfach"? Ich habe wirklich keine Ahnung, wie man solche Panoramen "einfach" erstellt. Kannst Du das einmal kurz beschreiben? (Auch, wenn es nicht zum eigentlichen Thema gehört).

Herzliche Grüße
Peter
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)

othum

  • Member
  • Beiträge: 77
  • Zeiss Axiovert S100 HF/Ph, Auflicht-FL
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #33 am: Januar 05, 2019, 13:22:18 Nachmittag »
Hallo Peter,

Hallo Oliver,

beeindruckend! Es ist immer wieder erstaunlich, was die aktuelle Technik auch für Hobbyisten alle smöglich macht!

Landschaftspark Duisburg Nord, wie ich vermute!?

Korrekt!

Zitat
Zitat
Völlig OT: So kommt man auch relativ "einfach" zu Gigapixelpanoramen, hier am Fuße eines Hochofens:

Was heißt denn "relativ einfach"? Ich habe wirklich keine Ahnung, wie man solche Panoramen "einfach" erstellt. Kannst Du das einmal kurz beschreiben? (Auch, wenn es nicht zum eigentlichen Thema gehört).
Kein Problem: Kern ist die Verwendung eines speziellen Panoramakopfes auf dem Stativ, der es erlaubt, die Kamera dreidimensional um den NPP (No-Parallax-Point) des Objektivs (der meist innerhalb des Objektivs liegt) zu drehen.
Der Rest ist sauberes Handwerk: Manuell fokussiert, abgeblendet auf F=11 (max. Schärfe und Tiefenschärfe ohne Beugungsverluste), Belichtungsreihe mit 5 Bildern im Abstand von 2 EV (konstante Reihe für alle Aufnahmen!). Dann etwa 55 solcher Belichtungsreihen aufgenommen mit entsprechender bildlicher Überlappung (so dass 360° abgebildet werden. Je höher die Brennweite desto höher die Auflösung desto mehr Bilder muss man machen. Im einfachsten Fall (Fisheye) tun es 4 Bilder), in LR als TIFF Datei exportiert liefert 55x5 Bilder. In Photomatix Pro die Belichtungsreihen zu 55 HDR-Bildern in Batchverarbeitung mit dezentem (!) Tonemapping zusammengefügt, in PTGui zum Panorama zusammengesetzt (PTGui kann auch direkt Belichtungsreihen zu HDR Panoramen zusammensetzen, das Tonemapping lässt sich aber nicht so schön steuern), als ca. 1GPx Photoshop-Datei exportiert. Dort den Rest gemacht (Belichtung, Sättigung, Schärfen, etc.). und schließlich mit krpano als interaktive Webseite vorzeigbar gemacht.

Das "relativ einfach" bezieht sich darauf, dass man, wenn man es sauber macht, kaum manuell im Prozess eingreifen muss. Lediglich das Entfernen des Stativs in PTGui braucht etwas sorgsame Aufmerksamkeit ;) Und wenn man alle kleineren Stitchingfehler entfernen wollte (was ich hier nicht getan habe) wäre man auch länger beschäftigt. So braucht man nur die Software und einen leistungsfähigen Rechner (es werden immerhin etwa 60 GB Rohdaten verarbeitet).

cu Oliver

Peter V.

  • Global Moderator
  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 12040
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #34 am: Januar 05, 2019, 13:30:14 Nachmittag »
Halllo Oliver,

also - "relativ" ist somit in der Tat "relativ"  ;)

Vielen Dank für die ausführliche Info.

Herzliche Grüße
Peter
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)

Orthoplan

  • Member
  • Beiträge: 32
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #35 am: Januar 05, 2019, 15:49:43 Nachmittag »
Hallo Georg

Ja, der elektronische Verschluss der 850 ist um Klassen besser als der von der 810er. Die 810er produziert die Vibrationen unmittelbar nach der Auslösung, die 850er gar keine da die gesamte Mechanik der Kamera in diesem Modus nicht verwendet wird. Das ist wie bei einer spiegellosen Nikon (Z7 oder Z6).

Nebenbei, der Dynamikumfang der 850er ist doppelt so groß wie bei der 810er (durch die Umkehrung des Sensors)

Einziger Nachteil ==> ich würde mir  36 Megapixel wünschen und daher größere Sensorzellen - die 46 bringen schon einige Nachteile (z.B. Beugungsempfindlichkeit)

Das Gewicht ist kein Nachteil ==> "Beschleunigung träger Massen"

Am Mikroskop muss man sie ja nicht tragen .-)

Liebe Grüße

Gerhard

Hallo Gerhard,

Vielen Dank für die sehr hilfreiche Information über die Nikon D850. Du hast recht. Das Gewicht Nikon D810 hat auch Vorteile bezüglich der Massenträgheit. Aber beim Arbeiten mit den "leichteren" Mikroskopen fühle ich mich wohler mit der kleinen Sony NEX-5N.

Vielleicht ist eine Nikon Z6 (24MP) die zurzeit praktischste Wahl für die Fotografie am Mikroskop (?). Leider kenne noch keinen Mikroskopiker, der eine Z6 ausprobiert hat. Die Z7 hat ja wieder "zuviele" Pixels  ;)

Gruss, Gregor

A. Büschlen

  • Member
  • Beiträge: 1717
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #36 am: Januar 05, 2019, 17:18:28 Nachmittag »
Hallo,

mit Interesse habe ich diesen Thread gelesen und mitverfolgt. Als Hobby Anwender zweier Canon 650/700D am Mikroskop ist es spannend einen kleinen Einblick in die Anwendung von High End Lösungen zu machen.

Wolfgang: kannst du uns ein Beispiel schildern wo in der professionellen Anwendung digitale Spiegelreflexkameras am Mikroskop von den grossen Mikroskopherstellern als Mittel erster Wahl vorgeschlagen und angeboten werden? Forschung? Industrie? oder?

Besten Dank.

Gruss Arnold Büschlen

Lupus

  • Member
  • Beiträge: 1348
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #37 am: Januar 05, 2019, 17:35:45 Nachmittag »
Hallo Arnold,

von den großen Herstellern werden vorzugsweise eigene Kameras empfohlen, z.B. die größte Mikroskopkamera von Zeiss mit 12 MP sieht so aus: https://www.zeiss.de/mikroskopie/produkte/microscope-cameras/axiocam-512-color.html#einfuehrung

Hubert

Lupus

  • Member
  • Beiträge: 1348
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #38 am: Januar 06, 2019, 10:20:29 Vormittag »
Hallo,

noch eine Ergänzung:
Bei aller Begeisterung für hohe Pixelzahlen, man muss in der Mikroskopie immer die echte Auflösung der Anordnung im Auge behalten. Sonst erhält man zwar äußerlich schöne, aber doch nur geschönte Bilder. Wenn man das Beispielbild mit den Diatomeen betrachtet kommt man in diesen kritischen Grenzbereich. Ich habe zur Demonstration einen Ausschnitt des 100% Bildes mit dem gleichen Ausschnitt des 400% Bildes nebeneinander montiert und die theoretische beugungsbedingte Auflösung des Objektives dazu eingetragen (falls ich den Aufbau richtig verstanden habe und mich dabei nicht verrechnet habe). Die beträgt etwas mehr als 3 Pixel. Das Glätten durch Bildinterpolation der Bildbearbeitung (wie hier) oder viele interpolierende Pixel lässt Strukturen denkbar erscheinen, die so aber nicht abgebildet werden.

Hubert

Lungu

  • Member
  • Beiträge: 187
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #39 am: Januar 06, 2019, 10:35:00 Vormittag »
Hallo Hubert,

ich versehe Dein Beispiel nicht. Ein Pixel ist immer scharf. Es stellt nur einen Helligkeitswert zwischen 0 und 255 dar. Ein Pixel hat auch keine Farbinformationen, sondern ist immer ein Grauwert. Es kann also nie so aussehen wie in Deiner Abbildung.

Grüße Lungu
Grüße Lungu

Lupus

  • Member
  • Beiträge: 1348
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #40 am: Januar 06, 2019, 10:47:21 Vormittag »
Hallo Lungu,

und ich verstehe Deine Bemerkung nicht. ;)
"Es" kann genauso aussehen wie von mir abgebildet, weil meine Montage nur einen Ausschnitt der originalen Diatomeenbilder einige Beiträge vorher in dieser Diskussionsrunde darstellen.

Hubert

Gernot Armbruster

  • Member
  • Beiträge: 132
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #41 am: Januar 06, 2019, 23:14:35 Nachmittag »
Was mich tatsächlich an diesen Diskussionen immer arg befremdet, ist die Tatsache, dass - obgleich des doch um gerade um Fotos geht - hier so wenig durch

Hallo Peter,
weil ich zufällig eine EOS 500D und eine Nikon D810 besitze und ich mich noch dazu gerade mit Pflanzenschnitten und W-A3sim-Farben abplage, drängt sich hier natürlich ein Vergleich auf. So habe ich also die EOS 500D hervorgekramt und Mit beiden Kameras Fotos vom selben Stängelschnitt einer Pflanze gemacht, die ich auch erst identifizieren muss. Die Aufnahmen entstanden mit einem CZJ Jenaval mit GF-Planachromat 25x/0,65 oo /0,17-A, Tubuslinse 0,8x. Mit beiden Kameras in Liveview, ausgelöst über Laptop bzw. Tablet. EOS 500D: ISO100, 1/125 sek. D810: ISO200 1/60 sek. Beide Bilder entstanden aus 70 Einzelbildern gestackt mit Helicon Fokus Methode C. Die Entwicklung erfolgte mit Lightroom 5, Klarheit 42,Schärfen 50, Maskieren 40, Bei dem EOS 500-Bild war auch noch Lichter -90 nötig. Da macht sich der Dynamikumfang der D810 bemerkbar, bei der war keine Verstellung von Lichter oÄ nötig. Bin schon gespannt auf Euer Urteil.

Schöne Grüße

Gernot

Theorie ist gut, Experiment ist besser.

DR

  • Member
  • Beiträge: 79
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #42 am: Januar 07, 2019, 08:43:16 Vormittag »
Hallo Gernot,
ich habe einige Erfahrung mit Stacks, allerdings mehr im Makro- denn im Mikrobereich (Canon 5DII/Canon5Ds/Canon7D/Fuji X-H1, Helicon Focus/Zerene). Ich denke die Nikon zeigt mehr Vibration als die Canon, erkennbar auch an den Staubwürmchen links. Allerdings sind die Verschlusszeiten nicht gleich. Eindeutiger wird die Sache bei Einzelaufnahmen von Strichvorlagen.
Auch führt Helicon Focus C je nach Version eine mehr oder weniger starke Kontrastanhebung/Schärfung durch. Ich vergleiche in solchen Fällen die unbearbeiteten TIFFs von Strichvorlagen. Soweit die Theorie, in Deinen Bildern zeigt sich die Praxis. Das Ergebnis ist in meinen Augen eindeutig. Vielen Dank für die Mühe, diese Vergleiche sind selten.
Nebenbei: Ich sehe bei meinen Canons gegenüber der spiegellosen Fuji keinen Unterschied.
Viele Grüße
Dieter

sushidelic

  • Member
  • Beiträge: 384
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #43 am: Januar 07, 2019, 09:24:57 Vormittag »
Hallo Gernot,

danke für den Vergleich! Kurz eine Frage - warum zeigt der APS-C Sensor der Canon ein deutlich größeres Feld? Kann es sein, dass die Beschriftungen vertauscht wurden, oder hast Du andere Projektive verwendet?
@Dieter - Ich denke, die "Würmchen" sind sind Sensordreck, die durch das Verschieben der einzelnen Aufnahmen beim Stacken entstanden sind. Soweit ich Gernot verstehe, wurden beide Kameras im Liveview, also ohne Mirror- und Shutterschlag ausgelöst (bzw. mit EFCS).

LG Michael

Peter V.

  • Global Moderator
  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 12040
Re: Nikon D800 am Mikroskop
« Antwort #44 am: Januar 07, 2019, 09:43:48 Vormittag »
Hallo,

ich denke, dass man nur einen Vergleich bei einer einzelnen(!) Aufnahme exakt derselben Ebene zieehn kann.

Herzliche Grüße
Peter
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)