Autor Thema: dispergierende Verwandtschaft  (Gelesen 408 mal)

Heiko

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dispergierende Verwandtschaft
« am: Oktober 07, 2019, 00:09:21 Vormittag »
Liebe Freunde kristalloptischer Effekte,

Anthracen: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=27305.15
und
9,10-Bis(phenylethinyl)anthracen: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33232.15
und nun
9,10-Diphenylanthracen:



Es handelt sich um ein Schmelzpräparat. Konoskopisch gibt es da schnell Überlagerungen. Mit dem 50er entstanden diese Muster:



Die Mischpoke scheint molekular-strukturelle Verwandtschaft in die räumlich-kristalline Welt zu retten.

Viele Grüße,
Heiko

olaf.med

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Re: dispergierende Verwandtschaft
« Antwort #1 am: Oktober 07, 2019, 09:23:13 Vormittag »
Lieber Heiko,

woraus schließt Du, dass es sich bei den Interferenzfiguren um überlagerte und damit gestörte Bilder handelt? Für mich sehen sie ganz normal aus: zweiachsig mit großem Achsenwinkel.

Herzliche Grüße,

Olaf

Heiko

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Re: dispergierende Verwandtschaft
« Antwort #2 am: Oktober 07, 2019, 10:11:02 Vormittag »
Danke für Deine Antwort, lieber Olaf.

Obige Formulierung, ihre Unschärfe fällt mir jetzt auch auf, bezieht sich auf das Präparat an sich. Das war im ersten Anlauf nämlich recht dünn geraten, sodass nur wenige Beugungsmuster auftauchten. Bei größerer Schichtdicke dann hatte ich oft überlagerte Austritte. Um weniger Korngrenzen zu erwischen, probierte ich sogar das 100er, was aber keine Verbesserung erbrachte:



Und so ist hier die Zufriedenheit mit dem Dispersionsmuster de 50ers erst einmal angebracht.  :D
Es bleibt die Option, die Kristallisation aus der Lösung zu versuchen.

Viele Grüße,
Heiko

Heiko

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Re: dispergierende Verwandtschaft
« Antwort #3 am: Oktober 17, 2019, 21:02:37 Nachmittag »
Liebe Kristall-Freunde,

nun noch die neulich angedachte Kristallisation aus xylolischer Lösung. Das geht prima, wie man hier sieht:



Aufgenommen wurde mit dem 16er ohne Deckglas mit Schwarzlicht von der Seite. Auch die Lösung zeigt schon im diffusen Tageslicht leichte Fluoreszenz.
Konoskopisch ist wenig auszurichten. Die monoklinen Morphen machen die schon bekannten Schwierigkeiten, Stichwort Spindeltisch. Nach einigem Suchen aber doch eine Referenz für die heftige Dispersion:



Viele Grüße,
Heiko

Reinhard

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Re: dispergierende Verwandtschaft
« Antwort #4 am: Oktober 18, 2019, 10:11:33 Vormittag »
Hallo Heiko,

dafür, daß sie wahrscheinlich ziemlich giftig sind, sind Deine Kristalle sehr ästhetisch und perfekt dargestellt.

viele Grüße
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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olaf.med

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Re: dispergierende Verwandtschaft
« Antwort #5 am: Oktober 18, 2019, 10:59:09 Vormittag »
Lieber Heiko,

für "ohne Spindeltisch" doch ein schönes Ergebnis! Und ja, großer Achsenwinkel und starke Dispersion, aber mehr wage ich so auch nicht zu folgern. Mit einem Verlaufsfilter sollte man aber monochromatisch schon eine Wanderung der Isogyre sehen.

Herzliche Grüße,

Olaf