Mein erster Versuch mit Wacker ASim III

Begonnen von Peter G., Oktober 23, 2019, 17:44:57 NACHMITTAGS

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Peter G.

Hallo Jörg.

Mach ich,
und vielen Dank an alle für die Hilfsbereitschaft.

Grüße
Peter G.

liftboy

Hallo erstmal,

nun hat es mich doch angestachelt; also flugs einen Schnitt gemacht und mit W3AsimIII gefärbt.
1. Bild die Präparate (ich bitte die Qualität zu entschuldigen, die wandern nun in den Müll)
2. Bild der Farbstoff solo; Einbettung in Euparal, im Isoprop sind keine Farbschleier mehr abgegangen.
3. Bild wie Bild 2 nur nochmal länger mit Astrablau nachgefärbt (wohl doch zu lange)
Das Ganze bedarf, wie mir scheint, noch der Übung bezüglich der Färbungszeiten. Warum dann im Euparal wieder Farbe abgeht ist mir unerklärlich,

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Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Peter G.

#17
Hallo ihr wackeren Färber  ;)

ich hab auf Jörgs Beitrag hin (#14) die Waschzeiten mit H2O nach dem Färben drastisch gekürzt und dann direkt ins Iso.
Das Wasser wäscht Rot aus und auch im Iso geht anfangs noch Rot ab.

Der Effekt: Es bleibt mehr Farbstoff im Schnitt, die Holzzellen erscheinen jetzt dunkelbraun statt hellbraun, dafür kann man in den Rändern kaum noch was erkennen, so viel Farbe sitzt dort fest.
Was man dort erkennen kann, sind tatsächlich einzelne rote Zellen, warum auch immer.
Ach ja, die Schnittdicke ist gleich geblieben, (40µm).

Auf ein Bild mit dem 40er verzichte ich mal, weil auch hier die Holzzellenmemranen so gut wie nicht erkennbar sind.

Ich, als Anfänger in der Färberei, maße mir nicht an, den Farbstoff an sich zu kritisieren. So ist mein Bericht auch nicht aufzufassen! Ich weiß schlichtweg nicht, woran es liegt.

Viele herzliche Grüße an alle in diesem Faden!
Peter G.


Klaus Herrmann

Hallo zusammen,

Heute schrieb mir ein schweizer Kollege:

ZitatGefärbt habe ich 15 Minuten, zwei mal mit Leitungswasser ausgewaschen und dann auch nur zwei mal mit Isopropanol uralt differenziert und entwässert. Den Ethanolschritt habe ich nach den ersten Versuchen weggelassen, weil ich gesehen habe, dass mit Isopropanol auch noch einiges an roter oder eher gelber Farbe weg geht. Das Vorgehen ist vielleicht ein wenig husch husch und dadurch die Präparate weniger lange haltbar, aber jetzt sehen sie schön aus und gefallen mir.

Dieses Ergebnis sieht dann doch schon so aus, wie meinne Ergebnisse, als ich dachte, dass die Rezeptur jetzt so weit ist, dass man ans Abfüllen gehen kann.

Was meint ihr?

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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liftboy

Genau!
so soll das aussehen.
Übrigends hab ich die gleiche Erfahrung gemacht, dass sich der Farbstoff im Außenrand stärker ablagert.

Grüße
Wolfgang
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Klaus Herrmann

#20
Hallo zusammen,

auf den irritierten Hinweis: "Farn sieht aber anders aus!" die Antwort: ja natürlich, aber der Rainfarn ist ein Korbblütler (Asteraceae): https://de.wikipedia.org/wiki/Rainfarn
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Peter G.

Ja, so wünsche ich mir das auch  :)

Ich werde experimentieren müssen.
Gehe ich recht in der Annahme, dass, wie sonst auch, auch bei dieser Färbung die drei Ethanolstufen und das Spülen mit H20 der eigentlichen Färbung vorgeschaltet werden?

Viele Grüße
Peter G.

Klaus Herrmann

a
Zitatuch bei dieser Färbung die drei Ethanolstufen und das Spülen mit H20 der eigentlichen Färbung vorgeschaltet werden?

Das kann man machen bei sehr empfindlichem Gewebe ist aber nicht zwingend erforderlich.

Noch eine Anmerkung zu dem gewünschten knalligen Rot: es sieht so aus, als ob lignifiziertes Gewebe bei diese Färbung eher in Richtung orange-braun geht.

Das habe ich beim Taschentuchbaum schon gezeigt. Was nun so knallig rot wird müssten mal die Botaniker sagen. Ein Beispiel: der Dattelkern.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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reblaus

Lieber Klaus -

vom Nebenfachchemiker: Bei der Dattel haben wir Reservezellulose ..

Hübsche Bildchen!

Rolf

Fahrenheit

Lieber Peter,

das schaut schon ganz gut aus. Ich glaub enicht, dass der Rand schwarz erscheint, weil da noch zu viel rote Farbe sitzt - ggf. ist der Schnitt da etwas dicker. Ich mache das daran fest, dass auch am Rand die Parenchymzellen grün gefärbt sind.
In einem nächsten Schritt kannst Du es mit sanften Differenzieren versuchen: lass die gefärbten Schnitte nach dem Ausspülen überflüssiger Färbelösung mehrere Stunden (bis zu 24 ... - je nach ergebnis) in Aqua dest., das Du gelegentlich wechselst.
Ausdifferenziert sind die Schnitte, wenn das abgesaugte Wasser in der Pipette keinen Rosa-Stich mehr zeigt. 

Lieber Klaus,

Du hast wohl recht, echte "Holz"zellen bekommen mit Rhodamin B eine eher orange bis bräunliche Färbung. Die Sklerenchymkappen beim Rainfarn und anderen krautigen Pflanzen sind in der Regel kräftig rot gefärbt. Bei Überdifferenzierung sind nur die Mittellamellen kräftig rot, der sklerenchymatische Teil der Zellwände geht dann auch ins orange - wobei man das auch bewusst so halten kann, um eben die Mittellamellen darzustellen - was auch mit Acridinrot geht.

Lieber Rolf,

die Reservecellulose liegt m.E. in den blauen Außenbereichen des gezeigten Schnittes. Innen liegt wieder ein rotes Sklerenchym. Welche Komponente(n) der Zellwand da so gut das Rot hält, kann ich aber auch nicht sagen.

Leider habe ich zur Zeit wegen eines Auftrags keine Gelegenheit eigene Experimente mit Klaus neuer "Mischung" zu machen - die Flasche steht noch verschlossen im Regal. Ich werde das aber schnellstmöglich nachholen.

Allen herzliche Grüße
Jörg
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
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Hans-Jürgen Koch

Hallo Peter,

der ,,Rote Hartriegel" lässt sich schwer schneiden.
Deine Querschnitte sind gelungen.
Beim Xylem fehlt die rote Farbe.
Ich benutze die drei Farbstoffe einzeln, als keine Simultan-Färbung.
Klaus wird das Problem sicher lösen können.

Gruß
Hans-Jürgen
Plants are the true rulers - Pflanzen sind die wahren Herrscher.

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Gerne per "Du"

Carsten Wieczorrek

Hallo,

nachdem vor ein paar Tagen ein Schnitt eines Essigbaumes sehr enttäuschende Rotfärbungen ergab,
habe ich gerade testweise eine Johannisbeere geschnitten.

Für beide Bilder git:

Das Ästchen wurde frisch geschnitten. Fixierung der Scheiben 30 min. in Carnoy. 2 x Ausspülen in 50% Ethanol plus 2 x Ausspülen in Wasser.
Färbung in unverdünnter Lösung, 15 Min. bei 60° C.

Bild 1 : 10 sec. in Wasser gespült, 10 sec. in 50% Ethanol gespült. 2 x Isopropanol und entwässern.

Bild 2 : 10 min. in Wasser gespült (rote Farbwölchen gingen dabei NICHT sichtbar ab), 1 Min. differenziert in 50% Ethanol (hierbei gingen sichtbar rote Wölkchen ab). 2 x Isopropanol und entwässern.

Eingedeckt wurde in Euparal. Die Bilder sind Stitche aus je zwei ungestackten Einzelfotos.

Grüße

Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Siegfried

#27
Hallo
Inspiriert von den Beiträgen zur Färbung mit Wacker ASim III habe ich auch mal versucht erstmalig einen Pflanzenschnitt von einem Efeuseitentrieb aus unserem Garten anzufertigen und zu färben.
Geschnitten mit Handmikrotom und einem Klingenhalter mit Klinge  von Bob, der übrigens sehr gut geht.
Auf Grund meiner noch Ungeübtheit ist der Schnitt noch nicht so besonders gelungen.
Aller Anfang ist halt schwer. Habe mir lange überlegt, ob ich die Ergebnisse überhaupt hier einstelle.
Nun hab ich's trotzdem getan.
Gefärbt habe ich genau nach Anleitung von Klaus in seiner PDF-Datei.
Allerdings habe ich nach den 15min mit Wacker ASim III kurz mit dest.Wasser gespühlt und dann noch 30 Sek. mit Astrablau.
Und danach wie angegeben ganz kurz Ethanol und dann 3Stufig mit Isop.
Schaut es euch halt mal an.
Fremdgegangen bin ich mit der Schnippelei nur aus Neugierde. Man kann ja auch nicht immer nur Wurst essen.
Ich bleibe natürlich bei den Diatomeen.
Schönes Wochenende wünscht Siegfried aus HT

Carsten Wieczorrek

Hallo,

noch ein Test (kein botanischer Anspruch) zur Beurteilung der Farbtöne.

Geschnitten habe ich einen Camelienstengel (frisch) mit dem Handmikrotom und Leica-Klingen. Geschnitten wurden knappe 30 µm bzw. drei Teilstriche auf der Spindel.
Fixierung 30 Minuten in Carnoy. Gespült in 50% Ethanol und dann Wasser. Hier habe ich die Wackerlösung 1:1 mit Wasser verdünnt. Gefärbt wurde 30 Minuten bei 60°C.
Die Schnitte wurden 2 Minuten in Wasser gespült, dann ca. 15 Sekunden in 50% Ethanol differenziert und dann direkt in Isopropanol überführt. Eingedeckt wurde mit Euparal.

Zum Schluss noch ein Fluoreszenz-Bild, Anregung mit 430 nm, Jena Filterwürfel 450-3/0.

Also, mir gefällt es, rot ist rot. Ich  bin so mit Klausens Lösung zufrieden.

Ich muss morgen mal ein Versuch mit echtem Holz machen.

Schöne Grüße

Carsten
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Für farbige Streifen : Epival Interphako

Carsten Wieczorrek

Und der Rest...
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