Autor Thema: Kalkausfällungen  (Gelesen 423 mal)

schmidt

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Kalkausfällungen
« am: November 06, 2020, 08:42:48 Vormittag »
Hallo,

bin dabei nach und nach Bilder einzuscannen. Ein interessanter Fall, den ich so klar nur einmal bisher beobachtet habe, Kalkausfällug direkt an planktischen Algen (Chlamydomonas).

Viele Grüße

pschmidt
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Florian D.

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Re: Kalkausfällungen
« Antwort #1 am: November 06, 2020, 09:58:57 Vormittag »
Tolles Bild!
Bleibt noch die Frage, ob es sich nicht eher um Aragonit handelt.

Viele Grüsse
Florian

schmidt

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Re: Kalkausfällungen
« Antwort #2 am: November 09, 2020, 07:35:23 Vormittag »
Hallo Florian,  das ist durchaus möglich.
Ich hatte das leider nicht näher untersucht. Ich fand nur den Aspekt interessant, daß sich planktische Algen im Zuge der biogenen Entkalkung u.U. selbst "ausfällen" können. Leider hat sich das Gewässer, ein flacher Teich mittlerweile biologisch so verändert, daß  er solche Massenentwicklungen nicht mehr vorkommen, er ist jetzt blaualgendominiert.
Solche schönen Kristallbildungen waren aber selten, es entstanden mehr amorphe Massen.
Das sah dann etwa so aus (leider etwas verwackelt wegen längerer Belichtung) Man sieht die Algen noch schwach durchschimmern.

Viele Grüße

pschmidt
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Michael Plewka

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Re: Kalkausfällungen
« Antwort #3 am: November 09, 2020, 08:54:12 Vormittag »
Hallo zusammen,

als jemand, der aus den Beiträgen anderer etwas lernen möchte, habe ich Fragen:

Zitat
Kalkausfällug

Kalk ist aus chemischer Sicht CaCO3.

Zitat
eher um Aragonit handelt.

Aragonit ist ebenfalls CaCO3. Was ist jetzt mit "eher" gemeint?



Wir hatten  Kalkbildungen vor längerer Zeit an der Wasserpest, die sich (unerwünscht) in unserem Schulteich verbreitet hatte.
Die Biogene Kalkbildung (z.B. auch auch bei biogenem Kalktuff oder Korallen) ist allgemein auf die Verschiebung des Carbonat-Hydrogencarbonat-Gleichgewichts zurückzuführen. In unserem Schulteich war die Ursache   die verstärkte Sonneneinstrahlung im Sommer, die damit verbundene stärkere Fotosynthese der Pflanzen und folglich die Verringerung der Co2-Konzentraton im Wasser.

In dem vorliegenden  Fall haben die  Algen  vermutlich als Kristallisationskeime  für die Kalkausfällung gewirkt.


Insofern ist für mich die Aussage:
Zitat
...interessant, daß sich planktische Algen im Zuge der biogenen Entkalkung u.U. selbst "ausfällen" können
unverständlich.

Unklar ist auch die Probe, aus der diese Algen stammen. Handelt es sich wirklich um Plankton oder um Algen, die sich im Periphyton des Schilfgürtels o.ä. aufgehalten haben?
Ich bitte um Aufklärung...
Beste Grüße
Michael Plewka




Florian D.

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Re: Kalkausfällungen
« Antwort #4 am: November 09, 2020, 09:13:11 Vormittag »
Hallo zusammen,

als jemand, der aus den Beiträgen anderer etwas lernen möchte, habe ich Fragen:

Zitat
Kalkausfällug

Kalk ist aus chemischer Sicht CaCO3.

Zitat
eher um Aragonit handelt.

Aragonit ist ebenfalls CaCO3. Was ist jetzt mit "eher" gemeint?

Hallo Michael,
unter Kalk versteht man oft im engeren Sinne Calcit, dieser hat bei gleicher chemischer Zusammenstetzung eine andere Kristallstruktur als Aragonit. Die langezogenen Sechsecke scheinen mir gut zu Aragonit zu passen. Dieser wird, gerade unter biogenen Bedingungen auch eher ausgefällt als Calcit. Das 'eher" ist also nicht als Korrektur, sondern als mögliche Präzisierung zu verstehen. Ich bin begeistert von diesem tollen Bild.

Viele Grüsse
Florian

schmidt

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Re: Kalkausfällungen
« Antwort #5 am: November 10, 2020, 07:02:46 Vormittag »
Hallo Michael,

ja die Algen sind aus dem Plankton (Schöpfprobe) , das Gewässer war schon zu der Zeit praktisch makrophytenfrei, also auch keinerlei Schilfsaum, und auch benthische Algen waren nur in geringem Maße vorhanden, so daß die Photosynthese sicher weitgehend durch das Plankton durchgeführt wurde.
genau, die Algen sind dann Krisallistaionskeime. Chlamydomonaden sind aber nicht nur im Plankton, sie hielten sich auch oft massenhaft bodennah auf, (unabhängig von Anlagerungen, freiwillig sozusagen), wo dann eher die Verbackungen wie im 2. Bild entstanden sind. Sie sind ja mobil und suchen aktiv geeignete Bereiche auf, hinsichtlich Licht, Nährstoffen etc.

Viele Grüße
pschmidt
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