Autor Thema: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera  (Gelesen 567 mal)

dietmarheiden

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Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« am: April 06, 2021, 10:56:52 Vormittag »
Liebes Forum,
hier schicke ich mal drei Fotos, die ich mit der Raspberry-pi-Kamera aufgenommen habe. Ich muss erst mal probieren, wie das mit dem Bilder-hochladen funktioniert - Einzelheiten später...

Dietmar

Bob

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #1 am: April 06, 2021, 11:20:46 Vormittag »
Hallo Dietmar,
schöne Bilder, besonders das dritte!
Magst Du Deinen Aufbau mit der Raspi-Kamera mal zeigen? Die Kombination von Kamera und Kleincomputer bietet ja einige Möglichkeiten. Es gibt auf dr Basis auch das OpenFlexure-Mikroskop.

Viele Grüße,

Bob

dietmarheiden

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #2 am: April 07, 2021, 09:01:03 Vormittag »
Liebes Forum,

ich habe jetzt mal Zeit und möchte hier mein neues Projekt vorstellen. Vielen Dank an Leo
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22149.msg164893#msg164893  für das Projekt mit der Raspi-Kamera.
Ich habe ein schönes altes Leitz Orthoplan mit dem Phasenkontrast-Kondensor 402a (vielen Dank nochmal an Diana1982 für ihre Hilfe).
Die Kamera gehört zum Raspberry Pi, sie hat 12 MP  und man bekommt sie für ca 50 Euro.
Um sie mit dem Mikroskop zu verbinden, braucht man noch einen C-Mount-Adapter, den ich bei eBay für etwa 10 Euro bekommen habe.
Die Kamera ist mit dem Raspi über ein Breitbandkabel verbunden. Einen Pi W Zero gibt es schon für 20 Euro, bei Ebay wahrscheinlich noch billiger, aber weil ich nicht sicher war, ob seine Leistung reicht, entschied ich mich für einen Raspberry 3B+ (unter 40 Euro). Den Raspi habe ich dann noch mit einem Monitor verbunden…

Über den Raspi kann man die Kamera über die Kommandozeile ansprechen (raspivid und raspistill), aber schöner und effektiver geht es über Python. Die Sprache selbst und die Klassen, mit denen die Kamera bedient wird, sind im Betriebssystem (ein angepasstes Debian) bereits installiert. Weil ich gerade Zeit hatte, habe ich ein kleines Python-Programm geschrieben, mit dem man alle möglichen Einstellungen machen kann.
Manche Möglichkeiten, z.B. der Weißabgleich, sind ganz hilfreich für die Mikroskopie, auch Brightness und Rotation sind ganz nützlich, die verschiedenen Image-Effekte wiederum sind wohl nichts, was für mikroskopische Bilder von Nutzen wäre.
(Wenn jemand auch die Raspi-Cam ausprobieren möchte, kann er/sie das Skript von mir natürlich bekommen, es ist sozusagen open source…)

Der C-mount-Adapter hat an seinen unteren Ende einen Ring aus Gummi, wodurch man einerseits ein wenig Kraft braucht, um ihn in den Tubus zu schieben, er aber andererseits dann relativ fest sitzt, so dass man seine vertikale Lage so verändern kann, bis das Bild auf dem Monitor und das im Mikroskop beide etwa gleich scharf sind.

Obwohl bei diesem Aufbau das Okular fehlt, sieht man meiner Meinung nach im Monitor genau das, was man auch im Mikroskop sieht. Das Gesichtsfeld ist zwar kleiner, aber längst nicht so eingeengt wie mit der Kombination Fototubus + Canon EOS 1000D. Außerdem ist in meinem Fototubus noch eine Linse fest eingebaut, die das Bild nochmal vergrößert, so dass die sinnvolle Vergrößerung oft überschritten wurde. Das ist mit der Kombination  C-Mount-Adapter und Raspi-Cam deutlich besser.

Herzliche Grüße

Dietmar

dietmarheiden

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #3 am: April 07, 2021, 09:02:32 Vormittag »
Hier kommen noch Bilder:

Bob

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #4 am: April 07, 2021, 10:20:22 Vormittag »
Hallo Dietmar,
danke fürs Zeigen Deines Aufbaus!
So eine open source Kamera Software könnte eine schöne Grundlage für die Entwicklung einer auf die Mikroskopie optimierten Kamera sein. Die Bilder sehen zumindest in Foren-Auflösung gut aus. Ist das Programm schon so, dass man damit als reiner Anwender Spaß hat? Gibt es noch Einschränkungen gegenüber dem, was man so von kommerziellen Kameras gewöhnt ist?

Falls Du noch weiter mit der Ankopplung ans Mikroskop herumexperimentieren möchtest: Der Theorie nach sind die 160mm und 170mm Mikroskopobjektive so gerechnet, dass das Okular noch einen Teil zur Korrektur der Farbvergrößerung beiträgt. Man müsste daher, wenn man ohne Leitz-Okular fotografiert, zum Rand hin ein Auseinanderlaufen der Farben sehen. In Deinen Bildern erkenne ich das nicht wirklich, aber ganz perfekt wird es nicht sein. Ich habe mal zum Spaß mit dem Programm Fitswork die Verteilung der Farben auf einer Diagonalen durch Dein Bild mit den Diatomeen-Kolonien ausgewertet, anbei ein Ausschnitt des Diagramms vom Rand. Da sieht man ein ganz leichtes Auseinanderlaufen der Farben, das man vielleicht noch reduzieren könnte, wenn man es ganz genau nimmt bzw. nehmen möchte.

Viele Grüße,

Bob

dietmarheiden

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #5 am: April 07, 2021, 15:23:14 Nachmittag »
So sieht das Programm aus - man kann sich eine Vorschau ansehen, ein Bild machen oder einen kleinen Film drehen, muss aber vorher mit einem Schieberegler angeben, wie lange Vorschau bzw Film dauern sollen oder wie lange der Vorlauf für das Bild dauern soll (um mit Hilfe des Monitorbildes scharfzustellen). Außerdem habe ich alle Einstellmöglichkeiten der Python-API übernommen, ob sie für Mikrofotos sinnvoll sind oder nicht (das weiß man ja vielleicht erst nach einem Versuch).


Was die fehlende Korrektur betrifft: mir sind noch keine Unterschiede zwischen Monitorbild und dem "echten" Mikroskopbild aufgefallen, ich werde mal darauf achten...

Alles Gute,

Dietmar

D.Mon

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #6 am: April 07, 2021, 18:21:57 Nachmittag »
Hallo Dietmar,

vielen Dank für Deinen schönen Bericht.
Der kommt mir gerade recht, unter anderem weil ich selbst vor einigen Wochen angefangen habe mit einem raspberry pi herumzuspielen.

An dem Skript hätte ich Interesse.
Verwendest Du VNC oder hast Du ein Display angeschlossen?
Ich mach bisher nur ssh, aber Liveview auf der Kommandozeile ist wohl eher schwierig  :P

Hab ich das richtig verstanden, dass Deine Adaption an das Orthoplan nur aus dem C-Mount Adapter und der Raspi-Kamera besteht?
Ich würde auch denken, dass da die Korrektur durch ein Okular fehlt.
Kannst Du mal zeigen, was für einen C-Mount Adapter Du da genau verwendest?

Viele Grüße
Martin
« Letzte Änderung: April 07, 2021, 18:23:39 Nachmittag von D.Mon »
Bitte per "Du" - Martin alias D.Mon
--
Glück kann man nicht kaufen.
Aber man kann ein Mikroskop kaufen und das ist eigentlich dasselbe!
--
Mikroskope: Motic Panthera U, Lomo MBS-10
Kamera: Sony ILCE-6400

Bob

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #7 am: April 07, 2021, 20:51:54 Nachmittag »
Hallo Dietmar,
zum Fotografieren am Mikroskop wäre noch eine Bildschirmlupe zum Scharfstellen gut. Videoaufnahme manuell starten und beenden geht noch nicht?
Interessant wäre eine Funktion, die Serienbilder aufnimmt, und zwischen den Bildern einen Schrittmotor anschubst zum stacken oder ein Funktion, die zwei getrennte Schrittmotoren ansteuert, zum automatisierten aufnehmen von stitching-Serien.

Viele Grüße,

Bob

dietmarheiden

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Re: Aufnahmen mit der Raspi-Kamera
« Antwort #8 am: April 08, 2021, 10:40:56 Vormittag »
Vielen Dank für die freundlichen Rückmeldungen!

@D.Mon: Natürlich schicke ich das Script. Schick mit einfach eine PN oder email…

@Bob: Ich denke, das ist zu machen. Könntest Du mir aber genauer beschreiben, was Du brauchst? Sehr einfach wäre z.B. eine Funktion bei der man angibt, wie viel Bilder man (zu Stacken) machen will um wie viel Zeit man zwischen den Bildern braucht. Eine ganz andere (aber auch einfache) Sache wäre es, an den Pins es Raspi einen Schalter anzubringen, der die Aufnahmen auslöst. Da müsste man allerdings ein wenig basteln….
Eine Bildschirmlupe wäre auch interessant, ich denke darüber nach.

Ich hatte das kleine Programm erstmal nur für mich selbst geschrieben und war mit den Funktionen ganz zufrieden. Aber stimmt, eine Videoaufnahme manuell wieder zu beenden wäre schon praktisch. Ich arbeite daran!

LG Dietmar