Autor Thema: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas  (Gelesen 15647 mal)

André Vogel

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André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« am: November 13, 2008, 22:19:51 Nachmittag »
Hallo,

für Grobmotoriker und Pyromanen eignen sich Pasteurpipetten aus Kunststoff zum Ausziehen. Ich mache es mit einer Heißluftpistole, vielleicht haut's auch mit einem Fön hin.

Wenn wenig Platz unter dem Objektiv oder im Gefäß vorhanden ist, ist die flexible Spitze von Vorteil.

Pasteurpipette aus Kunststoff, 0,5 ml z.B. von http://www.biologie-bedarf.de/



Gruß
André
« Letzte Änderung: November 14, 2008, 09:18:35 Vormittag von Mike Guwak »

Fahrenheit

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Pipetten zum Ausziehen, Glas statt Plaste
« Antwort #1 am: November 14, 2008, 09:17:03 Vormittag »
Weils hier so gut passt:

Glas statt Plaste für Pyromanen und Feinmotoriker  ;D

Man braucht Glasröhren mit 6 mm Aussendurchmesser und einen Gasbrenner. Es geht auch mit einem Spiritusbrenner, da ist es nicht ganz so einfach und dauert länger ... .

Die Glasröhre in ca. 15 bis 20 cm lange Stücke schneiden (mit dem Glasschneider oder einer Feile anritzen und dann vorsichtig brechen).

Die Bruchstellen über dem Brenner erhitzen, bis die Ränder rundschmelzen (die Öffnung muss natürlich erhalten bleiben, es geht nur darum. die Finger und den Pipettenbalg zu schützen).

Auskühlen lassen!

Die Röhre mit beiden Händen an den Enden nehmen und die Mitte in die Brennerflamme halten. Oben in der Flamme beginnen und dann unter Drehen langsam absenken in die heisse Zone. Ellenbogen auflegen!

Wenn das Glas weich geworden ist, die Enden langsam auseinanderziehen und die Röhre dabei gleichzeitig aus der Flamme nehmen. Mit einiger Übung behält man dabei auch die Drehbewegung bei und bekommt einen Doppelrohling mit einer Einbuchtung. Je länger man auszieht, desto feiner wird später natürlich die Pipettenspitze.
Das mag sich erst mal kompliziert anhören, ist aber nach einigen verhunzten Proberöhren ganz einfach .

Auskühlen lassen!

Vorsichtig brechen - das kann schiefgehen, macht nix, nochmal.

Nun hat man ein oder zwei Pipetten, bei denen man ggf. noch die Spitze rundschmelzen kann. Dabei ist Vorsicht geboten: die ganz feinen Spitzenschmelzen leicht zu.

Balgen drauf und fertig!

Zur Aufbewahrung der Pipetten eignen sich wunderbar leere Hüllen von Faserschreibern ('Filzstifte') mit passendem Innendurchmesser. Einfach reinstecken und die Pipette ist vor den Fingern und die Finger sind vor der Pipettenspitze geschützt.
Wer einmal das Pech hatte, da rein zu langen, weis was ich meine.  ;D

Hier und mit ihrer flexiblen Spitze spielen die Kunststoffpipetten natürlich ihren Vorteil aus.

Viel Spass beim Basteln!
Jörg Weiß
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
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NicLi

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #2 am: November 15, 2008, 12:39:45 Nachmittag »
Hallo an alle Pipettenbastler...
Meine Meinung dazu: Wozu Bunsenbrenner etc? Beides habe ich ausprobiert- Plaste und Glas- beides geht über der Kerzenflamme oder über dem Gasherd. Beim Glas würde ich aber nur so kurz wie möglich erhitzen, um entstehenden Spannungsrissen vorzubeugen.
Also einfach die Pipette erhitzen über der Flamme. An einer Seite kann man mit der Hand festhalten.
...Sobald
a) das Glas weich ist, kann man mit einer Pinzette ausziehen.
b) die Plaste weich ist, kann man mit einer Pinzette ausziehen. Achtung bei der Plaste: Zieht man zu stark, reißt die Pipette schon während des Ziehens auseinander und schrumpft dann sofort zusammen.
Jetzt einfach an der Stelle mit der gewünschten Dicke durchschneiden bzw. abbrechen!

Außerdem ist mir die Plaste zu milchig, und das Loch ist zu groß- zum Rauspipettieren von Plankton.
Und wenn mal die Spitze abbricht- das Glas kann neu geschmolzen werden. Die Plaste wird gar nicht erst abbrechen:)
Ich würde also Glaspipetten für zu Hause vorziehen. Die Plaste-Pipetten währen dafür für Exkursionen oder für den Unterricht besser. (Für letzteren besonders wegen der fehlenden Verletzungsgefahr).

Man muss es aber nicht auf die Spitze treiben mit den Pipetten...irgendwann werden sie zu dünn.
mfG
Nicolas
« Letzte Änderung: November 15, 2008, 12:41:24 Nachmittag von NicLi »

Klaus Herrmann

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Pipetten kaufen statt selber machen!
« Antwort #3 am: November 15, 2008, 12:51:07 Nachmittag »
Hallo Pipettenzieher,

bei Windaus gibt es Einmal-Pasteurpipetten im 250er Spender für 7,45. Mit kleinem Konus am dicken Ende für den sicheren Sitz der Gummihütchen (22 Cent).

Jonathan sollte heute meine "Mustersendung" erhalten haben und könnte vielleicht auch noch ein Bild davon machen. :-*

Ich habe (noch) keine Aktien bei Windaus, bin aber gerade am überlegen ob ich nicht noch schnell welche kaufe. ;)

 http://www.windaus.de/shop/index.php
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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NicLi

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #4 am: November 15, 2008, 12:57:58 Nachmittag »
Hallo Klaus,
ich finde die Pipetten nicht! Es sind welche aus Glas, nehme ich an? Dann wären 7,49 wirklich sehr günstig... Ich habe meine (Glas) für 12,50 bei Biologie-Bedarf Thorns gekauft... !Ohne Hütchen! Die haben nochmal was gekostet...
Grüße
Nicolas

Klaus Herrmann

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #5 am: November 15, 2008, 17:50:16 Nachmittag »
Hallo Nico,

die Webside von Windaus ist schlechter als deren Produkte!  >:(

Ich wusste es gibt sie, aber gefunden habe ich sie erst im Katalog (aus Papier!). Folgendes habe ich einer Mikroskopikerin aus dem hohen Norden geschrieben. Das sollte helfen!


Zitat
es lohnt fast das Porto nicht, deshalb kannst Du wirklich direkt bestellen - und bist versorgt bis Ostern (2011): Bei Windaus (link im Forum) gibt es Pasteurpipetten 250 St zu 7,45 Bestnr 1977 34145 die Hütchen dazu Bestnr 2734 06002 Stück 22 Cent
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Detlef Kramer

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #6 am: November 15, 2008, 17:52:57 Nachmittag »
Lieber Klaus,

nur eine klitze-kleine Korrektur, die nicht wirklich wichtig ist: Der Wulst ist nicht dafür da, dem Hütchen festen Halt zu geben. Man stopft vom dicken Ende her Watte in die Pipette, die dann von dem Wulst festgehalten wird. Dann sterilisiert (autoklaviert) man die so vorbereiteten Pipetten und kann dann, auch mit nicht sterilen Hütchen unter Sterilbedingungen pipettieren. Daher "Pasteur". Das dürfte zumindest wissenschaftshistorisch von Interesse sein.

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Kathleen

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #7 am: November 15, 2008, 18:40:09 Nachmittag »
Lieber Nicolas!
Auf der Startseite von Windaus ist auf der rechten Seite ein grünes Kästchen "Zum Laborkatalog". Bis zu diesem musst Du Dich durchklicken, weiter dann mit Suchfunktion. Viel Glück!
Danke für den Tipp, lieber Klaus!!  :)

Es grüsst die Mikroskopikerin aus dem Norden

Klaus Herrmann

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #8 am: November 15, 2008, 21:37:04 Nachmittag »
Lieber Detlef,

Zitat
Man stopft vom dicken Ende her Watte in die Pipette, die dann von dem Wulst festgehalten wird

wo Du recht hast, hast Du recht. Ich hab nie mikrobiologisch gearbeitet, deshalb ist mir das auch völlig entfallen, hatte es aber mal vor dem ersten Weltkrieg noch gewußt!  8)
Also war pseudowissenschaftlicher Unsinn, geht aber trotzdem! ;)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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NicLi

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Re: Kathleen B.> Windaus-katalog anfordern
« Antwort #9 am: November 16, 2008, 11:29:30 Vormittag »
Hallo Kathleen,
jetzt hab auch ich es gefunden  :D
Unter "Katalog anfordern" unterhalb von den Bereichen des Online-Shops.
Ein echter Katalog aus echtem Papier ::) - wie Klaus es beschrieben hatte.
Tschüß,
Nicolas

H. Ott

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #10 am: Dezember 20, 2008, 14:28:31 Nachmittag »
Liebe Mikrofreunde,

kleiner Tipp für Pasteurpipetten aus Glas (die man am besten fertig im Großpack kauft, meine stammen von Biologie Bedarf Thorns, unschlagbar schnell!):

Um diese feiner auszuziehen:
Pipette (dünne Öffnung nach oben zeigend) mit Pinzette oder kleiner Zange senkrecht(!) halten am oberen Ende, knapp drunter die Flamme eines waagrecht(!) gehaltenen Gasfeuerzeuges und warten, bis die Pipette nach unten fällt. Sie fällt mit fast perfekt ausgezogener Spitze und bleibt heil, wenn man ca. 40 cm drunter ein altes Handtuch gelegt hat. Flamme des Feuerzeuges kann auch etwas stärker gestellt und rundum bewegt werden. Die Pipettenspitze passend abbrechen. Geht alles einfacher als die Beschreibung.

Ohne Feuerzeug funktionierts mit einer waagrecht gehaltenen Kerzenflamme (und vielen Wachsflecken) oder der Sparflamme eines waagrecht über die Tischkante gelegten Bunsenbrenners. Im letzteren Fall spart man sich das Handtuch und hat man eine Hand frei zum Fangen der fallenden Pipette...da sollte man allerdings einige Übungseinheiten und Splitter einkalkulieren (hoffentlich nicht in der Hand)!

Mit spitzen Mikrogrüßen

H. Ott

NicLi

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Re: André Vogel: Pipetten zum Ausziehen, Plaste statt Glas
« Antwort #11 am: Dezember 20, 2008, 17:16:57 Nachmittag »
(die man am besten fertig im Großpack kauft, meine stammen von Biologie Bedarf Thorns, unschlagbar schnell!):
Zur Schnelligkeit von Thorns muss ich Ihnen zustimmen!!! Donnerstagnachmittag bestellt- Samstag morgen geliefert. Gut gepolstert außerdem!
mfG
Nicolas