Welches Eindeckmittel für pflanz. Präparate?

Begonnen von mikro123, Februar 10, 2010, 21:32:24 NACHMITTAGS

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mikro123

Hallo,

welches Eindeckmittel ist das sinnvollste, wenn ich (hauptsächlich) pflanzliche Schnitte dauerhaft binden will?

Grüße,
René

Fahrenheit

Lieber Rene,

bei botanischen Schnitten habe ich bisher beste Erfahrungen mit Euparal gemacht. Das dazugehörige Lösungsmittel ist Isopropanol, eine Xylolstufe in der Entwässerung des Schnittest kann also entfallen.

Auch der Einschluss mit Malinol funktioniert einwandfrei, hier muss jedoch nach der Entwässerung mit Xylol gearbeitet werden.

Beide Einschlussharze sind nicht ohne Weiteres erhältlich. Vielleicht übernimmt auch der Apotheker Deines Vertrauens die Bestellung bei z.B. Chroma.

Das dritte Mittel im Bunde ist Includal CB - dieses habe ich jedoch noch nicht selbst verwendet.

Vielleicht hilft Dir auch der folgende Thread weiter:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2186.0

Herzliche Grüße
Jörg

 
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Bernhard Lebeda

Hallo Rene

ich komme am besten hier mit zu recht:

http://cgi.ebay.de/Canadabalsam-Kanadabalsam-kuenstlich-50-ml_W0QQitemZ170438265028QQcmdZViewItemQQptZLH_DefaultDomain_77?hash=item27aee988c4

Was das genau ist, kann ich nicht sagen. Ich komme damit besser klar, als mit Euparal. Frag mich nicht warum, irgendwie mag mich Euparal nicht  ;)

Viele klebrige Grüsse

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

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Klaus Herrmann

Lieber Bernhard,

Zitatirgendwie mag mich Euparal nicht 

wahrscheinlich ist der Kolophoniumgehalt im Kanadabalsam höher??

The Filddler in the black forest :D

Klaus
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Klaus Herrmann

Hallo René,

ZitatAlso wir haben in der Uni Präparate, die vor paar Monaten eingedckt worden sind und schon jetzt, trotz sorgfältiger Behandlung, auseinanderfallen...


Womit waren die eingedeckt???

Wenn mit einem der drei, dann waren die Objektträger nicht fettfrei oder es war noch Paraffin drauf.!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Fahrenheit

Lieber Rene,

zur Langzeitstabilität kann ich Dir leider nichts sagen, da ich erst seit ca. einem Jahr mit Euparal und seit 5 Monaten mit Malinol arbeite. Bisher sieht es gut aus.  ;D

Aber bei den Münchenern gibt es einen Vergleich zu verschiedenen Einschlussmitteln, der Dir da vielleicht weiterhilft:
http://www.mikroskopie-muenchen.de/balsame.html

Herzliche Grüße
Jörg
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Detlef Kramer

Hallo,

ich sage mal, da habt Ihr etwas falsch gemacht. Man muss natürlich den Schwund beim Trocknen berücksichtigen und das erfordert Erfahrung. Bei Euparal erscheint mir dies besonders schwierig. Bei Includal CB besteht das Problem auch, aber in geringerem Umfang. Aber, dass Präparate auseinander fallen, habe ich noch nicht erlebt, auch nicht mit Entellan und Eukitt, beide haben ja keinen guten Ruf.

Aber, vielleicht habe ich das Problem auch nicht richtig verstanden. Jedenfalls bleibt Canadabalsam, ob künstlich oder Natur (beides bei Chemlab erhältlich) zähflüssig, aber so, dass man die Präparate unbedenklich senkrecht lagern kann, versprödet also nicht.

Herzliche Grüße

Detlef Kramer
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Klaus Herrmann

Also ich habe Präparate mit Euparal aus den Anfang 80er Jahren aus Inzikofen,

die noch tadellos sind.

Zur Zeit brauche ich eine Flasche Euparal von 1984 auf. Also ich bin überzeugt, dass das Harzgemisch sehr stabil ist!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Klaus Herrmann

Hallo René,

ZitatKenne mich da wie ihr seht recht wenig an, darum die detailliert-blöden Fragen

Das verstehe ich nicht! Hast Du bei Euch an der Uni, die Info nur von der Flüsterpropaganda oder aus eigener Anschauung?

Wie wird es denn dort gehandhabt? Welches Harz, wie wird gereinigt? Am Besten ist es doch du fragst dort mal, was Sache ist!

Dann haben wir hier auch verwertbare Erkenntnisse - aber so ist das eine heitere Ratestunde!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Fahrenheit

Lieber Rene,

wie ich selbst mit Euparal arbeite, habe ich in dem PDF "Von der Probe zum Präparat" kurz beschrieben.

Entweder bringst Du einen Tropfen Harz  auf den gereinigten Objektträger und lässt den Schnitt lösungsmittelfeucht einsinken, bevor Du das Deckglas auflegst oder Du richtest den Schnitt lösungsmittelfeucht auf dem gereinigten OT aus und gibst dann vorsichtig einen Tropfen Harz hinzu.

Wenn der Schnitt austrocknet, gibt es zu viele Luftblasen, die trotz einer gewissen Toleranz von Euparal und Malinol (wie sich Includal da verhält, kann ich leider nicht sagen) nicht alle verschwinden. Die richtige Tropfengröße hängt natürlich von der Dicke und der Größe des Schnittes ab und es braucht Erfahrung, um nicht zu viel oder zu wenig Harz zu verwenden.

Herzliche Grüße
Jörg
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Gunther Chmela

Zur Haltbarkeit von Präparaten in Kanadabalsam:

Ich habe einige von mir selbst gefertigte botanische Präparate (gefärbte und ungefärbte) in Kanadabalsam, die ziemlich genau 51 Jahre alt sind. Sie sehen heute noch genauso aus, wie sie damals ausgesehen haben - nicht nur unter dem Mikroskop, sondern auch äußerlich. Keine Blasen, keine Schwundstellen, keine Ablösungen. Allerdings hat das Harz einen deutlichen Gelbstich, der im Laufe der Zeit eher stärker wird. Er stört allerdings nicht.

Ob man diese persönliche Erfahrung aber auf alle Kanadabalsam-Zubereitungen übertragen kann, das weiß ich nicht.

Gunther Chmela

Fahrenheit

Lieber Rene,

ja, definitiv ohne Wasser.  ;D

Du musst sogar peinlich genau darauf achten, dass das zum Schluss verwendete Isopropanol wasserfrei ist. Also lieber kleinere Mengen frisch kaufen, als immer wieder aus dem Riesenkanister abfüllen - das Zeug ist hygroskopisch.

Euparal toleriert zwar geringe (wirklich geringe!) Mengen Restwasser, aber in aller Regel leidet die Färbung und verblasst innerhalb weniger Tage bis einiger Wochen.

Herzliche Grüße
Jörg
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Michael W.

Hallo,

ich arbeite jetzt seit einem Jahr mit Euparal und kann eigentlich nur gutes berichten. Ich schätze vor allem, dass es fast nie Blasen gibt. Auch erstrahlen die Schnitte nach dem Trocknen in brillianten Farben. Und ich mag den angenehmen Geruch  :D

Anfangs hatte ich leichte Probleme mit hervorquillendem bzw. schrumpfenden Euparal, mittlerweile klappt es aber sehr gut. Es quillt fast nie mehr was am Deckglasrand hervor und Schrumpfungen konnte ich auch nicht mehr beobachten. Ein dünner Schnitt ist für die klecker- und schrumpffreie Verarbeitung jedenfalls stark von Vorteil. Ebenfalls muss der Schnitt noch Isopropanolfeucht sein (nicht abgetrocknent aber auch nicht nass!).


An die Einschlussmittel-Experten hätte ich da noch eine Frage: Ich habe gelesen dass Euparal unschön fluoresziert. Wenn ich meine Präparate zukunftig mit Auflichtfluoreszenz betrachten und fotografieren möchte, wäre das ja ein unschöner Nachteil. Was ist beste Alternative zu Euparal welche nicht fluoresziert, aber ähnlich gute Eigenschaften besitzt? Was wäre eine gute Alternative?


Viele Grüße
Michael
Am liebsten per "Du"

Klaus

Hallo Rene,

als Alternative zu Euparal benutze ich auch Glyceringelatine nach Kaiser (bei Omikron zu beziehen). Der Vorteil von Glyceringelatine ist, dass Du nur destilliertes Wasser benötigst z.B.nach einer Färbung mit Etzold, die wasserbasiert ist und keinerlei Lösemittel wie Isopropanal oder Xylol. Nachteil: Das Deckglas sitzt zwar fest aber weniger fest als bei den Harzen wie z. B. Euparal.

Gruß

Klaus

Bernhard Lebeda

#14
Zitat von: Klaus in Februar 11, 2010, 12:56:25 NACHMITTAGS
Hallo Rene,

als Alternative zu Euparal benutze ich auch Glyceringelatine nach Kaiser (bei Omikron zu beziehen). Der Vorteil von Glyceringelatine ist, dass Du nur destilliertes Wasser benötigst z.B.nach einer Färbung mit Etzold, die wasserbasiert ist und keinerlei Lösemittel wie Isopropanal oder Xylol. Nachteil: Das Deckglas sitzt zwar fest aber weniger fest als bei den Harzen wie z. B. Euparal.


Hallo Klaus

ich zitiere aus Gerlach, Botanische Mikrotechnik S. 152

" Da die GG sauer reagiert, sind die meisten Hämatoxylinfärbungen in ihr nicht haltbar. Insgesamt bleiben nur wenige Färbungen in diesem Medium unverändert. Hierzu gehört in erster Linie das Chromalaun-Alizarinviridin"


Ich wär da also vorsichtig!

Viele Grüsse

Bernhard


Edit: Zitat war unvollständig; "Hämatoxylinfärbungen" eingefügt!
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