Beratung zu einem Mikrotom

Begonnen von Robert G., Juli 28, 2024, 01:38:53 VORMITTAG

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Robert G.

Hallo liebe Mikroskopiker,

vor vielen Jahren habe ich mit einem einfachen Handmikrotom meine ersten Pflanzenschnitte gemacht und die Schnitte nach der Arbeitsanleitung von Klaus Herrmann präpariert, allerdings mit nur mäßigem Erfolg.

In der vergangenen Woche habe ich erneut versucht, Pflanzenschnitte mit dem Handmikrotom herzustellen, und festgestellt, dass mein Handmikrotom eher einem Spielzeug ähnelt. Die Schnitte werden ungenau, entweder kommen nur Fragmente des Blattstiels heraus oder die Schnitte sind zu dick mit dem Rasiermesser geschnitten.

Nun ist mein Wunsch nach einem brauchbaren Mikrotom größer geworden. Ich möchte jedoch nicht unbedingt ein großes, mehrere Kilos schweres Gerät haben, da ich nur Pflanzenschnitte damit herstellen möchte. Bei meiner Recherche im Netz bin ich auf diesen Typ gestoßen:

Mikrotom.JPG

Hat jemand Erfahrung mit dem gezeigten Mikrotom der Firma Allmikro-Mikrotom von Haga? Bei dem Mikrotom der Firma Haga gefällt mir, dass eine handelsübliche Rasierklinge eingespannt werden kann.

Oder gibt es andere handliche Mikrotome, gerne auch ältere Bauarten und gebrauchte, die sich für meine Schnitte eignen?

Gleichzeitig zu meiner Frage hier starte ich im Mikro-Markt eine Suche nach einem Mikrotom.

Herzliche Grüße
Robert


Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

A. Büschlen

Hallo Robert,

ich würde nach einem Tischmikrotom vom Typ "Tempelchen" suchen. Siehe auch hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=36740.0

Grüsse Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

deBult

And our member "Bob" sometimes has a nice cutting appliance (plastic knife holder for standard hobby knives, with teflon backing) available.

Best, Maarten
Reading the German language is OK for me, writing is a different matter though: my apologies.

A few Olympus BH2 and CH2 stands with DIC and phase optics.
I used to say "The correct number of scopes to own is N+1 (With N is the number currently owned)", as a pensioner the target has changed in n-1.

Dr. Jekyll

Moin Robert,

Ich habe mit dem Haga Gerät keine guten Erfahrungen gemacht.Für weiches Material mag es ja noch ganz brauchbar sein, aber etwas härteres Gewebe ist dann schon ein Problem.
Das von Arnold empfohlene Mikrotom ist da schon eine bessere Wahl. Hier tut es aber auch nur ein qualitativ hochwertiges Teil. Billige Nachbauten sind nicht immer ihr Geld wert. Eine schöne Sache ist auch solch ein Gerät, es ist allerdings schwer zu bekommen:
IMG_2024-07-28-09-51-33-261.jpg
Beste Grüße
Harald

3nzo

#4
Hallo Robert,
Ich habe Erfahrung mit diesem Allmikro-Gerät, das im Betrieb einige kritische Probleme aufweist.
Ich benötige es für in Holunder eingelegte Pflanzenproben, aber die Federvorrichtung im Inneren des Rohrs, die die zu schneidende Baugruppe blockiert, besteht aus zwei Teilen, einem unteren inneren Teil und einer oberen Stange nahe der Schnittfläche, wodurch das Objekt stört mit dem Blech der Schnittebene und verhindert so den korrekten Vorschub.
Mit einem Tipp bin ich gezwungen, den Halt dieser oberen Stange beim Vorwärtsfahren zu lockern, aber die Schnitte sind nicht vorhersehbar und ich habe viel Abfall.
Ich erinnere mich, dass jemand im Internet vorgeschlagen hat, ein Stück Holunder zu verwenden, das genau so groß ist wie das Mikrotom, und es darunter mit einem starken Neodym-Magneten zu blockieren, der leicht erhältlich ist. Auf diese Weise würde der Holunder gezwungen, sich nach oben zu bewegen und dabei das Hindernis der Reibung mit der Kante der Schnittfläche zu überwinden.
Ich habe diese Methode noch nicht ausprobiert, aber ich kann sagen, dass das Objekt im Vergleich zu diesen Problemen teuer ist, es sei denn, es hängt alles von meiner Unerfahrenheit ab.
Ich möchte hinzufügen, dass ich auch ein normales Handmikrotom mit einer Mikrometerschraube ausprobiert habe, aber auch das ist nicht das Beste und die Objektverriegelungsspannzange ist ungültig.
Halbautomatische, Rotations-, Schlitten- usw. Labormikrotome scheinen mir für Paraffinproben und allgemein für Tierproben gedacht zu sein.
Beste grüße.

Enzo

Robert G.

Hallo Enzo,

danke für deinen Erfahrungsbericht zu dem von mir angefragten Mikrotom der Firma Haga. Wenn man bedenkt, dass das von mir favorisierte Haga Mikrotom 440 Euro kostet, bin ich nach deiner Beschreibung etwas ernüchtert. Solch eine Baustelle habe ich schon mit meinem runden Handmikrotom.

Hallo Arnold,

in dem von dir verlinkten Faden von Jörg (Fahrenheit) vom März 2020 ist das Zylindermikrotom Tempelchen gut abgebildet. Die gezeigten Schnitte der Brennnessel sehen sehr gut aus, genau so möchte ich meine Schnitte haben. Neu wird das Tempelchen nicht angeboten, und auf dem Gebrauchtmarkt im Netz habe ich keins gefunden.

Hallo Harald,

danke für deine Einschätzung zum Haga Mikrotom. Deine Erfahrungen mit dem Haga Mikrotom sind ähnlich wie die von Enzo, somit ist das Haga keine Option mehr. Vielleicht sollte ich auch nach einem kleineren, nicht ganz so schweren, professionellen Mikrotom, wie von dir gezeigt, Ausschau halten.

Danke
Robert
Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

Peter Reil

Hallo Robert,

zeige doch mal dein momentanes Mikrotom mit dem du nicht zufrieden bist. Evtl. lässt sich da was machen.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Robert G.

Hallo Peter,

hier ist mein Mikrotom, und was ich zu bemängeln habe.

Mikrotom2.JPG

Das Feingewinde der Stellschraube am Mikrotom hat unglaublich viel Spiel.
Die Hülse mit der Klemmvorrichtung für den Pflanzenstiel ist nicht an der unteren Stellschraube befestigt, und kann beim Schneiden in der Z-Achse nach oben gezogen werden.
Auch die Hülse mit der Klemmvorrichtung hat zu viel Spiel.

Dann kommt noch die Unsicherheit mit dem Messern dazu. Das flache Messer von EUROMEX ist viel zu stumpf!
Und bei dem Rasiermesser ist es nicht einfach den Anstellwinkel beim Schneiden immer wieder gleich anzustellen.

Im Moment schlägt mein Herz für ein kleines Schlittenmikrotom, oder für das Tempelchen.

Viele Grüße
Robert
Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

Hugo Halfmann

#8
Hallo Robert,

für normale Pflanzenschnibbeleien kann ich dir aus eigener, längerer Erfahrung das AO 900 Tischmikrotom empfehlen. Es ist präzise und spielfrei im Vorschub, bietet mehr Platz zum Einklemmen des Schnittguts, und, ganz wichtig für mich, du hast beide Hände frei zum schneiden.

Alternativ könntest Du nach einem Schlittenmikrotom von Miehe oder Zimmermann suchen, das erfordert allerdings sehr viel Geduld. Diese schönen Instrumente sind im wörtlichen Sinne gut tragbar, recht klein und können alles, was ein 20 kg schweres HN40 auch kann.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Michael Cytrynowicz

Dear Robert,

Forgive me please for writing in English.

I have been on the same path as you - having trouble using my cylinder microtome (an older Jung), and I did recently buy the little "temple" Tischmikrotom on eBay (it hasn't arrived yet).

But in the meantime, I have been getting better at cutting around 40 µm sections, after a lot of experimentation, and especially following the advice from the pros here, and at the MKB - https://www.mikroskopie-bonn.de/index.php

Jörg Weiß and several others have been helping me a lot - Thank You all!!

Robert, using a blade like yours I found very hard, so I bought the famous SHK bladeholder, which I use with Leica disposable blades. MUCH easier. 

Also very critical is to use a support around the sample, Jörg always advises using a carrot, and there are several nice examples in the MKB site, as well as here.

Supporting the sample well was the single most important thing I did in getting better sections.

The play in the cylinder microtome is very real, I had it in mine as well, is never very precise. I had to disassemble mine and grease it a bit, and it got better. Critically, I turn the micrometer screw up a bit (let's say, what I estimate to be around 50 µm, then press the inner cylinder a bit down until it feels stable, then I cut.

Another thing that is very very important, is the direction of the cut, starting obliquely to the sample, and also keeping the blade and sample very wet with water or ethanol 70% all the time - so the cut floats over the blade easily, and can then be picked up with a fine brush.

Patience and practice here are very critical - but believe that you can and will be able to get beautiful sections!!

Good Luck,

Mike
Zeiss Standard (Hybrid). Canon 80D / Pentax-M 40mm / RAF  adapters / Zeiss Halbkugel / Siedentopf Trino & Photo port / KPL W 12.5x Br / Optovar 0.8-1.6 / Zeiss Planapo 4/0.16 / Planapo 10/0.32 / Planapo 25/0.65 / Neofluar PH2 40/0.75 / Olympus SPlan 40/0.7 / Condenser  II z  / Stephan Hiller LED

Peter Reil

Hallo Robert,

sooo schlecht ist das Mikrotom nicht. Folgendes ist leicht zu verbessern:
- Besorge dir den SHK-Klingenhalter. Die Klingen sind superscharf und der Schnittwinkel perfekt. Besser geht nicht.
- Nimm zum Einspannen der Pflanzenstängel entweder eine Karotte oder Styrodur (was ich bevorzuge).

Das wird eine deutliche Verbesserung darstellen und genügt dir vielleicht schon.

Natürlich sind Schlittenmikrotom oder Rotationsmikrotom präziser, aber das ist ein ganz anderes Arbeiten.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

M Beier

Hallo Robert,
wie Peter schon geschrieben hat brauchst du sicher den SHK-Klingenhalter. Eine ausführliche Anleitung von Jörg zu Pflanzenschnitten findest du  hier:

https://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanische_mikrotechnik/160.html

Euromex Handzylindermikrotome kosten etwa 150 €, dabei ist darauf zu achten, dass das Mikrotom Klemmbacken hat. Sonst können nur eingebettete Präparate geschnitten werden.
Gruß Maria


Robert G.

Dear Mike,

Thank you for the report on your experience with the microtome and for your valuable tips.

You mentioned that you achieved very good cutting results with the SHK blade holder. The SHK blade holder is definitely a good suggestion, as another forum member also mentioned it to me in a private message. Additionally, your advice to support my sample in the microtome sounds plausible. I realize that I need to optimize the entire cutting process once again.

Best regards,
Robert
Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

Robert G.

Hallo Peter,

ja, der SHK-Klingenhalter scheint das richtige Werkzeug zu sein. Wenn ich zusätzlich meine Probe, den Pflanzenstiel, im Mikrotom stabilisiere, könnte es tatsächlich besser werden. Allerdings nicht mehr mit meinem wackeligen Zylinderhandmikrotom, das ist mir zu unsicher. Ich brauche beide Hände frei. Das von Hugo Halfmann erwähnte Tischmikrotom AO 900 ist eine gute Empfehlung. Mal schauen, was ich dazu finde.

Grüße
Robert
Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

Robert G.

Hallo Maria,

dir auch lieben Dank für den Hinweis auf die Anleitung von Jörg zu den perfekten Pflanzenschnitten. Meine Favoriten sind im Moment der SHK-Klingenhalter und das AO 900 Tischmikrotom. Wenn ich beides bekommen habe, kann ich hoffentlich bald meine ersten Ergebnisse hier zeigen.

Viele Grüße
Robert
Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".