Leica DMRB Canon EOS 450D

Begonnen von JMB, Dezember 22, 2025, 19:34:06 NACHMITTAGS

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JMB

Liebe Mikroskopierenden,

vielen Dank nochmals für eure guten Tipps. Wie von Peter V. und Peter T. geraten, werde ich erstmal mit meinem gedruckten Adapter arbeiten - dennoch werde ich wohl in einen 1.4 x Telekonverter investieren müssen. Da ich, im Gegensatz zu Peter V. Delta-Optik habe, zeigen meine Bilder einen stärkeren Abfall der Schärfe im randlichen Bereich der Bilder. Wie man dem von Jürgen verlinkten Leica Artikel zur HC-Optik entnehmen kann, spielen die Okulare im Delta-System eine größere Rolle bei der Korrektur der Bildfeldwölbung als im HC-System.
@Martin: über die randlichen Abschattungen in meinen Bildern bin ich mir noch nicht ganz im klaren. Es könnte an der von mir adaptieren LED liegen, die eventuell noch nicht ganz richtig ausgerichtet ist (allerdings schaut das Bild im Okular sehr gleichmäßig ausgeleuchtet aus)? Hier muss ich wohl noch etwas spielen...

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,

Jens

HCLange

Hallo Jens,

warum Leica bei den DM-Mikroskopen kein auskorrigiertes Zwischenbild darstellt, hat sich mir bisher nicht erschlossen, zumal alle anderen Hersteller damit kein Problem haben. Somit ist eine Fotoadaption großer Felder nicht mehr trivial.
Auffällig ist bei Leica und Zeiss, daß deren Fotoadaptionen meist einen geringen Teil des Zwischenbilds nutzen. Ich finde es beschämend, wenn vom 25mm Bildfeld der Spitzenoptik nur ca. 18mm übrig bleiben.

Warum hier die meisten Mikroskopiker krampfhaft versuchen, APSC-Kameras zu verwenden, die noch zusätzliche Optiken erfordern, verstehe ich kaum. MFT-Kameragehäuse, die das Zwischenbild mit 21,5mm Diagonale optimal ausnutzen, kann man "fürn Appel undn Ei" gebraucht kaufen.

Zu DM-Mikroskopen mit Delta-Optik: Da hier offensichtlich die Tubuslinse keine Korrekturen vornimmt, läge es für mich nahe, diese mit Jena CF250 GF-Planachromaten zu verwenden. 25mm Zwischenbild, voll auskorrigiert, ohne Bildfeldwölbung...

Herzliche Grüße
Christoph

A. Büschlen

Hallo Christoph,

ZitatZu DM-Mikroskopen mit Delta-Optik: Da hier offensichtlich die Tubuslinse keine Korrekturen vornimmt,

Nun würde mich nun doch interessieren warum du das so schreibst!

Denn Leica schreibt in: Das Mikrsokop Leica DM RXA zur Delta Optik:

..."Beide  chromatischen Abbildungsfehler, die chromatische Längs- und die chromatische Queraberation werden in den unendlich Objektiven und der dem Objektiv zugeordneten Tubuslinse vollständig auskorrigiert. Das heisst: Alle Abbildungsebenen sind farbfehlerfrei (chrome-free).

Was gilt jetzt?

Grüsse Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Peter V.

#48
Hallo,

es gibt schon jede Menge Threads zur Thema HC/Delta-Optik. Ich versuche mal, es zusammenzufassen.

Vorweg: Sowohl HC- als auch Delta-Optik sind Spitzenoptik und keine der beiden ist "besser". Da HC "moderner" erscheint und Leica damit ja auch geworben hat, könnte es den Schluss nahelegen, dass die "modernere" Optik auch die bessere sei. Tatsächlich wurde hier aber nichts verbessert, sondern es handelt sich nur um unterschiedliche Konzepte, wie man letztlich im Okular ein Spitzenbild erreicht. HC heißt ja "Harmonic Components" und damit meint Leica eine "harmonische" Aufteilung der diversen Korrekturen auf Objektiv, Tubuslinse und Okular. Der Begriff ist ein wenig euphemisierend, denn er impliziert ja irgendeine "Verbesserung". Harmonie ist schließlich etwas Tolles  ;)  Eine Verbesserung ist aber für den Nutzer durch HC nicht gegeben, eine Verbesserung gab es durch dieses Konzept nur für die Konstrukteure, denn es ist offenbar einfacher und "ökonomisch" sinnvoller für den Objektivbau, wenn ein Teil der Korrekturen in der Tubuslinse erfolgt und aus dem Objektiv ausgelagert werden kann. Aber nochmal: Der Verwender hat keinen Vorteil von HC oder Delta, die Qualität des Bildes ist gleichermaßen auf Spitzenniveau und es gibt meines Erachtens auch keine Vor- oder Nachteile für den Nutzer, auch nicht in Bezug auf die Kameraadaption.

Was die Kompatibilität betrifft: Delta-Optik kann auch an HC-Systemen eingesetzt werden, HC-Objektive mit geringer Einschränkung der Feldebnung auch an Delta-Systemen. HCX-Objektive sind für beide Systeme gleichermaßen geeignet.

Bei komplett passender Zusammenstellung  (Also HC-Objektive an HC-Stativen und Delta-Objektive an Delta-Systemen) gibt es grundsätzlich keine Unterschied in der Qualität eines Delta- oder HC-Systems. Wer sich ein DMR zulegen möchte, kann sich also guten Gewissens sowohl für ein Delta- als auch ein HC-System entscheiden. Er bekommt auf jeden Fall gleich gute Optik und macht mit beiden Systemen nicht falsch.

Es existieren schon einige Threads zu diesem Thema. Es gibt eine Veröffentlichung von Leica (siehe PDF im Anhang), die allerdings auch recht viel euphemisierende Prosa enthält, wenn zum Beispiel von "entspannten Objektiven" die Rede ist  ;) 


ZitatHCS – ein Optiksystem mit Zukunft (Fortsetzung)
von K.-H. Schade et al.

Konkret bedeutet dies, daß ein Teil des
Beitrages der Objektive zur Korrektion der
Bildfeldwölbung nun durch den neuen, ge-
meinsamen Kompensationsanteil der
nachfolgenden Komponenten erfolgt. Die
Objektive werden hierdurch »entspann-
ter«, und es eröffnen sich neue Freiheits-
grade für spezielle Anwendungen.

Typisch für das HCS-System ist die Ver-
wendbarkeit aller bisherigen Objektive des
DELTA-Systems. Die Verwendung HC-ge-
zeichneter Objektive an DELTA-Mikrosko-
pen ist bei geringen Zugeständnissen an
die Feldkorrektion möglich


Ich sehe im HC-System eher einen Weg, die Objektivkonstruktionen effizienter zu gestalten.

ZitatAls wesentlich günstiger hat es sich er-
wiesen, im Rahmen des Gesamtsystems
»Mikroskop« die Korrektion bestimmter
optischer Aberrationen gesamtheitlich zu
betrachten und die Wirkungen auf meh-
rere Komponenten des Systems zu vertei-
len.

Zitat Christoph:
ZitatZu DM-Mikroskopen mit Delta-Optik: Da hier offensichtlich die Tubuslinse keine Korrekturen vornimmt, läge es für mich nahe, diese mit Jena CF250 GF-Planachromaten zu verwenden. 25mm Zwischenbild, voll auskorrigiert, ohne Bildfeldwölbung...

Das stimmt meines Erachtens nicht, dass beim delta-System die Tubuslins keine Korrekturen durchführt. Tatsächlich kann man mit Einschränkungen aber die CF250-Optik verwenden, allerdings muss man sich bewusst machen, dass dann der angegebene Vergrößerungsmaßstab nicht stimmt.

Soweit als Leica-DMR-Nutzer mein Bier zu dem Thema.

Herzliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

HCLange

Hallo Peter, Arnold,

Peter hat das alles sehr klar und zutreffend beschrieben.

Zur Abb. 3 im verlinkten Dokument :
Dort ist in den Grafiken für mich eindeutig zu erkennen, daß die Tubuslinse beim Delta-System keine Korrekturen für Astigmatismus und Bildfeldwölbung vornimmt.

Jena CF250 Objektive GF-Plan(apo) : Der Faktor bei Verwendung in DMR ist 0,8x. So war im Jenaval die Verwendung der GF-Objektive durchas vorgesehen, mit der Tubuslinse 0,8x (f=200mm), um auf Zwischenbildgröße 25mm (von 32mm) zu reduzieren.

Herzliche Grüße
Christoph

A. Büschlen

Danke Christoph und Peter,

Astigmatismus und Bildfeldwölbung hatte ich übersehen.

Peter, danke für deinen Anhang.

Grüsse Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

rhamvossen

Hallo Jürgen,

ZitatMeine mft-Kamera ist optiklos adaptiert, versuchsweise habe ich schnell ein Bild meiner Testplatte inkl. Deckglas(Abstand zwischen den Strichen ist 10µm) mit dem HC PL Fluotar 20x gemacht, siehe Bild unten (JPG aus der Kamera, Helligkeit leicht angepasst). Es gibt da kaum etwas zu meckern aus meiner Sicht, bis auf ganz leichte chromatische Aberration am oberen Rand

Die Strichplatte zeigt da ungefähr 580 μm, richtig? Wenn das so ist dann wird ein ziemlich kleines Teil des Sehfelds aufgenommen. Beste Grüsse,

Rolf

jcs

Hallo Rolf,

ich sehe eine Objektgröße von 630µm in meiner Aufnahme. Die mft-Chips haben 17,3x13mm² Sensorgröße, das entspricht einer Diagonale von 21,6mm. Der Sehfelddurchmesser in meinem Fall sind 22mm, d.h. der Sensor passt perfekt zum Sehfeld.

Ich habe noch den Fluoreszenzeinsatz am Mikroskop, dadurch machen sich am Sehfeldrand erste Vignettierungen bemerkbar. Da ich oft Panoramen aufnehme, stört das. Ich mache deshalb meistens quadratische Aufnahmen (d.h. 13x13mm², siehe das von Dir angesprochene Beispiel), um symmetrisch das kreisrunde Sehfeld abzudecken. Das entspricht dann einer Bilddiagonale von 18,4mm, was ich jetzt nicht als "kleinen Teil des Sehfelds" bezeichnen würde.

LG
Jürgen

momotaro

#53
Dear All,
Dear Peter,

... jetzt bin ich also doch noch über das von Dir hingehaltene Stöckchen gesprungen! 8)
Zitat"ich hoffe, Momotaro-Helmut liest hier nicht mit  ;)"
(Originalzitat Peter V.- Januar 09, 2026, 13:00:50 NACHMITTAGS)
Am besten die (viel geschmähte KI) fragen:

Die(meine) AxioCam 705 color verfügt über einen 2/3" (diagonal 11,1 mm) Chip mit einer Auflösung von 2464 x 2056 Pixeln und einer Pixelgröße von 3,45 µm. Der Kameraadapter 60N-C 2/3" 0.5x ist für diesen Sensortyp ausgelegt und liefert ein Bildfeld (Field of View, FOV) von 23 mm.

Chipgröße (Sensorgröße): Die ZEISS Axiocam 705 color (R2) verwendet einen SONY IMX250 Exmor CMOS-Sensor mit einer physikalischen Chipgröße von 8,5 mm x 7,1 mm, was einer Diagonale von 11,1 mm oder dem Format 2/3" entspricht.

Auflösung und Pixelgröße: Der Sensor hat 2464 (H) x 2056 (V) Pixel, insgesamt 5,07 Megapixel, mit einer Pixelgröße von 3,45 µm x 3,45 µm.

Kameraadapter: Der ZEISS Kameraadapter 60N-C 2/3" 0.5x ist speziell für Kameras mit 2/3" Sensoren und 60N-Schnittstelle konzipiert. Die 0.5x-Vergrößerung (Reduktionsfaktor) des Adapters ist auf die Sensorgröße abgestimmt, um ein optimales Bildfeld ohne signifikante Vignettierung oder Randabschattung zu gewährleisten.

Bildfeld (Field of View, FOV): Bei Verwendung des 60N-C 2/3" 0.5x Adapters wird ein Bildfeld von 23 mm auf dem Sensor abgebildet. Die effektive Vergrößerung des gesamten Mikroskopsystems reduziert sich durch den 0.5x-Faktor, wodurch ein größerer Bereich der Probe erfasst werden kann als mit einem 1.0x-Adapter.
(KI-Antworten können Fehler enthalten).

LG Helmut aka "momotaro"
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)