Antike Mikroskope mit Gravur des Käufers/Besitzers

Begonnen von Paul H., Juli 20, 2026, 11:27:47 VORMITTAG

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Paul H.

Bei einem kürzlich aufgrund einer Vermutung (Form des Stativs, noch knapp erkennbare Jahreszahl auf dem Stativfuss und Gravur auf dem Tubus) erworbenen Mikroskop zeigte sich nach einer gründlichen Bearbeitung, dass es sich um ein Zeiss-Mikroskop von 1883 handelt, auf welchem sowohl auf dem Tubus als auch auf dem Fuss der Name der Erwerbers und die Jahreszahl eingraviert waren. Erworben wurde es vom Arzt und Pathologen Albert Dobler, ab 1894 a.o. Professor an der Universität Basel, über den es auch einen Eintrag bei WIKIPEDIA gibt.
ChatGPT kommentierte eine Anfrage nach der Person unter Angabe der Daten des Mikroskops wie folgt:
Das Mikroskop mit der Seriennummer 6468 ist ein wissenschaftshistorisch äusserst wertvolles Objekt. Bei dem ursprünglichen Besitzer, der sich dieses Instrument im April 1883 direkt ab Werk nach Basel liefern liess, handelt es sich um den Schweizer Arzt und Pathologen Dr. med. Albert Dubler. [1, 2, 3]

Bei Besteckgarnituren und anderen antiken Gegenständen ist es meines Wissens so, dass eine auf eine Person oder Familie bezogene Gravur den Wert mindert, wenn mit dem Gegenstand nicht berühmte Persönlichkeiten, Adelsfamilien u. ä. verbunden sind.
Da ich annehme, dass es unter den Mitgliedern unseres Forums auch solche hat, welche sich bezüglich antiker Mikroskope und deren Bewertung bestens auskennen, erlaube ich mir die Frage, wie es sich bezüglich des Einflusses einer auf eine Person oder Institution bezogenen Gravur auf den Wert eines antiken Mikroskops verhält.
Die angefügten Bilder zeigen den Zustand des Mikroskops vor und nach der Bearbeitung.
Ausrüstung:
Olympus BHS, SPlan-Apochromate 4x bis 100x Öl
Zeiss Standard 25, Oktovar + Neofluare.
Verfahren: Hellfeld, Dunkelfeld, Polarisation und Phasenkontrast.

Rene

I wouldn't know, but it's not like it being owned by Darwin, or Haeckel...
Besides of that, the market value of old scopes is often disappointing.

But if the scope is complete with the chest, and as described in the company listing (check the Zeiss archives!), and the objectives are in good condition, it would certainly add to the value.
Did you manage to get the fine focus to work?

Best, Ren

Paul H.

Thanks for your answer und the comments. Technically and from the point of view of the optics I would consider it as being in a good state. I consulted the Zeiss archive already and found, that the microscope was delivered in April 1883 to the person, whose name is on the microscope and with the optics, which is still on it.
Paul
Ausrüstung:
Olympus BHS, SPlan-Apochromate 4x bis 100x Öl
Zeiss Standard 25, Oktovar + Neofluare.
Verfahren: Hellfeld, Dunkelfeld, Polarisation und Phasenkontrast.

peter-h

#3
Kleine Ergänzung dazu.

Leitz-Brief-2a.jpg
LOGO.jpg
Leitz-Mik.jpg
Objektive-4.jpg

Peter

olaf.med

Lieber Peter,

dies ist wahrscheinlich eine Mitteilung von Rolf Beck, dem früheren Firmenhistoriker der Fa. Leitz, der hier allerdings irrt. Die Geräte aus dieser Zeit waren niemals mit Zaponlack lackiert - "zaponiert" - der war zu diesem Zeitpunkt noch garnicht erfunden. Die Instrumentenlacke waren damals sog. Spirituslacke auf alkoholischer Basis, wobei verschiedenen Baumharze und Schellack in durch Kurkuma und Safran gelb gefärbtem Alkohol gelöst waren. Aus mir unerfindlichen Gründen wird heute allgemein von "Zaponieren" gesprochen, obwohl das falsch ist.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Jürgen Boschert

Lieber Olaf,

herzlichen Dank! Das war mir so auch nicht klar. Aufgrund der "Zaponiererfraktion" hatte ich fälschlicherweise Spiritus- und Zaponlack als synonym betrachtet.
Beste Grüße !

Jürgen

peter-h

@ olaf :
Der Kandidat hat 100 Punkte  :)

Leitz-Brief-3.jpg

Tropische Grüße
Peter