Was ist so Besonders an den Leitz SM Mikroskopen bis 1970

Begonnen von Leitz SM Mikroskop, September 19, 2026, 23:52:25 NACHMITTAGS

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Leitz SM Mikroskop

Hallo was ist so Besonders an den Leitz
SM Mikroskopen die bis 1970 Hergestellt worden sind ???

In Punkto Verarbeitung Qualität Haltbarkeit Langlebigkeit und der Qualität der Mikroskopischen Ojetiven ?

Im Gegensatz zu den Zeiss Mikroskop aus der DDR und aus west Deutschland?

Was gefällt euch so sehr an dem Leitz SM Mikroskopen die bis 1970 Hergestellt worden sind?

Ich meine die Schwarzen Leitz SM Mikroskopen


Clemens1

Meiner Meinung nach nichts Besonderes. Einfach die bekannte Leitz-Qualität.
Bei regelmäßiger Wartung halten sie extrem lange. Und sie sind konstruktiv nicht besonders komplex, weshalb die Wartung einfacher ist.

Ulf Titze

#2
Hallo,

diese kleinen Schwarzen von Leitz sind haptisch etwas ganz Besonderes. Die präzise Mechanik erinnert mich an das sanfte, präzise Klicken einer analogen Leitz-Kamera. Und auch optisch sind die Mikroskope hervorragend.

Ich finde insbesondere die kurzen (37 mm) Achromate aus dieser Zeit bemerkenswert gut. Angenehmerweise gibt der Gebrauchtmarkt derzeit einiges her. Kombiniert mit einem der alten, einstellbaren Periplan 10×/18-Okulare lassen sie für Hellfelduntersuchungen lange Zeit keine Wünsche aufkommen.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16216.msg124829#msg124829

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=17309.0;topicseen

Das Ganze ergibt ein sehr handliches System, das man problemlos im Schrank oder Regal unterbringen kann, das keinen Platz auf dem Schreibtisch blockiert und das den Vergleich mit Standard- oder anderen Labormikroskopen nicht zu scheuen braucht. Auch in puncto Ausbaubarkeit hat das System einiges zu bieten, wie Wolfgang in seinem wunderbaren Faden dargestellt hat.

Gruß
Ulf
"Do not worry about your problems with mathematics, I assure you mine are far greater." (A. Einstein)

"Komm wir essen Opi!" - Satzzeichen können Leben retten!!!

Leitz SM Mikroskop

Zitat von: Ulf Titze in September 20, 2026, 12:19:05 NACHMITTAGSHallo,

diese kleinen Schwarzen von Leitz sind haptisch etwas ganz Besonderes. Die präzise Mechanik erinnert mich an das sanfte, präzise Klicken einer analogen Leitz-Kamera. Und auch optisch sind die Mikroskope hervorragend.

Ich finde insbesondere die kurzen (37 mm) Achromate aus dieser Zeit bemerkenswert gut. Angenehmerweise gibt der Gebrauchtmarkt derzeit einiges her. Kombiniert mit einem der alten, einstellbaren Periplan 10×/18-Okulare lassen sie für Hellfelduntersuchungen lange Zeit keine Wünsche aufkommen.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16216.msg124829#msg124829

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=17309.0;topicseen

Das Ganze ergibt ein sehr handliches System, das man problemlos im Schrank oder Regal unterbringen kann, das keinen Platz auf dem Schreibtisch blockiert und das den Vergleich mit Standard- oder anderen Labormikroskopen nicht zu scheuen braucht. Auch in puncto Ausbaubarkeit hat das System einiges zu bieten, wie Wolfgang in seinem wunderbaren Faden dargestellt hat.

Gruß
Ulf

Wie genau meinst du das jetzt welche Hersteller Findest du den Besser Leitz SM Mikroskopen oder Zeiss Mikroskop bis zum 1970 Hergestellt worden sind??

purkinje

#4
Hallo zusammen,
ich glaube nicht dass man das so einfach mal beantworten kann (Zeiss oder Leitz "schwarz"),
beim Leitz Modell SM kommt es sehr darauf an ob
  • einem der kombinierte Grob-/Feintrieb taugt (ja es gab spät auch  duale, also getrennte Triebe: SM-D)
  • es einen vernünftigen koaxialen Tischtrieb hat
  • welche Optik man ihm gönnt (ich neige bei meinem Reisemodell zu Periplan GF 10 und den seltenen NPL Fluotaren der 170mm Ära)*
  • ein Trino zum Fotografieren/Filmen gebraucht wird (am SM selten aber die Tuben des großen Bruders Laborlux III haben ja auch eine 41 mm Schwalbe und sind baugleich)
  • wie die Beleuchtung auf LED umgebaut ist und welcher Kondensor verwendet wird, ich empfehle die 600er (schwarze "Badewanne" mit Apl 0,9-Kopf)
* noch eine Anmerkung zu den kurzen, 37mmm Abgleichlänge, Achromaten:
die besten sind m.E. diejenigen aus der allerletzten Serie (messingfarbige Gewinde), bei den älteren Serien der gefederten Achromate gibt es sehr variable Qualitäten und auch Erhaltungszustände nach bis zu 70 Jahren!
Beste Grüße Stefan

Ulf Titze

Hallo Namenloser,

DAS beste Mikroskop gibt es aus meiner Sicht nicht. Es kommt darauf an, was man damit machen möchte und welche Eigenschaften einem wichtig sind. Eine pauschale Rangfolge von Herstellern oder der direkte Verlgeich zwischen Leitz und Zeiss helfen da wenig.

Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob ich für ein größeres Projekt über längere Zeit ein großes, weit ausgebautes Mikroskop auf dem Tisch stehen habe oder ob ich ein Gerät möchte, das ich bei Bedarf aus dem Regal oder Schrank nehmen und anschließend wieder verstauen kann.

Genau darin liegt für mich der besondere Reiz des Leitz SM: Es ist ein sehr kompaktes, handliches System, das sich bei Hellfelduntersuchungen hinsichtlich seiner optischen Leistung durchaus mit deutlich größeren Labormikroskopen messen kann, die üblicherweise dauerhaft auf dem Arbeitstisch stehen. Vergleichbare Lösungen gibt es auch von anderen Herstellern. Mir persönlich gefallen die Haptik und die präzise Mechanik des SM besonders. Das kann man selbstverständlich anders empfinden.

Dieses Ranglistendenken wird den unterschiedlichen Geräten und ihren Einsatzmöglichkeiten nicht gerecht – in der Mikroskopie ebenso wenig wie in vielen anderen Bereichen. Meine Wertschätzung für das Leitz SM ist keine Bestenliste.

Gruß
Ulf
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Aljoscha

Hallo,

Die Leitz-Achromaten, mit denen das SM verkauft wurde, waren schon ziemlich gut. Allerdings sollte man sich der Einschränkungen bewusst sein. Das sind keine Plan-Objektive. Stellt man in der Mitte scharf, ist der Rand unscharf. Das fällt bei Vergrößerungen > 10 direkt auf. Auch die Vergütung ist nicht auf modernem Niveau.

Mit der Bildqualität moderner Plan-Achromaten, wie sie in modernen Mikroskopen der unteren Preisklasse im Zeiss Primostar, Leica DM500 oder Motic Panthera verbaut werden, können diese Objektive nicht konkurrieren. Ich habe sowohl ein Leitz SM (mein Reisemikroskop) als auch ein Hund Medicus Pro mit Unendlichoptik. Da liegen Welten dazwischen, was die Bildqualität angeht.

Man kann das SM natürlich aufpeppen, indem man Großfeldokulare und Plan-Fluotare verwendet. Letztere gab es aber nur mit 45 mm Abgleichlänge. Da das SM auf 37 mm konstruiert ist, wird es dann unter dem Tisch recht eng. Für einen Filterhalter am Kondensor ist dann kein Platz mehr.

Viele Grüße

Alexander

rhamvossen

#7
Hallo Alexander,

ZitatDa liegen Welten dazwischen, was die Bildqualität angeht

Kannst du das mal mit ein guter Bildvergleich zeigen? Die Welten die dazwischen liegen (abgesehen von die Randunschärfe) sehe ich nämlich nicht. Beste Grüsse,

Rolf

Ulf Titze

#8
Hallo,

ich bin da vollkommen bei Rolf. Meines Erachtens wird die Leistungsfähigkeit guter Achromate hoffnungslos unterschätzt und der praktische Nutzen hochkorrigierter Objektive ebenso hoffnungslos überschätzt.

Ich bin Pathologe und verbringe einen erheblichen Teil meiner Arbeitszeit am Mikroskop. Tatsächlich ist mir der Unterschied zwischen achromatischen und höher korrigierten Fluoritobjektiven in all den Jahren genau einmal bewusst aufgefallen. Ich hatte mein privates Mikroskop mit Plan-Neofluaren ausgestattet und während eines dreiwöchigen Urlaubs ausschließlich damit mikroskopiert. Als ich anschließend bei der Arbeit wieder durch meine gewohnten Plan-Achromate schaute, empfand ich die Farbsäume zunächst tatsächlich als eine leichte Unschärfe. Nach etwa zwei Minuten war dieser Eindruck allerdings wieder verschwunden.

Natürlich sind die Unterschiede in der optischen Korrektur real und unter entsprechenden Bedingungen nachweisbar. Genauso wie Rolf bezweifle ich nur, dass sie für die alltägliche visuelle Mikroskopie auch nur annähernd die Bedeutung haben, die ihnen häufig zugeschrieben wird. Gerade bei den alten Leitz-Achromaten finde ich immer wieder bemerkenswert, welche Bildqualität sich mit vergleichsweise einfachen optischen Mitteln erzielen lässt. Die fehlende Bildfeldebnung ist natürlich eine Einschränkung. Aber beim visuellen Mikroskopieren von Tümpelproben, bei dem ich ohnehin ständig den Objekttisch bewege und nachfokussiere, ist sie doch kaum relevant. Bei histologischen Präparaten sieht das anders aus, aber die dürften hier im Forum eher eine untergeordnete Rolle spielen. Und wer auf eine Bildfeldebnung nicht verzichten möchte, möge sich einmal die alten (grauen) NPL (Achromate) von Leitz ansehen. Für mich bislang die am meisten unterschätzten Objektive, die ich kenne.

Vielleicht schlägt beim Fachsimpeln über immer aufwendigere Objektivkonstruktionen auch ein wenig die Begeisterung für technisch perfektionierte Männerspielzeuge durch. Man sollte sich aber davor hüten, technische Perfektion hinsichtlich Planität, Farbkorrektion und Auflösungsvermögen mit praktischem Nutzen gleichzusetzen. Ein Plan-Achromat ist nicht schon deshalb das bessere Objektiv, weil er ein bis zum Rand ebenes Bild liefert. Und ein Achromat ist nicht deshalb optisch minderwertig, weil er keine aufwendigere Farbkorrektion besitzt.

Viele Grüße
Ulf
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Ulf Titze

#9
... sorry, falsch geklickt.

@Moderatoren: der Beitrag kann entfernt werden.
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Aljoscha

Zitat von: rhamvossen in September 27, 2026, 09:15:22 VORMITTAGKannst du das mal mit ein guter Bildvergleich zeigen? Die Welten die dazwischen liegen (abgesehen von die Randunschärfe) sehe ich nämlich nicht.


Hallo Rolf,

Da beide Mikroskope Binokulartuben haben, könnte ich nur durch die Okulare fotografieren und das bringt wenig.

Abgesehen von der Plankorrektur fallen das größere Bildfeld der Weitfeldokulare moderner Mikroskope, die Farbbrillianz und der Kontrast auf. Die alten Leitz-Achromaten sind schon sehr gut, ich benutze eine Menge davon, aber der technische Fortschritt der letzten 60 Jahre ist nicht zu übersehen. Auch der Phasenkontrast des modernen Mikroskops spielt in einer ganz anderen Liga als das, was Leitz in den 60er und 70er Jahren geliefert hat.

Sieht man sich die Qualität moderner Plan-Achromaten an, stellt sich in der Tat die Frage, ob man hochkorrigierte Plan-Neofluare oder gar Plan-Apochromaten wirklich braucht.

Viele Grüße

Alexander

rhamvossen

#11
Hallo Alexander,

ZitatDa beide Mikroskope Binokulartuben haben, könnte ich nur durch die Okulare fotografieren und das bringt wenig.

Wieso bringt das wenig? Wenn da wirklich Welten zwischen liegen wie du sagst dann sollte das auch zu sehen sein wenn man durch die Okulare fotografiert. Auf meine HP habe ich auch so etwas gezeigt, hier ein Vergleich (Tulpe Pollen) zischen Zeiss Achroplan 40x/0.65 (Unendlich, links) und Olympus 40/0.65 (Endlich, aus den 60er Jahre, rechts):



In diesem Beispiel hatte ich nicht dieselbe Lichtquelle verwendet, also hier sieht man auch schon einen Unterschied in Farbwiedergabe, Halogen (Zeiss) versus LED (Olympus). Ich habe hier nicht mit dem Handy aber mit einem Systemkamera durch die Okulare fotografiert (freihändig).

ZitatAbgesehen von der Plankorrektur fallen das größere Bildfeld der Weitfeldokulare moderner Mikroskope, die Farbbrillianz und der Kontrast auf.

Das größere Bildfeld sehe ich nicht als Qualitätsmerkmal, die Plankorrektur ebenfalls nicht. Die Farbbrillianz und der Kontrast kann auch bei die ältere Objektive der 60er Jahre schon gut sein.

ZitatAuch der Phasenkontrast des modernen Mikroskops spielt in einer ganz anderen Liga als das, was Leitz in den 60er und 70er Jahren geliefert hat.

Auch hier gilt: gerne zeigen. Beste Grüsse,

Rolf