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Methylzellulose

Begonnen von treinisch, Mai 22, 2010, 23:35:25 NACHMITTAGS

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Klaus Henkel

Zitat von: Werner in Mai 25, 2010, 09:12:36 VORMITTAG

Das mit den Quitten im Garten hat nicht geklappt. Der blöde Strauch hat alle abgeworfen, sind nicht mehr da.
Aber es sind schon neue in Erbsengröße dran.
Geht das wirklich auch mit Apfelkernen? Meine Oma hatte die Quitten gebraucht, um Apfelgelee herzustellen,


Nein Apfelkerne schleimen nicht, wohl aber Leinsamen. Dennoch: In "Mikroskopikerkreisen" seit der Jahrhundertwende 1900 hat sich kein anderer Schleim als der von Quittenkernen überliefert, soweit mir bekannt.
KH

detlef.q

#16
Hallo,
als Neuling durchsuche ich zur Zeit das Forum und bin auf dieses Thema "Methylcellulose" gestoßen. Ich habe bisher noch nicht gewusst, dass man MC als "Retardierungsmittel für Einzeller" einsetzen kann. Ich habe vor einiger Zeit in einer MC-Lösung mehrere Fasern gefunden. Es muß sich dabei um teilveretherte unlösliche, bzw. angelöste Cellulosefasern handeln. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere schon mal so eine Faser entdeckt hat und nicht wusste was er da gefunden hat.
Viele Grüße
Detlef






Herne

Hallo liebe Mikronauten,
ich nehme hier diesen alten thread wieder auf, weil ich bei der Recherche über Flohsamenschleim nicht recht weiterkomme.
Nach etlichen Bemühungen ist mit schließlich gelungen, im größten Dorf des Nordhunsrücks den pp. Samen auf zu treiben.
Wie gewinne ich aber nun den Schleim : Einfach ansetzen mit Aqua dest und ein Paar Tage warten ?
Wie trenne ich dann das erstrebte vom voraussichtlichen Bodensatz? Wie lange ist eine solche "Suppe" haltbar?
Was kann man tun, um diese Haltbarkeit zu erhöhen? Pasteurisieren?
Und schließlich : Wie bringt man die Protozoen in diese Flüssigkeit?
In all diesen Fragen bin ich ausgesprochen unerfahren und würde mich über Lösungsvorschläge und Anregungen sehr freuen. :)

Im Augenblick huschen die Viecher mir durchs Bildfeld und haben nicht mal ´ne 125-stel Sekunde Zeit für mich.  :-[

m.f.G.
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

Hyperion

ZitatIm Augenblick huschen die Viecher mir durchs Bildfeld und haben nicht mal ´ne 125-stel Sekunde Zeit für mich. 

Wir machen es mit unseren Studenten immer per Hitzeschock. Das geht besser als Tapetenkleister und andere Sachen die wir früher immer genommen haben.

Man braucht eine regelbare Heizplatte (1 Nachkommastelle genau), da kommt dann der Objektträger bei 48 °C für 1-3 Minuten (ausprobieren, auch mit der Temperatur) drauf und die Viecher sind wie gelähmt.

Wenn man es richtig macht sterben die auch nicht sondern bewegen sich nach mehreren Minuten wieder weiter.

Herne

Hallo zusammen!
@ Hyperion : Der Vorschlag , eine Ruhigstellung der Protisten mit Wärme zu erreichen, ist für mich völlig neu, vielen Dank für die Anregung.
Leider ist es jedoch so, dass ich eine derart genau regelbare Wärmeplatte nicht besitze. Meine verfügt nicht einmal über eine Temperaturanzeige; sie ist also für das Verfahren vollkommen ungeeignet. Im Netz habe ich bisher auch keine gefunden, die diese Voraussetzungen erfüllt und dabei für einen Amateur wie mich finanzierbar ist.
Ich werde es wohl weiter mit der Gelee-Methode versuchen und über die Ergebnisse hier berichten, denn ich bin gewiss nicht der einzige, der mit solchen Einschränkungen leben muss.
@ Mila : Da meine Kenntnisse in pharmazeutischer Verfahrenstechnik, mild ausgedrückt, sehr rudimentär sind, könnten Sie mir hier ein wenig auf die Sprünge helfen?  Wie trenne ich den Schleim vom Rest ? Es wäre sehr nett, wenn Sie mir hier weiter helfen könnten.
@alle :
Wenn jemand weiteren Rat weiß, bin ich für Hilfestellungen dankbar. :)
m.f.G.
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

Alfons Renz

Lieber Herr Reinisch,

Zur Hitzeinaktivierung (zumindest von Nematoden, bei denen ich meine Erfahrungen gesammelt habe), genügt ein Gasfeuerzeug und die Regel: So lange aus größerer Entfernung erhitzen, bis man anfängt, sich die Finger zu verbrennen. Statt des Gasfeuerzeugs habe ich im 'Busch' allerdings einfachheitshalber den Schlot des Petroleum-Kühlschranks verwendet. Einfach ausprobieren, wieviel Hitze zuträglich ist.

Statt des Quittenschleims wird auch Traganth empfohlen, ein ähnliches Pflanzenprodukt, das es als wasserlösliches Pulver in wohlsortieren Apotheken und Drogerien zu kaufen gibt (vielleicht inzwischen: gab).

Viel Erfolg!

Alfons


Mila

Zitat von: Herne-Tr in Juni 19, 2010, 22:12:29 NACHMITTAGS
@ Mila : Da meine Kenntnisse in pharmazeutischer Verfahrenstechnik, mild ausgedrückt, sehr rudimentär sind, könnten Sie mir hier ein wenig auf die Sprünge helfen?  Wie trenne ich den Schleim vom Rest ? Es wäre sehr nett, wenn Sie mir hier weiter helfen könnten.

Hallo Herbert,

heute vormittag habe ich ein bisschen "experimentiert", es folgen Fotos einer eher unpharmazeutischen Verfahrenstechnik ;D
(Cave: die Fotos sollen der Informationsvermittlung dienen und erheben keinen Anspruch auf Perfektion! ;))

1 ml Flohsamen mit lauwarmen Wasser versetzt, ab und zu geschüttelt, nach ca. 20 min versucht, den Schleim durch ein Teesieb zu streichen => Abtrennung des Schleims missglückte, da Maschenweite zu klein.
Anschließend "normales" Haushaltssieb verwendet, Schleim mit Teelöffel durchgedrückt, ging halbwegs. Natürlich müsste man das Verhältnis Samen zu Wasser austüfteln, um eine halbwegs reproduzierbare und geeignete Viskosität des Schleims zu bekommen.










Zu Tragant (Tragacantha): von Caelo gibt es als kleinste Menge 50g, jede Apotheke kann es bestellen (vorher Preis erfragen!). Die Volumenzunahme ist pH-abhängig: im Sauren das 13-, im Neutralen das 43-fache!

Viele Grüße
Mila

Herne

Hallo Mila,
vielen Dank für die prompte Antwort und die damit verbundene, viele Arbeit! :D
Die (im übrigen wirklich guten) Makrofotos zeigen den Übelstand, an dem ich scheiterte, sehr genau.
Auf die Idee mit dem Haushaltssieb bin ich jedoch nicht gekommen ...
Manchmal denke ich halt zu kompliziert und sehe die nahliegende Lösung nicht. Jedenfalls bin ich mit der beschriebenen Methode erstmal ein gutes Stück weiter und kann die Experimente fortsetzen. :)
Der Sache mit Tragant (Tragacantha) werde ich morgen einmal nachgehen, die Separierung wäre dann, wenn ich´s richtig verstehe, nicht erforderlich

Mit freundlichen Grüßen
Herbert

Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

Mila

Hallo Herbert,

gern geschehen :)

nur als Tipp: Methylcellulose (kleinste Menge: 25g) ist viel preiswerter als Tragant.

Mir fiel noch ein, dass man die Flohsamen vielleicht auch in eine auseinandergefaltete Mullkompresse geben kann, zuschnüren, in Wasser quellen lassen und dann den Samen aus- bzw. den Schleim durch die groben Maschen drücken. Ich werde das mal ausprobieren :)

Viele Grüße
Mila


Klaus Herrmann

Lieb Mila,

und was hält die Chefapothekerin von der Anwendung einer Zentrifuiiiii ? ???
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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treinisch

Hallo Mila,

kann man das nicht abnutschen? zB. durch Schwarzband?

Vielleicht wäre auch eine Salatschleuder in Kombination mit einem
Teebeutel erfolgversprechend?

Herzliche Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Mila

#26
Lieber Klaus, lieber Timm,

klasse Ideen! Viel Spaß beim Testen.

Viele Grüße
Mila

Klaus Herrmann

Liebe Mila,

Du musst aber den Flohsamen spenden! Ich hör´ sie schon hüpfen! :D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Ragin

Hallo, ich habe gerade mal mit Aloe Vera experimentiert. Das Geel enthällt aber vereinzelt nadelige Kristalle. Kann jemand sagen, was das sein kann?
Schöne Grüße
Rainer
Ich pflege das bayrische Du, von Mensch zu Mensch

Klaus Herrmann

Hallo Rainer,

Zitatnadelige Kristalle. Kann jemand sagen, was das sein kann

ziemlich sicher Ca-Oxalat wie in der Agave. Siehe Wanner Mikroskopisch-Botanisches Praktikum Seite 98
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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