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Mattschwarz

Begonnen von Eckhard F. H., Dezember 08, 2010, 14:58:43 NACHMITTAGS

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Eckhard F. H.

Hallo zusammen,
im alten Forum war das Thema schon mal auf dem Tapet, es bedrängt mich aber jetzt erneut. Wer kennt eine Bezugsquelle für das schöne Profi-Mattschwarz, mit dem optische Instrumente innen versehen sind. Zeiss hat seine Lieferung (an Privatpersonen lt. Auskunft eines seriösen Optikgeschäftes) vor ca. 10 Jahren eingestellt. Hier http://www.astrogeraete.de/Antireflexfarbe.html  wird/wurde(?) zwar ähnliches angeboten, bin aber etwas skeptisch. Hat vielleicht jemand Erfahrung damit? Schwarzes Velour als Ersatzvariante gefällt mir auch nicht so recht.
Gruß - Eckhard N.

Detlef Kramer

Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Eckhard F. H.

Hallo Detlef,
danke für die Nachhilfe. Ist eben bestellt. Bezüglich Qualität bin ich aber eher skeptisch, weil für Farben und Kleber des Nichtprofihandels schon ordentlich Lehrgeld bezahlt wurde. Aber den Versuch ist es angesichts des noch moderaten Preises wert.
Gruß - Eckhard N.

Rawfoto

Hallo Eckhard

Auch ich hatte dieses Problem bei meinen diversen Umbauten von Fototeilen schon sehr oft. Aus meiner Sicht wirst Du mit dem Teil den Du bestellt hast nicht glücklich, zumindest ich war absolut nicht zufrieden.

Ich setze erfolgreich folgende Kombination ein:

ADLER Kunstharz Mattlack schwarz & Adler Mattkonzentrat

Du musst beides zusammen mischen und kannst mit der Menge der Beigabe vom Mattkonzentrat steuern wie matt es werden soll.

ACHTUNG: nur kleine Mengen mischen, die gemischte Farbe ist nicht lagerfähig, Du hast ungefähr 10 Minuten zur Verarbeitung!!!

Meine Tests haben ergeben, die benötigte Zugabe liegt im Bereich von 20 bis 25% (also mehr als die Werksangabe), Die Oberfläche muss sauber sein und ich trage 3 Schichten auf. Die einzelnen Schichten müssen absolut trocken sein, wenn nicht kannst Du Dich gleich mit dem Thema ==> wie entferne ich den Lack wieder beschäftigen!

Achtung ==> die Verarbeitung muss bei ca. 25 Grad erfolgen und ich trockne im Trockenschrank bei 40 Grad (Trockenzeit pro Schicht ist ca 12 Stunden, ich verdopple zur Sicherheit immer auf 24 wobei die zweiten 12 bei Raumtemperatur erfolgen.

Ich habe damit Bajonettadapter, Zwischenringe, Tuben für Balgengeräte und einen Objektiveinstellstutzen erfolgreich behandelt.

Du kannst die Wirkung noch verbessern wenn Du die Oberfläche mit dem Innendrehstahl auf der Drehmaschine rillst und dann auf die aufgeraute Oberfläche lackierst ...

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Eckhard F. H.

#4
Hallo Gerhard,
sei bedankt für die Information.

ZitatAus meiner Sicht wirst Du mit dem Teil den Du bestellt hast nicht glücklich
Ist auch meine Befürchtung. ;D Was nimmt denn die betreffende Industrie dafür? Deren Belag ist sehr dünn, sehr widerstandsfähig und sehr matt - hmm, hmm. Ich hatte mal eine Sprayflasche mit schwarzem Mattlack (schon der Name ´Lack´stört mich) in der Schweiz gekauft, Basis Nitro. Da hätte draufstehen müssen: Lackschicht bitte nicht berühren. Und sehr matt war er auch nicht. Alles Murks! :'(
Gruß - Eckhard N.






K. Koch

Hallo,
nicht abriebfest, aber für Tuben gut geeignet soll nach
"E. v. Angerer: Technische Kunstgriffe bei physikalischen Untersuchungen"
der Ruß von Campher sein. Kostet z.B. bei Fiebig in Berlin
C014     Campher, krist, 500 g     13.75 EUR
http://fiebig-lehrmittel.de/index.php?showcategoryid=49&showartdetail=839

Habe es selber noch nicht ausprobiert, aber die Packung steht hier schon mal :-)
Ansonsten gibt es das auch in der Apotheke, aber etwas teurer.

Viele Grüße
Klaas

Eckhard F. H.

Hallo Klaas,
danke für den Hinweis. Aber bevor ich ca. 17 Euronen in ein Pfund Kampferruß investiere, hielte ich die Innereien über eine brennende Kerze. Klar, Ruß ist ideal schwarz und matt, erfüllt aber nicht die geringste Anforderung an Abriebfestigkeit, es sei denn, man könnte ihn an irgendwas binden ohne erstere Eigenschaften zu beeinträchtigen. Und wenn loser Ruß erst mal in Hohlräumen drin ist, und man muß konstruktiv variieren oder auch nur reinigen, dann ist es ganz zappenduster. ;D
Gruß - Eckhard N.

K. Koch

Hallo,

stimmt, mit dem Lampenputzer durch den Tubus zu gehen ist dann keine gute Idee mehr :-)

Hatte nicht auch jemand mal Pappe empfohlen?

Wie dem auch sei, wenn ich im Frühjahr (hoffentlich) mal wieder zum Tubusdrehen komme werde ich den Kampfer-Hinweis mal ausprobieren. Muss ich mir nur noch einen langen dünnen Löffel suchen...

Viele Grüße
Klaas

piu58

An Mikroskopen zwar noch nicht ausporbiert, aber Fotografen und Astronomen stehen vor ähnlichen Problemen.
Am besten hat sich selbstklebende Veloursfolie bewährt. Dazu braucht man natürlich wenigstens diesen halben Millimeter Luft, den sie als Dicke mitbringt. Die Folie gibt es auf dem Baumarkt oder im Fotoversand Brenner.
Neue Folie neigt zum Fusseln. Deshalb: Abbürsten und zum Schluss mit Paketklebeband abziehen. Ich habe auf diese Weise ein (ziemlich großes) Fernrohr und mehrere Mittelformatkameras ausgekleidet.
Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe

olaf.med

Hallo ihr Mattschwärzer,

ich oute mich hier einmal mit einer Primitivlösung, die ich seit vielen Jahren mit bestem Erfolg anwende, und die verblüffend einfach und billig ist. Ich verwende schlicht schwarze Abtönfarbe aus dem Malergeschäft oder dem Baumarkt. Die ist völlig unproblematisch in der Verarbeitung da wasserlöslich und bestens mit feinen Pinseln aufzutragen. Selbst ungleichmäßige Schichten werden nach der Trocknung wunderbar gleichmäßig mattschwarz und erstaunlich beständig, selbst gegen Wasser. Sie ist sicher für hochbeanspruchte Außenflächen nicht gut, aber für innere Teile ganz hervorragend geeignet! Auch für das Auslegen von Gravuren und Teilungen ist sie viel besser als Lackfarbe.

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Eckhard Grieger

Hallo zusammen,

der Astronom schaut auch gerne hier:

http://www.gerdneumann.net/v2/deutsch/schultafelfarbe.html

Gruß, Eckhard Grieger

piu58

Zitat von: Eckhard Grieger in Dezember 09, 2010, 11:38:13 VORMITTAG
Hallo zusammen,

der Astronom schaut auch gerne hier:


Das haben wir alles durch. Solche Farbe glänzt ziemlich stark, wenn man sie aus einem flachen Winkel anschaut, richtig speckig. Tauglich wird sie durch Beimischungen - von Sägespänen an abwärts. Aber auch da hat man eine "Krümelproblematik".
Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe

Eckhard F. H.

ZitatSolche Farbe glänzt ziemlich stark, wenn man sie aus einem flachen Winkel anschaut

Eben das ist des Pudels Kern! Professionelle schwarze Mattbeschichtung glänzt dabei kaum. Zudem ist sie dünn, hart und abriebfest.

Rawfoto

Tja liebe ForumskollegInnen

Genau aus diesen Gründen verwende ich die von mir weiter oben beschrieben Lösung. Im Lackfachgeschäft meist lagernd und unter 25.- Euro für beide Farbtöpfe ...

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Siegmar Dehmer

Liebe Mikroskopiker,

Tetenal hatte früher unter anderem "Fotolack stumpfmatt schwarz" in 100-ml-Fläschchen, den ich bei Fotobasteleien verwendete und mit dem ich sehr zufrieden war. Heute scheint Tetenal nur noch mattschwarzen Kameralack in Spraydosen zu führen - damit habe ich keine eigenen Erfahrungen.

Nur noch ein Tipp: Bei Mattlack ist es noch wichtiger als bei glänzendem, den eventuellen Bodensatz gründlich aufzurühren - sonst wird er weniger matt!

Herzliche Mikrogrüße und "Gut Schwarz", Sigi Dehmer