Zeiss Phako-Kondensor

Begonnen von beamish, März 07, 2011, 18:55:46 NACHMITTAGS

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wilfried48

#30
Hallo JB,

nein das Hebelchen fixiert nicht. der Schraubenschlitz ist nur dazu da das Hebelchen durch herausdrehen abzunehmen.

Ich würde in die Blende und ihren äusseren Vertstellring WD 40 eindringen lassen und dann immer wieder ohne Gewalt versuchen die Blende wieder gängig zu bekommen. (WD40 in ein Gläschen sprühen und mit Pinsel sukzessive
auftragen).

Ich habe früher mal eine total festgerostete Irisblende im selben Kondensor wieder so gängig gemacht. Eine der dreizehn Lamellen war sogar schon durchgerostet und daher so dünn, dass sie  bei der ersten Blendenbewegungen sich dann vollends herausgearbeitet hat und abfiel. Aber der Rest läuft bis jetzt wie geschmiert. Man merkt praktisch nicht, dass  eine Lamelle fehlt. Die neueren Zeiss Irisblenden haben sowieso nur noch 6 Lamellen, die restlichen wurden dem Profitstreben geopfert, weil Zeiss inzwischen auch Blendenlöcher mit 6 Lamellen als ausreichend rund ansieht  ;D.

viele Grüsse
Wilfried
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reblaus

Hallo -

bei dir ist (hoffentlich nur) der Verstellring in den das Hebelchen eingeschraubt festgeklebt (auf der anderen Seite, die man im Foto nicht sieht). Wenn die WD 40/Petroleum-Behandlung nichts bringt, musst du weiter zerlegen um von der anderen Seite ranzukommen. Dort ist ein Ring eingeschraubt, den man mit geeignetem Werkzeug (Blechscheibe) etwas herausschrauben kann.
Aber nicht ohne zuvor eine winzige Madenschraube im Ring gelockert zu haben, die dieses Herausschrauben verhindern soll !!!!
Erst mal den Ring nicht ganz herausschrauben, sondern nur lockern und dann wieder Petroleum drangeben.
Wenn man ihn ganz herausschraubt, kann man den Verstellring und die Lamellen ganz herausnehmen, putzen und trocknen - das Wiedereinsetzen der 13 Lamellen ist aber einem getrennten Kapitel vorbehalten  ;D.

Gruß

Rolf

-JS-

#32
Hallo JB,
der Metallhebel ist als 'verlängerter Schraubenkopf' anzusehen und hat keinen Einfluß auf die Beweglichkeit des Blendenringes. Der Schlitz ist lediglich für den Ein- und Ausbau dieses Hebels vorgesehen.
Die von Dir geschilderte Unbeweglichkeit der Iris ist mit Sicherheit auf eine Veharzung des Blendenringes zurückzuführen. Zur Abhilfe muß die Zentralschraube an der Unterseite des Kondensors gelöst und die Revolverplatte abgenommen und umgedreht werden.
Die Verstelleinheit der Irisblende wird durch eine mittels Gewindestift(en) gesicherte Ringmutter gehalten, also dort Gewindestift(e) lösen und die Ringmutter mit geeignetem Schlüssel herausdrehen. Das kann schwer sein, da sich auch im Gewinde dieser Mutter bereits verharztes Öl befinden kann. Wenn das Herausnehmen der Mutter erfolgreich war, ist bei unverändert belassenem Zustand von Blendenring und Blendensegmenten zunächst einmal der Einsatz von mit Pinsel (Größe 01) reichlich aufgetragenem Reinigungsbenzin angesagt, denn das Wieder-Hineinfummeln der Blendensegmente ist wirklich nur etwas für jemanden, der sich längere Zeit mit Zen oder Ähnlichem beschäftigt hat (Ommmm...)
Irgendwann wird sich der Ring wieder drehen lassen.
Wenn das der Fall ist: trocken tupfen, erneut Gängigkeit prüfen, nicht ölen oder fetten und dann Rückbau der Ringmutter und anschließendes Neusetzen der (des) Gewindestifte(s).
Wenn nicht: Dann musst Du wohl oder übel den Beitrag von Bernd zu diesem Thema nacharbeiten.
Viele Grüße
Joachim
Edit: Wilfried und Rolf waren schneller...sorry...
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

JB

Hallo Wilfried, Rolf und Joachim,

Danke fuer die Tips. Ich werde es zuerst einmal mit dem Einwirken von aussen versuchen.

Ich schwanke noch zwischen Reinigungsbenzin und WD40. Besteht die Gefahr, dass WD40 ueber lang die umliegenden Plastikteile oder die Farbe angreift? Wenn dem so waere wurde ich vielleicht zuerst mit Hexan beginnen.

Wenn das nicht klappt, werde ich wohl versuchen die Rueckseite zu oeffnen. Hat einer von Euch zufaellig ein Photo davon was mich dort erwartet? Ich habe vor kurzem einen PZO Kondensor zerlegt und es gerade so geschafft die Iris wieder zusammenzuschieben ... das sollte mir besser mit dem 46 77 55 mit passieren. Waere gut eine Idee von der Anatomie zu haben bevor ich den Bauchraum eroeffne : )

Jon


JB

Danke Bernd,

Genau wonach ich gesucht habe. Da kommt ja was auf mich zu.

Nomarski

Hallo Jon,


bevor du dir die Arbeit machst und die Lamellen ausbaust, was vielleicht gar nicht notwenig ist, lockere zuvor etwas diese Schlitzmutter, nachdem die kleine Madenschraube gelöst wurde. Vielleicht bewegt sich dann schon was und sie war nur etwas zu fest angezogen, daß der Irisring quasi geklemmt hat.

Viele Grüße
Bernd

wilfried48

Zitat von: JB in November 23, 2011, 23:09:01 NACHMITTAGS
Danke fuer die Tips. Ich werde es zuerst einmal mit dem Einwirken von aussen versuchen.

Ich schwanke noch zwischen Reinigungsbenzin und WD40. Besteht die Gefahr, dass WD40 ueber lang die umliegenden Plastikteile oder die Farbe angreift? Wenn dem so waere wurde ich vielleicht zuerst mit Hexan beginnen.

Hallo Jon,

nein WD40 ist ein Reinigungs- und Pflegeöl und greift keine Lacke und Kunststoffteile an. Das ist der Unterschied zu härteren Rostlösern wie z.B. Caramba. Im Unterschied zu Lösemitteln die das verharzte Fett nur anlösen und wieder festbacken lassen bleibt  das Ganze nach meiner Erfahrung dauerhaft gängig. Wenigstens hatte ich noch keinen anderen Fall und ich habe schon viele Teile mit WD40 gängig gemacht.

viele Grüsse
Wilfried

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treinisch

Hallo,

ich habe keine Erfahrung mit WD40 an Kunststoffteilen, aber
der Hersteller sagt, es verhalte sich hinsichtlich der Materialverträglichkeit
wie sauberes Reinigungsbenzin.

Daraus folgt schon mal zwingend, dass mit Hexan statt WD40 jedenfalls kein
Gewinn entsteht.

Aber WD40 dürfte also sehr wohl Kunststoffe angreifen. PE und PP sollten
geringfügig angegriffen werden, PS vermutlich stark. Alle Kunststoffe die
Weichmacher enthalten dürften angegriffen werden und oberflächlich
rissig und spröde werden. Polycarbonate werden durch Hexan, also auch
durch WD40, meines Wissens bröselig.

Aber Du willst Das WD40 ja vermutlich auch nicht 5 Jahre im Kondensor
lassen?

Viele Grüße
Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

wilfried48

#39
Hallo,

hier noch mal ein link zu der Internetseite des Hersteller mit den Angaben über Nebenwirkungen
auf Kunsstoffe und Lacke:

http://www.wd40.de/markenportfolio_wd40_faq_de.php

Ausser bei hochpolierten klaren Kunststoffoberflächen kann ich mir keine relevanten Nebenwirkungen vorstellen, man taucht das ganze ja schliesslich nicht tagelang in WD40.
Und nach verdunsten der leichtflüchtigen Bestandteile bleibt die korrosionschützende und schmierende Wirkung des Rests übrig.
Das ist ja gerade der Unterschied zu Reinigungsbenzin und Hexan wo man zu Reinigen auf jeden Fall zerlegen muss und anschliessend neu fetten oder ölen.

WD40 ist etwas für faule Mikroskopiker ! Zerlegen, reinigen, neu fetten und wieder zusammenbauen kann man bei
Scheitern mit WD40 immer noch  ;D
Wichtig ist in jedem Fall, sparsam verwenden, also nicht einfach drübersprühen, sondern in Gläschen sprühen und dosiert von dort mit Pinselchen oder Zahnstocher auftragen. Aber man muss auch nicht übertriebene Angst davor haben aus versehen Optikflächen zu verunreinigen, denn WD40 ist frei von Silikon und Teflon und kann daher mit Wundbenzin auch von Optiken rückstandsfrei entfernt werden.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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TPL

Zitat von: wilfried48 in November 24, 2011, 11:04:05 VORMITTAGman taucht das ganze ja schliesslich nicht tagelang in WD40.
... äh... doch :-[: zumindest ich mache das so.

Hallo Wilfried,
ich nutze WD-40 auch gerne zum "Einlegen" über Tage und Wochen, bis sich verbackene Teile auch ohne Gewalt lösen lassen. Allerdings zerlege ich die Teile vorher, so weit es geht. Nach dem WD-40 kommen die Teile nacheinander in zwei unterschiedlich saubere Waschbenzin-Bäder oder in Xylol (z.B. Blendenlamellen).
Wo das nicht möglich ist, mache ich es wie Du: gaaaaanz sparsam, aber teilweise häufig wiederholt.

ZitatWichtig ist in jedem Fall, sparsam verwenden, also nicht einfach drübersprühen, sondern in Gläschen sprühen und dosiert von dort mit Pinselchen oder Zahnstocher auftragen.
Zum Abfüllen in ein Weck-Glas gehe ich extra nach draußen, denn das Sprühen erzeugt ein feines Aerosol, dass sich auch in einiger Entfernung auf optischen Flächen niederschlägt - sehr lästig!

Gruß, Thomas

Klaus Schloter

Hallo ,empfehle "Break free".ist ein Waffenöl aus USA,in guten Jagdsportgeschäften erhältlich ,macht fast jedes eingetrocknete Schmiermittel über Nacht wieder geschmeidig,greift weder Kunststoff noch Metalle an und hat gute Schmiereigenschaften.Sparsam dosieren! Weis nicht,wie man ggf.letzte Reste von diesem Zeug entfernt. Habe aber damit mein verharztes Optovar ohne Demontage kuriert.

beamish

Hallo Klaus,

"Break Free" ist laut diesem Artikel (S. 48) : http://www.brunox.com/website/daten-brunox/prospekte-pdf/BRUNOX-Waffenpflege-Artikel.pdf

teflonhaltig (z.B. im Gegensatz zu Ballistol). Da warte ich auf die Bedenken/Nichtbedenken der Kenner der Materie.

Grüße

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

JB

Hi,

Fuer's erste funktioniert die Iris jetzt wieder. Ich habe zusammen 25 Microliter fluessiges WD40 mit einer Pipette von aussen auf den Zahnkranz und die Lamellen aufgetragen und nach 6 Tagen Einwirkung liess sich die Iris wieder bewegen.  Entfernen laesst sich das WD40 kaum wieder ohne alles auseinander zu nehmen; ich werde es also erst einmal lassen wo es ist und sehen ob die Verharzung wieder zum Problem wird.

Vielen Dank fuer Eure Hilfe!