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#91
Mikrofoto-Forum / Aw: Aufregende Geburt eines Bl...
Letzter Beitrag von Spectrum - Oktober 09, 2026, 06:21:04 VORMITTAG
Hallo Werner,
Danke für die Info.
Grüße Holger
#92
Mikrofoto-Forum / Aw: Interessante Pilzfunde 185...
Letzter Beitrag von Peter T. - Oktober 08, 2026, 22:35:59 NACHMITTAGS
Hallo Bernd und Arnold,

bin zwar kein Pilzler, aber auch ich finde das eine sehr ansprechende Fragestellung. Was außer Baumwollblau zeigt die Ornamentierung? Vielleicht gibt es ja sogar noch etwas besseres? Insbesondere DIC würde mich da interessieren.

Bin gespannt und wünsche gutes Sammelglück!

Schöne Grüße

Peter
#93
Mikrofoto-Forum / Aw: Interessante Pilzfunde 185...
Letzter Beitrag von Bernd Miggel - Oktober 08, 2026, 22:28:39 NACHMITTAGS
Hallo Arnmold,

andere, bei Ramariasporen wirksame Kontrastverfahren interessieren mich sehr! Vor allem, da ich weiß, dass du sehr gut mikroskopieren kannst.

Viele Grüße
Bernd
#94
Mikrofoto-Forum / Botanik: Silber-Greiskraut (Ja...
Letzter Beitrag von Peter T. - Oktober 08, 2026, 21:46:30 NACHMITTAGS
Das Silber-Greiskraut war früher auch unter dem Namen Senecio cineraria bekannt. Es gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae).
Es ist eine Pflanze des Mittelmeerraumes, wo es sowohl wild als auch (aufgrund seines hübschen Erscheinungsbildes) angebaut anzutreffen ist. Mein Exemplar stammt aus einer Anpflanzung in Istrien.
Ich möchte hier das Blatt zeigen. Der Blattstiel ist sehr kurz.

Zunächst aber der Habitus:

Bild 1


Jacobaea maritima (als Senecio cineraria). Foto: KENPEI, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Senecio_cineraria5.jpg

Die folgenden Schnitte sind entweder nativ oder mit FCA nach Etzold gefärbt. Die Schnittdicke ist einheitlich 30 µm.

Bild 2 (nativ)


Bild 3 (nativ)


Der Querschnitt in Bild 3 zeigt den Abgang der Fiederabschnitte des Blattes. Mich erinnert das etwas an einen Hirschkopf. Das "Geweih" sind die Spreiten und die "Ohren" sind der Abgang weiterer Fiederblättchen. Die dunklen Bereiche im Gewebe deute ich als phenolische Inhalte (bin mir da aber natürlich nicht sicher).


Bild 4 (FCA, HF)


Bild 5 (FCA, Polarisation)


Jetzt noch einige Detail-Bilder, auf denen man die eindrucksvollen Trichome, die einen dichten Pelz bilden, gut erkennen kann.

Bild 6 (FCA, HF)


Bild 7 (FCA, DIC)


Bild 8 (FCA, HF)


Bild 9 (FCA, DIC)


Die folgenden Bilder werden vielleicht nicht jedem gefallen. Ich zeige sie nicht, weil sie biologische Besonderheiten erkennen lassen, sondern nur, weil sie farblich ansprechend sind. Also nur "just for fun".

Bild 10 (FCA, HF)


Bild 11 (FCA, Polarisation)


Bild 12 (FCA, Fluoreszenz)

Leica I3, Blau-Anregung, Erregerfilter BP 450–490 nm, Teilerspiegel DM 510 nm, Sperrfilter LP 515 nm

Bild 13 (FCA, Fluoreszenz)

Leica N2.1, Grün-Anregung, Erregerfilter BP 515–560 nm, Teilerspiegel DM 580 nm, Sperrfilter LP 590 nm

Bild 14 (-->Rätsel)


Das letzte Bild ist eine Rätselfrage. Wer kann sich denken, mit welcher Technik es entstanden ist?


Wie immer freue ich mich über Kommentare, Berichtigungen und Ergänzungen.


Schöne Grüße

Peter

#95
Mikrofoto-Forum / Aw: Interessante Pilzfunde 185...
Letzter Beitrag von A. Büschlen - Oktober 08, 2026, 20:24:49 NACHMITTAGS
Danke Bernd.
Jetzt, nach dem Regen könnte man wieder Ramaria finden. Ich suchen um diese Ornamentierung vergleichend (mit unterschiedlichen Kontrastverfahren) zu dokumentieren.

Grüsse Arnold
#96
Mikrofoto-Forum / Aw: Interessante Pilzfunde 185...
Letzter Beitrag von Bernd Miggel - Oktober 08, 2026, 19:35:41 NACHMITTAGS
Hallo Arnold,

beim Anfärben folge ich Josef Christan in seinem Buch "Die Gattung Ramaria in Deutschland". Es geht um das Sichtbarmachen der Ornamente. Möglicherweise funktioniert das auch mit anderen Reagenzien, womit ich aber keine Erfahrung besitze.

Viele Grüße
Bernd
#97
Mikroskopie-Forum / Aw: Uhren-Überraschung
Letzter Beitrag von witweb - Oktober 08, 2026, 16:09:51 NACHMITTAGS
Hallo,
dann könnte Y für ,,уменьшать" stehen (vermindern, verringern).
LG
Michael
#98
Mikrofoto-Forum / Aw: Interessante Pilzfunde 185...
Letzter Beitrag von A. Büschlen - Oktober 08, 2026, 15:16:55 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

warum hast du die Sporen in Baumwollblau eingedeckt? Sollen die Sporen eine Cyanophilie zeigen?

Grüsse Arnold
#99
Mikrofoto-Forum / Interessante Pilzfunde 185 – B...
Letzter Beitrag von Bernd Miggel - Oktober 08, 2026, 15:11:03 NACHMITTAGS
Bauchweh-Koralle (Ramaria pallida, Synonym R. mairei)

Alle Fundberichte in der Übersicht: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=42360.msg312080#msg312080
sowie:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=49256.new#new

Bild 1 - 20250811_103322_b.jpg
Bild 1 – Junger Fruchtkörper, Schonwald ,,Heselmiss", Nordschwarzwald, saurer Boden, direkt neben kalkgeschottertem Weg. Foto: Liss Hoffmann.

Bei dieser auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkenden Bauchweh-Koralle (Ramaria pallida) haben wir eine der größten Arten der Gattung vor uns. Man erkennt sie an den cremefarbenen Ästen mit rosalichen Astspitzen. Sie geht eine Mykorrhiza mit Laub- und Nadelbäumen, wie Fichten, Rotbuchen, Eichen, Hainbuchen, ein. Voraussetzung sind Kalkböden. In der Rote Liste gefährdeter Pilze Deutschlands (2016) wird sie in der Kategorie 3 (gefährdet) geführt.

Bild 2 - 20250811_103659.jpg
Bild 2 - Fruchtkörper derb, flach aufsitzend, mit weißem Strunk, cremefarbenen Ästen und rosa Astspitzen. Foto: Liss Hoffmann.

Makroskopische Merkmale

Der gesamte Fruchtkörper wird gemäß CHRISTAN 2008 bis 15 cm hoch und 16 cm breit. Eigene Beobachtungen zeigten Breiten von bis zu 20 cm. Im jungen Zustand besitzt der Pilz eine blumenkohlartige Form, reife Fruchtkörper sehen eher strauchartig aus. Der Strunk ist weiß, meist kräftig und sitzt dem Boden breit auf, wobei er mit benachbarten Fruchtkörpern zusammenwachsen kann. Die Äste sind beigefarben und enden bei nicht zu alten Exemplaren in einem rosafarbenem ,,Krönchen". Das Fleisch ist weiß und marmoriert, anfangs fest, später weich. Im Geruch ist die Art angenehm würzig, im Geschmack säuerlich.

Bild 3 - 20250811_103740.jpg
Bild 3 – Man erkennt marmoriertes, weißes Fleisch. Foto: Liss Hoffmann.

Bild 4 - Ramaria pallida-bearb_Ramaria-Kurs_2014_U. Schäfer.JPG
Bild 4 – Junge Exemplare, Weißtannen-Rotbuchenwald auf Kalkboden, Mittlerer Schwarzwald. Foto: Udo Schäfer.

Bild 5 - Ramaria pallida (2)_bearb_Ramaria-Kurs_2014_U. Schäfer.JPG
Bild 5 - Reifes Exemplar, Weißtannen-Rotbuchenwald, Mittlerer Schwarzwald. Foto: Udo Schäfer.

Mikroskopische Merkmale

Die Sporen sind ellipsoid und besitzt ein unregelmäßig warzig-wulstig, teils längsgerichtetes Ornament. Die Maße im Mittel: L x B 9,2-11,5 x 4,9-5,9 µm, Q 1,7-2,2. Die Hyphen besitzen an ihren Septen keine Schnallen.

Bild 6 - Sporen, 6222.jpg
Bild 6 – Sporen ellipsoid mit schwach erhabenem, wulstig-warzigem Ornament. Präpariert in Baumwollblau. Foto Bernd Miggel.

Verwechslungsmöglichkeiten

Beachtet man Größe und Farbe der Fruchtkörper, besteht keine Verwechslungsgefahr mit anderen Arten der Gattung.

Literatur

BREITENBACH, J. & KRÄNZLIN F. (1986): Pilze der Schweiz Bd. 2: Nr. 473.
CHRISTAN, J. (2008): Die Gattung Ramaria in Deutschland: 220-221.
DÄHNKE, R.M. (1993): 1200 Pilze in Farbfotos: 1029.
GMINDER, A. (2014): Handbuch für Pilzsammler: 316.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bauchweh-Koralle


Viel Vergnügen beim Anschauen!
Bernd

Alle Fundberichte in der Übersicht: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=42360.msg312080#msg312080
sowie:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=49256.new#new

Fachausdrücke, Abkürzungen: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41611.msg306729#msg306729[attach id=66844]
#100
Mikrofoto-Forum / Interessante Pilzfunde 184 – F...
Letzter Beitrag von Bernd Miggel - Oktober 08, 2026, 14:51:55 NACHMITTAGS
Feuerfarbene Koralle (Ramaria ignicolor)

Alle Fundberichte in der Übersicht: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=42360.msg312080#msg312080
sowie:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=49256.new#new

Bild 1 - Ramaria ignicolor Dottenweiler 6.9.2025 Alis (2).jpg
Bild 1 – Einzelner Fruchtkörper, Distrikt ,,Weinsümpfle" nahe Dottenweiler, Mittlerer Schwarzwald, bei Fichte und Weißtanne, Kalkboden. Foto: Alois Ehret.

Die Fruchtkörper der Feuerfarbenen Koralle (Ramaria ignicolor) sind nicht groß, wirken aber bei näherem Hinsehen durch ihr Farbspiel sehr apart. Bei dieser ,,Koralle" kann man verstehen, dass Hermann Jahn (1985) von ,,schönfarbigen Korallen" spricht. Diese sehr seltene Art benötigt Kalkboden und geht eine Mykorrhiza mit Nadelbäumen, wie Fichten und Weißtannen, ein. Die hier gezeigten Fruchtkörper wurden Anfang September 2025 in einem Bergnadelwald nahe Dottenweiler im Mittleren Schwarzwald während einer Pilzexkursion des Mykol. Arbeitskreises Hornberg aufgesammelt und fotografiert.
In der Roten Liste gefährdeter Pilze Deutschlands (2016) ist die Feuerfarbene Koralle der Kategorie R (extrem selten) zugeordnet.

Ramaria ignicolor Dottenweiler 6.9.2025 Alis (1).jpg
Bild 2 – siehe Bild 1.

Makroskopische Merkmale
Die Fruchtkörper werden (CHRISTAN 2008) bis zu 11 cm hoch und 6 cm breit. Der Strunk ist büschelig verwachsen, unten weiß, weiter oben rosalich creme bis blass lachsfarben. Die Äste sind mehrfach verzweigt und deutlich aufwärtsstrebend, ihre Oberfläche glatt, die Astgabelungen spitz oder eng gerundet, die Astenden in Form eines Krönchens ausspitzend. Die Astfarben sind leuchtend rosalich lachsfarben, die Astenden gelblich. Das Fleisch ist anfangs elastisch, später spröde, faserig, gelatinös, rosalich, hell orange bis blass lachsorange, anfangs in den Ästen voll, später hohl. Der Geschmack des Fleisches ist mild, etwas säuerlich, der Geruch schwach, leicht säuerlich.


Mikroskopische Merkmale

Die Sporen sind breit ellipsoid bis fast kugelig und besitzen eine fast glatte Oberfläche mit einem sehr flachen, unregelmäßig warzig-wulstigem Ornament. Die Maße sind im Mittel L x B 6,8-8,5 x 4,7-5,7 µm, Q 1,3-1,6.
Die Hyphen besitzen an ihren Septen keine Schnallen.

Verwechslungsmöglichkeiten
Achtet man auf den büschelig verwachsenen Strunk und die leuchtend rosalich lachsfarbenen Äste mit gelben Enden und die fast kugeligen Sporen, dann sind Verwechslungen mit anderen Arten der Gattung nahezu ausgeschlossen.

Literatur
• CHRISTAN, J. (2008): Die Gattung Ramaria in Deutschland: 212-213.
• JAHN, H. (1985): Erfahrungen mit schönfarbigen Korallen (Ramaria) in Kalkbuchenwäldern. – Myk. Mitteilungsblatt, Jg. 28 (1): 9-19.
• KRIEGLSTEINER, G.J. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2: 81.
• LÄSSÖE, T. & PETERSEN, J (2019): Fungi of Temperate Europe, Volume 2: 1149.


Viel Vergnügen beim Anschauen!
Bernd


Alle Fundberichte in der Übersicht: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=42360.msg312080#msg312080
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https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=49256.new#new

Fachausdrücke, Abkürzungen: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41611.msg306729#msg306729