Autor Thema: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!  (Gelesen 166400 mal)

olaf.med

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #210 am: November 19, 2013, 08:28:17 Vormittag »
Lieber Yuval,

ein wirklich phantastisches Museum mit besonderer Atmosphäre. Gibt es die Erläuterungen zu den einzelnen Mikroskopen nur auf Hebräisch oder auch in English?

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Yuval Goren

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #211 am: November 19, 2013, 11:22:17 Vormittag »
Dear Olaf,
The detailed explanations (some of which you can see in my photos) are in Hebrew, English and Arabic. The small circular tags with the short explanations are in Hebrew only, but in fact they only mention the type, maker and production year (true or estimated). I know the problem from museums in Germany too: if you make your captions multilingual, say in German and English, you waste a lot of display area on the explanatory notes. Of course in Israel, especially in cities like Haifa where there is a considerable Arab population and groups of kids from Arab schools also visit the museum daily, the problem becomes even bigger because the notes need to be tri-lingual. So the curator attempted to bypass this problem by having the more detailed explanations in all three languages, but limiting the brief tags to Hebrew.
If you noticed, the round tags also have running numbers on top. The curators intend to make a catalogue with detailed historical background and explanation for each instrument. My microscopes in the exhibition, for example: the small Nachet Petite modèle droit (in front of Louis Pasteur), the wooden-cased Withering (wrongly displayed in the semi-folded position) or Sir Ronald Ross' Baker "The Diagnostic" (and many more), all came with a full catalogue giving their full historical background and references. So in due time the serious visitor will be able to follow the exhibition with a detailed catalogue in hand, which I believe will be available in the exhibition hall.

Yuval Goren

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #212 am: Januar 07, 2014, 23:39:51 Nachmittag »
A question to all my German colleagues: visiting Berlin rather frequently (next time will be next week), I still couldn't find a good "hunting" area for historical microscopes. There used to be a good shop in the Berliner Antikmarkt near Freidrichstraße but it was closed a few years ago. I visited the Flea Market at Straße des 17. Juni but was disappointed by the quality of the few instruments that I saw there. Can anyone recommend me any good shop, market or dealer whom I can visit?
Thank you!
Yuval

hotte

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #213 am: April 27, 2014, 15:12:25 Nachmittag »
Privates Mikroskop Museum Ulm/Wiblingen
Ulm ist weltberühmt. Nicht nur das im gotischen Stil errichtete Ulmer Münster mit dem 161,53 m hohen Turm den höchsten Kirchturm der Welt, auch die Altstadt mit dem Fischerviertel an der Donau, den historischen Häusern, Museen,  Spazierwegen und vielen schönen und guten Restaurants ist ein Reise wert.
Fährt man ein paar Kilometer weiter, so kommt man in den Stadtteil Wiblingen mit einem sehenswerten Barock Kloster und einem kleinen Museum für Mikroskope. Wiblingen liegt an der oberschwäbischen Barockstraße. Das Kloster Wiblingen ist eine ehemalige Benediktinerabtei, die 1093 gegründet wurde. Der sehenswerte Bibliothekssaal ist ein Meisterwerk des Rokoko.

http://www.kloster-wiblingen.de/

In einem Seitenflügel des Klosterhofs hat Johannes Schumacher sein Mikroskop Museum eingerichtet
Johannes Schumacher- gerade 84 Jahre alt geworden- ist ein leidenschaftlicher  Künstler, Maler aber auch Sammler von alten Mikroskopen. In seinen Atelierräumen hat er ein kleines Museum eingerichtet und zeigt ca. 100 alte Mikroskope von Zeiss, Zeiss, Reichert, Seibert u.a.
Von Beruf ist Herr Schumacher Schildermaler mit einer interessanten Lebensgeschichte. Seine Liebe zu Mikroskopen hat er schon in jungen Jahren entdeckt und konsequent ein interessante Sammlung von Instrumenten und Zubehör eingebracht.
Es lohnt sich, einen schönen Tag in Ulm und Umgebung zu verbringen
Adresse
Mikroskop Museum im Kloster Wiblingen
Schlossstr. 30A
89079 Ulm-Wiblingen
Telefon 0731 47844
Fax 0731 1596811
Öffnungszeiten
Montag - Donnerstag 10 - 11:30 Uhr und 14 - 18 Uhr
Freitag 10 - 13 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage auf Anfrage


Viel Freude beim nächsten Ausflug.

Horst

www.Kuhn-scientificinstruments.de


hotte

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #214 am: April 27, 2014, 17:01:21 Nachmittag »
Bilder zum Mikroskop Museum Ulm !!

Irgendwie ist heut der Wurm drin mit " Bilder" einstellen









liebe Grüße
Horst

Yuval Goren

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #215 am: Oktober 07, 2014, 12:57:27 Nachmittag »
Maybe this is not exactly the right place, but those who are interested in field microscopy may be interested in my own patented field microscope, which is sold now by MRC Laboratory Supplies (here: http://www.mrclab.com/HTMLs/Home.aspx) in several versions: polarizing, biological, phase contrast and combined mono-bino. Price is US$1,000. Here are some details:

And views:
The petrographic version (and your humbled servant as the model):

The biological version:

For those who wonder about the use of petrographic equipment in the field, please refer to my article about the use of portable equipment for the production of petrographic thin sections in unorthodox (field and travel) conditions:
https://www.academia.edu/8376802/THE_OPERATION_OF_PORTABLE_PETROGRAPHIC_THIN-SECTION_LABORATORY_FOR_FIELD_STUDIES
If anybody is interested in obtaining a GOREN field microscope, please contact Reuven Bookstein at reuven@mrclab.com
« Letzte Änderung: Oktober 07, 2014, 13:06:21 Nachmittag von Yuval Goren »

rhamvossen

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #216 am: Oktober 13, 2014, 19:27:57 Nachmittag »
Hallo,

Heute war ich in ein neues Museum in Amsterdam, genannt Micropia: http://www.micropia.nl/nl/bezoek/wat-micropia/. Das Museum geht über die Mikrowelt, und da stehen viele Zeiss Mikroskope womit man selber die proben beobachten kann (zu bedienen mit Joystick). Schade ist das mit so viele Leute die Mikroskope oft nicht mehr gut eingestelt sind und das die Probe nicht mehr im Sehefeld liegt. Auch viele Filme, 3D Foto's und Animationen aus die Mikrowelt, alles sehr schön präsentiert. Es ist ein kleines Museum und ein bishen teuer: 14 EUR. Aber ich denke das dieses Museum das Potenzial hat um die Kinder wieder mal zu begeistern für die Mikroskopie. Beste Grüsse,

Rolf
« Letzte Änderung: Oktober 13, 2014, 19:30:34 Nachmittag von rhamvossen »

Peter V.

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #217 am: Dezember 31, 2014, 14:11:25 Nachmittag »
Hallo,

die 1000 sind noch lange nicht voll. Deshlab noch eine (oder besser, zwei) Locations, die ich wärmstens empfehlen kann. Es sind das Technik Museum Speyer und Sinsheim. Die Museen liegen 30 km (also knapp 30 Fahrminuten) auseinander. In Sinsheim gibt es - zugehörig zum Museum - ein ordentliches modernes und erschwingliches Hotel, das sich gut für ein Wochenende eignet, an dem man beide Museen besuchen kann. Zugegeben: Ich habe in beiden Museen - wenn ich mich recht erinnere - kein einziges Mikroskop gefunden. Dafür aber viele andere spektakuläre Ausstellungsstücke, die jeden Technikinteressierten begeistern dürften. Eine umfangreiche Fahrzeugsammlung, einige Flugzeuge, wobei die spektakulärsten Ausstellungsstücke (auch von innen zu besichtigen) eine Concorde, das russische Überschall-Gegenstück Tupolev TU-144 und die russische Raumfähre Buran sind. Aus vielen Bereichen der Technik finden sich bedeutende oder auch etwas "skurrile" Belege. Ein U-Boot läßt sich ebenso begehen wie das Hausboot, auf dem die Kelly Familie einige Jahre lebte. Ebenso gehört eine stattliche Sammlung automatischer mechanischer Musikinstrumente (Kirmesorgeln, große automatische Konzertorgeln etc.) in einem eigenen Gebäude auf dem Museumsgelände zu diesem technischen Panoptikum. In jedem dieser Museen kann man locker einen ganzen Tag verbringen.
Es empfiehlt sich der Besuch an einem schönen Sommerwochenende mit einem Spaziergang durch das alte Städtchen Speyer, vielleicht mit einem Besuch des Doms und dem Genuß eines deftigen "Saumagens" (der viel besser schmeckt und etwas anderes ist, als der Name vermuten läßt) am Rhein.

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: September 10, 2015, 00:03:52 Vormittag von Peter V. »
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)

Tilman

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #218 am: Juli 25, 2015, 16:23:32 Nachmittag »
Selten so enttäuscht!
Soeben komme ich aus Tübingen. Dahin hat mich die Ausstellung: "Vom Sammeln, Strandgut der Wissenschaft"  Museum der Universität MUT, Eberhard Karls Universität Tübingen gelockt. Die Broschüre (http://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/strandgut.html) verspricht (Zitat): "Das "Strandgut" besteht aus mehr als 500 wissenschaftlichen Instrumenten, Apparaturen und Lehrtafeln". Doch wie sieht die Realität aus: In einem Video erzählt der uns allen bekannte Alfons Renz vor einem Hintergrund von den erwarteten messingglänzenden Mikroskopen und anderen Instrumenten von dem Tübinger Fundus Wissenschaftsgeschichte. Das Schwäbische Tagblatt relativiert die Ankündigung in der Broschüre allerdings etwas: "Einer dieser Sammler war der Parasitologe Alfons Renz, der in den Jahren 2002 und 2003 mit besonderer Hingabe die Bestände von mehr als 33 medizinischen und naturwissenschaftlichen Instituten sichtete. Was ihm dabei besonders auffiel (oder was von unmittelbarer Entsorgung bedroht schien), sicherte er für den neu eingerichteten „Tübinger Fundus Wissenschaftsgeschichte“. 500 Objekte zählt der Fundus mittlerweile, knapp 50 davon sind jetzt in den beiden Kabinettsräumen gleich hinter dem Eingang zum Unimuseum zu sehen." Zitat Ende. Wenn ich nun das Gesehene und Gelesene wohlwollend für mich resümiere, habe ich den Eindruck, dass in dieser Ausstellung von knapp 50 der 500 Sammlungsobjekte nicht gerade die Spitzenstücke gezeigt werden, sondern eher die vom anderen Ende der Skala. Das ist meine persönliche Meinung zu dieser Ausstellung und richtet sich auch nicht gegen Alfons Renz, der offenbar nicht zu den Verantwortlichen dieser Ausstellung zählt. Wie ich im Nachhinein recherchiert habe ist die Ausstellung ein Ergebnis studentischer Projektgruppen. Betrachtet man die Ausstellung aus der Sichtweise des modernen Museums, an der nicht die Betrachtung eines Exponat das Wesentliche an einem Museumsbesuch ist, sondern die Gedanken und Einsichten die der Betrachter sich gemacht bzw. gewonnen hat, so kann man einen Sinn erkennen. Ich persönlich habe jedoch etwas Anderes erwartet und war nur enttäuscht.

anne

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #219 am: September 04, 2015, 20:43:45 Nachmittag »
Die Jurassic Coast im Süden Englands:

Die Jurassic Coast („Jura-Küste“) ist ein Abschnitt entlang der südenglischen Ärmelkanal-Küste. Von Orcombe Point, bei Exmouth in der Grafschaft Devon im Westen, bis zu den Old Harry Rocks, bei Swanage in der Isle of Purbeck im Osten, erstreckt sich auf einer Länge von etwa 150 km ein Küstenstreifen, der im Jahr 2001 als erste Naturlandschaft in England von der UNESCO zum Weltnaturerbe aufgenommen wurde. Neben den beeindruckenden Fels- und Küstenformationen ist die Jurassic Coast vor allem als Fossilienfundstätte bekannt.


In Charmouth kann man bei Ebbe (Tide) Fossilien sammeln.
Im Heritage Coast Centre kann man sich zuerst einen Film über die Entstehung der Küste anschauen und bekommt Hilfe und Tips zur Suche und bei der Bestimmung der Fundstücke, auch ein Stereomikroskop steht zur Verfügung um die Fundstücke zu betrachten.
Überall am Strand sind Fossiliensammler jeden Alters zu sehen. Außerdem finden sich hier viele Rockpools zum Beobachten und Fangen kleiner Krabben und kleiner Fische.



In West Bay ist ein wunderschöner Strand mit goldenen Klippen und recht grobem Sand.










Je weiter man östlich geht, je gröber wird der Sand der dann in wunderschöne Kieselsteine übergeht. In Hive Beach immerhin schon im Durchmesser ca. 1cm.
(Sandproben aus Charmouth und Westbay kann ich an 2-3 Interessierte gerne abgeben, ist aber wirklich nur Sand und sonst nichts drin).





lg
anne


ortholux

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #220 am: September 04, 2015, 22:40:39 Nachmittag »
Liebe Anne,

das steht schon lange auf meiner Reiseliste.

Ich bekomm die Geschichte nicht mehr so richtig zusammen, aber einst fand ein Mädchen skelettähnliche Gebilde. Sie hat das dem örtlichen Souvenirhändler angeboten ... irgendwann wurden Paläonthologen darauf aufmerksam...blabla...ich finde im Netz diese Geschichte nicht. In meinen Büchern weiß ich nicht wo ich suchen soll. Sei's drum - da wollt ich immer schon mal hin. "Devon" war schließlich der Namenspatron eines Zeitalters.

Und der hier



passt auf alles auf.

Liebe Grüße
Wolfgang
« Letzte Änderung: September 04, 2015, 22:42:37 Nachmittag von ortholux »

anne

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #221 am: September 05, 2015, 14:46:15 Nachmittag »
Hallo Wolfgang,

vielen Dank, die Geschichte war mir nicht bekannt, ich frag mal nach bei meinen englischen Gastgebern.

Auf jeden Fall ist es eine Reise wert und ist mit Sicherheit ein Individualurlaub ohne viele Touristen mit viel Natur und Meer.

Die Klippen sind absolut faszinierend, das Wetter ist "britisch" ;), allerdings insgesamt wesentlich milder als bei uns, was sich durch besonders üppiges Pflanzenwachstum zeigt.

Ich bin völlig fasziniert und werde mit Sicherheit nochmal hinfahren.

lg
anne

olaf.med

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #222 am: März 20, 2016, 10:01:56 Vormittag »
129. Museum der Geschichte der Wissenschaften, Gent/Belgien

Campus Sterre
Krijgslaan 281 (S30)
9000 Gent, Belgien
Tel.: 09 264 49 30
www.sciencemuseum.UGent.be
sciencemuseum@UGent.be

Achtung, ungewöhnliche Öffnungszeiten für ein Museum: Mo.-Fr. 10:00-12:00 und 14:00-17:00

Ich konnte es nicht glauben und habe daher die Liste der bisher beschriebenen "1000 Places..." drei Mal durchgesehen - dieses Museum, das in die vorderste Reihe der Plätze mit diesem Anspruch gehört, wurde bisher noch nicht vorgestellt!

Anläßlich einer Einladung zum Mineralogischen Club von Antwerpen, einem äußerst aktiven Arbeitskreis, der sich auch intensiv mit der Polarisationsmikroskopie beschäftigt, hatte ich die Gelegenheit dieses Kleinod zu besichtigen. Auf dem Campus ist ein Teil der historischen physikalischen Sammlung der Universität ausgestellt. Einer der Schwerpunkte ist - wie sollte es auch anders sein - der Mikroskopie gewidmet, und dort findet man erstaunlich viele spektakuläre Exponate. Bei den Geräten aus der Zeit vor 1900 hat mich vor allem das riesige umgekehrte Mikroskop von Nachet aus dem Jahre 1867 fasziniert, man findet aber z.B. auch eines der ältesten Polarisationsmikroskope von Swift mit der Synchrondrehung nach A. B. Dick (1888) und ein Präparationsmikroskop wie es J.D. Möller zum Legen seiner Diatomeen-Präparate benutzt hat.

Das umgekehrte Mikroskop von Nachet (1867), rechts, und ein phantastische Mikroskop von Ross/London, links



Mikroskop mit Synchrondrehung der Polarisatoren nach A. B. Dick, Swift/London



Prärarationsmikroskop für Legepräparate



Weiter Höhepunkte aus meiner Sicht sind zahlreiche klassische Polarisationsapparate wie z. B. ein Jaminscher Kreis oder ein Nörrenberg-Apparat, beide von Duboscq in Paris oder die berühmte optische Bank von Melloni zur Messung aller möglichen optischen Parameter und der Wärmestrahlung von Ruhmkorff in Paris. Spektakulär ist auch die Auswahl "getreppter" Kristallmodelle von René Just Hauy aus der Zeit um 1800.

Kristallmodelle von Hauy, ca. 1800



Ich bin elektrisiert - nicht nur durch die frühen Apparaturen zur Demonstration in der Elektrizitätslehre, die man dort auch bewundern kann - und werde das Museum immer wieder besuchen, wenn ich in der Nähe bin.

Herzliche Grüße,

Olaf


« Letzte Änderung: Juli 03, 2017, 22:54:36 Nachmittag von olaf.med »
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

vbandke

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  • Osborn's law: variables won't; constants aren't
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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #223 am: März 20, 2016, 12:17:00 Nachmittag »
Guten Tag, Olaf,


In der Tat, faszinierende Geräte, und ein faszinierendes Museum.  Eine Frage:  Welchen Sinn haben die "getreppten" Kristallmodelle?  Ist diese Darstellung aus didaktischen Gründen gewählt?


Mit besten Grüßen


Volker
P.S. Alle meine Bilder dürfen/sollen kommentiert, verrissen, gelobt, und zur Veranschaulichung in diesem Forum auch bearbeitet werden.

olaf.med

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #224 am: März 20, 2016, 14:12:57 Nachmittag »
Lieber Volker,

das muss man im Konsens der Zeit sehen. Hauy war der erste Wissenschaftler, der den inneren Aufbau von Kristallen auf eine praktisch "atomistische" Basis stellte, und damit den modernen Aufbau aus periodisch angeordneten kleinsten Bausteinchen (Elementarzellen bzw. molécules intégrantes bei Hauy) postulierte.

Aus quaderförmigen "Backsteinen" kann man natürlich sehr einfach eine gerade Wand mauern, will man einen Giebel erhalten, muss man halt in der jeweils nächsten Reihe einen oder zwei oder drei Steine weglassen, dann bekommt man Giebel mit verschiedenen Winkeln. Als Hauy dies in seiner "Traité de mineralgogie" im Jahre 1801 postulierte konnte man plötzlich den mathematischen Zusammenhang der Flächenwinkel an Kristallen erklären - die moderne Festkörperwissenschaft des Diskontinuums war geboren, die letztendlich erst durch Laues Beugungsexperiment an Kristallen mit Röntgenstarhlen im Jahre 1912 bestätigt wurde.

Somit war Hauy genialer Vordenker, aber er war auch ein Mensch der offensichtlich mit beiden Beinen im Leben stand. Als er merkte, dass der Boden für seine Theorien in der Fachwelt bereitet war, begann er mit der Produktion von Modellen, die diese Erscheinungen demonstrierten und besserte mit deren Verkauf seinen Institutsetat auf. Heute sind diese Hauy-Modelle extrem begehrte (und wertvolle) Sammelobjekte.

Mit herzlichen Grüßen,

Olaf

Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0