Autor Thema: Welches Moos  (Gelesen 11440 mal)

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Welches Moos
« am: Januar 27, 2009, 14:52:26 Nachmittag »
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Oliver S.

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Re: Welches Moos
« Antwort #1 am: Januar 27, 2009, 15:21:06 Nachmittag »
Hallo Mike,
wirklich tolle Bilder! Man kann so schon mal eindeutig sagen, dass es ein Laubmoos ist ;D. Bei Moosen ist allerdings eine Habitusaufnahme (wie sieht es aus, wie groß ist es, ist es akrokarp oder pleurokarp? usw...) meist auch noch sehr hilfreich. Aber die wahren Experten können vielleicht so schon sagen, was es ist. Bin auch gespannt.
Viele Grüße,
Oliver

ps. Moosprotonema sieht m.M.n. anders aus. (eher so wie eine überdimensionale Fadengrünalge mit schrägen Wänden)
« Letzte Änderung: Januar 27, 2009, 15:23:32 Nachmittag von Oliver S. »
(gern per "Du" )

Detlef Kramer

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Re: Welches Moos
« Antwort #2 am: Januar 27, 2009, 16:06:07 Nachmittag »
Hallo Mike,

das ist bestimmt wieder eine Mniacee, näheres kann man an Hand dieser Fotos nicht sagen. Das braune Ding im letzten Foto könnte wieder eine Brutknospe sein.

Gruß

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Ralf

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Re: Welches Moos
« Antwort #3 am: Januar 27, 2009, 19:24:15 Nachmittag »
Hallo Mike,

als Bestimmungsbuch empfehle ich: Frahm, Frey; Moosflora, ISBN 3-8252-1250-5.

Relevante Bestimmungsmerkmale in Deinen Bildern sind z.B.: Blattrippe reicht nicht bis in Blattspitze (deshalb kann es Mnium nicht sein), Blattrippe ist gezähnt, Blattrand ist gesäumt und 2 reihig gezähnt. So muss man sich dann halt durchkämpfen..........

Bernhard Kaiser

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Re: Welches Moos
« Antwort #4 am: Januar 28, 2009, 06:50:52 Vormittag »
Hallo Mike,

ich halte dieses Moos für wahrscheinlich Mnium hornum.
Die Blattzellen sind unregelmäßig eckig, ohne auffallende Eckverdickungen (das Merkmal bei Frahm: "Laminazellen rundlich,mit deutlichen Eckverdickungen" stimmt nicht). Die doppelten Blattrandzähne sind lang, spitz, auseinanderstrebend.Die Rippe ist im oberen Teil deutlich gezähnt und vor der Blattspitze endend.

Hilfreich wäre es zu wissen wo das Moos gewachsen ist. Erdboden oder Totholz in kalkarmen, feuchten Fichtenwälder würde zusätzlich für Mnium hornum sprechen.

Lignituber sind häufig bei Mniaceen.
Auch die Gattung Plagiothecium wird oft von Pilzen befallen und diese erzeugen dort Lignituber. Herr *****, Sie sollten einmal gezielt danach suchen. Kommt im Taunus häufig vor. Die Moose dieser Gattung sind meistens verflacht beblättert. Die Artbestimmung ist z.T. sehr schwierig. Sammeln Sie genügend Material und schicken Sie mir   getrocknetes Material, wenn Sie glauben es gefunden zu haben und Lignituber finden.

Das letzte Bild ist eine Pilzspore evtl. zu den Fungi imperfecti gehörend.

Schönen Tag
Bernhard Kaiser
« Letzte Änderung: Januar 28, 2009, 07:02:44 Vormittag von Bernhard Kaiser »


Bernhard Kaiser

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Re: Welches Moos
« Antwort #6 am: Januar 28, 2009, 14:19:26 Nachmittag »

@ Oliver S. schöner Link. Wenn wir noch den Standort wüßten wäre es sicher.


Hallo Ralf,

"Blattrippe reicht nicht bis in Blattspitze (deshalb kann es Mnium nicht sein)"

Du hast vermutlich die Diagnosen im Frahm alle durchgelesen und daraus geschlossen, daß bei der Gattung Mnium immer die Rippe bis in die Spitze führt oder austritt. Genau für Mn. hornum trifft das nicht zu.

Gruß
Bernhard

« Letzte Änderung: Januar 28, 2009, 14:25:02 Nachmittag von Bernhard Kaiser »

Ralf

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Re: Welches Moos
« Antwort #7 am: Januar 28, 2009, 19:28:49 Nachmittag »


Hallo Ralf,

"Blattrippe reicht nicht bis in Blattspitze (deshalb kann es Mnium nicht sein)"

Du hast vermutlich die Diagnosen im Frahm alle durchgelesen und daraus geschlossen, daß bei der Gattung Mnium immer die Rippe bis in die Spitze führt oder austritt. Genau für Mn. hornum trifft das nicht zu.



Hallo Bernhard:

Zitat aus Frahm/Frey, Moosflora, 4. Auflage, S. 386:



Was soll man dazu jetzt sagen?

Übrigens, vielen Dank für den Buchtipp "Die Moose Baden-Württembergs". Steht schon seit einiger Zeit auf meiner Anschaffungsliste.




Bernhard Kaiser

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Re: Welches Moos
« Antwort #8 am: Januar 29, 2009, 09:21:31 Vormittag »
Hallo Ralf,

ich weiß. Stimmt aber nicht. Das sind die Fehler, die auch beim Korrekturlesen gerne übersehen werden. Da springen dann hauptsächlich die orthographischen Fehler ins Auge nicht aber die sachlichen.
Ich habe es bis dato auch nicht gemerkt. Erst durch diese Diskussion ist es mir aufgefallen. Vor allem die "rundlichen Zellen mit deutlichen Eckverdickungen" bei Mnium hornum im Schlüssel führen voll in die Irre.

Ich hoffe wir erfahren von Herrn ***** noch den Standort.

Gruß
Bernhard
« Letzte Änderung: Februar 14, 2009, 14:06:21 Nachmittag von Bernhard Kaiser »

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Re: Welches Moos
« Antwort #9 am: Januar 29, 2009, 14:33:25 Nachmittag »
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Bernhard Kaiser

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Re: Welches Moos
« Antwort #10 am: Januar 29, 2009, 14:49:28 Nachmittag »
Hallo,

gerade bei Moosen ist der Standort von großer Wichtigkeit. Wenn Sie Ihre Moosproben gut trocken (nie in Plastik) aufheben, Standort und Datum angeben, haben Sie immer Vergleichsmaterial.

MfG
Bernhard Kaiser

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Re: Welches Moos
« Antwort #11 am: Januar 29, 2009, 15:00:12 Nachmittag »
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Oliver S.

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Re: Welches Moos
« Antwort #12 am: Januar 29, 2009, 16:02:03 Nachmittag »
z.B. in Briefumschlägen. Gruß, Oliver
(gern per "Du" )

Bernhard Kaiser

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Re: Welches Moos
« Antwort #13 am: Januar 29, 2009, 16:09:18 Nachmittag »
und immer trocken halten sonst werden sie schimmlig. Vorige Woche habe ich einen ca. 150 Jahre alten Moosbeleg revidiert.

Gruß
B.Kaiser
« Letzte Änderung: Januar 29, 2009, 16:11:45 Nachmittag von Bernhard Kaiser »

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Re: Welches Moos
« Antwort #14 am: Januar 29, 2009, 18:23:38 Nachmittag »
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