Botanik: Der Lavendelheide unter die Cuticula geschaut - Pieris formosa *

Begonnen von Fahrenheit, Januar 18, 2012, 21:45:27 NACHMITTAGS

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Detlef Kramer

Lieber Hans-Jürgen,

die Lacunen entstehen dadurch, dass sich im Verlauf der Differenzierung die Zellwände lokal auflösen. Sie dienen dem Gasaustausch, vergleichbar dem Schwammparenchym der Blätter.

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Omaruru

Hallo Detlef und Hans-Jürgen ;)

Schwammparenchym und Lakunen?
Also, im Verlauf der Differenzierung des Schwammparenchyms aus meristematischen Zellkomplexen ohne Interzellularen, löst sich meiner Meinung nach die Mittellamelle auf, um die Hohlräume / Lakunen für den Gasaustausch zu schaffen.
Es werden also keine Hohlräume geschaffen durch auflösen ganzer Zellen.
In den "Lakunen" des Objektes erkenne ich noch Reste Von bräunlich gefäbten Zellwänden. Wurden Öl-Idioblasten angeschnitten ?

Klaus
Ich bevorzuge ein kollegiales Du ;-).

Scientists like to name anything.
      Jack Horner

Detlef Kramer

Was habe ich denn geschrieben?
Zitatdie Zellwände lokal auflösen
. Mittellamelle ist aber präziser, gebe ich zu.

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Anatol

Herzliche Grüße

Anatoly

Hans-Jürgen Koch

Hallo Detlef und Klaus,

danke für Eure Erklärung zu den Lakunen.

Gruß

Hans-Jürgen
Plants are the true rulers - Pflanzen sind die wahren Herrscher.

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Gerne per "Du"

Rawfoto

Hallo Joerg

Der Schnitt durch die Knospe ist wirklich unglaublich, fuer uneingebettetes Material ist der wirklich genial ...

Der Rest und vor allem natuerlich die Gesamtheit des Threads ist natuerlich auch spitze!

Liebe Gruesse aus Wien :-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Fahrenheit

#21
Liebe Freunde,

herzlichen Dank für die vielen Blumen!  :D Und natürlich auch für die weiterführenden Erläuterungen zum Periderm! Ich freue mich sehr, dass mein Artikel so viel Resonanz findet.
Bitte entschuldigt die späte Antwort, gestern hatten wir unseren MKB Abend und heute musste ich bis zum Feierabend abwarten.


Lieber Detlef,

ich werde meine Präparate einmal durchsehen, ob ich eine Stelle finde, an der das Phellogen gut erkennbar ist. Gerne kannst Du aber auch eines der Bilder aus dem Eingangsposting beschriften und hier einstellen.


Lieber Klaus (Omaruru),

ja, die Knospe ist Gott sei Dank erhalten geblieben, auch wenn der zugehörige Schnitt etwas dick ist. Beim ersten Schnitt hat es da ja einen kleinen Unfall gegeben, aber leider war da nichts mehr zu retten.

In den Bilder 14 a/b kann man das Phellogen tatsächlich recht gut ausmachen. Es wirkt so, als ob sich das Korkcambium zwischen das Phloem und das Rindenparenchym schieben würde. Was setzt wohl den Startschuss? Warum werden Zellen irgendwann merestematisch und beginnen hier mit dem Aufbau des Periderms? Eine - wie ich finde - spannende Frage, die man leider nicht mit dem Mikroskop beantworten kann.
Ist es überhaupt so, dass sich das Meristem von einem Ausgangspunkt weiter "vor arbeitet" - oder bildet sich das Phellogen fortschreitend aus "normalen" Parenchymzellen?

Du hast Recht: in den Bildern 11 bis 13 kann man schön sehen, wie das Rindenparenchym durch das neu gebildete Periderm von den Markstrahlen abgeschnitten wird. In der Beschreibung des Periderms unter Bild 11 habe ich den Mechanismus auch schon angesprochen.    


Lieber Klaus (Herrmann),

das Frischmaterial lässt sich oft erstaunlich gut schneiden. Eckhart hat es vor gemacht und seine Methode funktioniert.  Hast Du übrigens die schwarzen "Flecken" in Bild 13 a/b gesehen? Die erinnern mich stark an die "Kellergeister" in Deinen Schnitten vom Phyllocladium der Schirmtanne. In meinem Fall handelt es sich um im Zelllumen eingeschlossene Luft, die leider durch keinen Trick zum Verlassen ihrer Behausung zu überreden war. Unterdruck hätte vielleicht funktioniert, aber das war mir zu aufwendig.


Lieber Holger,

nach meiner Erfahrung lässt sich einigermaßen stabiles Material - besonders in frischem Zustand - recht gut schneiden. Allerdings bedarf es bei der Führung des Klingenhalters eines recht großen Andrucks. Es besteht die Gefahr, dass der Probenzylinder bei der Schnittführung angehoben wird, was sich aber durch ein möglichst zähes Fett vermeiden oder zumindest einschränken lässt. Umständlich aber sehr effektiv ist es, die Klemmschraube während der Schnittführung nach unten zu drücken.

Als Glanzmispel wird der Red Robin (Photinia x fraseri) geführt. Dazu habe ich hier schon mal Schnitte gezeigt. Auch er zeigt im Frühjahr leuchtend rote Blätter, die im Laufe des Jahres grün werden. Die Blüte ist allerdings eher eine Dolde kleiner fünfzähliger Einzelblüten. Als Glanzblatt wird neben dem Red Robin wohl auch eine Rhododendron-Art (Rhododendron yakushimanum) bezeichnet.


Lieber Hans-Jürgen,

Deine Frage zu den Lakunen haben Detlef und Klaus ja schon beantwortet?

Allen herzliche Grüße!
Jörg

p.s.
Lieber Klaus,
zeig' uns doch einmal in einem neuen Thread Deine Schnitte zur Cuticula und lass uns sehen, warauf es Dir an kommt. Das wird sicher die eine oder andere Aufnahme zu Tage fördern.
In meinem eigenen Fundus gibt es eine Aufnahme zur Cuticula des Buchsbaums, die mir sehr gut gefällt. Du findest Sie im entsprechenden Thread hier.
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Fahrenheit

Liebe Freunde,

ich habe die Präparate einmal durchgesehen, leider gibt es in keinem eine "Bilderbuchstelle", anhand deren man eindeutig Phellem (Ph), Phellogen (Pg) und Phelloderm (Pd) unterscheiden könnte. Also habe ich mir noch mal das Bild 14 vorgenommen und versucht, die Zellschichten entsprechend zu beschriften.

Bild 14c: Die Zellschichten des Periderms, Bilddaten wie Bild 14a/b.

Beschriftung wie oben: Phellem (Ph), Phellogen (Pg) und Phelloderm (Pd).

Wenn ich daneben liege, bitte ich um Korrektur.

Herzliche Grüße
Jörg
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Detlef Kramer

Lieber Jörg,

goldrichtig, das ist genau, was ich versucht habe, mit Worten zu erklären.

Herzliche Grüße
Detlef
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Fahrenheit

Lieber Detlef,

vielen Dank für Deine Bestätigung. Ich glaube, so langsam freunde ich mich mit dem Periderm an.  :D

Herzliche Grüße
Jörg
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Omaruru

#25
Lieber Jörg,

ein Versuch einer Antwort zu deinen Fragen.
Also, wenn ich deine Bilder richtig interpretiere, entsteht das Korkkambium aus den äußersten - ältesten - Phloemschichten oder aus der innersten Rindenparenchymschicht. Die Entstehung sekundärer Bildungsgewebe bei - Apikalmeristem von Sproßbürtigen Wurzeln oder "schlafende Augen der Sproßorgane" - wird sicher hormonell gesteuert. Startschuß, meiner Meinung nach in einer Zelle der prädeterminierten Zellschicht und dann Ausbreitung nach rechts und links durch "weitersagen". Sprich, wenn eine Zelle sich hormonell getriggert entschieden hat - ich meine es wie ich schreibe - sich wieder zu teilen, obwohl sie eigentlich schon ausdifferenziert ist ( beim Menschen überhaupt nicht üblich und unter Krebs oder allgemein Tomor bekannt ), gibt sie sie ihren Nachbarn rechts, links, oben und unten ihre Entscheidung im direkten plasmatischen Kontakt ( Plasmodesmen ) per Hormon, Enzym; Biophotonen ??? bekannt. Diese machen dann mit und die Teilungsfreude breitet sich flächenhaft aus.
Deinen Unterschied zwischen "vor arbeiten" und "fortschreiten" ??? kann ich nicht nachvollziehen. Ob die Zellen Dehnungsrezeptoren haben? Umfangvergrößernde Teilungen sind ? nur im Bereich der Markstrahlen üblich?

Noch eine Anmerkung zu deiner Beschriftung von Bild 8. Den Begriff "Skl1 = sklerenchymatisches Phloemparenchym" finde ich etwas gequält. Ich bevorzuge Bastfaser. Phloem besteht nur aus Siebzellen und Geleitzellen. Die Bastfasern beginnen zwar parenchymatisch, enden aber ausdifferenziert als tote Sklerenchymfaser, also wenig parenchymatisch.

Was die Cutikula angeht werde ich meine Bilder  zusammensuchen.

Liebe Grüße

Klaus
Ich bevorzuge ein kollegiales Du ;-).

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      Jack Horner

Fahrenheit

Lieber Klaus,

vielen Dank für Deine Erläuterungen zur Umwandlung von Phloem- oder RP-Zellen hin zum Phellogen! Damit hast Du meine Vermutung einer fortschreitenden Umwandlung gestützt, bei der benachbarte Zellen des neu gebildeten Meristems quasi "angesteckt" werden, sich ebenfalls wieder zu teilen.
Mit "vorarbeiten" meinte ich, dass sich das Meristem ausgehend von einer einzelnen Zelle durch Zellteilung weiter ausbreitet und sich so quasi zwischen bestehende Zellverbände schiebt. Da sollten dann aber auch entsprechende mechanische Rissbildungen an den Grenzzonen erkennbar sein, was ja nicht der Fall ist.

Danke auch für den begriff Bastfasern - wieder was gelernt.  :)

Ich freue mich auf Deinen Cuticula-Thread!

Herzliche Grüße
Jörg
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