Autor Thema: Von der Probe zum Präparat - Präparieranleitung mit einfachen Mittel  (Gelesen 49163 mal)

Fahrenheit

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #15 am: Februar 15, 2009, 08:41:18 Vormittag »
Hallo Peter,

sorry, ich habe Deinen Eintrag vom 11. Februar ganz übersehen. Es freut mich, dass ich Dir mit meinem Beitrag einige Anregungen geben konnte.

Schöne Grüße
Jörg
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Rolf-Dieter Müller

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #16 am: Februar 16, 2009, 17:13:32 Nachmittag »
Hallo Jörg,

leider komme ich erst jetzt dazu, aber für Deine Anleitung noch ein paar Anmerkungen.

Brennspiritus
Im allgemeinen sollte bei der Präparation auf Brennspiritus verzichtet werden. Viele Misserfolge sind darauf zurück zuführen, besonders wenn man ältere Färbevorschriften nachvollziehen möchte. Also immer Ethanol nehmen. Die Problematik von Brennspiritus ist im alten Forum ausführlich diskutiert worden. (Stichwortsuche: Brennspiritus, Klaus Henkel)

Etzold ist nicht gleich Etzold
Bei Diskussionen über Etzold-Färbung sollte man berücksichtigen, das es zwischenzeitlich 3 Varianten gibt.

Variante 1 = Etzold-FSA mit den Farbstoffen Fuchsin, Safranin und Astrablau.

Variante 2 = Etzold-FCA mit den Farbstoffen Fuchsin, Chrysoidin und Astrablau.

Variante 3 = Etzoldgrün mit den Farbstoffen Fuchsin, Chrysoidin und Alciangelb/Alcianblau.

Wenn der Wunsch nach Differenzierung, z.B. in 70% Ethanol aufkommt, hat man sicherlich mit Etzold-FSA gefärbt.

Im übrigen ist die Etzold-Färbung in den Varianten 1 und 2 sehr umfassend mit ausführlicher Färbeanleitung in der Mikrofibel ab Seite 183 beschrieben. Bitte besonders die Prozessschritte auf Seite 185 beachten. Hier ist dargestellt, das man auch bei Etzold-FSA ohne anderen Alkohol als Isopropylalkohol auskommt.

Etzoldgrün ist eine von Klaus Herrmann weiter entwickelte Färbevariante, die er im alten Forum umfassend beschrieben hat (Stichwortsuche: Alciangrün).

Ein weiterer Tipp
Nach der Färbung werden die Schnitte von überschüssiger Farbe ausgewaschen und dann ohne Restwasser in Isopropylalkohol überführt. Dazwischen kannst Du eine 30%ige Alkoholstufe einschalten. 3 bis 5 Minuten reichen. In dieser Zeit wird kein Fuchsin ausgezogen und die Schnitte sind für die nachfolgende Entwässerung besser konditioniert.

Meinetwegen nimm hierfür versuchsweise verdünnten Brennspiritus. Erzähl aber nicht weiter, das ich es empfohlen habe.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

Klaus Herrmann

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #17 am: Februar 16, 2009, 17:41:23 Nachmittag »
Lieber Rolf-Dieter,

sorgfältig und systematisch, wie alles was von Dir kommt! Danke!

Zitat
Etzoldgrün ist eine von Klaus Herrmann weiter entwickelte Färbevariante, die er im alten Forum umfassend beschrieben hat (Stichwortsuche: Alciangrün).

eine kleine Ergänzung der Wahrheit und Ehre halber:

Der "Erfinder" der Grünvariante des Etzold ist Karl Brügmann. Ihm allei gebührt die Ehre!  :)

 Mein Verdienst ist den Fehler in der Rezeptur von Chroma aufgeklärt zu haben und dabei gleich noch eine kleine Korrektur vorgenommen zu haben.

Ich habe beide Varianten gebrauchsfertig auf Lager und zusätzlich noch eine Blau-Gelb-Variante. Auf dem Bild mit dem Cotonaster-Blatt habe ich noch etwas Alciangün reingegeben. Das ist der Vorteil, wenn man die Einzelkomponenten getrennt ansetzt, dann kann man beliebig variieren!



Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Detlef Kramer

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #18 am: Februar 16, 2009, 18:35:03 Nachmittag »
Lieber Klaus,

entschuldige meine Kleinkariertheit. Ist ja nur, damit Dein informativer Beitrag auch perfekt wird: Die Pflanze heißt Cotoneaster

Herzliche Grüße

Detlef
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Fahrenheit

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #19 am: Februar 16, 2009, 21:33:37 Nachmittag »
Guten Abend Zusammen!

@Rolf-Dieter: danke für Deine weiteren Tips und Hinweise!

Da ich das Thema Schneiden / Färben / Präparieren mit einfachen Mitteln zwischenzeitlich in einem Worddokument aufbereitet habe - auch Deine Anregungen zu den Etzold - Varianten ist bereits aufgenommen - werde ich meinen Eingangsbeitrag nicht mehr erweitern: ich glaube, das sprengt den Rahmen des Mediums "Forenbeitrag".
Deine Hinweise zum Spiritus werde ich selbstverständlich ebenfalls dort einarbeiten und ich bin schon gespannt auf Deine Meinung zu dem neuen Text. :)

Von den Zwischenspülungen mit 30%igem Ethanol habe ich auf den Seiten von Armin Eisner gelesen und den Hinweis übernommen.

Bisher habe ich es so verstanden, dass die erste 15-sekündige Spülung mit Isopropanol auch dem Ausspülen überflüssiger Farbe dient - zumindest bei der 24-Stunden Färbung mit stark verdünntem FCA.

@ Klaus: sehr schöne Bilder von der Färbung mit Etzoldgrün! Besonders die Variante mit dem gelben Farbstoff gefällt mir sehr gut. Sehe ich das richtig: noch knapp in der Schnittebene liegt rechts der Abzweig einer Seitenrippe?

@All: nach einer Qualitätssicherung möchte ich das Dokument als *.doc oder *.pdf dann auch hier veröffentliche.

Allen einen schönen Abend!
Jörg
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Klaus Herrmann

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #20 am: Februar 16, 2009, 21:50:29 Nachmittag »
Danke lieber Detlef,

Zitat
Ist ja nur, damit Dein informativer Beitrag auch perfekt wird: Die Pflanze heißt Cotoneaster


Das Problem ist komplex: nachdem ich das schöne Präparat auf dem Wohldenberg gemacht und natürlich stolz rumgezeigt habe gab es 3 Experten, die glaubwürdig versicherten, dass das nie im Leben Cotoneaster ist. Aber keiner hat die definitive Bestimmung gemacht. Um es irgendwie zu benamsen hab ich schnell was drauf geschrieben, was ich danach nicht mehr richtig lesen konnte.  Cataster fand ich in der Erinnerung nicht zutreffend, so hab ich dann eben Cotonaster draus gemacht, ohne nachzuschauen.

 2 Kollegen (Du bist der 3.) haben mir, als sie das Bild sahen, das bestätigt, was Du auch gerade sagst: wenn schon, dann Cotoneaster.

Es gibt leider keine Möglichkeit mit dem Programm eine einmal eingebrannte Schrift zu korrigieren - ausser mit PS alles rausstempeln. So habe ichs aus Bequemlichkeit falsch gelassen.

Den Scheibfehler finden viele, aber was es nun tatsächlich ist sagt mir keiner! >:(
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #21 am: Februar 16, 2009, 21:58:23 Nachmittag »
Ja, Mann, Klaus,

wie denn auch? Mach ein Foto der Pflanze, dann können wir Dir helfen! So nebenbei: Cotoneaster ist eine der beliebtesten Bodendecker; wächst immer. Und hier ein Link: http://www.bodendecker.de/bodendecker_portrait.php3?gatt_id=2
Herzliche Grüße

Detlef
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Klaus Herrmann

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #22 am: Februar 16, 2009, 22:07:30 Nachmittag »
Ja so etwa sahen die Blätter schon aus, das waren aber 2m hohe Hecken. Nix Bodendecker!

 Bin ja im Mai wieder auf dem Wohldenberg. Das wird meine erste Aufgabe sein das Gesträuch genau zu dokumentieren! Versprochen!  :D

Wenns pressiert soll Thomas hinfahren und eine Dr.-Arbeit draus machen, der hat eh nix zu tun, der ist ja noch nicht pensioniert!! ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #23 am: Februar 19, 2009, 11:06:16 Vormittag »
Hallo Rolf-Dieter Müller

Was it possible to get the detailed recepts of the variants of Etzold? I have just looked at Armin Eisners homepage but was not able to find them.

Yours sincerely

Klaus Yde

Klaus Herrmann

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #24 am: Februar 19, 2009, 14:18:55 Nachmittag »
Hallo Klaus,

bei Armin Eisner kannst Du dir Varianten nicht finden, sie sind von mir!

Aber jeder, der vom mir Etzold grün gekauft hat bekommt die Zusammensetzung. Und Du hast doch auch von mir Etzold grün?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Rolf-Dieter Müller

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #25 am: Februar 19, 2009, 14:30:23 Nachmittag »
...
Was it possible to get the detailed recepts of the variants of Etzold? I have just looked at Armin Eisners homepage but was not able to find them.
Yours sincerely
Klaus Yde

Hallo Herr Yde,

den Hinweis zur Rezeptur von Etzoldgrün hat ja soeben Klaus Herrmann gegeben.

Die beiden anderen Varianten sind in der Mikrofibel veröffentlicht:

Variante 1: Etzold FSA = Rezeptur auf Seite 184,

Variante 2: Etzold FCA = Rezeptur auf Seite 187.

Besonders wertvoll ist in dieser Veröffentlichung, das Klaus Henkel auch die Ergebnisse der Färbung besonders ausführlich beschrieben hat.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter Müller

Klaus Yde

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #26 am: Februar 20, 2009, 10:58:16 Vormittag »
Hallo Rolf-Dieter Müller

Thanks

And Klaus

Would You please send me a bottle of Your Etzold grün + recept and let me know What I owe You. You have my Adress and I have Your IBAN/SWIFT.

MvG Klaus

PS I am not at home for the rest of this weekend.

Klaus Herrmann

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #27 am: Februar 20, 2009, 11:18:09 Vormittag »
Hallo Klaus,

Zitat
Would You please send me a bottle of Your Etzold grün + recept

I will do my very best  :D - the Etzold green will be international - the description only in German  ;)

Will you have "Fasching" in Colonia the weekend?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Klaus Yde

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat
« Antwort #28 am: Februar 20, 2009, 11:25:59 Vormittag »
Thanks - Autocamper and Holiday Show in Northern Jutland - I am considering buying one (with place for a mobile lab and microscope of cause......)

MvG Klaus

Rolf-Dieter Müller

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Re: Schirmtannennadeln - von der Probe zum Präparat - Etzoldfärbung noch schöner
« Antwort #29 am: Februar 21, 2009, 09:40:10 Vormittag »
Thanks - Autocamper and Holiday Show in Northern Jutland - I am considering buying one (with place for a mobile lab and microscope of cause......)
MvG Klaus

Hallo Herr Yde,

hoffentlich haben Sie an diesem Wochenende den für Sie richtigen und Ihnen gefallenen Laborträger gefunden.

Aber noch ein Hinweis zur Etzoldfärbung:

Sie hatten ja nach der Rezeptur gefragt. Insofern nehme ich an, das Sie sich die Farblösung selbst ansetzen wollen. Ich mach das ebenso. Dafür halte ich immer 1%ige Stammlösungen von Astrablau (mit Essigsäure), Chrysoidin und Fuchsin vor. Etzold setze ich dann nur nach Bedarf zu 30 ml an.

Wenn man die drei getrennten Stammlösungen hat, lohnt es sich getrennt zu färben, d.h. Vorfärbung mit verdünnter Astrablaulösung und Nachfärbung simultan mit Chrysoidin/Fuchsin. Man kann den Färbeprozess besser an die zu färbenden Objekte anpassen und im Ergebnis ist die Färbung auch schöner.

Für Etzoldgrün hat ja Klaus Herrmann schon dauf verwiesen.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter Müller