Autor Thema: Eigenbau eines Schlittenmikrotoms  (Gelesen 388 mal)

jcs

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Eigenbau eines Schlittenmikrotoms
« am: Juni 20, 2020, 10:34:58 Vormittag »
Mit meinem kleinen und etwas klapprigen Zylindermikrotom werde ich nicht so recht glücklich und hätte deshalb gerne ein Upgrade, mit dem ich reproduzierbar botanische Schnitte mit einer Dicke zwischen 25 und 50 Mikrometer machen möchte. Eine Suche nach neuen bzw.  gut erhaltenen gebrauchten Schlittenmikrotomen ergab, dass diese Dinger z.T. unverschämt teuer sind, und zusätzlich auch gewichtsmäßig außerhalb meiner Liga spielen.

Als kleines Bastelprojekt habe ich deshalb begonnen, ein Schreibtisch-taugliches Mikrotom zu entwerfen, das einerseits ausreichend steif und stabil sein soll, andererseits aber auch leicht genug, dass ich es nach Gebrauch problemlos im Kasten verstauen kann. Es soll diverse Verstellmöglichkeiten für das Messer bieten, und auch die Pobenhalterung soll variabler und stabiler sein als bei meinem Zylindermikrotom.

Herausgekommen ist dabei ein recht kompaktes Design, basierend auf Aluminium-Profilen, kugelgelagerten Schlittenführungen und einem kommerziellen z-Tisch mit Goniometer. Da ich keine mechanische Werkstatt zur Verfügung habe und weder CNC-fräsen noch drehen kann, wollte ich weitgehend auf Komponenten von der Stange zurückgreifen. Im aktuellen Design (siehe erstes Bild) benötige ich nur zwei Frästeile für die Messerhalterung, sowie eine noch zu entwerfende Probenhalterung, die ich 3D-drucken möchte.

Die bestellten Komponenten sind mittlerweile da, siehe zweites Bild. Gesamtgewicht ist aktuell 3,5kg, Frästeile und Probenhalterung kommen noch dazu. Heute geht's ans Zusammenbauen, mal schauen, ob alles passt.

LG

Jürgen

Werner

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Re: Eigenbau eines Schlittenmikrotoms
« Antwort #1 am: Juni 20, 2020, 12:45:37 Nachmittag »
Das wird geigen!
Abhilfe: An beide Seiten und die Rückwand große Alubleche (min. 1,5mm) schrauben, fest anziehen.
Zwei feste Linearlager sind überbestimmt, neigen dann zum Klemmen. Könnte hier aber klappen, weil die Wände seitlich nachgeben können. Also KEINE Leiste zusätzlich vorne-oben anbringen.

Gruß - Werner

jcs

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Re: Eigenbau eines Schlittenmikrotoms
« Antwort #2 am: Juni 20, 2020, 14:04:51 Nachmittag »
Hallo Werner,

das war auch meine Befürchtung, dass die Struktur entweder zu weich oder zu steif wird. Hat sich allerdings als unbegründet herausgestellt, beim Zusammenbau hat alles geklappt. Der Schlitten gleitet problemlos über die ganze Länge, und durch die Winkelverbinder ist die Struktur auch locker steif genug für meine Zwecke. Von der Größe passt es mir auch ganz gut, wie man am Foto sieht. Vielleicht hätte ich sogar etwas in der Länge und Höhe einsparen können.

Vorne habe ich absichtlich keinen Querverbinder eingebaut, damit die Zugänglichkeit gut gegeben ist.

Falls es jemanden interessiert, habe ich eine Stückliste als Screenshot eingefügt. Als nächstes kommen dann die Frästeile dran, wird aber noch etwas dauern, bis die da sind.

LG

Jürgen

Bob

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Re: Eigenbau eines Schlittenmikrotoms
« Antwort #3 am: Juni 20, 2020, 20:21:46 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

das Mikrotom sieht doch schon richtig gut aus! Da nicht jeder darauf steht, ein Altgerät aufzuarbeiten, wirst Du vermutlich den einen oder anderen Nachahmer finden. Das Konzept mit den Systemprofilen macht es ja auch einfach, eine Sonderversion abzuleiten.

Viele Grüße,

Bob

Wutsdorff Peter

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Re: Eigenbau eines Schlittenmikrotoms
« Antwort #4 am: Juni 20, 2020, 21:58:48 Nachmittag »
Auch von mir  der Ausdruck meiner Bewunderung!!
« Letzte Änderung: Juni 20, 2020, 22:14:25 Nachmittag von Wutsdorff Peter »

jcs

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Re: Eigenbau eines Schlittenmikrotoms
« Antwort #5 am: Juni 21, 2020, 11:05:36 Vormittag »
Hallo Bob und Peter,

danke für die motivierenden Worte, freut mich, wenn das Projekt Anklang findet. Mit diesen Konstruktionsprofilen lässt sich wirklich sehr viel machen, auch in Form von flexiblen Sonderlösungen. Mit Nachbau würde ich trotzdem warten, bis mein Prototyp erste botanische Schnitte abliefert. Bis ich so weit bin, kann einiges schiefgehen, und das aktuelle Design ist noch sicher nicht am Optimum. Aber ich werde dranbleiben,

Jürgen