Autor Thema: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL  (Gelesen 4602 mal)

Wes

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #45 am: Dezember 15, 2021, 20:59:15 Nachmittag »
Könntest du davon ein Paar Bilder zeigen? Beste Grüsse,
Hallo Rolf,

Hier sind Bilder des äußeren 1/3 des Sehfelds mit den beiden Okularen.



Beste grüße
Wes

rhamvossen

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #46 am: Dezember 15, 2021, 22:55:47 Nachmittag »
Hallo Wes,

Ich finde die CVD mit dem Kpl10x nicht so dramatisch. Welches Objektiv wurde verwendet? Wie sieht denn das Bild vom ganzen Objektmikrometer aus, ich sehe nicht die von dir genannte Hotspots. Beste Grüsse,

Rolf

Jürgen Boschert

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #47 am: Dezember 15, 2021, 23:30:09 Nachmittag »
Hallo,

sehe ich genau so wie Rolf. Bzgl. der CVAD ist doch das S-KPL eindeutig besser.
Beste Grüße !

JB

reblaus

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #48 am: Dezember 16, 2021, 11:04:26 Vormittag »
Hallo -

solche Tests habe ich früher auch oft gemacht und kann die Beobachtungen bestätigen aber gleichzeitig möchte ich die Behauptung aufstellen, dass man beim Betrachten der meisten Mikropräparate (Tümpeln, Schnitte etc.) keinerlei Unterschied bemerken würde und selbst wenn man eine Diatomee mit dem Immersionsobjektiv fotografieren möchte würde man sie kaum an den Rand des Bildfelds rücken und hätte keine Probleme mit CVD - außer man interpretiert die Interferenzerscheinungen der feinen Struktren miss.

Viele Grüße

Rolf

Bob

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #49 am: Dezember 18, 2021, 10:11:51 Vormittag »
Hallo zusammen,
ich finde solche objektiven Tests sehr nützlich, damit man weiß woran man mit seiner Kameraadaption ist. Den ggfs. nächsten Schritt, die aufwändige und oft kostspielige weitere Optimierung kann man dann weglassen, wenn nicht praxisrelevant. Aber der Test kostet ja nichts, Objektmikrometer, Tropfen Immersionsöl, Deckglas, Testfoto.

Viele Grüße,

Bob

Wes

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #50 am: Dezember 19, 2021, 09:41:17 Vormittag »
Welches Objektiv wurde verwendet?
Hier habe ich Planapo 40/0,95 verwende, das mikroskop ist Phomi III.

Es ist etwas seltsam, dass das Zeiss West Planapo 40x/0,95 im Vergleich zum Zeiss Jena Apo 40x/0,95 bei Verwendung des Kpl-W 10x eine stärkere chromatische Abberation aufweist. Und wenn ich dann einen 0,63x Objektivrevolver verwende, wird es viel besser. Die Hotspots sind nicht so interessant, aber ich werde vielleicht ein Video oder eine Serie von Bildern machen, um sie zu zeigen. Der eigentliche Grund, warum ich den S-Kpl nicht benutze, ist, dass meiner Pilze hat, aber wenn ich jemals einen in wirklich gutem, sauberem Zustand finde (denn selbst ein bisschen Staub macht ein Problem, besonders beim Phasenkontrast), werde ich natürlich zum S-Kpl wechseln.

Bob

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #51 am: Dezember 19, 2021, 13:38:39 Nachmittag »
Hallo Wes,
hast Du schon mal die kameraadaption über ein Hybridokular getestet? Damit gibt es keine Hotspots und von der Bildqualität konkurriert sie mit den besten Alternativen. Für das Phomi mit Tubusfaktor 1,25 und APS-C-Kamera wäre die Adaption über das Zeiss-Olympus-Hybridokular die vielversprechendste Lösung, weil der Bildkreis am besten genutzt wird.

Zwischen Zeiss Jena und Zeiss Oberkochen gibt es von de Auslegung einen Unterschied: Zeiss Jena ist auf 12 oder 13mm Okularabgleichlänge gerechnet, Zeiss Oberkochen auf 10. Ich würde zum Testen ein andees Objektiv nehmen, ein 40er Trockenapo ist empfindlich für die Deckglasdicke und -einstellung, das wäre mir eine Variable zu viel. Hast Du vielleicht ein 10er oder 25er Planapo?

Viele Grüße,

Bob

rhamvossen

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #52 am: Dezember 24, 2021, 09:36:07 Vormittag »
Hallo Bob,

Zitat
von der Bildqualität konkurriert sie mit den besten Alternativen.

Danke! ;). Und ich denke, es geht weiter als das. Die Hybridokulare sind die brauchbare  Projektive für z.B. Zeiss und Leitz die wir nie hatten, zumindestens nicht für Digitalkameras. Mit etwas Spielereien kann man für jede Sensorgrösse einen optimalen Bildausschnit mit gute Bildqualität auf dem Sensor projizieren. Mit die Letzten Kombination die ich für Zeiss getestet habe bekommt man sogar einen grösseren Ausschnit als mit dem schwer überteurte Olympus NFK1.67x Projektiv. Auch für C-mount Kameras sehe ich Möglichkeiten. Ich werde im nächste Jahr etwas mehr mit Mikroskopkameras ausprobieren. Beste Grüsse,

Rolf
« Letzte Änderung: Dezember 24, 2021, 09:52:31 Vormittag von rhamvossen »

Bob

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #53 am: Dezember 24, 2021, 10:05:30 Vormittag »
Hallo Rolf,
Deine Hybridokulare sind ja im Prinzip immer nach diesem Schema aufgebaut:
1. Eher stärker vergrößernde Augenlinse, z.B. vom KPL 10x, da steckt vermutlich auch die Farbkorrektur drin
2. Eher schwach vergrößernde Feldlinse, z.B. vom KPL 8x oder Olympus 5x nicht kompensierend

Auf der Grundlage lassen sich bestimmt noch andere Kombinationen finden. Die Komponenten für einen direkten Nachbau sind aber nicht so einfach zu finden, z.B. scheinen mit KPL 10x eher selten zu sein in Deutschland. Die Alternativen sind aber auch nicht einfacher zusammen zu bekommen und oftmals teuer. Von daher würde ich jedem, der eine Fotoadaption für ein Endlich-Mikroskop benötigt, vorschlagen, sich mal in Richtung Hybridokular Gedanken zu machen

Viele Grüße und schöne Weihnachten,

Bob

rhamvossen

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #54 am: Dezember 24, 2021, 10:28:48 Vormittag »
Hallo Bob,

Weil verschiedene Kombinationen gut funktionieren denke ich das es nicht so schwer ist die Komponenten zu finden. Für die beste Kombination für Zeiss z.B. braucht man ein Leitz Periplan GF10x und ein Zeiss C5x. Ich denke, die sind beiden nicht selten. Ein S-Kpl10x/Pentax 40mm ist vielleicht schwerer zu bekommen. Auch Olympus 5x Okulare sind häufig. Die Augenlinse vom Hybridokular ist das wichtichtste und verschiedene Feldlinsen (also: Möglichkeiten) funktionieren gut mit diesselben Augenlinse. Beste Grüsse,

Rolf
« Letzte Änderung: Dezember 24, 2021, 10:32:38 Vormittag von rhamvossen »

mhaardt

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Re: Zeiss Hybridokular im Vergleich mit S-KPL
« Antwort #55 am: April 09, 2022, 14:04:32 Nachmittag »
Bisher fotografierte ich mit einem M42 Objektiv durch ein Mikroskopokular. Subjektiv litt die Schärfe etwas, ich hatte durchaus chromatische Abberation und vor allem im Objektiv eine Reflektion. Hier gibt es ein paar Bilder mit einem 10x Objektiv zu sehen:

http://www.moria.de/tech/3d/geometry/

Die Bilder sind Ausschnitte. In der Kamera sieht man das ganze Feld, weil ich die Übersicht schätze. Nun sind die meisten Schnitte nicht ideal dünn, aber der lila Fleck in der Mitte stört und das sind schon die besten Bilder. Soweit ich las, werden bei CZJ Okulare bis 10x mit nicht korrigierenden Okularen verwendet und darüber mit korrigierenden Okularen, aber irgendwie wurde es nie richtig gut, egal was ich probierte, und der Aufbau war etwas abenteuerlich. Für mich reichte es, aber die Beschreibung hier im Thread weckte mein Interesse.

Ich bekam diese Woche zwei Projektive von Rolf, die er aus Komponenten verschiedener Hersteller baute, aber die Adaption ist noch nicht ganz fertig. Ich baue kleine optische Hilfen gerne mit T2-Verlängerungshülsen; entsprechend fertigte ich mir einen Adapter von CZJ-Ringschwalbe auf T2 an, eine Hülse um das Okular auf der richtigen Position einstecken zu können und einen T2-EF Bajonett Adapter gibt es fertig zu kaufen. Einfacher und stabiler geht es nicht! Und wenn mir nicht aktuell Hülsen fehlen würden, könnte ich es auch fertig machen. Die ersten Testbilder mit noch etwas falschen Abständen sind aber besser als alles, was ich vorher je hatte: Scharf, reflektionsfrei und farbfreie Kanten. Ich hänge ein Bild eines Objektmikrometers aufgenommen mit einem CZJ 16/0.32 Achromaten an. Zum ersten Mal wünsche ich mir ein Planobjektiv. :) Die Kamera ist eine Canon 60D. Live view mit einem Monitor über HDMI ist ein ganz neues Erlebnis und der Gedanke an einen Trinokulartubus ist weg.

Anfänglich dachte ich, Rolf dreht sich entsprechende Hülsen, aber erstaunlicherweise scheinen diverse Hersteller das gleiche Gewinde zu benutzen, so dass er die Projektive wirklich nur aus bestehenden Teilen zusammenschraubt, was jeder könnte, wenn man weiß, was funktioniert. Wie sich zeigte, haben verschiedene CZJ-Objektive wirklich jeweils einen etwas anderen Farbfehler. Vermutlich gibt es für jedes Objektiv das perfekte Okular, nur fand ich vorher noch nicht die beste Kombination. Obiges Projektiv funktioniert bei 10x und 16x sehr gut, bei 40x gibt es minimal Farbe. Weniger als in meinen Bildern oben, aber nun kam der Appetit auf mehr auf und ich bekam dafür ein extra Projektiv, auf das ich neugierig bin.

Vielen Dank Rolf! Deine Homepage zeigt sehr schön wie einfach und gut die Ergebnisse mit Projektiven werden.

Michael