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Leuchtfeldblende schief?

Begonnen von treinisch, Februar 01, 2010, 11:36:34 VORMITTAG

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treinisch

Liebe Experten,

ich frage mich, ob irgendwo im Beleuchtungsstrahlengang
etwas ,,schief" sein könnte.

Leider konnte ich nur freihändig durch das Okular
fotografieren, und leider ist das Foto nicht ganz scharf,
man sieht aber was ich meine, hoffe ich:

Links oben sind einige Lamellen scharf abgebildet und ohne
Farbsaum, rechts sind einige Lamellen der Leuchtfeldblende
nicht nur nicht scharf abgebildet, sondern weisen auch einen
deutlichen Farbsaum auf.

Kann es sein, dass die Leuchtfeldblende schief ist, oder
könnte es daran liegen, dass der wegklappbare Kondensorkopf
nicht bis in eine ganz gerade Position ,,vorrückt"?

Es handelt sich um ein Axioskop 20.




Herzliche Grüße und vielen Dank

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Detlef Kramer

Hallo Timm,

M.E. dürfte das nicht sein. Warum das so ist, kann ich zumindest anhand des Fotos nicht erkennen. Im Zweifelsfall ist das ein Fall für den Techniker. Das Mikroskop ist es in jedem Fall wert und Zeiss ist im Zweifelsfall kulant, vor allem, wenn Du das Gerät hinbringen könntest. Ich weiß leider nicht, wer für Hamm zuständig ist, müsste man eventuell bei Zeiss (Göttingen) erfragen. Alternativ wäre eine Fahrt zu Jülich in Bonn. In dem Fall Termin vereinbaren.

Viel Erfolg

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

rhamvossen

Hallo Timm,

It could also be that the lightsource is not completely centered. Best regards,

Rolf

Dieter Stoffels

#3
Hallo Tim,

da Du Dein Mikroskop vermutlich gebraucht gekauft hast, solltest zuerst prüfen, ob der gesamte Kondensorträger in genau horizontaler Ausrichtung unter dem Tisch sitzt. Bei einer Schiefstellung dieses Trägers werden die Lamellen ungleich abgebildet. Eine Nachstellung könntes Du selbst vornehmen. Leider weiß ich nicht, mit welchen Kondensor Du arbeitest. Ich vermute, dass es sich um einen Universalkondensor N.A. 0,9 mit der Zeiss-Nr. 445236 handelt. Bitte prüfe, ob bei Deinem Kondensor die Frontoptik fest verschraubt ist oder ob diese locker in der Fassung sitzt. Solltest Du die Möglichkeit haben, einen weiteren Kondensor (Arbeitshöhe 41 mm!) einzusetzen zu können, kannst Du anhand der Lamellenabbildung sicher entscheiden, ob der Fehler auf den Kondensor selbst oder auf den Kondensorträger zurückzuführen ist. Von einem eigenständigen Nachstellen der klappbaren Frontoptik rate ich Dir ab. Bei der Firma Zeiss in Göttigen wäre Herr Sackel (Tel. 0551/5060-308) der richtige Ansprechpartner.

Viele Grüße!

Dieter Stoffels


Klaus Henkel

Zitat von: treinisch in Februar 01, 2010, 11:36:34 VORMITTAG
Liebe Experten,

Herzlichen Dank, falls auch ich gemeint sein sollte.

Zitatich frage mich, ob irgendwo im Beleuchtungsstrahlengang
etwas ,,schief" sein könnte.

Ja, klar. Da ist etwas schief, lieber Herr Reinisch!

ZitatLinks oben sind einige Lamellen scharf abgebildet und ohne
Farbsaum, rechts sind einige Lamellen der Leuchtfeldblende
nicht nur nicht scharf abgebildet, sondern weisen auch einen
deutlichen Farbsaum auf.

Hier ist das hinreichend erklärt, so daß Sie den Beleuchtungsfehler bestimmt selbst beheben können:
Mikrofibel, 4.2.2  Suche und Behebung von Fehlern im Strahlengang, Kapitel 4.2.2.1  Ungleichmäßige Ausleuchtung

Gruß KH




Timm
[/quote]

junio

Hallo Timm,

die saubere Zentrierung der Aperturblende zur Leuchtfeldblende muss ebenfalls sichergestellt sein.

Grüße von Jürgen Stahlschmidt

Kay Hoerster

Hallo Timm,

Herr Henkel hat ja schon auf das Kapitel 4.2.2.1 in der Mikrofibel hingewiesen, dort steht 'Wird ein chromatisch nicht korrigierter Kondensor nur wenige Zehntel Millimeter zu hoch eingestellt, so verschiebt sich die Farbe des mikroskopischen Bildes nach blau, bei etwas zu tiefer Einstellung deutlich nach rot...' Weiter im Absatz dann noch der Hinweis, daß die Farben auch an den Lamellen-Kanten der zugezogenen Leuchtfeldblende sichtbar werden. Ich kenne Deinen Kondensor und seine Korrektionsgrad nicht, werfe aber mal ein, daß auch ein Lamellenpaket nicht unendlich dünn ist, die Lamellen sind übereinander gelegt (in Deinem Bild sind 6 Lamellen zu sehen) und jede einzelne Lamelle ist mindestens 1/10 mm dick. Zumindest bei meinen Kondensoren sehe ich ebenfalls diese Farbsäume an den Lamellen, und zwar auch zu einer Seite verlagert. Auch bei der Höhenverstellung des Kondensors kann man schnell die Farbsäume erkennen, sobald man leicht (und ich meine wirklich nur leicht, eben ein paar 1/10 mm) in die Unschärfe kommt. Jetzt kannst Du probieren, ob die Farbsäume bei leichter Defokussierung/Höhenverstellung des Kondensors rechts verschwinden, links aber dann auftauchen.
Es wäre dann die Vermutung, daß das Lamellenpaket aufgrund der unterschiedlichen Höhenlage der einzelnen Lamellen dann diesen Effekt zeigt. Ich kann zumindest gut damit leben, die Farbsäume sind so dünn, daß sie beim Öffen der LF-Blende dann aus dem Bildfeld verschwinden.

Mit freundlichem Gruß

Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

treinisch

Zitat von: Kay Hoerster in Februar 01, 2010, 19:10:05 NACHMITTAGS
Herr Henkel hat ja schon auf das Kapitel 4.2.2.1 in der Mikrofibel hingewiesen, dort steht 'Wird ein chromatisch nicht korrigierter Kondensor nur wenige Zehntel Millimeter zu hoch eingestellt, so verschiebt sich die Farbe des mikroskopischen Bildes nach blau, bei etwas zu tiefer Einstellung deutlich nach rot...' Weiter im Absatz dann noch der Hinweis, daß die Farben auch an den Lamellen-Kanten der zugezogenen Leuchtfeldblende sichtbar werden. Ich kenne Deinen Kondensor und seine Korrektionsgrad nicht, werfe aber mal ein, daß auch ein Lamellenpaket nicht unendlich dünn ist, die Lamellen sind übereinander gelegt (in Deinem Bild sind 6 Lamellen zu sehen) und jede einzelne Lamelle ist mindestens 1/10 mm dick. Zumindest bei meinen Kondensoren sehe ich ebenfalls diese Farbsäume an den Lamellen, und zwar auch zu einer Seite verlagert. Auch bei der Höhenverstellung des Kondensors kann man schnell die Farbsäume erkennen, sobald man leicht (und ich meine wirklich nur leicht, eben ein paar 1/10 mm) in die Unschärfe kommt. Jetzt kannst Du probieren, ob die Farbsäume bei leichter Defokussierung/Höhenverstellung des Kondensors rechts verschwinden, links aber dann auftauchen.
Es wäre dann die Vermutung, daß das Lamellenpaket aufgrund der unterschiedlichen Höhenlage der einzelnen Lamellen dann diesen Effekt zeigt. Ich kann zumindest gut damit leben, die Farbsäume sind so dünn, daß sie beim Öffen der LF-Blende dann aus dem Bildfeld verschwinden.

Hallo Kay,

ja die Mikrofibel ist wirklich ein unglaubliches Werk. Ich habe mich selbst schon manches mal ertappt wie ich bei Fragen gedacht habe
,,schau doch einfach in die Mikrofibel". Tja und nun bin ich auch in die Falle getappt. Kaum zu glauben, dass es so etwas kostenlos
gibt.

Eine Reihe der möglichen Fehlerursachen habe ich überprüft, mit negativem Befund. Die Kondensorauflage ist absolut plan und
parallel, die Objektive sitzen fest, die Linsen des Kondensors sitzen auch fest und im Rahmen meiner Möglichkeiten das zu
messen auch gerade, die Lampe ist zentriert.

Was Du beschreibst ist bei mir auch so. Ich kann wahlweise den rechten oder den linken Rand fokussieren und dann ist eben
der jeweils andere Rand unscharf und mit Farbsaum. Und naja, der Farbsaum verschwindet schon, wenn ich die
Blende weit genug aufziehe, andererseits muss ich sie dafür ja weiter aufziehen, als ich es eigentlich machen würde, denn in der
Mikrofibel steht ja, dass man die Leuchtfeldblende nur soweit aufzieht, bis sie gerade aus dem Sehfeld verschwindet.

Der Punkt mit der Dicke der Lamellen ist ja einerseits richtig, aber andererseits sind bei einer Irisblende doch normalerweise
die Lamellen fischschuppenartig angeordnet, so dass die Blende im Prinzip überall gleich dick ist, oder ist das nicht so?

Ich denke, ich werde mal den freundlichen Herrn von Zeiss kontaktieren und sehen, was der zu dem Thema sagt.

Herzliche Grüße und vielen Dank an alle Poster aus diesem Thread

Timm Reinisch

Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Nomarski

#8
ZitatIch kann wahlweise den rechten oder den linken Rand fokussieren und dann ist eben
der jeweils andere Rand unscharf und mit Farbsaum.

Hallo Timm,

sehe ich das richtig? Je nach Kondensorhöhe sind manche Lamellen scharf und ohne Farbsaum,
gegeüberliegend dann unscharf und mit Farbsaum?
Ist das auch bei allen Objektiven so? Das würde ja darauf hindeuten, daß deine Lamellen nicht in einer Ebene liegen.
Was die Einstellung der Leuchtfeldblende anbetrifft, verfahre ich zwar meist auch so, wie in der Mikrofibel beschrieben, also öffnen bis zum Sehfeldrand. Ich habe aber festgestellt, daß in kritischen Fällen, wo ich die Apertur des Objektives auch ausnutzen muß, die Blende nun doch etwas weiter öffnen muß.

Aber um die Ursache für das Problem zu finden, würde ich es mal mit einem anderen Kondensor probieren oder falls die Möglichkeit besteht, am baugleichen Mikroskop vergleichen.
Und hast du schon mal den Leuchtfeldblendeneinsatz aus dem Fuß ausgebaut gehabt? Vielleicht sitzt der dort nicht richtig.

Gruß
Bernd

Dieter Stoffels

Hallo Tim,

mich würde interessieren um welchen Kondensor es sich bei Dir handelt und mit welcher Zeiss-Nummer der Kondensor beschriftet ist.

Vielen Dank!

Dieter

treinisch

Zitat von: Nomarski in Februar 01, 2010, 20:00:16 NACHMITTAGS
sehe ich das richtig? Je nach Kondensorhöhe sind manche Lamellen scharf und ohne Farbsaum,
gegeüberliegend dann unscharf und mit Farbsaum?
Hallo Bernd,

Ja, genau so ist das.

Zitat
Aber um die Ursache für das Problem zu finden, würde ich es mal mit einem anderen Kondensor probieren oder falls die Möglichkeit besteht, am baugleichen Mikroskop vergleichen.
Und hast du schon mal den Leuchtfeldblendeneinsatz aus dem Fuß ausgebaut gehabt? Vielleicht sitzt der dort nicht richtig.

Anderen Kondensor probieren ist gut :-) Woher nehmen und nicht stehlen!

Leuchtfeldblendeneinsatz aus dem Fuß ausbauen? Das klingt nicht gut für meine Ohren.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich alles auseinandernehmen kann, mit der umgekehrten
Richtung bin ich ein wenig vorsichtiger! Wie würde ich denn den Sitz kontrollieren?
Da sind drei Schrauben an der Leuchtfeldblende....

Am Kondensor ist eine Anschlagschraube, ich habe hier ja den Rat bekommen, die Finger
davon zu lassen, deswegen habe ich auch nicht daran herumgespielt, allerdings habe ich
die beiden Flächen, die der kleinen Schraube und das Gegenstück an der beweglichen Linse
von einem dünnen Film aus altem Öl/Fett/Staub befreit, vielleicht 1/10mm, und habe den
Eindruck, dass das Problem nun geringer geworden ist. Naja, das würde für einen Test mit
einem anderen Kondensor sprechen.




Herzliche Grüße
Timm

Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

treinisch

Zitat von: Dieter Stoffels in Februar 01, 2010, 22:11:39 NACHMITTAGS
Hallo Tim,

mich würde interessieren um welchen Kondensor es sich bei Dir handelt und mit welcher Zeiss-Nummer der Kondensor beschriftet ist.

Hallo Dieter,

Entschuldigung! Du hattest ja weiter oben schonmal nach dem Kondensor gefragt,
es ist ein 445236.

Herzliche Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

reblaus

Hallo an alle -

ja es ist ein wenig schief! Ist das Mikroskop neu - dann Reklamation.

Ist es alt: Dann lebe am besten damit. Ich habe schon einige Mikroskope bekannter Marken (z.B. Phomi II im damaligen Wert eines bescheidenen Einfamilienhäuschens) erlebt, bei denen trotz erhöhten Aufwands des Kundendienstes solche Schiefitäten, vor allem bei geringen Vergrößerungen nie beseitigt werden konnten.
Oder mach mal jetzt einige schönes Fotos; dann behebe den Fehler mit einem Riesenaufwand; dann mach wieder Fotos - du wirst keinerlei Unterschied feststellen, wenn die übrigen Bedingungen gleich sind!
Eine Irisblende mit sechs Lamellen ist ohnehin einer Firma wie Zeiss unwürdig (früher waren es immer dreizehn) und nötigt einen die Blende weiter aufzuziehen als nötig.
Aber ehrlich: Hat jemand schon mal einen Unterschied bemerkt, wenn die Blende mit scharfem Rand haargenau richtig offen war, oder wenn sie nicht ganz gestimmt hat?
Grüße
RB

Dieter Stoffels

Hallo Timm,

vielen Dank für die Angabe der Zeiss-Nummer. Ich besitze den gleichen Kondensor. Auch bei mir ist das von Dir beschriebene Phänomen zu beobachten, so dass ich davon ausgehe, dass es sich hier um eine Baueigentümlichkeit dieses Kondensors handelt. Eine Störung des mikroskopischen Bildes entsteht bei mir nicht, so dass ich bisher von einer Reparatur abgesehen habe.

Viele Grüße!

Dieter

Klaus Henkel

Zitat von: Dieter Stoffels in Februar 02, 2010, 08:52:35 VORMITTAG
Hallo Timm,

vielen Dank für die Angabe der Zeiss-Nummer. Ich besitze den gleichen Kondensor. Auch bei mir ist das von Dir beschriebene Phänomen zu beobachten, so dass ich davon ausgehe, dass es sich hier um eine Baueigentümlichkeit dieses Kondensors handelt. Eine Störung des mikroskopischen Bildes entsteht bei mir nicht, so dass ich bisher von einer Reparatur abgesehen habe.

Das darf nicht sein! Unterschiedliche Farbränder an den Lamellen sind intolerabel. Weil sie ja ein Hinweis auf eine unbeabsichtigte schiefe Beleuchtung sind.

Ich empfehle, eine winziges Objekt, irgendein "Pünktchen" im Bild anzuvisieren und dann nach oben und unten durchzufokussieren. Wenn schiefe Beleuchtung vorhanden ist, wird das Objekt beim Fokussiernen zur Seite hin ausweichen. Eine sehr exakte Prüfmethode.
KH