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Pleurax von Michael [MiR]

Begonnen von MiR, September 29, 2023, 14:59:19 NACHMITTAGS

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MiR

1) Übrigens würde mich mal interessieren, wieviel Ma% das NL-Pleurax hat. Ich habe zwar eine Analysenwaage aber kein NL-Pleurax ..., hat irgendwer beides?
2) Wie dick ist denn so im Durchschnitt eine Pleuraxschicht in der Anwendung?

VGaB,
Michael

anne

Hallo Michael,

Zu 2): Im Idealfall ist die Schicht nicht viel dicker wie die (dicksten)Diatomeen, hängt aber stark vom Präparator ab. Ich schätze wohl zumeist zwischen 100- max.300 µm.
lg
anne

MiR

Hallo Anne,

danke, das ist ja schon mal eine Aussage. Ich gehe mal davon aus, dass deine gezeigten Flaschen alle Pleurax enthalten. Wobei die Flasche auf der linken Seite nach NL-Pleurax aussieht ..., jedenfalls hat diese eine große Ähnlichkeit mit den auf der "NL-Homepage" abgebildeten Gebinden. Vielleicht könntest du mal 3 Proben mit den Pleurax-Varianten zeigen? Gibt es eigentlich einen (subjektiven) Farbunterschied zwischen mit Deckglas und ohne Deckglas?

Viele Grüße aus Berlin,
Michael

jochen53

Hallo Michael,
zum Geruch des Schwefelwasserstoffs: Die Geruchsschwelle ist zwar sehr niedrig, geringer als die Toxizitätsgrenze. Aber: Der Geruchssinnn wird auch durch geringe Konzentrationen H2S mit der Zeit "gelähmt" und man nimmt ihn dann nicht mehr wahr, atmet ihn aber weiterhin ein.
Deine Methode ihn durch Natronlauge zu binden, ist auf jeden Fall die richtige. Mir fällt noch eine Möglichkeit ein, wie Du ihn vollständiger aus dem Reaktionsgemisch entfernen könntest: Durchleiten von Inertgas, dann könntest Du auch Waschflaschen mit Fritten verwenden. Kohlendioxid käme hier leider nicht in Frage, weil es ebenfalls durch Natronlauge absorbiert würde und diese dann verbraucht und unwirksam macht, aber Stickstoff sollte gehen. Durch den Stickstoff mitgerissenes Phenol wird ebenfalls von der Natronlauge absorbiert. Ein ganz leichter Gasstrom sollte ausreichen. Um letzte Spuren zu binden, könntest Du noch ein Absorptionsrohr mit Aktivkohle nachschalten.
Viele Grüße, Jochen

MiR

Hallo Jochen,

ja, gut dass du es nochmal erwähnst, dass der Geruchssinn erlahmt, in der Tat gefährlich, habe ich auch nicht mehr bedacht. Gelegentlich bediene ich mich übrigens einer Atemmaske (also mit echtem Absorptions-Filter), auch wenn es vielleicht etwas übertrieben aussehen mag.
Das mit dem Inertgas gefällt mir gut, mache ich aus 2 Gründen nicht: Erstens zu teuer, ich habe mich vor  langer Zeit entschieden, es kommt mir nur noch Argon ins Haus (der Preis-Unterschied zwischen Argon und Stickstoff ist ohnehin nicht so kolossal). Und Zweitens, habe ich ein wenig Angst vor der Kühlwirkung. Müsste ich mit einem verbesserten thermischen Haushalt ausgleichen. Allerdings hätte es aber immer noch den Charme des (andauernd anliegenden) Schutzgases ..., die Verwendung eines Gasballons lässt sich erst nach der H2S-Entwicklung verwirklichen...
Etwas länger nachdacht ..., ich glaube, ich werde das mal doch ausprobieren!
Den Einsatz der Fritte (Glas-), siehe obige Antwort an Bob, generell zu befürworten. Die Idee mit der Aktivkohle ist überlegenswert.

Viele Grüße aus Berlin,
Michael

anne

Hallo Michael,
was meinst Du mit Proben?
Den Objektträger mit Deckglas? Willst Du den Farbunterschied sehen? Hängt dann aber stark von der Schichtdicke ab, die ich nicht messen kann. Ich habe Pleurax in einigen Farbvarianten unterschiedlichster Hersteller, bis schwarz.
Oder willst Du Diatomeen sehen in dem jeweiligen Pleurax?

Mein Vorschlag:

Ich tropfe mal verschiedene "Pleuraxe" jeweils auf einen Objektträger und fotografiere es, ich fotografiere es  nochmals nach der Aushärtung mit Deckglas. Bin eh gerade am Streupräparate machen.

Ich denke aber, es wäre grundsätzlich wichtig, Du führst selbst auch Tests durch unter Praxisbedingungen.
Das hatten wir schon mal, ein Harz das theoretisch genial war, aber nicht unter Realbedingungen getestet wurde.
Realbedingungen heißt, Diatomeenstreupräparate zu erstellen nach der Anwendungs-Vorschrift unter der Du das Harz abgeben möchtest. Am besten noch getestet in Varianten bzgl. Schichtdicke, Temperatur und Zeit.
Nach meiner bescheidenen Meinung sollte das schon der "Harzkoch" testen.
Auch bzgl. Langzeitstabilität kann ich das nur ans Herz legen.
lg
anne

jochen53

Hallo Michael,
Du hast ja offenbar ein Heizbad mit Ölfüllung, da könntest Du ein zu einem Kreis gebogenes Metallrohr als Vorwärmer für das Inertgas mit reinlegen, dann kommt es schon etwas angewärmt in den Reaktor. Aber einen so großen Gasstrom, glaube ich, brauchst du gar nicht, so ein oder 2 Blasen pro Sekunde müßten reichen und den brauchst Du erst nachdem die Hauptmenge an H2S bereits entwichen ist. Du könntest m.E. auch noch etwas sparen, wenn Du Soda aus dem Drogeriemarkt statt > 99,5 % p.A. Qualität nimmst.
Viele Grüße, Jochen

MiR

Hallo Anne,

ZitatIch tropfe mal verschiedene "Pleuraxe" jeweils auf einen Objektträger und fotografiere es, ich fotografiere es  nochmals nach der Aushärtung mit Deckglas.
Da hast du voll ins Schwarze getroffen, darauf wollte ich eigentlich hinaus!

ZitatIch denke aber, es wäre grundsätzlich wichtig, Du führst selbst auch Tests durch unter Praxisbedingungen.
Das hatten wir schon mal, ein Harz das theoretisch genial war, aber nicht unter Realbedingungen getestet wurde.
Realbedingungen heißt, Diatomeenstreupräparate zu erstellen nach der Anwendungs-Vorschrift unter der Du das Harz abgeben möchtest. Am besten noch getestet in Varianten bzgl. Schichtdicke, Temperatur und Zeit.
Nach meiner bescheidenen Meinung sollte das schon der "Harzkoch" testen.
Auch bzgl. Langzeitstabilität kann ich das nur ans Herz legen.

Da kann ich dir kaum widersprechen, ich werde es trotzdem, mehr oder minder, bei den Untersuchungen, welche bereits veröffentlicht sind, belassen müssen. Auch deshalb habe ich lediglich einen eher symbolischen Preis aufgerufen. Einen Test mit 300mm sollte aber noch drin sein.

Viele Grüße,
Michael

Aljoscha

Hallo,

Eine Begasung mit Stickstoff oder Argon über die gesamte Reaktionsdauer könnte aus meiner Sicht sinnvoll sein. Ich sehe eine gewisse Chance, die Bildung unerwünschter Nebenprodukte zu reduzieren.

Viele Grüße

Alexander

anne

Hallo Michael,
ZitatDa kann ich dir kaum widersprechen, ich werde es trotzdem, mehr oder minder, bei den Untersuchungen, welche bereits veröffentlicht sind, belassen müssen. Auch deshalb habe ich lediglich einen eher symbolischen Preis aufgerufen. Einen Test mit 300mm sollte aber noch drin sein.

Das finde ich extrem schade, es ist ja kein Hexenwerk ein Streupräparat zu erstellen. Zudem hat man es dann noch zusätzlich als Objekt fürs Mikroskop - aber es ist nun dann mal so.
lg
anne

MiR

Hallo Anne,

ich möchte ja eigentlich niemanden traurig machen und in der Tat, man hätte ein bzw. mehrere (hoffentlich schöne) Präparate. Ich werde die Sache nochmal überdenken.

Viele Grüße aus Berlin,
Michael

peter-h

Ein kleiner Beitrag aus einem Vortrag von 2017 zum Thema Einbettung.
Gemessen mit Objektträger + Deckglas + Medium mit einer Dicke von 15µm.
Abstand durch dünne Alu-Plättchen gesichert.
Medienvergleich.jpg

Gruß
Peter

Bob

Zitat von: anne in November 23, 2023, 12:54:39 NACHMITTAGSIch denke aber, es wäre grundsätzlich wichtig, Du führst selbst auch Tests durch unter Praxisbedingungen.
Das hatten wir schon mal, ein Harz das theoretisch genial war, aber nicht unter Realbedingungen getestet wurde.
Realbedingungen heißt, Diatomeenstreupräparate zu erstellen nach der Anwendungs-Vorschrift unter der Du das Harz abgeben möchtest. Am besten noch getestet in Varianten bzgl. Schichtdicke, Temperatur und Zeit.
Nach meiner bescheidenen Meinung sollte das schon der "Harzkoch" testen.
Auch bzgl. Langzeitstabilität kann ich das nur ans Herz legen.
lg
anne
Hallo Anne,
ich empfinden den aufgerufenen Preis eher als eine Aufwandsentschädigung und fände es daher akzeptabel, wenn der Abnehmer als projektbeteiligter Tester anzusehen wäre und klar ist dass der Test auch negativ ausfallen kann. Gerade die Langzeitstabilität ist natürlich interessant, aber da bekommt man auch zu anderen Eindeckmitteln keine verbindlichen Zusagen von den gewerblichen Herstellern. Die Schnittmenge aus Harzköchen und Diatomisten ist klein, vielleicht bleibt hier nur die Möglichkeit die Aufgabe auf verschiedenen Schultern zu platzieren.

Viele Grüße,

Bob

anne

Hallo Bob,
sicherlich hast Du recht. Ich denke nur, es würde für Michael dieses Projekt abrunden.
Falls er evtl. noch weiter Pleurax kocht, würde ich es, unabhängig vom Preis (verschenkt oder mit Gold aufgewogen) empfehlen.
lg
anne

anne

Hallo Michael,
hier die versprochenen Bilder, die ich aber bei nicht optimaler Beleuchtung in meinem Keller gemacht habe, also "quick and dirty".
P1-3 sind die "Pleuraxe" aus Beitrag 28 von links nach rechts. Also P1 ist das helle gelbe Pleurax, P2 das mittlere leicht braune Pleurax und P3 das dunkelste Pleurax auf der rechten Seite.
Ich habe dann einige andere Harze zum Vergleich aufgetropft, bei PPM handelt es sich um ein Versuchsprodukt, der Rest dürfte bekannt sein.
lg
anne

IMG_0226 (002).jpg
IMG_0239 (002).jpg