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Schiefe Beleuchtung

Begonnen von Peter V., Mai 03, 2025, 10:44:05 VORMITTAG

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M59

Hallo,

Ich habe die gleichen Erfahrungen wie Peter Reil gemacht.
Die Methode mit der Blende im Filterhalter gibt gute Reliefbilder bei offener Aperturblende. Die richtige Position der Blende ist schnell gefunden. Schwarzes Kartonpapier 30 mm Durchmesser  ausschneiden: Kosten fast nichts....Wenn man den Filterhalter sonst nicht braucht, muss man auch nicht pröbeln.

Bei meinem Set-up  bei der DIC Nutzung ist die Blende im Filterhalter keine so gute Option, da dort der Polfilter liegt. Tatsächlich finde ich die Anwendung schiefer Beleuchtung besonders dann sinnvoll wenn ich einen anderen Objektivrevolver ohne DIC verwende. Pragmatischer ist die Verstellung am Revolver. Aber da muss man die Aperturblende doch recht weit zuziehen.

O.t.  ich erinnere mich an einige frühere Beiträge, die besagten, dass das Immergieren der 1.4 Kondensorlinse wenig Vorteile habe. Zeiss gibt das aber vor (haben die Optikentwickler das etwa getestet?  ;) ) ....und ich mache das auch. Bei der schiefen Beleuchtung kann man den Unterschied gut sehen. Da geht mit der immergierten Kondensorfrontlinse dann das Licht auf! Ich verwende allerdings Öl nicht Wasser, da das besser spreitet.


Grüße,

Michael/M59

Lupus

Hallo Peter,

hast Du es mittlerweile aufgegeben? Ich denke dass Dein Problem an irgend einem systematischen Handhabungsfehler liegt.
 
ZitatMit dem 40er schaffe ich noch eine braucbbares Schieflichtbild, auch weitestgehend ohne Streifenartefakte, aber auch nur, wenn lediglich eine sehr kleine halbmondförmige Fläche beleuchtet ist. Mit dem 100er kann ich noch solche Anstrengungen unternehmen (mit ölimmergiertem Kondensor!), es stellt sich nichts Schiefes ein.
Mit einem 40er Objektiv muss man sicherlich nicht bis auf eine sehr kleine halbmondförmige Fläche abblenden. Der Reliefeffekt stellt sich geradezu "idiotensicher" bereits dann ein wenn man "nur" eine halbkreisförmige Blende verwendet.

Ich habe das Ganze mit einem alten Zeiss-Winkel GFL und einem achrom.-aplan. Zeiss-Kondensor mit NA 1.4 getestet (optisch dürfte der identisch mit den entsprechendem Revolver-Kondensoren sein). Ich habe aus schwarzem Karton eine halbkreisförmige Blende geschnitten und sie mit Hilfe von mehreren um 90° umgebogenen Laschen direkt unter die Irisblende an die Innenwand geklemmt. Kondensor und Achromat 100/1.25 geölt. Die Aperturblende ist mit Einstellfernrohr an die Objektivaustrittspupille angepasst. Einfachheitshalber keine Leuchtfeldblende. Das funktioniert auf Anhieb, natürlich ist die Scharfstellung kritisch. Der Bildhintergrund ist ohne jeden Helligkeitsgradienten. Solche Beugungsartefakte wie man sie bei Dir sieht (#65) dürfen überhaupt nicht auftreten.

Hubert

Peter V.

Hallo Hubert,

ganz aufgegeben habe ich es noch nicht, aber im Moment ein wenig die Lust veloren. Nächste Woche ist etwas stressreich und am Wochenende war das Wetter zu schön, um sich mit schiefem Licht zu beshcäftigen.
Schön wäre es, wenn Du auch mal ein Bild des uns allen bekannten Objektes Mundschleimhautzelle zeigen würdest.
Was mich ein wenig beruhigt, ist die Tatsache, dass auch ein durchaus renommierter "technischer" Mikroskpikerkollege - wie er mir per PN berichtete - nicht zu wirklich befriedigenden Ergebnissen gekommen ist. Aber immerhin schon zu "etwas" Schieflichteffekt.
Mal schauen, wann ich mich nochmal daran begebe. Einmal "live" sehen möchte ich das Bild schon.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Lupus

Hallo Peter,

keiner will dich davon überzeugen dass schiefe Beleuchtung besser ist als DIK. Wenn Dir die bereits hier dokumentierten Aufnahmen von Ole und Rolf als zu unbefriedigend erscheinen, sollten wir das Thema natürlich nicht weiter vertiefen. Mir ging es jetzt nur darum, dass es eher ungewöhnlich erscheint wenn Du mit einem hochaperturigen Objektiv zu absolut keinem Ergebnis kommst.  :)

Hubert

rhamvossen

#79
Hallo,

Um Schiefe Beleuchtung zu bekommen mit Objektive höheren Aperturen muss es überigens nicht immer ein achr. apl 1.4 Kondensor sein. Mit ein Abbe 1.3 (z.B. Klappkondensor Zeiss) funktioniert das auch. Wenn dieser Kondensor wasserimmergiert wird dann wird ein Objektiv mit Apertur 1.25 im Hellfeld ganz ausgeleuchtet. Hier noch mal Schieflicht damit, Neofluar 63/1.25, Schleimhautzelle in 2 Fokusebenen fotografiert:



Beste Grüsse,

Rolf

Peter V.

Hallo Hubert,

das hast Du falsch verstanden. Ich finde die Aufnahmen von Ole und Rolf keinesfalls unbefriedigend, ganz im Gegenteil, eher erstaunlich und verblüffend. Deshalb würde ich das gerne einmal selbst nachvollziehen können.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Lupus

Hallo Rolf,

hier sieht man nochmal wie gut mit schiefer Beleuchtung optische Schnitte möglich sind.

Hubert

Lupus

Hallo,

ich habe als vergleichende Zusammenfassung die Mundschleimhautzellen-Aufnahmen von Ole und Rolf nochmal nebeneinander gestellt. Die Aufnahmen wurden nach Gefühl auf eine ähnliche Helligkeitsverteilung gebracht und diese maximal gestreckt (ohne Sättigung der Lichter und Schatten). Man sieht dass Mundschleimhautzellen nicht ganz optimal als Vergleichsobjekt sind weil sie unterschiedliche Strukturen haben können und die Fokuslage kritisch ist (die beiden unteren Bildpaare von Rolf zeigen jeweils verschiedene Fokussierungen der selben Zelle).

1. und 2. Bild von Ole mit den selben Zellen, oben DIK,
unten schiefe Beleuchtung (je mit Objektiv 100/1.25 und achr.apl. Kondensor NA 1.4)
3. und 4. Bild Bildpaare von Rolf mit Neofluar 63/1.25 und verschiedenen Kondensoren (achr.apl. NA 1.4 und nicht-achromatischer Klapplinsenkondensor NA 1.3).

Epithelzellen DIK Ole.jpg

Epithelzellen schiefe Beleuchtung Ole.jpg

Epithelzellen schiefe Beleuchtung 1 Rolf.jpg

Epithelzellen schiefe Beleuchtung 2 Rolf.jpg

Hubert


RainerTeubner

Hallo Foristen,

 unten findet ihr das Photo einer Diatomeen-Schale in Styrax, Fundort Oamaru, Totara, Arachnodiscus sp., einmal im Hellfeld und einmal mit schiefer Beleuchtung aufgenommen.
Objektiv: Planachromat 25/0,45 von Zeiss

Viele Grüße!

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

rhamvossen

Hallo,

Ich bin noch auf einige altere Fotos gestoßen, auf denen ich einen Zeiss-Winkel Achromat 100/1.30 in Kombination mit der 1.3 Klappkondensor verwendet habe für die schiefe Beleuchtung. Pediastrum aus meinem Gartenteich. Beste Grüsse,

Rolf

3nzo

Hallo zusammen,
es scheint mir, dass die Schrägbeleuchtung neu bewertet werden muss. Liege ich falsch?
Beste grüße.

Enzo

Michael Müller

Hallo,

ein Aspekt scheint mir bisher etwas zu kurz zu kommen:
Schiefe Beleuchtung und DIC bilden unterschiedliche Sachen ab. DIC ist empfindlich auf den Brechungsindexgradient unterschiedlicher Polarisationsrichtungen. Deshalb kontrastiert DIC auch die weit verbreiteten doppelbrechenden Objekte (z. B. Zellwände von Pflanzen, Schuppen von Gastrotrichen etc.) besonders deutlich. Das erkauft man sich ggf. mit Interferenzfarben, bunten Rändern und Helligkeitsgradienten. Schiefe Beleuchtung dagegen ist unempfindlich gegen Polarisationseffekte und erzeugt deshalb Bilder, die unseren Sehgewohnheiten eher entsprechen. Zusätzlich ist DIC bei lichtempfindlichen Organismen oft problematisch.

Beide Abbildungsvarianten haben ihre Stärken und Schwächen. Wenn man ein Objekt vollständig erfassen will, sollte man beide Verfahren berücksichtigen oder ggf. mit Bedacht diejenige wählen, die dem Objekt eher entspricht.

Zusätzlich sollte man bei Fotos immer (!) eine entsprechende Nachbearbeitung mit Flatfield-Korrektur und Kontrastspreizung anwenden. Der Kontrast der Live-Beobachtung und der "unebene" Hintergrund sind dann nicht mehr so ausschlaggebend.


Viele Grüße

Michael
Gerne per Du

rlu

Hallo Michael,

Kontrastspreizung - was meinst? Kontrasterhöhung oder ein definierter Gradient mit einer Kontrasterhöhung.

Ich frage deshalb nach, weil ich mit Affinity Photo2 immer wieder mal rumprobiere, wie man einen Helligkeitsgradienten händisch weg bekommmt.

Ich mache das auf zwei Arten. Bild + Filter(Helligkeit). Der Filter wird so eingestellt, dass er die dunkelsten Bereich aufhellt. Dann kommt eine Maske drunter.

Die Maske wird entweder über das Gradiententool erstellt. Gradient auf Radius.
Oder das Bild wird in Graustufen zerlegt und dann mit einem Gauß-Filter gemittelt und dann in eine Maske umgewandelt.

Du würdest dann einen Kontrast-Filter anstatt eines Helligkeits-Filters verwenden?

Liebe Grüße
Rudolf

Michael Müller

Hallo Rudolf,

das ist jetzt ein anderes Thema und ich möchte diesen Thread nicht mit Bildbearbeitung verwässern.

Wenn da Interesse vorhanden ist, bereite ich mal einen anderen Beitrag über die digitale Nachbearbeitung bei meinen Bildern vor.

Bis dahin

Michael
Gerne per Du

purkinje

#89
Hallo werte Schieflicht-Gemeinde,
nur ein paar Gedanken:
1) Die Frage beim Optischen Schnitt ist ja, so wie ich es verstanden habe, nicht so sehr die Schärfentiefe, vielmehr was bei der Abbildung der außerhalb des Fokus liegenden Strukturen passiert. Wenn dann diese Strukturen, wie beim gut eingestellten DIK, nicht phasenverschoben werden, grenzen sie sich fast nicht vom Hintergrund ab und es entsteht der Optische Schnitt.
Bei oben gezeigten  Bildern der Mundschleimhaut-Zellen (MSZ) in zwei Fokusebenen in schiefer Beleuchtung werden zwar Zellkern bzw Stäbchenbakterien scharf abgebildet, jedoch kommen die Strukturen jenseits des Fokus, v.a. Zellkern noch deutlich hervor.
 
2) Bei der Kontrastierung des hauptsächlich Phasenobjekts MSZ zeigen sich ohne Nachbearbeitung deutliche Unterschiede; hier scheint mir der DIK deutlich überlegen. Dies könnte an der Einstellmöglichkeit der Phasenverschiebung (Bias) beim DIK liegen. Auch im DIK kann durch eine falsche Einstellung eine Kontrastarmut, wie bei der schiefen Beleuchtung eintreten, wie dieses Beispiel gut zeigt:
Human buccal mucosa epithelial (cheek) cell imaged in de Sénarmont DIC with varying levels of bias retardation indicated on the image panels.
Q: de Sénarmont Bias Retardation in DIC Microscopy

Wie dies aber bei der schiefen Beleuchtung in den Griff zu bekommen wäre, oder anders herum evtl. auch für die schlechten (= kontrastschwachen) Ergebnisse  bei bestimmten Aufbauten/Einstellungen verantwortlich sein kann, da rätsele ich noch.

3) So schön Diatomeen oder Algen sich darstellen, wenn diese wenig Phasen- aber viel Amplitudenobjekt sind, eignen sie sich nicht wirklich für den Härtetest zur schiefen Beleuchtung im hochaperturigen Bereich.
 
Beste Grüße Stefan