Woher bekomme ich Mikroorganismen?

Begonnen von crabtack, Dezember 26, 2010, 21:12:30 NACHMITTAGS

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Microbehunter

Zitatwie lange dauert das jetzt in etwa bis da Algen und Mikroorganismen in hoher Konzentration vorhanden sind?
Das hängt von vielen Parametern ab, meistens ein paar Tage, dann nimmt die Konzentration wieder ab (sterben ab etc.). Ich würde es einfach ausprobieren. Nicht das freie Wasser untersuchen, sondern den Bodensatz.

Oliver.

Pommbaer

Was ich gemacht habe:

Tümpelwasser in eine 250ml Flasche, dann mit der Pipette 2ml Zuckerwasser hineingegeben - eine Woche stehen lassen.
Am Boden wachsen nach 4-5 Tagen kleine Pflanzen - eine davon unter das Mikroskop. Im Wurzelbereich tummeln sich die Mikroorganismen nur so.

Nimmt man eine "Probe" vom Boden der Flasche, dann sieht man vor allem im Dunkelfeld wirklich nurnoch einen riesigen Ameisenhaufen. Das meiste sind "Stäbe" die sich Wurmartig fortbewegen - dazu ist alles übersäht mit Bakterien.

Choms

Hallo Olaf,

Reinkulturen von einfach zu kultivierenden Ein- und Vielzellern sowie die Kulturanleitungen findest Du unter folgender Internetadresse beziehen:

http://www.lebendkulturen.de/

Gruß aus Schwäbisch Gmünd
Andreas

crabtack

Hallo,
danke erstmal, die Methode mit dem Zuckerwasser werde ich auch einmal probieren.
In meinen Milchansätzen ahbe ich leider noch ncihts gefunden.
sonst muss ich mir eine Kultur kaufen, auch wenn 7,50 etwas teuer ist.

mfg
Olaf

Klaus Herrmann

Hallo Olaf,

Zitatsonst muss ich mir eine Kultur kaufen, auch wenn 7,50 etwas teuer ist.

wie wahr!

Aber machs doch so: kauf noch einen halben Liter Milch dazu zum Füttern macht weitere 70 Cent. Und dann züchtest Du und verkaufst für 6,95 Proben. Dann wird Gerald pleite und Du kaufst von Deinen Gewinnen seinen Laden, stellst ihn als Angestellten ein und muss nie mehr arbeiten! ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

piu58

Ich habe voriges Wochenende mal sehen wollen, was im Winter so an Mikrowelt "lebt". Dazu habe ich ein wenig Moos aus den Fugen unserer Terrasse gekratzt, die Erdanteile abgeschnitten so weit das ging und in ein engmaschiges Sieb gelegt. Dann das ganze mit einem scharfen Wasserstrahl ausgewaschen. Die groben Betsandteiele und der Sand setzen sich rasch ab, den Rest habe ich abgegossen und dann in einem Kaffeefilter aufkonzentriert.
Siehe da: Sehr viele Adinenta-Rädertiere waren putzmunter. Ein paar gut erhaltene verblichene habe ich auch gefunden. Irgenwo war noch ein Fadenwurm, den ich nicht weiter bestimmt habe. Algen fand ich keine, obwohl sommers mit Moos vergesellschaftet.
Fazit: Es ist schwieriger, der Kleinwelt aus dem Weg zu gehen, als sie zu finden.
Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe

treinisch

Hallo Olaf,

schick mir eine PM, wenn Du ein paar Euplotes gegen Porto haben möchtest.

Irgendwo muss in der Mikroskopiertechnik ein Hund begraben sein, denn eigentlich ist
es wohl, wie piu58 zu recht anmerkt, viel schwieriger eine Probe ohne Lebewesen
zu finden als eine mit.

Viele liebe Grüße
Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

crabtack

Hallo
Ich will aber nicht, dass der pleite geht wenn würde ich andere Sorten verkaufen.

In erster Linie möchte ich Mikroorganismen untersuchen.
Das mit dem Blut war eher ein Test, wie gut mein Mikroskop ist.

Das ist echt seltsam, dass ich nichts finde.
Selbst wenn ich das Deckglas falsch auflege müsste ich ja noch zerquetschte Mikroorganismen sehen.

Hallo Timm,
du hast eine PM

treinisch

Hallo Olaf,

wobei es keine schlechte Idee ist, erstmal ohne Deckglas zu schauen. Abgesehen
von anderen Effekten, eine simple Sache: Wenn der Tropfen 100µl hat und unter dem
Deckglas bloß noch 10µl übrig bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit ceteris paribus erstmal
nur noch 1/10 etwas zu sehen.

Mit geringer Vergrößerung siehst Du Organismen auch außerhalb der Schärfeebene als
Schatten und kannst sie dann fokussieren. Wenn der Tropfen viel zu groß ist, wird beim
Auflegen des Deckglases viel Material seitlich unter dem Objektträger weggespült.

Wenn Du nicht vorsichtig genug beim Auflegen des Deckgläschens bist, werden alle
etwas größeren Einzeller die nicht sehr stabil sind zerquetscht. Was übrig bleibt erkennt
man nur mit etwas Erfahrung als Überreste eine Lebewesens. Eine ähnliche Wirkung können
auch Chemikalienreste vom Putzen auf dem Objektträger haben.

Also, die erste Übersicht verschaffst Du dir mit einem sauberen, d.h. vor allem auch
tensid- und alkoholfreien Objektträger bei vielleicht 50facher Vergrößerung ohne Deckglas,
dann von der Oberfläche des Tropfens bis zum Objektträger durchfokussieren und aufmerksam schauen.

Wenn der Objektträger sauber ist, verläuft der Tropfen von allein.

Viele liebe Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

crabtack

#54
Hallo Timm,
danke jetzt habe ich ein paar Einzeller ohne Deckglas gefunden.
Das Wasser habe ich aus einer von Algen bevölkerten Blumenvase.
Bei 40 facher Vergrößerung waren sie allerdings immer noch winzig.
Ich konnte ein paar schwarze Punkte erkennen.
Aber die Organellen konnte ich nicht zuordnen, noch nicht einmal den Zellkern, da sind Zellen der Mundschleim-haut größer.
Mit dem 40x Objektiv konnte ich leider kein Scharfes Bild bekommen und es Tauchte beim Versuch scharf zu stellen immer wieder in den Tropfen ein.
Kann es sein, dass ich wenn ich ein Deckglas nutze ein besseres Bild bekomme?
Ich konnte ja auch meine Erythrozyten erkennen, die ja wesentlich kleiner sind als die meisten Einzeller.
Das Auge zu zukneifen ist wirklich unkomfortabel, wie ich nach 30 min erkennen musste.
Ich glaube ich gönne mir bald ein Steindorff.

Nachtrag:
Mit Deckglas war es scharf genug und ich hatte wenig Wasser genommen und war vorsichtig, so haben sie überlebt.
Jedoch sind sie viel zu schnell (ein paar Mikrometer pro Sekunde ;D) um sie beobachten zu können.
Kann ich sie irgendwie verlangsamen?
Sie sind auch kaum größer als ein Erythrozyt, hoffentlich stoße ich bald auf Amöben oder Pantoffeltierchen.
Ich versuche mal eine andere Vase.

mfg
Olaf

Peter Reil

Hallo Olaf,

die schnellen Flitzer werden deutlich langsamer, wenn du vorher einen Finger mit Tapetenkleister benetzt und ein wenig davon auf den Objektträger gibst. Wenn dann der Wassertropfen dazu und das Deckgläschen drauf kommt, sorgen die schnellen Schwimmer für eine ordentliche Durchmischung und sind in der zähen Mischung deutlich langsamer.

Oder einfach warten, bis das Wasser langsam verdunstet. Das Deckgläschen saugt sich an den Objektträger und klemmt die Tierchen fest. Allerdings musst du dann recht schnell betrachten, sie werden nämlich immer flacher ....

Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

crabtack

#56
Hallo Peter,
danke so konnte ich sie auch mal bei 400x vergrößerung betrachten.
Dabei taten sich mir natürlich mehr Fragen auf als ich antworten bekommen habe.
die sind dummerweise so winzig.

mfg
Olaf

crabtack

Ich krame ja gerne alte Threads aus.
Jetzt konnte ich schon eine Menge Mikroorganismen beobachten.
Aber leider habe ich noch nirgends Amöben gefunden.
Ich habe schon auf der Oberfläche von Pflanzen im Wasser und im Schlamm Unterwasser gesucht.
Wo kann ich Amöben finden?

Gruß
Olaf

Detlef Kramer

Genau da - was besseres fällt mir auch nicht ein. Viel Erfolg!

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

treinisch

Hallo,

ich hatte schon mehrfach in ranzigem Blumenwasser unglaubliche Mengen von Amöben.
Ob die Blumen auf einem Feld im freien aufgewachsen sein müssen o.ä. weiss ich nicht
zu sagen, aber Blumenkulturen haben jedenfalls auch bei Frauen einen hohen Akzeptanzwert,
jedenfalls solange sie nichts von den Hintergedanken ahnen.

Du musst geduldig sein! Die erste Amöbe ist etwas schwierig zu finden, wenn man mal eine
hat wirds einfacher. Du siehst sie nur, wenn Du richtig fokussiert hast, weil sie so durchsichtig
sind!

Viele liebe Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.