Einfache Adaption für eine Canon Powershot A-570 an ein Zeiss Standard

Begonnen von Nomarski, Mai 30, 2011, 21:32:52 NACHMITTAGS

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Nomarski

Hallo Mila,

damit die Kamera den Workshop auch durchhält, wäre das Netzteil dazu angebracht. Die Einstellung auf Unendlich mußte ich leider nach jedem Ausschalten wiederholen, auch wenn die Kamera nach kurzer Inaktivität das Display ausschaltet.


So habe ich es nochmal mit einem 4er Planapo an diesem Lavendel-Schnitt probiert. Die Kameras reagieren immer mit einem Grünstich.





Ich denke mal, für den Anfang ist doch das recht brauchbar. An der Parfokalität muß eben noch etwas gearbeitet werden.

Viele Grüße
Bernd


Mila

Lieber Rolf-Dieter, lieber Bernd,

mit der Kamera habe ich ja bereits Aufnahmen am Milakroskop gemacht (mit der geliehenen Adaption), der Umgang an sich ist mir von daher vertraut.

Nach einem Netzteil werde ich Ausschau halten, das sollte sich doch auftreiben lassen!

Viele Dank und herzliche Grüße,
Mila

beamish

Zitat von: Nomarski in Juni 03, 2011, 16:48:29 NACHMITTAGS
Die Einstellung auf Unendlich mußte ich leider nach jedem Ausschalten wiederholen, auch wenn die Kamera nach kurzer Inaktivität das Display ausschaltet.

Hallo Bernd,

vielleicht gehts mit CHDK? : http://chdk.wikia.com/wiki/German/HandbuchJuciphox
Das ist ein alternatives Betriebssystem für Canon Powershot/Ixus, das ungeahnte Möglichkeiten freischaltet. Über Scripte läßt sich da so manches realisieren.
CHDK wird einfach auf der Speicherkarte installiert, diese muß dann auf "schreibgeschützt" gestellt werden. Beim Einschalten der Kamera wird dann CHDK von der Speicherkarte geladen. Canon distanziert sich (z.B. garantiemäßig) davon nicht, da kein Eingriff in die Kameras vorgenommen wird.

Grüße

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Rolf-Dieter Müller

Zitat von: Mila in Juni 04, 2011, 03:40:39 VORMITTAG
...
mit der Kamera habe ich ja bereits Aufnahmen am Milakroskop gemacht (mit der geliehenen Adaption), der Umgang an sich ist mir von daher vertraut.
...

Super, Mila dann bekommen wir das auch gut geregelt.

Vielleicht klappt es dann ja auch mit einer schönen Übersichtsaufnahme eines gelungenen Schnittes.

Während des Workshops werden wir das nicht schaffen, aber bei der schon traditionellen Nachbetrachtung unseres Arbeitskreises im Fellinis kann ich ja die Einzelbilder zu einem Poster zusammenrechnen lassen.

Übrigens, Martin (beamish) hat eine Antwort vorher den Link zum zu überlagernden Betriebssystem eingestellt, das man für den USB-Fernauslöser benötigt.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

Nomarski

Hallo Mila, hallo Rolf-Dieter,


Mit dem manuellen Weißabgleich läßt sich dieser Grünstich beseitigen und mit einer anderen Kondensoreinstellung der allgemeine Schärfeeindruck erhöhen, der visuell eben nicht so gravierend erscheinen mag.

Mit meiner eigenen Kamera bin ich auf dieses Resultat gekommen.



Viele Grüße
Bernd

Rolf-Dieter Müller

Zitat von: Nomarski in Juni 05, 2011, 19:12:50 NACHMITTAGS
...
Mit meiner eigenen Kamera bin ich auf dieses Resultat gekommen.
...

Hallo Bernd,

eine schöne Aufnahme, mit der ich persönlich mehr als zufrieden wäre.

Das interessiert mich jetzt aber, welche Kamera und wie hast Du denn die adaptiert?

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

Nomarski

Hallo Rolf-Dieter,

im Gegensatz wie es Mila demnächst tun wird, benutze ich eben eine digitale Spiegelreflexkamera, bei der ich das Objektiv abnehmen kann. Dadurch bin ich nicht an irgendwelche Zoom-Objektive mit tiefen Eintrittspupillen gebunden, sondern habe diverse Möglichkeiten, Objektive mit flach liegenden Eintrittsupillen zu nehmen.
Das widerum eröffnet mir die weitere Möglichkeit, neben den Brillenträgerokularen mit hoher Austrittspupille auch die sogenannten "Schlüsselloch-Modelle" nehmen zu können, wie z.B. das einfache KPL 8x oder KPL10x. Solche Okulare bekommt man auf dem Gebrauchtmarkt wesentlich günstiger und hat weniger das Theater mit den bereits breitdiskutierten Delaminationen.

Die Adaption eines Zeiss-Tessars 2,8/50mm hatte ich bereits mal vorgestellt:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=6453.0



So habe ich meine Canon EOS 350D mit dem Tessar 2,8/50mm in Kombination mit einem KPL 8x (nicht-Brille) gegen Milas Powershot 570 mit festem Zoomobjektiv in Kombination mit einem KPL 10x/18 Brille gegenübergestellt.

Das Zwischenbild ist vom selben Objektiv, ein Planapo 4/0,16, der fotografierte Bildausschnitt etwa identisch.

Es gibt zwar noch eine Vielzahl anderer Adaptionsmöglichkeiten, aber diese ist es eben gewesen, die ich für diese Aufnahme verwendet habe. Die Adaption einer digitalen Spiegelreflex ist zwar nicht ganz das Titelthema, aber da du daran interessiert warst, habe ich diese Adaption näher beschrieben.

Viele Grüße
Bernd

Rolf-Dieter Müller

Hallo Bernd,

vielen Dank für die Beschreibung Deiner Adaption und den Link für weitere Hinweise.

Ich werde bald für mich das Problem lösen müssen, eine DSLR mit APS-Sensor an ein Mikroskop mit Endlichoptik zu adaptieren.

Hierfür werde ich sicher Deine Lösung mangels geeigneten Projektivs berücksichtigen müssen.

Jetzt auf die Schnelle angedacht wäre folgende Konfiguration von oben nach unten für mich möglich:

Gehäuse Nikon D5000, Nikon 50 mm-Festbrennweitenobjektiv, Herrmann'scher KPL-Okular-Adapter bzw. für Leitz statt des KPL-Okulars das Periplan mit 28 mm-Gewinde nehmen.

Gut, bei dieser Konfiguration muss ich mir noch Gedanken machen wie ich die Schwingungen vernichte, die über das Verschlußauslösen kommen werden. Aber man kann so zumindest die prinzipielle Machbarkeit nachweisen.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

Nomarski

Hallo Rolf-Dieter,

ZitatJetzt auf die Schnelle angedacht wäre folgende Konfiguration von oben nach unten für mich möglich:

Gehäuse Nikon D5000, Nikon 50 mm-Festbrennweitenobjektiv, Herrmann'scher KPL-Okular-Adapter bzw. für Leitz statt des KPL-Okulars das Periplan mit 28 mm-Gewinde nehmen.
Probiere es aus, dann wirst du sehen, wie sich das mit der Pupillenlage verhält. Das 50mm Festbrennweitenobjektiv dürfte ebenfalls ein guter Ansatz sein.

Das Zoomobjektiv der Powershot 570 reagiert nämlich auf die Pupillenlage sehr empfindlich, geringe Abweichungen führen schon zur Randverfärbung oder gar zur Vignettierung. Deswegen auch diese Tubuskonstruktion.
Das 50mm-Tessar reagiert dagegen wesentlich toleranter. Deine 50mm-Festbrennweite wird bestimmt wieder anders reagieren, aber nur der Versuch macht kluch.

ZitatGut, bei dieser Konfiguration muss ich mir noch Gedanken machen wie ich die Schwingungen vernichte, die über das Verschlußauslösen kommen werden. Aber man kann so zumindest die prinzipielle Machbarkeit nachweisen.
Die Spiegelvorauslösung dürfte schon einiges bringen. Ansonnsten eben noch lange Belichtungszeiten. Es geht ja wie du schon beschrieben hast erstmal darum, ob die Bildqualität für dich ausreichen wird, ansonnsten lohnt sich der Aufwand der Adaption nicht.

Viele Grüße
Bernd

-JS-

Hallo Herr Müller,
für die Verwendung eines Periplans mit seinem 28mm-Gewinde innerhalb einer Fotoadaption sei auch auf nachstehenden Artikel verwiesen:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=7037.msg48209#msg48209
Mit kleinen Abänderungen (anderer T2-Adapter) funktioniert die dort vorgestellte Adaption in der Routine auch sehr gut zusammen mit einer D5000, allerdings ist die Einstellung der Spiegelvorauslösung unbedingt notwendig.
Ferner muß darauf hingewiesen werden, daß bei einer Kombination einer Okularvergrößerung von 10x zusammen mit einer Brennweite der Zwischenoptik von 50mm sowie einem APS-C Chip recht viel Bildinformation 'am Chip vorbei' und damit leider verloren geht.
Besser wäre es, in einem solchen Fall den Einsatz eines Okulars mit Vergrößerung 6x anzudenken.
Viele Grüße
Joachim

... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Detlef Kramer

... oder ein Festbrennweiten-Objektiv 35 mm. Habe ich vor einigen Wochen bei einem Freund ausprobiert - geht bestens!

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

-JS-

Hallo Detlef,
...oha...
Zitat- geht bestens!
Warum ich mit 'oha' nun meine Bedenken formulieren möchte, wäre für Dich auch mit einem
kleinen Vergleichsversuch sehr schnell geklärt.
Nimm bitte mal ein stinknormales Objektmikrometer (hier aber die besonders 'fiese' Version:
Lichtdurchlässige Striche auf schwarzem Untergrund) und mach mal ein paar Vergleichs-
aufnahmen mit den unterschiedlichsten Zusammenstellungen von einzusetzenden
Okularen und Zwischenoptiken, lasse dabei bitte aber Objektiv und Kamera incl.
deren Parameter konstant.
Eigene Ergebnisse, diese auch noch kritisch von Wolfgang Rudo hier aus dem Forum
beleuchtet und weit vorher bereits von Peter Höbel bestätigt, zeigen ganz zweifellos
bereits bei Brennweiten von kleiner und gleich 45mm Ergebnisse, welche den Rand-
bereich der Aufnahmen mit dem Prädikat (frei nach Hanns Dieter Hüsch)
*furcht_bar*
umschreiben lassen. Chromatisch bunt vom Feinsten, Schärfe isch ebbs annersch,
Verzeichnungen bis zum Abwinken und so weiter.
Zweifellos mag so etwas nicht auffallen, wenn botanische Schnitte ins Spiel kommen,
aber wenn es kritisch untermalt dargestellt wird, sind die Ergebnisse ganz bestimmt grausam
bis grottenschlecht...
Ich gebe gern zu, daß ich zunächst auch einmal auf die kleineren Brennweiten 'reingefallen
bin und das auch noch ganz stolz und damals noch unbedarft hier im Forum herumposaunt habe:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=7329.msg49973#msg49973
aber: Es war ganz nett, leider haben die kritischen Anmerkungen von Wolfgang Rudo und von
Peter Höbel arg viel Zweifelzement dazwischen geworfen, und der war dann auch noch von
der ultraschnell abbindenden Sorte...
Da ich nun mal mit optischen Systemen der 'endlichen Zunft' arbeite (ein Wechsel auf
andere Geräte ist nun einmal nicht drin...), habe ich mich zwischenzeitlich für die beiden
Alternativen  APS-C Chip / Okular um 6x herum und Zwischenoptik mit f=63mm
sowie
Vollformat-Chip / Okular S-KPL 10x Br mit der gleichen Zwischenoptik entschieden.
Es gibt zweifellos andere zufriedenstellende Alternativen, welche ich in kein(st)er Weise
in Abrede stellen möchte.
Allerdings gibt es auf dem Sektor der abbildenden Zuft auch sehr viele kritische Stimmen,
die durchaus die Berechtigung verdienen, beachtet (und respektiert) zu werden.
Danke für's Zulesen.
Viele Grüße
Joachim

... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Detlef Kramer

Hallo Joachim,

man kann seine Ansprüche sicherlich auf unterschiedliche Weise definieren. Ich glaube gerne, dass mit einem solchen Testpräparat die angesprochenen Fehler zu erkennen sind. So tief ging mein damaliger Test nicht und hatte einen anderen Sinn. Allerdings besteht mein Hobby nicht aus dem Fotografieren von weiß/schwarzen Strichen. Ich fotografiere Pflanzenschnitte und Tümpelproben.

Klar, ich hätte es auch gerne perfekt - so erhält man noch etwas Reserve. Aber, 6 x KPL-Okulare sind nicht gerade leicht erhältlich - ich habe noch kein Einziges bisher zu Gesicht bekommen.

Im Augenblick arbeite ich noch mit einer A-590, die ich ganz ähnlich adaptiert habe, wie es Bernd beschrieben hat. Dabei missfällt mir bei kritischen Objekten das Chip-Rauschen, weswegen ich gerne meine EOS 500 D nehmen würde. Aber, da habe ich dann das Problem. D.h. da bietet sich noch die von Hinrich Husemann beschriebene Variante an, mit dem Set-Zoom zu arbeiten. Ich weiß, dass es grundsätzlich geht; wie gut, allerdings noch nicht. Eventuell werde ich einmal hier berichten. Allerdings werde ich vermutlich nicht das von Dir beschriebene Testobjekt verwenden. Ich höre übrigens mit meiner Stereo-Anlage vorwiegend klassische Musik und keine Test-CD und meine Lautsprecher-Kabel haben 3 €/m (so ungefähr, ist schon lange her) gekostet  ;) ;D.

Nichts für ungut, Deine Argumentation ist auf jeden Fall sehr interessant.

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Nomarski

Hallo,

bei Objektiven kurzer Brennweite (z.B. 35mm) bekommen wir es mit dem Problem zu tun, daß man für den gewünschten Bildausschnitt ein Okular mit entsprechend großen Bildwinkel benötigen. Bei den Okularen aus dem Zeiss-Endlich-Programm ist bei etwa 50-55° Ende der Fahnenstange. Solche Bildwinkel bieten allenfalls die 16er KPLs mit der Sehfeldzahl 16. Zu dem haben diese Okulare wieder tiefe Austrittspupillen, das Sehfeld kann man allenfalls ohne Brille überschauen. Mit der WW-Einstellung bei der Canon Powershot 570 hat man da keine Chance.
Nehme ich ein KPL 12,5x/18 Br oder gar ein KPL 12,5x/20 Br, bleiben trotzdem in den Ecken noch Reste der Sehfehfeldblende übrig.
Es wäre also ein Objektiv vonnöten der Brennweite 35mm, das eine Eintittspupille hat wie da 125mm-Objektiv in den Grundkörpern I/II. Wenn dann noch Joachims Randbedingungen genüge getan würden der Sensor nicht größer als APS-C hat (1,6x gegenüber Vollformat), dann hätten wir's... 8)

Viele Grüße
Bernd