Autor Thema: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!  (Gelesen 166684 mal)

Hagen

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #90 am: November 18, 2011, 07:02:54 Vormittag »
77. Reptilienhaus Unteruhldingen

http://www.reptilienhaus.de/

Ich war da mal vor vielen, vielen Jahren - damals war die Sammlung noch in einem Wohnhaus untergebracht und schon recht groß.
War jemand kürzlich dort?

Viele Grüße
Hagen
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olaf.med

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #91 am: November 18, 2011, 10:49:41 Vormittag »
78. Ole Rømer Museum in Taastrup bei Roskilde, Dänemark

...nun traue ich mich auch einen Platz vorzustellen, an dem es kein einziges Mikroskop zu sehen gibt, aber dafür andere Dinge, an denen jeder naturwissenschaftlich interessierte Mensch Freude haben sollte. Es ist ein kleines aber sehr feines Museum, das dem dänischen Astronomen Ole Rømer (1644-1710, in deutschen Lehrbüchern meist Olaf Römer genannt), gewidmet ist. Rømer berechnete 1676 als erster die Lichtgeschwindigkeit bemerkenswert genau aus astronomischen Beobachtungen an Jupitermonden.



Im Museum sind zahlreiche phantastische historische astronomische und geodätische Instrumente ausgestellt, sowie zwei Repliken höchst interessanter Apparaturen, die von Rømer selbst konstruiert wurden, und deren Original in Schloß Rosenborg in Kopenhagen aufbewahrt werden. Das eine ist das erste heliozentrische Planetarium überhaupt und hat daher große wissenschaftshistorische Bedeutung.

Mein absolutes Highlight ist jedoch ein völlig funktionstüchtiges Teleskop, das dem von Rømer für seine Beobachtungen benutzten Gerät nachempfunden ist. Es wurde 1872 von "Prof. Jünger's mekaniske Etablissement" in Kopenhagen hergestell, einer Werkstätte, die damals sicher zu den führenden auf diesem Gebiet in Europa gehörte. Ich habe noch nie ein Instrument aus dieser Zeit in einem so perfekten originalen Erhaltungszustand gesehen! Meine Frau hatte größte Mühe, mich von diesem Ding wegzubekommen.





Die Adresse ist (Navi erleichtert das Finden sehr):

Ole Rømer Museet
Kroppedals Allé 3
DK-2630 Taastrup
Denmark

Viel Spaß, Olaf
« Letzte Änderung: Juli 04, 2017, 10:01:15 Vormittag von olaf.med »
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

TPL

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #92 am: November 18, 2011, 11:44:14 Vormittag »
Zu
73. Das Steno-Museum in Aarhus, Dänemark

In der deutschen Version der Website taucht es gar nicht auf, aber tief verborgen in den dänischen Seiten steht dann doch erklärt, wer der Namensgeber dieses Museums ist: Niels Stensen, auch Nicolaus Steno genannt. Neben seinen medizinischen und theologischen Arbeiten ist Steno ein Pionier der Geologie und der Mineralogie gewesen. Von ihm stammt das Superpositionsprinzip, hergeleitet aus der Beobachtung, dass jüngere Sedimente sich über den Älteren ablagern - die Grundlage der Stratigraphie. In seiner Zeit war das eine ganz neue Sicht unserer Welt, denn sie fusste nicht mehr auf der Schöpfungsgeschichte und Sekundärliteratur, sondern auf der unmittelbaren Beobachtung der Natur.

Herzliche Grüße, Thomas

olaf.med

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #93 am: November 18, 2011, 15:00:46 Nachmittag »
Hallo Thomas,

Zitat
Von ihm stammt das Superpositionsprinzip, hergeleitet aus der Beobachtung, dass jüngere Sedimente sich über den Älteren ablagern - die Grundlage der Stratigraphie.

....aber noch viel mehr! Aus der Beobachtung,  dass gleiche Flächen an Kristallen immmer gleiche Winkel einschließen formulierte er das Gesetz von der Konstanz der Flächenwinkel und war damit eindeutig der Begründer der Kristallographie und legte den Grundstein zu unser heutigen Auffassung der Kristallstruktur.  Somit war er eindeutig ein Universalgelehrter der Geowissenschaften!

Hier ist das Genie, das außerdem katholischer Bischof in Italien war:



Schönes Wochenende,

Olaf
« Letzte Änderung: November 19, 2011, 09:46:39 Vormittag von olaf.med »
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Florian Stellmacher

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #94 am: November 20, 2011, 19:35:59 Nachmittag »
79. Das Viseum Wetzlar

Viseum Wetzlar
Haus der Optik + Feinmechanik
Lottestraße 8-10
35578 Wetzlar

Öffnungszeiten:
Di-So u. Feiertag: 10:00 bis 13:00 und 14:00 bis 17:00

Eintritt:
Erw. 3,50 €

http://www.viseum-wetzlar.de/

Das Viseum in Wetzlar, das räumlich unmittelbar dem Stadt- und Industriemuseum angeschlossen ist, ist ein Projekt der Wetzlarer optischen sowie feinmechanischen Industrie. Große Schautafeln erklären den theoretischen Hintergrund, im Vordergrund stehen für mich aber die Instumente, von denen es für meinen Geschmack eher zu wenig zu sehen gibt. Dafür kann man hier z.B. Spektive und Ferngläser ausprobieren, deren chromatsiche Korrektion jedoch kläglich an den mundgblasenen Fensterscheiben des historischen Bürgerhauses scheitert, in dem das Museum untergebracht ist. Ferner kann man sehr gute Leica-Stereomikroskope ausprobieren, eines mit Mikromanipulator, oder einem automatisierten Mikroskop beim Auszählen von Körner zusehen, historische Kameras bestaunen und lernen, wie Brillengläser hergestellt werden.
Der echte Leitz-/Leica-Fan wird sicherlich häufiger in Wetzlar sein; ein Besuch im Viseum bietet dann sich sicherlich an.


http://www.viseum-wetzlar.de/index.php?id=30

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 40 (DL, Pol, AL-Fluoreszenz)
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Leitz Orthoplan (DL, DF, Pol, AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

ortholux

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #95 am: November 22, 2011, 05:01:32 Vormittag »

Hier ist das Genie, das außerdem katholischer Bischof in Italien war:

Lieber Olaf,

je länger ich mir das Bild von Niels Stensen ansah, desto sicherer war ich mir, den Kollegen schon mal gesehen zu haben. Kann es sein, daß sich dänische Gene in Witten ausbreiten?



Nur so 'ne Idee.... ;D

Wolfgang

« Letzte Änderung: November 22, 2011, 05:21:07 Vormittag von ortholux »

olaf.med

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #96 am: November 22, 2011, 11:09:20 Vormittag »
Lieber Wolfgang,

Du irrst! Wie Du hier siehst ist der Wittener Zweig der Familie nicht klerikal!



 ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D

Gruß, Olaf
« Letzte Änderung: Juli 04, 2017, 10:00:09 Vormittag von olaf.med »
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

ortholux

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #97 am: November 22, 2011, 16:55:47 Nachmittag »
Naja, daß die Kleriker immer die dicksten Klunker um den Hals hatten, ist nichts Neues und beweist eher das Gegenteil. ;D ;D ;D

Hagen

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #98 am: November 22, 2011, 22:21:42 Nachmittag »
Liebe Mikroskopiker,

da ich die 1000-Places-Idee von Florian klasse finde und auch gerne selbst immer mal den Urlaub mit dem Besuch von Naturwissenschaftlichem ergänze, habe ich die Einträge mal in einer Tabelle zusammengefaßt.
Das hat den Vorteil, daß man z.B. nach Land und Postleitzahl sortieren kann - bei der Urlaubsplanung sicher hilfreich.
Ich habe es mal als Open-Office- und als Excel-Datei abgelegt und werde versuchen, es immer mal wieder zu aktualisieren.
Viel Spaß damit und veröffentlicht gerne weitere schöne Places. Jetzt dürfte es auch einfacher zu checken sein, was schon genannt wurde.

Open Office:
http://www.chemische-analysen.de/mikro/PlacesToSee.ods

Excel:
http://www.chemische-analysen.de/mikro/PlacesToSee.xls

Viele Grüße
Hagen
« Letzte Änderung: November 22, 2011, 22:27:03 Nachmittag von Hagen »
Gerne per Du.

Florian Stellmacher

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #99 am: November 22, 2011, 22:49:13 Nachmittag »
Lieber Hagen,

großartig! Ich freue mich sehr, dass Du Dir diese Mühe gemacht hast. Vielen Dank!

Herzliche Grüße,
Florian

P.S.: Ich habe die beiden Links oben in meinem ersten Posting untergebracht, damit sie hier nicht untergehen!
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 40 (DL, Pol, AL-Fluoreszenz)
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Leitz Orthoplan (DL, DF, Pol, AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Hagen

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #100 am: November 23, 2011, 06:44:20 Vormittag »
Hallo Florian et al.,

den Dank gebe ich gerne an die Forumskolleginnen und Kollegen weiter, die hier die schönen Ideen und Places gepostet haben. Ich musste dann nur noch kopieren/einfügen.

Freue mich auf weitere Ideen.

Liebe Grüße
Hagen

« Letzte Änderung: November 23, 2011, 08:10:03 Vormittag von Hagen »
Gerne per Du.

Lothar Gutjahr

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #101 am: November 23, 2011, 08:36:10 Vormittag »
Hallo und guten Morgen,

da möchte ich doch auch auf das Museum meines Geburtsortes hinweisen.:

Deutsches Uhrenmuseum

http://www.deutsches-uhrenmuseum.de/default.asp?id=1&sid=2106531122


Gruß Lothar

A. Büschlen

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #102 am: November 23, 2011, 14:14:08 Nachmittag »
Hier einmal weg von den Museen und zurück in die Natur!

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10824.0

Solche eindrückliche Landschaften ermöglichen mir immer wieder neue und bereichernde Momente!

Arnold Büschlen

Hier ein Museumstipp aus der Schweiz: http://www.nmbe.ch/

Florian Stellmacher

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #103 am: November 27, 2011, 18:21:30 Nachmittag »
83. Staffa - eine Insel der inneren Hebriden

Staffa ist eine lediglich 600 m durchmessende Felseninsel vulkanischen Unrsprungs vor der schottischen Westküste, die ehemals in Privatbesitz befindlich, heute öffentlich zugänglich ist. Dorthin zu gelangen ist allerdings gar nicht mal so einfach: Die Boat Tour nach Staffa beginnt in Oban, einer Hafenstadt mit einem größeren Fähranleger. Von dort aus erreicht man die große bewaldete Insel Mull, die man von Osten kommend mit dem Bus überquert, um auf der Westseite in eine kleine Barkasse zu steigen, die dann Staffa und im Anschluss Iona anläuft. Es empfiehlt sich, die Early Bird Tour zu buchen; wir waren lediglich zu sechst auf dem Boot nach Staffa, bei der darauf folgenden Tour strömten handgzählte 46 Personen von Bord einer baugleichen Barkasse - ein hoher Preis für's Ausschlafen! Die Bootsfahrt an sich ist für seetaugliche Menschen höchst vergnüglich - es geht zügig dicht vorbei an schroffen Feldwänden, und man wird auch rechtschaffen nass. Wem leicht übel wird - wie z.B. Felix Mendessohn-Bartholdy, der die Insel 1829 besuchte - dürfte die Überfahrt hingegen weniger Genuss bereiten. Was Staffa so besonders macht, sind zum einen die hexagonalen Basaltsäulen, die auch immer wieder in Form kleinerer Inselchen bis nach Giant’s Causeway an der nordirischen Küste zu finden sind und den Mythos eines Tunnels zwischen Staffa und Irland begründet haben. Ferner haben sich zwischen den Steinen Höhlen gebildet, die berühmeteste ist die Fingalshöhle. Staffa ist andererseits aber auch in biolgischer Hinsicht eine Reise wert: die im rauhen Seeklima gedeihende flache Vegetation und die zahlreichen Seevögel ziehen den Besucher in ihren Bann. Für mich, der als Mikroskopiker immer irgendwie die Nase am Boden hat, war eine zunächst absolut unauffällige Sache besonders bemerkenswert: Staffa hat eine Brandungszone aus Fels mit zahlreichen sog. rock pools, und da die Barkasse direkt am Felsen anlegt, geht man ein kurzes (feuchtes) Stück über Gestein, das teilweise unter Wasser liegt - hier findet man, wenn man Glück hat von nur wenigen Zentimetern Wasser bedeckt, Seeanemonen, Seepocken und andere Mollusken des Atlantiks, die sonst entweder im Verborgenen schlummern oder neben tausenden trockengefallener Miesmuscheln bei Ebbe gar nicht weiter auffallen - abolut faszinierend!


Oban


Staffa vom Boot aus


Ein Staffa vorgelagertes Riff aus Basaltsäulen mit einer Seevogelkolonie


Auf Staffa


Ein ungewöhnlicher Lebensraum...


"rock pools"




Schottische Unterwasserwelt für Nicht-Taucher!

Wer Schottland bereist und keine Angst vor Wasser hat - unbedingt angucken!

Herzlche Grüße,
Florian
« Letzte Änderung: November 28, 2011, 12:59:00 Nachmittag von Florian Stellmacher »
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 40 (DL, Pol, AL-Fluoreszenz)
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Leitz Orthoplan (DL, DF, Pol, AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Jürg Braun

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Re: 1000 Places to See... für Mikroskopiker!
« Antwort #104 am: November 27, 2011, 22:05:38 Nachmittag »
Guten Abend

Für den Musikus: Auf Iona gibt es ein Kloster in dem im Mittelalter 24h Schicht gesungen wurde. Wenn man genau hinhöre, sollte man die Musik heute noch hören. (Ich habe sie nicht gehört.)

Für die Schweizer: Die gemeinden Stäfa und Jona sollen die gleiche Distanz wie die Inseln Staffa und Iona haben. Obs stimmt?

Die Region ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Gruss in die Runde

Jürg