Substanzen für Polarisation

Begonnen von Klaus Herrmann, Januar 18, 2012, 12:21:13 NACHMITTAGS

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Klaus Herrmann

So ist das mit den Missverständnissen Dominik ;)

Du warst gar nicht gemeint mit meiner Antwort, sie bezog sich darauf:

Zitatdie Unterscheidung organische / anorganische Chemie scheint mir nicht so arg sinnvoll.

Aber um deine Frage zu beantworten

Zitatnur darum welche Eigenschaften denn eine gute Polsubstanz ausmachen?

Unter dem Gesichtspunkt "schöne Präparate für Polspielereien" - mehr ist das ja nicht - habe ich als "Organiker" erst mal meine Chemikaliensammlung auf Geeignetes durchgeschaut. Die sind - wenn kristallin - bisher alle doppelbrechend, was eine Grundvoraussetzung ist. Und dann kommt als weiteres Kriterium: sollte sich möglichst in Ethanol lösen und/oder einen nicht zu hohen Schmelzpunkt haben, die Schmelze sollte beim Abkühlen wieder in kurzer Zeit auskristallisieren (da gibts welche, die mögen nicht mehr oder erst nach Tagen). Schön ist es, wenn die Kristallisation langsam abläuft, so dass man sie beobachten kann.

Das Lömi Ethanol deshalb, weil es für alle zugänglich ist, ungiftig und relativ rasch ohne Rückstand verdampft. Bedeutet dennoch, das man die Substanzen wie Chemikalien handhabt: sie haben in der Küche nichts verloren! Pikrinsäure und ähnliches habe ich nicht aufgenommen, weil ich keine Lust auf eine Wiederholung der unsäglichen Diskussion habe.

Sprich: attraktive Präparate die kindergartenleicht hergestellt werden können und "schön" sind. Sowie die Möglichkeit bieten auch noch etwas zu variieren durch Schmelzen und Lösen, was fast immer zu völlig anderen Ausprägungen der selben Substanz führt.

Die Anorganik bietet ebenfalls ein reiches Feld, wenn es Salze sind, dann geht Schmelzen eher selten. Na-Thiosulfat ist eine schöne Ausnahme, das "schmilzt" in seinem Kristallwasser.



Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Klaus Herrmann

So liebe Polfreunde,

nadem ich jetzt verschiedentlich gefragt wurde,

ob ich denn nu endlich in die Puschen komme (norddeutsch) oder (süddeutsch): den A.. endlich hochkriege
werde ich am WE die Abfüllorgie starten!

Alle die mir per PN geschrieben haben und dabei auch gleich ihre Adresse angegeben haben wurden gestern Abend im Nachgebet mit eingeschlossen.   

Alle anderen bitte ich nochmal um eine PN mit Adresse und ihrem vollausgeschriebenen Namen und dem Betreff Pol-Set Ich bekomme pro Tag nämlich mehr als 5 PN und wenn ich jedesmal rätseln muss: was wollte der/die liebe KollegIN Mickimaus und wer war das gleich noch mal? Dann bin ich erst an Ostern fertig!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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peter-h

#17
Lieber Klaus und alle Polarisatoren,

aus der alten Filmzeit - wer kenn sie noch ? - befinden sich noch einige nette Entwicklersubstanzen bei mir. Filmentwickler habe ich mir immer selbst gemixt. Eine gute Anleitung war das Kompendium der Phototographie von Dr. E. Mutter 1965. Und so fand ein kleiner Versuch mit o-Phenylendiamin statt. Zuerst ein Schmelzpräparat (103°C) , das ergab aber keine berauschenden Ergebnisse. Danach in Ethanol 96% gelöst und hier gleich die Bilder.
Bitte als Anregung verstehen ! Klaus hat das Zeug sicher in kg-Mengen in der Hexenküche stehen.

Einen bunten Samstag und Grüße
Peter












Noch ein Nachschlag zum grauen Wetter  ;D


peter-h

Und noch eine Substanz aus der Filmentwicklung

Benzotriazol als Antischleiermittel in Entwicklern. Es schmilzt bei 100°C . Hier nun einige Bilder von Schmelzpräparaten.






Schaut hier ein Fuchs von rechts um die Ecke?



Schleierfreier Blick und Grüße
Peter

Bernd Kaufmann

Hallo Pol-Fans,

vielleicht habe ich es ja überlesen - kann trotzdem noch einmal jemand die praktische Vorgehensweise beim "Schmelzen" beschreiben? Wird dabei tatsächlich die Schmelztemperatur gemessen, oder heizt man sich dazu langsam an die richtige Temperatur heran?
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

Ernst Hippe

Hallo Bernd,
das Schmelzen ist ganz einfach: Objektträger mit einigen Substanzkrümeln und Deckglas drauf. Auf die Ceranplatte des Küchenherds an einer Kochstelle legen und anschalten. Gut beobachten: sobald die Krümel flüssig sind, weg von der Hitze. Nach kurzer Zeit ist es kühl, unters Mikro, denn die Kristallisation beginnt meistens schnell.
Gruß Ernst Hippe
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Heiko



Hallo,

bei handelsüblichem Süßstoff ist (sind) der oder die Verursacher der Farbigkeit wohl nicht so eindeutig zu benennen: Cyclamat, Natriumhydrogencarbonat, Natriumcitrat, Saccharin, Lactose.

Gruß, Heiko

Bernd Kaufmann

Zitat von: Ernst Hippe in Januar 21, 2012, 22:00:17 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,
das Schmelzen ist ganz einfach: Objektträger mit einigen Substanzkrümeln und Deckglas drauf. Auf die Ceranplatte des Küchenherds an einer Kochstelle legen und anschalten. Gut beobachten: sobald die Krümel flüssig sind, weg von der Hitze. Nach kurzer Zeit ist es kühl, unters Mikro, denn die Kristallisation beginnt meistens schnell.

Hallo Ernst,

ganz herzlichen Dank für Deine Antwort! Das scheint ja wirklich einfach zu sein und wird dann (hoffentlich) auch mir gelingen. Jetzt muss ich mir nur noch aufpassen, dass es kein Gedränge in der Küche gibt.  ;D
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

peter-h

Liebe Polfreunde,

zum Sonntag noch eine bunte Feder aus Benzotriazol  ;)


Wirkt aber nur in der großen Version richtig.

http://www.mikroskopie-ph.de/Benzotriazol-01.jpg
Olympus BH2 mit UMA, Auflicht Obj. MSPlan 10/0,3 , POL in Durchlicht. Kamera DFK72 , Einzelbild

Sonntagsgrüße
Peter

olaf.med

Hallo Bernd,

das Schmelzen geht bei den meisten Substanzen auch mit einer Alkoholflamme oder zur Not sogar über einer Kerze, die allerdings meist rußt. Dann gibt's auch keine Widerworte aus der Küche.... Es geht übrigens auch das umgedrehte Bügeleisen, allerdings gibts dann richtiges Theater wenn Überreste Deines Teufelszeugs an der Sohle zurückbleiben und die Seidenbluse versauen ;D

Viel Spaß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Klaus Herrmann

Liebe Polfreunde,

ich habe fertig nach 4 h Werkeln im Labor. Alle, die mir mit Adresse eine PN geschickt haben, werden ein Set bekommen, Details per PN.

Ich habe zwar 1 kg Harnstoff-Sulfat, aber der Harnstoff ist mir ausgegangen. Ich habe ihn ersetzt durch Zimtsäure, die ich hier zur Demo zeige. Die Menge auf den beiden OT ist doppelt so groß, wie nötig! Ich habe ein Schmelzpräparat gemacht und das so, wie Olaf beschrieben hat: über der Flamme eines Spiritus-Brenners (der rußt nicht im Gegensatz zur Kerze). Deckglas auflegen und mit der Hand halten - dadurch vermeidet man zu viel Hitze; der Fp. der Trans-Zimtsäure liegt bei 135°.

Hier habe ich noch eine Trick angewendet. Wenn die Substanz noch flüssig ist den OT auf den Tisch legen und sofort in der Mitte des DG mit einem Bleistift drücken, damit die Schichtdicke partiell verringert wird. Effekt: Siehe Bild! Zum Vergleich ein Präparat aus der Lösung.










Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Klaus Herrmann

Lieber Peter,

schön dein Benzotriazol!

Nur eine Verständnisfrage warum verwendest du ein AL-Objektiv in der DL-Anwendung?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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peter-h

Lieber Klaus,

mein Präparat, bzw. meine Experimete dazu sind ohne Deckglas gemacht. DL-Objektive für mein Olympus BH2 habe ich leider nur MIT Deckglaskorrektur. Die AL-Objektive sind OHNE und ich muß ja nicht die Auflichtbeleuchtung einschalten. Damit kann ich bis zu einem 50/0,80 gehen und es ist eine saubere Abbildung.

Nächtliche Grüße
Peter

Klaus Herrmann

Lieber Peter,

sonnen klar! Noch eine Frage ist das ein Schmelz, oder Lösepräparat?
Wenn es ein Schmelzpräparat ist, warum dann nicht mit DG?

Wenn es ein Lösepräparat ist, dann habe ich keine weiteren Fragen mehr! ;)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Bernd Kaufmann

Zitatdas Schmelzen geht bei den meisten Substanzen auch mit einer Alkoholflamme oder zur Not sogar über einer Kerze, die allerdings meist rußt. Dann gibt's auch keine Widerworte aus der Küche.... Es geht übrigens auch das umgedrehte Bügeleisen, allerdings gibts dann richtiges Theater wenn Überreste Deines Teufelszeugs an der Sohle zurückbleiben und die Seidenbluse versauen ;D

Hallo Olaf,

auch Dir vielen Dank für diese Tipps! Bügeleisen ist recht gut, denn das ist im Zweifelsfall näher am Mikroskop als der Herd. Und die Seidenblusen - na ja, no risk no fun - meine Frau ist derlei Kummer gewöhnt.

Mit der Spiritusflamme habe ich meine ersten Versuche gemacht, war aber zu ungeduldig und habe wohl deshalb halbe Briketts fabriziert.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.