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Kieselalge ?

Begonnen von BergerN, April 20, 2012, 23:16:53 NACHMITTAGS

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BergerN

So, da hat's mich auch mal an den Tümpel verschlagen.
Sehr interessant, was da so alles schwimmt. Und einfacher kann man ja gar nicht an Präparate kommen.

Sehe ich das richtig, das dies eine sich selbst bewegende Alge ist?
Klitzekleine "Fäden" konnte ich sehen, aber deren Bewegung nur wenn sie festhingen und sich wieder lösten; also eher passiv.


Und irgendwann wird es auch mal mit den Photos besser.

Gruß vom Nick

Monsti

Hallo Nick,

ehrlich gesagt kann ich mit diesem, viel zu kleinen und unscharfen Foto nicht allzu viel anfangen. Möglich wäre auch die Zieralge Gonatotzygon brebissonii. Die Zellwand ist gekörnelt. Schau mal hier -->  http://moor-impressionen.de.tl/GALERIEN/pic-1000279.htm

Liebe Grüße
Angie

BergerN

Hallo Monsti,
danke schon mal für den Tip.
Die Beschreibung "sehr anpassungsfähig" wäre dann aber wirklich erstaunlich (für mich), da es hier in Hamburg im Stadtbereich soweit ich weiß keine Moore mehr gibt.
Ich dachte Kieselalge wegen dieses Photos :
http://www.plingfactory.de/Science/Atlas/Kennkarten%20Algen/Diatomeen/Source/Synedra%20vaucheriae.html

Ich werde mich wohl auch etwas mit Gewässertypen beschäftigen....

Das Photo ist  unscharf, ja ich gebs zu, aber es läßt sich doch immerhin so vergrößern , daß die kleinen "Fäden" sichtbar werden.
(Rechts-klick/Bild im neuen Tab öffnen und so lange zoomen, bis man alles sieht.)
Ich kann meine Kamera einfach nicht dazu überreden, die Bilder so abzuliefern, wie sie eigentlich sind.
Aber das erste Mal am Tümpel, und das erste Photo, wäre ja schlimm wenn es da kein Verbesserungspotenzial gäbe. :)


Auf alle Fälle freue ich mich sehr gleich von Dir eine Antwort bekommen zu haben.
Liebe Grüße,
Nick

Nutzer nicht mehr aktiv

Hallo Nick

Das Foto ist zu klein und unscharf. Anhand dieses Fotos eine Bestimmung zu machen ergibt keinen Sinn und ist nur geraten.

Detlef Kramer

Immerhin kann man eines sagen: die feinen Fädchen sind aufsitzende Bakterien. Das kommt bei Algen, besonders Kieselalgen häufig vor. Eine Bestimmung der Alge traue ich mir auch nicht zu.

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

ruhop

Hallo, Nick.

Moorwasser brauchst Du nicht für Kieselalgen. Die Hamburger Stadtgewässer (und auch andere) sind um diese Jahreszeit reichlich damit ausgestattet. Wenn Du Moore brauchst, mußt Du Dich im Hamburger Umland umsehen, da gibst bestimmt noch die einen oder anderen Relikte. Fahr doch mal zur Alsterquelle nach Henstedt-Ulzburg.

Was Deinen "Fund" betrifft: Wenn es denn eine Kieselalge ist, dann wäre die Gattung Synedra wahrscheinlich. Man könnte dann sogar auf Synedra ulna tippen. Aber das ist jetzt pure Spekulation. Allerdings: Jeder fängt mal so an. Den Blick für das Wesentliche bekommt man durch Übung. Das geht allen so. Die Ergebnisse dieser Übung" kannst Du dann hier im Forum bewundern. Ich jedenfalls staune immer wieder.

Gruß aus dem Hintertaunus von einem Hamburger im Exil

Holger

treinisch

Zitat von: BergerN in April 20, 2012, 23:16:53 NACHMITTAGS
Sehe ich das richtig, das dies eine sich selbst bewegende Alge ist?

Hallo Nick,

also, wenn sie sich bewegt hat, und zwar nicht treibend, dann ist es sehr
wahrscheinlich eine Kieselalge. Kieselalgen die sich bewegen haben diese typische gleitende
Bewegung wie ein kleines Kettenfahrzeug.

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Monsti

Hallo Timm,

auch Zieralgen bewegen sich oft, sobald sie Licht und/oder Wärme ausgesetzt sind. Allerdings handelt es sich hierbei meist um kippende und drehende Bewegungen, während viele Kieselalgen regelrecht durch die Gegend schippern.

Liebe Grüße
Angie

BergerN

Na ihr lieben, was so ein unscharfes Bild doch für Reaktionen hervorruft...

Danke also schon einmal für die tollen Tips!

Da ich in dem Anfangspost schlampig und voreilig war, hier nun eine kleine Nachbesserung:

"Das in frage stehende Objekt bewegte sich nachdem es in den Lichtkegel gebracht wurde, gleichmäßig auf beinahe der selben Bahn mehrere Male hin und her, nachdem es zuerst "im Stand",  beinahe tänzerisch, einige Drehsprünge von ca 20-30 Grad,um die Longitudinalachse vollzog, die im Gegensatz zu den nun folgenden gleichförmigen Bewegungen geradezu Ruckhaft waren. Ein bloßes Treiben konnte ich aufgrund der übrigen Objekte im Wasser ausschließen, die teilweise weggedrückt wurden, bzw bei sehr kleinen Objekten, auch , sofern sie sich in der Nähe der Alge befanden, strudelnd bewegt wurden."

Die Sache mit den anhaftenden Bakterien finde ich nun extrem interessant, da ich mir nicht im klaren darüber war, das meine Utensilien diese überhaupt darstellen können; und warum ich diese scheinbar nur auf der Unterseite bzw am Rand der Alge finden konnte und welche Bedeutung dies für das Gewässer, die Alge oder die Bakterien selber hat. Da ich diese Fäden zunächst für die Treibende Kraft des Gebildes hielt, gab ich mir extra Mühe diese darzustellen. Aber weder Dunkelfeld, noch seitliches Licht oder Phasenkontrast vermochten eine Darstellung von weiter oben liegenden Bakterien zu erbringen. Also wäre eine Ansicht von "unten" auch aufscchlussreich.
Zur Ergänzung sei nun doch angemerkt, das die Alge in einem Wassertropfen bei Durchlicht im Aufrecht Standard16 mit Neofluar25 abgelichtet wurde.
Monsti, Du arbeitest doch mit ähnlichem Material: wie stellst du sicher, das die Objektive keinen Tauchgang machen?
Ich war die meiste Zeit damit beschäftigt zu Kontrollieren, ob meine schönen Neos Baden gingen, anstatt der Kamera scharfe Bilder zu entlocken.

Und eine letzte Frage: wie bewegt sich die Alge?
Geisseln oä konte ich nicht beobachten, stelle mir aber vor, das deren Bewegung die Wahrnehmung des menschlichen Auges übervordert, und eine kurze Belichtungszeit zur Darstellung ervorderlich wäre, was ich auch versucht habe, aber die Blendautomatik der Kamera nicht überlisten konnte. (Also doch wieder Bedienungsanleitung lesen...)


Vielen Dank für alle Beiträge,
lieben Gruß,
Nick



Monsti

Hallo Nick,

dann versuche ich es mal mit einer Antwort.

Zunächst dazu:

Zitatwie stellst du sicher, das die Objektive keinen Tauchgang machen?

Die Wasserschicht unter dem Deckglas muss sehr dünn sein. Es sollte nach dem Aufbringen des Deckglases auf den Tropfen kein Wasser an den Seiten herausquellen. Falls dies doch der Fall ist, kannst Du z.B. mit einem Blatt Toilettenpapier etwas Wasser absaugen.

Die von Dir beschriebenen Bewegungen des Objekts sprechen in der Tat für eine Kieselalge. Zur Bewegungsfähigkeit der pennalen Diatomeen ein Zitat aus Streble/Krauter (2008, S. 48 f.):

"Unter jedem Raphenspalt liegt ein bandförmiges, aus Fibrillen aufgebautes Organell, das sich rhythmisch kontrahieren kann. Dieses Organell veranlasst die Ausscheidung einer klebrigen Substanz aus den Endporten, die sich längst des Raphenspalts bewegt. [...]"

Die Raphe ist ein Spalt entlang der Längsachse der Kieselalge, in dessen Zentrum sich der Zellkern befindet. Wenn Du weiterhin tümpeln möchtest, solltest Du Dir o.g. Buch (= der oft zitierte "Wassertropfen") unbedingt anschaffen.

Weiterhin viel Spaß beim Tümpeln (und bloß nicht entmutigen lassen!!!)

Angie

BergerN

Zitat von: Monsti in April 21, 2012, 20:57:06 NACHMITTAGS
Die Wasserschicht unter dem Deckglas muss sehr dünn sein.
Hallo Monsti,
na das klärt ja schon einiges: ich habe direkt betrachtet, ohne Deckglas.

Damit erübrigt sich meine nächste Frage: wie du das Austrocken verhinderst.

Andererseits stelle ich mir die Frage, ob ein Präparieren der getrockteten Algen möglich wäre...

Zitat von: Monsti in April 21, 2012, 20:57:06 NACHMITTAGS
"Unter jedem Raphenspalt liegt ein bandförmiges, aus Fibrillen aufgebautes Organell, das sich rhythmisch kontrahieren kann. Dieses Organell veranlasst die Ausscheidung einer klebrigen Substanz aus den Endporten, die sich längst des Raphenspalts bewegt. [...]"

Die Raphe ist ein Spalt entlang der Längsachse der Kieselalge, in dessen Zentrum sich der Zellkern befindet. Wenn Du weiterhin tümpeln möchtest, solltest Du Dir o.g. Buch (= der oft zitierte "Wassertropfen") unbedingt anschaffen.
Wow!
Dazu würde ich gerne wissen, wie so etwas nachgewiesen werden kann.

Ein "Raphenspalt" oä ist mir bisher verborgen geblieben, geschweige denn ein aus Fibrillien aufgebautes Organell, oder klebrige Substanzen aus Endoporten.

Der " Wassertropfen" steht schon auf der Liste.

Oh jeh, so "ein bisschen Tümpeln" gejt nicht.

Danke,
Nick


hebi19

Zitat von: BergerN in April 22, 2012, 00:18:19 VORMITTAG

Oh jeh, so "ein bisschen Tümpeln" gejt nicht.


Moin moin, lieber Nick

Diese Erkenntnis ist doch schon mal ein Riesenschritt ;D ;D
Jetzt musst Du nur noch ein bisserl "am Ball bleiben" und bist in einigen Jahren ein Tümpelexperte.......

Es ist echt schön zu beobachten, wie jemand wie Du in eine neue Welt vordringt.

Über die Fortbewegung der Kieselalgen steht ein wenig im "Kosmos großes Buch der Mikroskopie"
In dem werden recht viele Bereiche der Mikroskopie angeschnitten und Grundlagen erklärt, so dass man gut probieren kann, was einem Spaß macht. Auch wird dort erklärt, Warum und wie man ein Deckglas benutzt. Das ist nämlich wegen der OPTIK bei Vergößerungen ab 100 eigentlich zwingend notwendig - sonst werden die Bilder ein bisserl unscharf, so wie deins.....
Also überleg mal, ob das Buch nicht nach dem Streble-Kauter eine weitere gute Anschaffung, z.B. zum Gebrutstag wäre.  Aber auch im Streble-Kauter steht ein bischen was zur "Methodik" - also wie man Proben sammelt, präpariert und dann beobachtet.

Bei eingetrockneten Algen wirst du nicht mehr viel vom Aufbau erkennen könne - probier das doch einfach aus. Für richtige Algenpräparate werden die Algen mit einer bestimmten chemischen Lösung fixiert und dann in einem "Einschlßmittel" dauerhaft unter dem Deckglas "quasi eingegossen" (ungefähr so, wie es früher mal Schmetterilnge und Käfer im Kunstharzblock gab)

Weiterhin viel Spaß in der Mikrowelt

Martin
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

BergerN

Hallo Martin,
auch dir sei Gedankt für den Zuspruch, und die Hinweise. In meinem Eifer hatte ich doch glatt vergessen, was ich über Deckgläser gelesen hatte.
Abgesehen davon, war mir der Unterschied beim Betrachten nicht aufgefallen, es war ja Alles zu sehen (dachte ich...)


Neofluar 40Ph2,KPL12,5. Einschluß in Wasser, abgedichtet mit Vaseline  :)

So besser?
Leider eine andere Alge. Und die Fäden konnte ich auch nicht darstellen. Dafür bewegt sich auch weniger unter Deckglas, abgesehen von gaanz winzigen Punkten, die ungefär so groß wie die kleinsten dunklen Punkte der Alge sind, und so schnell herumflitzen, das ich sie unter keins der größeren Objektive bekomme, bzw nicht mehr hinterher.

Und
Zitat von: hebi19 in April 22, 2012, 09:38:47 VORMITTAG
z.B. zum  Gebrutstag
muß ich mir merken  :) :)

Abgesehen davon sei noch gesagt, das ich die Erkenntnis mich in einer Welt zu befinden, die ich (Fachidiotentum sei Dank) vollkommen ignoriert habe teils erschreckend aber auch belustigend empfinde.
Monstis links folgend stieß ich schon nach 2 Klicks auf die Verbreitung von Moorgebieten. Da muß ich jetzt noch schmunzeln, sitze ich ja mittendrin, und merk nichts davon...

Schönen Sonntag noch,
Nick




Monsti

Hallo Nick,

das neue Bild ist natürlich um Klassen besser, zumal auch in einem ordentlichen Format! Es handelt sich um Flagilaria sp. (vielleicht F. ulna, die Stab-Kieselalge). Falls meine Bestimmung falsch ist, mögen mich die Diatomeen-Expert(innen) bitte korrigieren.

Eigentlich sollten Dir mit einem Neofluar 40Ph2 noch viel hochwertigere Fotos gelingen. Fotografierst Du mit einer Coolpix? Ich meine, die typischen Coolpix-Ringe erkennen zu können. Und: WIE fotografierst Du? Bearbeitest Du Deine Fotos anschließend mit einem Fotobearbeitungsprogramm?

Herzliche Sonntagabendgrüße
Angie

BergerN

Liebe Angie,
die Photographie ist mir noch fremder als das Mikroskopieren, und die gezeigten Bilder geben geben nicht annähernd das wieder, was ich sehe!
Ich kann meine Kamera nicht dazu überreden die Bilder so einzufangen ,wie ich sie sehe.
Allerdings ist das auch ein no-name-Ding, nicht vom Rechner aus steuerbar usw. Stelle ich Wilfrieds Schnellschüsse mit der billig Rolley aber daneben, muß ich noch einen Denkfehler haben.
Von Bildbearbeitung ganz zu schweigen...
Machst Du immer eine Bildbearbeitung? Ich hatte gehofft das es bei Bildern anders sei, als in der Musik; da kenne ich mich mit Nachbearbeitung aus.
Leider habe ich die aufschlußreichen posts dazu aus diesem Forum nicht gespeichert, und werde da nocheinmal durch müssen.

Die Ringe könnten auch durch das Okular entstanden sein. Mein allererstes Bild, ohne Ringe, war durch ein KPL-W 12,5/18 Brille gemacht, das nächste mit KPL W 10/18 Brille.

Der Kamera "Aufbau" ist derzeit noch ein Gestänge das am Okular befestigt wird, an dem Ich die Kamera jedesmal neu positiioniere. Denkbar ungünstig.
Einen Trinotubus habe ich zwar, aber die rechte Okularhalterung ist so wackelig, das ein Betrachten keinen Spaß macht. Auch deshalb habe ich noch keine feste Kamera-Adaption. Abgesehen davon kam ich beim Durchsuchen von einem dieser schnellen Kleinstwesen nicht ab, und habe es verfolgt, bis es sich festgesetz hatte. Als ich endlich die Geisseln auflösen konnte wurden diese abgestoßen! Hast Du so etwas schon einmal beobachtet? Irre!

Liebe Grüße, Nick