Frage zu altem Leitz Greenough

Begonnen von ortho.peter, Dezember 10, 2018, 19:52:02 NACHMITTAGS

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Mikroman

Hallo Peter,
das ist tatsächlich eine Schraube mit Innengewinde. Man kann sie abschrauben, dann ragt ein Stift aus der Buchse (mit Außengewinde). Der Stift wird durch den Rändelkopf federnd nach oben bewegt. So soll es eigentlich sein. Ich hoffe, Du bekommst das hin.

Gruß
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

ortho.peter

Hallo Peter,
> das ist tatsächlich eine Schraube mit Innengewinde.
da könnte man ja auch so etwas:

https://www.raspiprojekt.de/kaufen/shop/mechanische-bauelemente/abstandshuelse-aussen-innengewinde-5mm.html

oder Ähnliches benutzen wenn man das mit dem richtigen Gewinde bekommt. Oder habe ich es falsch verstanden.

> Man kann sie abschrauben, dann ragt ein Stift aus der Buchse (mit Außengewinde).
Soweit klar.

> Der Stift wird durch den Rändelkopf federnd nach oben bewegt. So soll es eigentlich sein. Ich hoffe, Du bekommst das hin.
Bis auf die Feder kann ich es mir gut vorstellen. Denn wenn der Rändelkopf nach oben (gegen den Widerstand der Feder gezogen wird) gezogen wird (und dabei den Stift aus der Verriegelung zieht, damit der Tubus gedreht werden kann), dann muss die Feder an beiden Seiten verankert sein. Die Feder wird dabei ja auf Zug belastet (gedehnt). Und in Ruhestellung hält sie den Stift in der Verriegelung. Ich glaube völlig klar ist es nicht.

Gruß
Peter
Ebenfalls gerne per Du

Klaus Herrmann

Hallo "gerader" Peter,

mir ist nicht ganz klar, ob du nur schlicht und einfach wissen willst, ob der Bitubus um 180° drehbar ist, weil das wichtig ist für deine gewünschte Multianwendung oder ob du den genauen Mechanismus verstehen willst. Tatsache ist: er ist drehbar - das habe ich schon auf Seite 1 dieses langen Threads postuliert.
Wenn ich mich recht erinnere ist dieser Verriegelungsbolzen  - und nix anderes ist es - gefedert. Entweder durch eine Feder, die gedehnt wird, dann ist sie beidseitig befestigt, oder gedrückt wird, dann muss sie gar nicht befestigt sein. Ob das jetzt zur Sicherheit noch verschraubt wird ist doch für die Grundfunktion unerheblich.

Wenn du die detaillierte Funktion ergründen willst hilft eine technische Zeichnung oder man muss das Ganze zerlegen. Aber ist das wirklich wichtig? ???
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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ortho.peter

Hallo Klaus,

> mir ist nicht ganz klar, ...
anfangs wollte ich nur wissen wie man den Tubus drehen kann und ob es vielleicht Ausnahmen (reduzierter Funktionsumfang) gibt, die vielleicht nicht drehbar sind. Nachdem dann klar wurde, wie es geht, war mir klar, dass ich mir Arbeit gekauft habe. Denn wie beschrieben hat mein Stemi diese Rändelschraube nicht, sondern anstatt dessen eine Sicherheitsschraube eingesetzt. Deshalb habe ich danach weiter nachgefragt, wie der Mechanismus genau funktioniert.
Wenn ich an dem Teil etwas ändern will, sollte ich vorher schon ungefähr wissen, wie der Mechanismus funktioniert.

> er ist drehbar - das habe ich schon auf Seite 1 dieses langen Threads postuliert.
habe ich nie bestritten und ist auch auf den Bildern sichtbar. Aber das Wie war bis am Ende völlig unklar.

> Wenn ich mich recht erinnere ist dieser Verriegelungsbolzen  - und nix anderes ist es -
exakt

> gefedert. Entweder durch eine Feder, die gedehnt wird, dann ist
> sie beidseitig befestigt, oder gedrückt wird, dann muss sie gar
> nicht befestigt sein. Ob das jetzt zur Sicherheit noch verschraubt
> wird ist doch für die Grundfunktion unerheblich.
Richtig - für die Grundfunktion reicht zu wissen "Knopf hochziehen - drehen - Knopf wieder loslassen". Wenn Du das Teil aber erst einbauen
musst und keine Ahnung hast, was unter der Sicherheitsschraube ist, dann bekommt die Fragerei plötzlich Sinn.

> Wenn du die detaillierte Funktion ergründen willst hilft eine
> technische Zeichnung oder man muss das Ganze zerlegen.
Wäre wohl etwas zu viel verlangt denke ich. - Das geht mit einer Beschreibung sicher auch.

> Aber ist das wirklich wichtig?
Wie schon gesagt - mein Stemi hat den Knopf nicht (Du kannst ein vergleichbares Teil auf ebay bei fotoherbst sehen:

http://vi.vipr.ebaydesc.com/ws/eBayISAPI.dll?ViewItemDescV4&item=281130682833&t=0&tid=7710&category=124712&seller=fotoherbstcom&excSoj=1&excTrk=1&lsite=77&ittenable=false&domain=ebay.at&descgauge=1&cspheader=1&oneClk=1&secureDesc=0

letzte Abbildung). Da ich schon vor einiger Zeit einmal den Versuch unternommen habe mit einem Händler, so ein Stemi zu "verdrehen" (natürlich erfolglos), habe ich jetzt nicht mehr auf diesen Knopf geachtet. Ein Fehler, wie sich heute herausgestellt hat. Also muss ich mir was einfallen lassen, um das doch noch auszubügeln. Und um das Teil nicht zu beschädigen ist ein Grundverständnis der Verriegelung sicher nötig.

Viele Grüße
Peter
Ebenfalls gerne per Du

Klaus Herrmann

Hallo Peter,

ZitatAlso muss ich mir was einfallen lassen, um das doch noch auszubügeln. Und um das Teil nicht zu beschädigen ist ein Grundverständnis der Verriegelung sicher nötig.

Ich interpretiere mal vorsichtig: du hast das falsche Mikroskop gekauft. Bildlich: du hast ein Mikroskop für die Metallographie gekauft, wolltest aber eigentlich ein "biologisches" Durchlichtmikroskop. Und jetzt willst du das ganze so umbauen, dass es den tatsächlichen Anforderungen genügt.
Kann man machen, auch ein Käsekuchen lässt sich in eine schwarzwälder Kirschtorte verwandeln. Aber der einfachere Weg ist: man kauft das wirklich passende und stellt das falsche in die Vitrine oder verkauft es zur Refinanzierung.
Einen schlaueren Rat kann ich dir nicht geben. Wenn wir gleich ein Bild des "falschen" Mikroskops gesehen hätten wäre die ganze lange Diskussion mit der Aussage : "Geht bei dem Typ nicht" beendet gewesen.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Mikroman

Hallo Peter, hallo Klaus,

nach dem Bild zu urteilen, würde ich mich Klaus anschließen: dieses Stemi läßt sich nicht verdrehen, die Rändelschraube für die Verriegelung, die bei mir vorhanden ist, fehlt bei Deinem Gerät. Ein Umbau wird sich entweder nicht bewerkstelligen lassen oder sich schlichtweg nicht lohnen. Ich würde sagen: verkauf es und ... auf ein Neues.

Schöne adventliche Grüße
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

ManK

#36
Hallo Peter,
ich behaupte einfach mal, wenn du die sogenannte Sicherheitsschraube mit einem Stiftschlüssel rausschraubst wird sich der Tubus verdrehen lassen.
Danach die Sicherheitsschraube einfach wieder in der neuen Stellung wieder reindrehen.
Ich denke nicht, daß das Teil komplett anders konstruiert ist.
Und wenn das geht kannst du dir falls nötig immer noch einen Federstift basteln... Ich weiß ja nicht wie oft du den Tubus wirklich drehen willst.

Mikroman

Hallo Mank,

das ist so nicht richtig. Die Rändel-/Sicherungsschraube muss lediglich hochgezogen und dann der Tubus verdreht werden (jedenfalls bei meinem Exemplar s. Bilder). Es scheint wohl auch Typen gegeben zu haben, wo man sich diese Verstellmöglichkeit geschenkt hat.

Gruß
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

ortho.peter

Guten Morgen,

@Klaus
> hast das falsche Mikroskop gekauft.
Lässt sich mit einem klaren Jein beantworten  ;D. Ja, weil es sich nicht drehen lässt und nein, weil ja nicht wusste, worauf ich achten muss.

> ... Mikroskop für die Metallographie gekauft
Nein - das würde eine Auflichtoptik haben. Ich glaube eher, dass ich die Studentenversion gekauft habe.

> wolltest aber eigentlich ein "biologisches" Durchlichtmikroskop.
fast - ich will schon auch ein Schräglicht auch haben und hab auch schon was im Auge.

> Und jetzt willst du das ganze so umbauen, dass es den tatsächlichen Anforderungen genügt.
Ja - zumindest werde ich es versuchen.

> ... man kauft das wirklich passende
gerade Du (schon lange dabei) solltest wissen, dass das nicht so einfach ist. Das Teil ist in sehr gutem Zustand, vollständig (alle Objektive und Okulare) und das zu einem sehr angenehmen Preis. - Wie oft sind solche Angebote da? Tja, und dann sind da auch noch meistens ein paar sehr gut betuchte Sammler mit denen ich nie im Leben mithalten kann. Deshalb - einfach mal sehen was möglich ist.

@Manfred
> ich behaupte einfach mal, wenn du die sogenannte Sicherheitsschraube mit einem Stiftschlüssel rausschraubst wird sich der Tubus verdrehen lassen.
Dein Wort in Gottes Ohr, aber ich glaube, so einfach wird es wahrscheinlich nicht werden. Denn wäre die Schraube an dem Stift angeschraubt, müsste sich auch diese Schraube (genau so wie die Rändelschraube) hoch ziehen lassen. Dann hätte das ja wenig Sinn.

> Ich denke nicht, daß das Teil komplett anders konstruiert ist.
Da bin ich ganz Deiner Meinung. Das ist ein Serienprodukt und in der Serie ist jede Abweichung von der Norm teuer und somit unerwünscht. Normalerweise gibt es ein Standardgerät aus dem sich verschiedene Versionen bauen bzw. konfigurieren lassen. Wie groß die Abweichungen sind, werde ich ja bald feststellen.

@Peter
> dieses Stemi läßt sich nicht verdrehen, ... die Rändelschraube fehlt bei Deinem Gerät.
Nun, ganz so schwarz sehe ich das nicht. Die Rändelschraube ist nur die Handhabe. Wenn die Mechanik innen gleich ist und nur der "Griff" weggelassen wurde, lässt sich das immer noch machen. Sollte jedoch die Mechanik im Inneren auch anders sein, dann war es das.

> Es scheint wohl auch Typen gegeben zu haben, wo man sich diese Verstellmöglichkeit geschenkt hat.
Ja, es scheint so - womit ja auch meine Frage vollständig beantwortet ist.

Viele Grüße
Peter
Ebenfalls gerne per Du

Klaus Herrmann

Zitatgerade Du (schon lange dabei) solltest wissen, dass das nicht so einfach ist
Hallo Peter,
du hast absolut Recht ich bin kein Anfänger. Deshalb, weil ich schon ein paar Mikroskope gesehen habe möchte ich behaupten, dass es mehr drehbare Stemis gibt als fixe. Entweder sind sie in der Halterung drehbar, oder der Kopf ist abnehmbar um einen Zwischentubus einzusetzen - in diesem Fall nur jeweils um 180°
Ein moderneres Beispiel: das Leica MZ 6, das hat wie die ganze Reihe eine Ringaufnahme für den ganzen Korpus darin um 360° drehbar und zusätzlich kann der Kopf um 180° gedreht aufgesetzt werden.

Zu der - eigentlich sinnvollen Vermutung - dass die Mikroskope in Modulbauweise gebaut wurden; also ein einheitlicher Grundkörper, der kompatibel mit vielen Varianten ist muss ich dich bezogen auf Leitz korrigieren: Ich denke keine Firma hat so viele nicht harmonierende Varianten gebaut, wie Leitz. Ich habe manchmal den Eindruck, die haben jede Schraube neu erfunden.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Alfons Renz

Hallo,

Aus aktuellem Anlass muss ich diese alte Geschichte nochmals auspacken:
Bei manchen Leitz-Stereolupen findet sich, wie oben in der Diskussion erwähnt, diese Stirnlochschraube auf der runden Platte der Tubus-Basis:



Bei meiner Stereolupe sitzt diese Schraube ziemlich fest. Bevor ich es nun mit Gewalt versuche, wäre ich gerne sicher, anschließend wirklich den Tubus um 180 Grad drehen zu können.

Hat Jemand Erfahrung? Geht es wirklich?

Vielen Dank für eine einfache Antwort: Ja oder nein?

Alfons


Alfons Renz


ManK

Gern  8)
du hattest es selbst so gewünscht:
"Vielen Dank für eine einfache Antwort: Ja oder nein?"

Herbert Dietrich

Hallo Mank,

bezieht sich Dein "nein" nun auf die erst oder die zweite Frage?

Herzliche Grüße

Herbert