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Proben-Akquise

Begonnen von ChK, November 04, 2019, 19:25:34 NACHMITTAGS

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ChK

Guten Abend,

ich studiere zwar Physik und habe schon oft mit Mikroskopen gearbeitet, jedoch musste ich mir noch nie selbst Proben organisieren. Objektträger und Deckgläser habe ich bereits, aber vernünftige Proben fehlen mir.
Zunächst möchte ich mit Diatomeen (vorzugsweise Pleurosigma Angulatum oder Amphipleura Pellucida) und der Flügelschuppe des Kohlweißlings (Pieris brassicae) anfangen, um die Auflösungsgrenzen meines Mikroskops zu testen.  ;)

Wo bekomme ich (möglichst ohne großen finanziellen Aufwand) geeignete Proben her?

Schöne Grüße aus der Lichtstadt,
Chris

Herbert Dietrich

Hallo Chris,

schönes Diatomeen-Material habe ich von Diatoms NL bekommen  https://www.diatoms.nl/index.php
Viel Erfolg bei der Präparation.

Schön wäre es, wenn Du Dich unter "Mikroskopiker im Netz" anmelden würdest.

Herzliche Grüße

Herbert

konsonant

#2
hallo ,
die Pleurosigma Angulatum lebt wohl nur im Salzwasser , man findet sie im Nordseeschlamm (Watt), bei den Kohlweißlingsschuppen sucht man vielleicht in alten Spinnennetzen Kellerfenster Gartenhaus (besten beim Kohlbauern in der Scheune vermute ich mal), es gibt aber auch Schuppen von Faltern Motten Silberfische .... .
Was ist es denn für ein Mikroskop , ein Eigenes oder Arbeitsmaterial an der Uni ?
Einen richtigen Auflösungstest kann man qualitativ mit einer teuren Auflösungstestplatte  mit immer kleiner werdenden Strichbreiten rastern , als Vorläufer davon die Nobertschen Strichplatten . Bei den Diatomeen kommt es auch auf das richtige Eindeckmittel (hoher Brechungsindex) an .
ich meine , wenn ich von nah hinten mit einer Led durch das Objektiv (zb 50x) hindurchscheine , kann ich vorne in 20cm das Licht auf die Tapete projiziert erkennen , ob Delaminationen vorhanden sind .

gruß konsonant

Ps : die empfehlenswerte Seite von Herrn Peter Höbel http://www.mikroskopie-ph.de/, beschäftigt sich unter anderem mit Auflösungsexperimenten an Diatomeen , dort zB ist die Surriela gemma  auch eine sehr häufige Diatomee im Salzwasser und schon schwierig aufzulösen . Man beachte auch seine Kamera-Adaptions-Lösungen .
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

ChK

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten!

Vorgestellt habe ich mich inzwischen. Aber auf der Website habe ich viele Proben "nur" als fertig präparierte Slides gefunden. Ich möchte die Diatomeen gern selbst präparieren. Die Diatomeen die man dort kaufen kann sind oft durchmischt und dementsprechend nicht bestimmt. Gibt es da andere Möglichkeiten?

Es handelt sich um ein Mikroskop aus der Uni (ein älteres Modell von Zeiss). Einen Auflösungstest habe ich bereits, mir geht es mehr darum einmal selbst eine Probe zu präparieren. Dass ich mit den Diatomeen an die Auflösungsgrenze des Mikroskops stoße ist durchaus gewollt.

Liebe Grüße


Linuxpenguin

Hallo Chris,
wenn du sortenrein willst:
schau mal nach Legepraeparaten
Frag hiet im Forum anne mal.
Sie gibt tlws kostenguenstig ab.
Wenn du selber auf Jagd gehennwillst: Nordsee
google einfach mal nach diatomeen nordsee praeparation Anleitung
da stolperst du bestimmt auch ueber did Ausstellung unseres Mitglieds *Picolay Programmierer
Ichvselbst hybd auch noch welche abzugeben
Stck 5Eur plus Porto
Tlws Nordsee
Sind glaub noch 4 Praeparate inkl Aufbewahrung
Gruss
Sven
Mikrotechnik:
- ZEISS Ultraphot III
Luminar Einrichtung, AL/DL (HF/DF),
POL, AL-DIK
Hiller LED, HAL, CSI, HBO
- SteMi IVb

Foto:
- StackUnit auf PhoMi-Basis
- SONY a7R II VF/APS-C
- CANON FL Balgen
- Linearschlitten: Z 0,0001mm

Interessen:
Mineralogie, Gemmologie, Petrographie

konsonant

#5
Soweit ich mitgekriegt habe , gibt es Diatomeen auch im Süßwasser , man schrubt mit der Zahnbürste zB an Bachsteinen , oder Wasserpflanzen https://de.wikipedia.org/wiki/Kieselalgen , es gibt so einen braunen Belag in Pfützen , jedenfalls hier am Meer , das wären dann Kieselalgen . Wenn man Welche hat , können die auch weiterwachsen und kriechen sogar durch ein Taschentuch hindurch auf die Oberseite zum Licht , dann hat man sie schon etwas sauberer .
Diatomeenerde hat zuviel Bruch , finde ich .

ps : Es gibt auch noch die Möglichkeit Mikrochips abzufackeln und dann den umgebenden Kunststoff abzukratzen , und die feinen Siliziumstrukturen im Auflicht zu betrachten . Manchmal weiß man sogar welche Rastergröße es denn haben muß . Man kann natürlich auch Wafer kaufen , wie es dieser Herr sehr vorbildlich praktiziert , wenn auch nicht mit sehr hohen Vergrößerungen https://www.closeuphotography.com/5x-lens-test.
gruß konsonant
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

Linuxpenguin

Wafer haett ich auch was da

@konsonant:

wie muss so ein computerchips abfackeln denn von statten gehen ?
Mikrotechnik:
- ZEISS Ultraphot III
Luminar Einrichtung, AL/DL (HF/DF),
POL, AL-DIK
Hiller LED, HAL, CSI, HBO
- SteMi IVb

Foto:
- StackUnit auf PhoMi-Basis
- SONY a7R II VF/APS-C
- CANON FL Balgen
- Linearschlitten: Z 0,0001mm

Interessen:
Mineralogie, Gemmologie, Petrographie

Gerd Schmahl

Hallo Chris,
schau mal dies an: Sammeln und Untersuchungsmethoden von Diatomeen (Kieselalgen)
Ist ein sehr spannendes Gebiet, das aber auch ein wenig Erfahrung und Fingerspitzengefühl benötigt. Diatomeen bettet man in Medien mit möglichst hohem Brechungsindex ein. Die meisten Eindeckmittel haben ja für gewöhnlich einen Bechungsindex in der Nähe von Glas, was bei Diatomeenschalen, die ja praktisch auch aus "Glas" bestehen aber unpraktisch ist. Die Einbettung in Pleurax ist relativ einfach, aber man braucht in jedem Fall ein wenig Equipment, wie z.B. eine Heizplatte und auch ein wenig Chemie und die nötig Sorgfalt im Umgang mit beidem.
Lebende Diatomeen sind aber auch sehr interessant. Wie "konsonant" schreibt: Einfach den bräunlichen Belag von Fluß-, See- oder Teichsteinen mit einer (alten) Zahnbürste in einem flachen Gefäß (ich neheme eine kleine Fotoschale) mit wenig Wasser abbürsten und die braune "Suppe" auf den Objektträger träufeln, Deckglas drauf und angucken. Viele Diatomeen sind gut beweglich und lassen sich mit der Taschentuschmethode gut aus Schlamm extraieren.
Viel Freude dabei wünscht
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

konsonant

hallo Sven ,
man nehme ein altes Handy , Usbspeicherstick , Fotoapparat , oder Mainboard , mache auf , und breche die schwarzen Rechtecke und Quadrate Mikrochips von der Grundplatte , vorher mit Schraubenzieher Messer die Kontakte durchstechen , geht leichter .  Bitte keine Bios-chips mit eingebauter Batterie erhitzen , Explosionsgefahr und Feuerwerksilberregen , Echt ! Vorsicht ! NiCd-Zelle etc . Tja und dann auf Glut bringen , mit Gasflamme , Holzkohle , Spiritusflamme , also Flamme ohne Ruß . Es qualmt , stinkt und ist bestimmt giftig . Danach läßt sich der schwarze Kunstoff meist gut zerbröseln (mehr oder weniger) , vorsichtig herunterstechen prökeln , naja da findet man manchmal ein solides Siliciumstück , oder in Speicherchips (64gb zb) 4 übereinanderliegende sehr feine Speicherplättchen .
der Fotosensor ist ja auch fein und schon frei , bei alten Pentiums braucht man nur eine Metallplatte ablöten , da reicht eine Kerze . welche Strukturgröße einen erwartet kann man nachlesen https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturgr%C3%B6%C3%9Fe  . Aber eine Schmetterlings-Flügelschuppe ist wohl noch etwas feiner .
brille auf , gruß konsonant
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

anne

#9
Hallo Chris,

eine Probe von Pleurosigma angulatum oder Amphipleura p. wirst Du wohl nirgendwo erhalten, weder preisgünstig noch teuer.

Für das Prüfen der Auflösung bietet Klaus Kemp eine Testplatte an mit 8 Diatomeen:
8 Form Test Plate
for testing objectives.
Contains the following species:-

    Gyrosigma balticum
    Navicula lyra
    Stauroneis phoenicentron
    Nitzschia sigma
    Surirella gemma
    Pleurosigma angulatum
    Frustulia rhomboides
    Amphipleura pellucida

http://www.diatoms.co.uk/type.htm

Er hat auch den besten Preis auf dem Markt.
Der Kohlweisling wird Dir wohl im nächsten Jahr sicherlich begegnen.

Schmetterlinge gibt es auch in Ebay zu kaufen, für Deinen Zweck reichen ungespannte Exemplare, z. B. hier:
https://www.ebay.de/str/aureusbutterfliesandinsects

Präparate zu erstellen braucht Übung, dafür würde ich erst mal mit o.g. Tips Diatomeen sammeln, reinigen und präparieren und dann Präparate erstellen. Wenn das dann alles klappt, hast Du evtl. auch schon die Erfahrung die Auflösungsdiatomeen zu erkennen und mit viel Glück selbst zu sammeln.
Schmetterlingsschuppen einzudecken ist auch sehr speziell, entweder in Luft oder Glycerin, das muss man auch erst mal üben.
lg
anne

Werner

#10
Was konsonant da schreibt, ist Quatsch!
Das Freilegen von Siliziumdies aus fertigen Chips geht NUR vernünftig mit heißer konzentrierter Schwefelsäure.
Dabei entwickelt sich aber viel SO2, also Abzug  erforderlich.
Die Aluminiumbahnen bleiben dabei erhalten.

Bei modernen Chips mit Strukturen unter 200 nm (Handy) kann man dann gar nichts erkennen, man muß alte ICs (7400 & Co) verwenden. Einfacher sind da alte runde Operationsverstärker, bei denen kann man den Deckel absägen oder flexen. Bei Eproms kann man sogar direkt durch das Deckglas beobachten.

konsonant

hallo Werner ,
Du entscheidest es zu Quatsch zu machen , ich habe es aber schon öfter so gemacht , finde es auch etwas naheliegender als mit Säure zu hantieren , was ich aber zugegebenerweise auch noch nicht versucht habe . Touché , bin ich eben unprofessionell , mein Ergebnis ist auch zufallsabhängiger .
gruß konsonant
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

witweb

Hallo Chris
vielleicht mal bei eBay nach "Wafer" suchen. Kosten dort nicht die Welt. Und sind schon "nackich". :)
Beste Grüße
Michael
Dieser Post wurde aus recycelten Elektronen erstellt
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Leitz Orthoplan
Zeiss Standard 18 mit Fluoreszenz-Auflichtkondensor IV FL
Lomo Biolam, Motic SMZ-168
Canon EOS 750D
https://mikrokristalle.net
https://www.youtube.com/@Mikrokristalle

konsonant

so sieht der Quatsch dann bei mir aus : man beachte Kratzer und unvollständige Reinigung , Schmelzpunkte , Bruch  und daß es dauert .
2 Smartphones auf der Spiritusflamme zubereitet , wir reichen dazu Kaffee, direkt im Wasserkocher aufgekocht , mit Milch .
gruß konsonant 
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

Klaus Herrmann

Zitatso sieht der Quatsch dann bei mir aus

Eine treffende Bezeichnung für das was man auf dem Bild sieht. Da kann ich mir richtig vorstellen, wie eine Auflichtaufnahme aussieht. Zeig doch mal! ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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