Autor Thema: Conochilus hippocrepis  (Gelesen 379 mal)

D.Mon

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Conochilus hippocrepis
« am: Mai 02, 2021, 01:15:20 Vormittag »
Hallo zusammen,

vor einigen Tagen habe ich in einer Wasserprobe, in der ich auch Volvox aureus gefunden hatte, sehr schöne weiße "flauschige" Kugeln entdeckt.
Mit der Hilfe einiger Forenmitglieder konnten diese als Kolonien von Conochilus hippocretis bestimmt werden.

Die Kugeln sind ca. 2 mm im Durchmesser und zeigen eine ausgeprägte positive Phototaxie.
Sie lassen sich mit einer LED Leuchte regelrecht herumführen.
Eine 6 cm Petrischale durchschwimmen sie in wenigen Sekunden.
Da die Kolonie aus rund hundert Einzeltieren besteht, finde ich das schon sehr beachtlich.

Fundort war die Uferzone eines verlandenden Weihers.
Ein Foto ist hier im Thread der Volvox aureus abgebildet.
Die kurze Beschreibung im LiW passt auch sonst genau.

Auffällig fand ich, dass die Tierchen frei Auge und im Auflicht völlig anders aussehen (nämlich weiß) als im Durchlicht.
Das Fotografieren der verhältnismäßig großen Gebilde ist gar nicht so einfach.
Da ich die Kolonien nicht beschädigen wollte musste ich von meiner üblichen Methode abweichen und die Tiere in einer Pfütze ohne Deckglas ablichten.
Das kostet natürlich Tiefenschärfe, Kontrast und Bildqualität.
Ich hoffe, die nachfolgenden Bilder bereiten dennoch etwas Freude.
Durch Klicken auf das "x" gehen wieder größere Versionen auf.

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Das erste Bild ist mit dem Lupenobjektiv gemacht und leider nicht besonders gut gelungen.
Hier sieht man aber die Kolonie als Ganzes.


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Dieses Bild habe ich im Hellfeld mit dem 20x aufgenommen.
Die Tiere sind ständig in Bewegung und ziehen sich oft ruckartig nach unten zusammen, ähnlich wie Glockentierchen.


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Hier einige Individuen aus der Nähe.
Haben die nicht Charakter?


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Die Wimpernkronen im Detail lassen unter anderem zwei Augen deutlich erkennen.


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Zum Schluss ein freundlicher Gruß von diesen Herrschaften.
Mich begeistern diese interessanten Tiere, und ich hoffe sie bleiben mir noch eine Weile erhalten.
In ausreichend Fundortwasser sollen die auch nach Wochen noch gesunde und munter sein.

Viele Grüße
Martin
« Letzte Änderung: Mai 02, 2021, 01:27:54 Vormittag von D.Mon »
Bitte per "Du" - Martin alias D.Mon
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Glück kann man nicht kaufen.
Aber man kann ein Mikroskop kaufen und das ist eigentlich dasselbe!
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Mikroskope: Motic Panthera U, Lomo MBS-10
Kamera: Sony ILCE-6400

anne

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #1 am: Mai 02, 2021, 09:29:12 Vormittag »
Hallo Martin,
Glückwunsch zum tollen Fund!
Die Bilder sind ganz große Klasse!
lg
anne

Bernhard Lebeda

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #2 am: Mai 02, 2021, 09:37:06 Vormittag »
Hallo Martin

danke für die schönen und interessanten Detailaufnahmen!

Du könntest an der Stelle über ein Objekträgeraquarium nachdenken: entweder OT´s mit Vertiefung anschaffen oder einen Ring auf den OT kitten. Dann hast Du etwas mehr Raum für die Tierchen und kannst trotzdem mit Deckglas arbeiten. Hast Du schon über einen Mikroblitz nachgedacht?

LG Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Herbert Dietrich

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #3 am: Mai 02, 2021, 10:33:51 Vormittag »
Hallo Martin,

wunderschöne Tierchen und hervorragend fotografiert. Hut ab!

Herzliche Grüße

Herbert

Siegfried

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #4 am: Mai 02, 2021, 12:29:47 Nachmittag »
Hallo Martin
Wie Herbert schon sagte,
hervorragend fotografiert.
Mit Blitz?
Oder?
bewundernde Grüße von Siegfried

regulus56

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #5 am: Mai 02, 2021, 12:57:42 Nachmittag »
Hallo Martin,
sehr schöne Bilder zeigst Du uns hier.
Da bekommt man gleich Lust zu "tümpeln".
Gruß vom Klaus
„Ich weiß, dass ich nichts weiß“

Ole Riemann

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #6 am: Mai 02, 2021, 13:53:12 Nachmittag »
Hallo Martin,

ich schließe mich den anderen Foristen an - ein tolles Portrait dieser interessanten Rädertiere. Ich habe dies nie so gut hinbekommen; vermutlich, weil ich immer gleich ein Deckglas aufgelegt habe. Auch Deine gut eingestellte schiefe Beleuchtung kommt hier voll zur Geltung.

Danke und beste Grüße

Ole
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Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19707.msg149740#msg149740

D.Mon

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #7 am: Mai 02, 2021, 15:14:19 Nachmittag »
Hallo zusammen,

vielen herzlichen Dank für Eure Anerkennung.
Es freut mich sehr, wenn Euch die Bilder gefallen.

Die Bilder sind wie gesagt an meine Motic Mikroskop entstanden.
Die Tricks mit Mikroaquarien, Vaseline, Ring etc. kenne ich natürlich und ich habe sogar Hohlschliffobektträger da.
Die nehme ich aber eher für Langzeitbeobachtung und besonders tief sind die auch nicht (ja, ich weiß, kann man auffüttern).
Ich wollte sicher gehen, dass die Tiere keine Schaden nehmen und deswegen habe ich erstmal drauf verzichtet.

Ich habe auch Bilder mit (improvisierten) Auflicht gemacht, die Ergebnisse waren aber - nun ja - eher bescheiden  8).

Die gezeigten Bilder sind alle ohne Blitz entstanden.
Ich fotografiere im Rohformat, häufig etwas bis stark unterbelichtet, manchmal auch mit erhöhten ISO-Werten, um ausreichend kurze Belichtungszeiten einstellen zu können.
Im Urzustand sind die Bilder meist eher kontrastarm, flau, unansehnlich und bisweilen kann man rein gar nichts erkennen.
Bei der Bildbearbeitung habe ich eine gewisse Routine entwickelt um die "Aufnahmen" zu Fotographien erstrahlen zu lassen.
Richtig "gelernt" hab ich das aber nicht und oft denke ich, dass jemand der sich besser auskennt (Tiefpassfilter, Histogramm und solche Sachen), bestimmt noch mehr herausholen könnte.

Meist beschränke ich mich auf Weißabgleich, Belichtung, Gesamtkontrast, Schärfen, Schwarz-/Weißpunkt, Mittenkontrast, Feinjustage und Beschriftung.
Manchmal kommt auch die Korrektur von Farbsäumen dazu und sehr selten stempel ich noch störende Flecken, Unschärfen, Detritus o. ä. weg.
Gewisse Imperfektionen gehören für mich zu dem ganzen Prozess irgendwie dazu.
Am fertigen Werk dürfen hie und da noch Spuren der Entstehung erkennbar bleiben.

Mit Blitzen hab ich natürlich auch schon experimentiert, teils sogar mit überraschend erfreulichen Ergebnissen.
Bei meinem Motic muss ich mich da allerdings mit einfache Bastellösungen (seitliches Einspiegeln) begnügen.
Der ganze Aufbau ist aber etwas fummelig, und so mach ich das nur selten.
Für mein Orthoplan habe ich bisher noch keine richtige Kameraadaption.
Sehr gerne hätte ich da auch eine richtige Blitzadaption, das ist aber gar nicht so billig und einfach - ein Projekt für sich.

Herzliche Grüße
Martin
« Letzte Änderung: Mai 02, 2021, 15:17:45 Nachmittag von D.Mon »
Bitte per "Du" - Martin alias D.Mon
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Glück kann man nicht kaufen.
Aber man kann ein Mikroskop kaufen und das ist eigentlich dasselbe!
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Siegfried

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #8 am: Mai 02, 2021, 15:48:48 Nachmittag »
Danke Martin
für die Schilderung deiner Vorgehensweise.
Ich habe ja auch schon vieles versucht und versuche weiter, von der Blitzadaption bis Kameraeinstellungen
und BEA.
Versuch macht klug.
Man lernt immer dazu, auch ich aus deinen Schilderungen.
Ich würde aber sagen, du liegst schon sehr, sehr richtig.
Deine Ergebnisse sind dafür der Beweis.
   Gruß von Siegfried


bewie

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Re: Conochilus hippocrepis
« Antwort #9 am: Mai 05, 2021, 19:54:03 Nachmittag »
Hallo Martin,

und noch ein Nachzügler, der deine Bilder bewundert. Herrlich Dokumentation!

LG
Bernhard