Autor Thema: Messerschleifen für Fortgeschrittene  (Gelesen 32435 mal)

carypt

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Re: Messerschleifen für Fortgeschrittene
« Antwort #45 am: Februar 29, 2016, 21:26:17 Nachmittag »
hallo Jorrit 
Ach so !, vor dem Härten. Dann ist es etwas anderes. Grobschnitt habe ich selbstverständlich gelesen, hätte ich mir auch nicht anders gedacht, gibts die Bandschleifer auch mit Wasser ?
Wie kannst Du wissen , daß sich beim Handschliff die allervorderste Kante nicht überhitzt ?

Die catra-seite  hat ein Schärfeprüfmaschinchen http://www.catra.org/pages/products/razors/razst.htm, diese Maschine verwendet einen vorgebogenen quadratischen Silikongummistreifen zur Schnittprobe. Es wird dabei die Kraft gemessen, die man braucht, der Kraftverlauf ist graphisch darstellbar. Die Kraft nimmt normalerweise in einer Kurve mit zunehmender Steigung  zu (Gummideformationseffekt ?) und kurz vor dem Maximum sinkt die Steigung wieder etwas (die Schneide scheint schon zu schneiden ?), im Maximum beginnt wohl der wirkliche Schnitt und die Spannung des Gummi entlastet sich, weshalb die Kraft anfangs schnell sinkt und danach flacher sinkend auf ein Gleichgewicht  zwischen Schnittwiderstand und Vorschub einpegelt. (wahrscheinlich ist die nachlassende Spannung im gebogenen Gummi eine Ursache für die nachlassende Kraft)
Typische Schärfewerte:  Rasierklinge 0,3 bis 0,4 N, Skalpellklinge 0,4 bis 0,6 N, Gebrauchs Rasierklinge 1,0 bis 1,4 N, Küchenmesser (neu) 1,8 bis 3 N, Jagdmesser von 1,9 bis 3,5, Abgetragene Klinge 6,0 bis 11,0  (catra - angaben)

Es gibt sogar eine Kombination mit Klingenverschleißabnutzungsprogramm . Respekt !

Die Gummiknickmethode scheint mir leicht falsch zu sein. Geknickter quadratischer Gummi ist selten noch von quadratischem Querschnitt , es mag die fallende Steigung vor dem Maximum erklären , meist stehen die Ecken ein bisschen vor. Rundes Gummi wäre vielleicht besser, ist aber schlecht auszuwerten. Die eine Seite des geknickten Gummistückes ist auf Zug die andere auf Druck belastet , eine weitere Unwägbarkeit. Zugbelasteter Gummi wäre noch besser, aber die Zugbelastung steigt bei kleiner werdendem Querschnitt während des Schnittes.

Im Nassrasiererforum wurde vorgeschlagen Plastilin als Schärfeprobens zu verwenden , eventuell wäre auch Einbettungswachs eine Option; wobei man den Widerstand des unterschiedlicher Schneidenwinkel in der Messung hat , auch wenn man gleichmäßige Spandicken schneidet. Leider lassen sich nicht alle Klingenmaterialien auf gleiche Scheidenwinkel schleifen. Je nach Korngröße der unelastischen Körper innerhalb des geschnittenen Materials und dem Versuch diese zu schneiden, ist der Schneidenwinkel auch mit schärfebestimmend, neben der minimalen Rundung der Schneidenkante .

Auf jeden Fall liefert der Catra-schärfeprüfapparat schon mal Schneidenwinkelunabhängige Werte . Ich denke , wenn man die Prüfung langsamer fährt , daß der Gummi auch selbst einreißt . Da das Schneidgut keine exakt gerade Schneidlinie zuläßt, halte ich die Werte für nicht aussagekräftig.

Darf ich sowas in Zeiten von ttip überhaupt noch sagen ohne verklagt zu werden ?  Bitte schützt meine Anonymität !

oberfinanzrat krätenbotter küßt carypt