Tod eines Optovars :-( Wer weiss Hilfe?

Begonnen von Peter V., März 23, 2011, 23:11:50 NACHMITTAGS

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Peter V.

Hallo!

ich bekenne mich in allen Anklagepunkten schuldig. Ich habe fahrlässig ein unschuldiges Optovar gemeuchelt und es tut mir unedlich leid ( wirklich  :'(  :'(  :'( ). So etwas tut in der Seele weh.
Das passiert, wenn man sich einmal mit grobmotorischen Fingern an Feinmechanik wagt....

Offenbar habe ich die Schraube, die die beiden Gehäuseteile eines Zeiss-Standard-Optovars miteinander verbindet, falsch eingeschraubt und den Gewindegang nicht ganz getroffen. Seltsamerweise ließ sich ohne auch nur den geringsten Widerstand eindrehen ( sonst hätte ich ja sofort aufgehört, sie weiter einzudrehen ) , beim erneuten Ausdrehen ging es plötzlich sehr schwer, und wie man weiss: nach "Fest" kommt "Ab".

Der Schraubenstummel sitzt nach wie vor bombenfest in dem Gewinde, welches wohl definitiv zerstört sein wird.

Was nun?

Hat vielleicht noch jemand ein defektes Optovar herumliegen, das als Ersatzteilspender ( für das Gehäuseteil ) dienen könnte?
Besteht die Möglichkeit, die Schraube irgendwie auszudrehen und das Gewinde neu zu schneiden ( natürlich nur "wirtschaftlich sinnvoll"  ;)











Traurige Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

treinisch

Hallo Peter,

obwohl ich kein Inscheniör bin, erlaube ich mir einfach mal die drei
Lösungen aufzuschreiben, die mir einfallen.

1. Zwei Muttern aufschrauben und Schraube mit Schraubenschlüssel rausdrehen
2. Mit Kerndurchmesser ausbohren und nachschneiden
3. Recoil set entweder mit inset oder flüssigem Metall zum Beispiel von AFS Recoil

Das Problem wird sein, dass 2. höchstwahrscheinlich nicht funktionieren wird und 3. nicht wirtschaftlich ist, richtig?

Viele liebe Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Herne

Hallo Schraubenmeuchler,
ich kann´s dir nachfühlen.
Die von Tim vorgeschlagen Methode mit aufgedrehter Mutter muß man ein wenig modifizieren:
Man verwende eine Hutmutter und setze die mit Schraubensicherungskleber ( z.B. Loctite hochfest, sogen. Sicherungslack reicht nicht!)) ein. Nach dem Abbinden des Klebers kann man´s dann versuchen.
Alternative :
Es gibt im Werkzeughandel für solche Fälle sogenannte "Linksdreher". Man bohrt dann ein kleines Loch vor, setzt den Linksdreher an und löst unter Stoßgebeten die Schraube. Ob das auch bei der vermutlich M4-großen Schraube deines Falles geht, weiß ich allerdings nicht; bei M5 hab´ich´s schon mal hinbekommen. Die Vorbohrung sollte nicht freihändig  angebracht werden!

In jedem Fall würde ich noch ein wenig Kriechöl in das Gewinde bringen und einige Zeit einwirken lassen.
Wenn´s dann gelungen ist, kann man das Muttergewinde nachschneiden.
Schrauben in Alu-Legierungen setze ich immer mit einer Spur Balistol ein; das verhindert solche "Fresser"
Frohes und gutes gelingen!
Herbert, Inchenjör des Maschinenbaus
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

Nomarski

Da der Rest noch weit genug rausschaut, besteht noch eine gewisse Chance, ihn mit einer schlanken Spannzange packen zu können, um ihn herauszudrehen in der Hoffnung, daß er nicht zu sehr festgefressen ist oder an anderer Stelle durchbricht oder abreißt, so daß nur noch Ausbohren hilft. Wenn der Trümmer erfolgreich entfernt ist, ist es ratsam, das Gewinde nachzuschneiden, es wird wohl hoffentlich nix Exotisches sein, daß man sich die Werkzeuge erst kaufen muß. Im Notfall kann man sich aus einer Schraube mit gleichem Gewinde daraus einen Gewindenachschneider machen.

olaf.med

Hallo Peter,

gib das Teil doch einfach meinem Kollegen mit - dann  hast Du sogar den Sprit gespart!
Zitat( natürlich nur "wirtschaftlich sinnvoll"   ;)
Wir haben Fachleute MIT Feinmotorik für so was.....

Herzliche Grüße,

Olaf ;)
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Eckhard F. H.

Zitatmit einer schlanken Spannzange packen zu können, um ihn herauszudrehen

Aber erst wiederholt Caramba o.ä. ins Gewinde träufeln und eine Stunde warten. Dann Schraubenstumpf mit Kombizange sehr fest packen und mit Rein/Raus-Bewegungen oszillierend versuchen, die Blockade zu lösen. Wenn das nichts bringt, dann ausbohren.
Gruß - EFH

Nomarski

In hartnäckigen Fällen macht man mit der Kombizange nur noch mehr kaputt. Der Stumpf muß am Umfang mit möglichst wenig Flächenpressung gepackt werden.

olaf.med

Hallo Bernd,

ZitatDer Stumpf muß am Umfang mit möglichst wenig Flächenpressung gepackt werden.

Du hast natürlich recht! Leider kommt man wegen der Geometrie des Werkstücks nicht mit der Spannzange an der Drebank dran - sonst wäre das das optimale Spannzeug.

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

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Wolfram Weisshuhn

Hallo Peter,

meine Empfehlung additiv zu o.g. Vorschlägen: Wärme an den Schraubenstumpf, und nur an diesen. Z.B. mit einem guten elektrischen Lötkolben mit etwas (Löt)-Zinn als Wärmebrücke und dann solange wirken lassen, bis eine maximal mögliche Temperatur erreicht ist. Und dann mit der Zange probieren und leicht kriechendes Öl dazugeben.
Viel Erfolg..........

mfG

Wolfram Weisshuhn

Dr. Jekyll

Hallo Peter, hallo Wolfram,

das mit dem Lötkolben und dem Erhitzen kann natürlich nicht funktionieren. Der Schraubenstumpf dehnt sich hierbei aus und sitzt noch fester.
Der Einsatz von Trockeneis oder Flüssig-Sickstoff wäre ein Versuch wert, aber da kommt leider nicht jeder dran.
Mit sehr viel Glück hilft das Einlagern in eine Tiefkühltruhe für einige Stunden. Bei Kälte wird das Loch größer und die Schraube dünner!

Viele Grüße
                 Harald
Beste Grüße
Harald

Nomarski

Hallo Olaf,

ZitatDu hast natürlich recht! Leider kommt man wegen der Geometrie des Werkstücks nicht mit der Spannzange an der Drebank dran - sonst wäre das das optimale Spannzeug.

Die Spannzangen von deiner Drehbank wären schon etwas groß. ;D Min Spannzangen von Uhrmacherdrehstühlen hätte man schon bessere Karten. Aber man kann sich auch auf die Schnelle ein Hilfsspannzeug anfertigen, z.B. einen kleinen Block mit einer geschlitzten Bohrung, wo der Stumpf reinpasst. Diesen könnte man dann sogar mit Eckhards Kombizange packen.
Und solange der Stumpf noch da ist, hat man immer noch die Möglichkeit, mit einer passenden Hülse vorsichtig zentrisch auszubohren.
Aber ihr werdet das schon meistern, davon bin ich überzeugt.

Viele Grüße
Bernd

olaf.med

Hallo Bernd,

ZitatUnd solange der Stumpf noch da ist, hat man immer noch die Möglichkeit, mit einer passenden Hülse vorsichtig zentrisch auszubohren.
Aber ihr werdet das schon meistern, davon bin ich überzeugt.

Gebohrt wird eh auf der Fräsmaschine mit einem Zentrierbohrer und vorheriger Ausrichtung mit dem Einstellmikroskop. Dann sollte nichts schiefgehen.

Es ist aber schon interessant wie sich ein Thread über eine abgebrochene Schraube, also ein alltägliches Allerweltsproblem entwickelt. Schaun' wir mal ob wir es auch auf 23 Beiträge schaffen wie bei dem Thread über eine Rändelschraube......

Na los.....

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

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Peter V.

#12
Zitat von: olaf.med in März 24, 2011, 14:43:18 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

ZitatUnd solange der Stumpf noch da ist, hat man immer noch die Möglichkeit, mit einer passenden Hülse vorsichtig zentrisch auszubohren.
Aber ihr werdet das schon meistern, davon bin ich überzeugt.

Gebohrt wird eh auf der Fräsmaschine mit einem Zentrierbohrer und vorheriger Ausrichtung mit dem Einstellmikroskop. Dann sollte nichts schiefgehen.

Es ist aber schon interessant wie sich ein Thread über eine abgebrochene Schraube, also ein alltägliches Allerweltsproblem entwickelt. Schaun' wir mal ob wir es auch auf 23 Beiträge schaffen wie bei dem Thread über eine Rändelschraube......

Na los.....

Gruß, Olaf

"A thread about threading" halt.... ;)

Herzliche Grüße
Peter

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Nomarski

#13
Der Stumpf läßt sich womöglich mit wenig Kraftaufwand mit Daumen und Zeigefinger herausdrehen. Das Gewinde ist auch noch intakt. Aber nachdem die letzten Tage hier so wenig gepostet wurde, muß es doch was geben, worüber man sich wieder unterhalten kann. ;D

ZitatHat vielleicht noch jemand ein defektes Optovar herumliegen, das als Ersatzteilspender ( für das Gehäuseteil ) dienen könnte?
Diese Möglichkeit dürfte wohl weniger in Betracht kommen, da die Gehäusehälften nicht nur verschraubt, sondern auch noch miteinander verstiftet sind. Dann müßten die Stiftlöcher exakt passen.
Aber irgenwie kommt mir das schon ein wenig spanisch vor, wenn die Schraube erst leicht reinzudrehen ging und dann auf einmal nicht mehr raus...

smashIt

ich hab auch schon erlebt das sich dreck der beim reindrehn keine probleme macht sich beim rausdrehn auf einmal festbiss
shit happens...

Zitat von: Dr. Harald Maage in März 24, 2011, 14:13:07 NACHMITTAGS
das mit dem Lötkolben und dem Erhitzen kann natürlich nicht funktionieren. Der Schraubenstumpf dehnt sich hierbei aus und sitzt noch fester.
Der Einsatz von Trockeneis oder Flüssig-Sickstoff wäre ein Versuch wert, aber da kommt leider nicht jeder dran.
Mit sehr viel Glück hilft das Einlagern in eine Tiefkühltruhe für einige Stunden. Bei Kälte wird das Loch größer und die Schraube dünner!

ich geh davon aus das der teil aus alu is, und die schraube aus irgendeinem stahl
alu aht einen ca doppelt so hohen wärmeausdehnungskoeffizienten wie stahl
wenn man allso beides gleich aufheizt wird das loch grösser gegenüber der schraube (beim abkühlen entsprechend kleiner)

sollte sich allso an dem genzen teil nichts hitzeempfindliches befinden würde ich das zeug mal bei hausnummer 80° ins backrohr stelln und dann schnell mit einer kalten zange den zapfen rausdrehn
MfG,
Chris

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