Schlechte Fotos am Leica DM-LB Mikroskop - Ursache??

Begonnen von Peter V., November 08, 2009, 17:48:11 NACHMITTAGS

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Peter V.

Hallo in die Runde,

eigentlich ist dies ein Fortführung des etwas versteckten threads von Jörg Weiß unter "Mikro Know-How": https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=3668.0

Jörg hat, wie auch ich, Probleme, an seinem Leica ein anständiges Foto zu bekommen.
Leider ist auch mir völlig unverständlich, warum mir das an meinem Leica DMLB ( und nur daran! ) nicht gelingt und die Fotos katastrophal sind.

Zunächst hatte ich den Trinotubus in Verdacht, aber: Sowohl beim Bliock durch die regulären leica-Okulare als auch beim Blick das in den Fotoausgang gesteckten Herrmannsche Universalokulars mit dem Auge bekommt man ein einwandfreies Bild ( zumindest ist das, was durch die Augen aufgenommen und durch das Gehirn verrechnet wurde, am Ende in "normales" Mikroskopbild. )

Ich habe nun folgende Fotos aufgenommen: Den Walnußzweig ( den ich mir gestern von Jörg erschnorrt habe )

1) am Jenaval mit einem Jena CF-250 6,2 Apochromaten und 10x-Planchromaten.
2) am Leica DMLB mit Leica 5x HCX Plan Fluotar, 10x N-Plan und 40x N-Plan
3) am Leica DMLB mit bei beiden o.a. Jena-Objektiven
allsamt mit Herrmannschem Universalokular

4) Mit der Kamera direkt durch ein HC-Plan s 22er-Okular von Leica mit den 5x und 10x-Leica-Objektiv.

Coolpix 990 keinerlei Nachbearbeitung, soweit nicht anders angegeben, max. Weitwinkel

Hier die Ergebnisse:

Jenaval 6,3:


Jenaval 6,3 leicht gezoomt:


Jenaval 10x:


Leica DMLB - Leica 5x:


Leica DMLB Leica 10x


Leica DMLB - Leica 40x


Leica DMLB - Jena 6,3:


Leica DMLB - Jena 10x:


Leica DMLB - Leica 5x - direkt durch das originale Hc-Plan Okular von Leica:


Wie man unschwer erkennt, sind alle mit dem DMLB aufgenommenen Fotos schlicht ein Riesenkatastrophe!!! Über das gesa´mte Bild hinweg unscharf. Das Ergebnis ist interessanterweise dem von Jörg sehr ähnlich. Und von den Objektiven ist es offenbar nicht abhängig ( Ergebnis der gegenprobe mit den jena-Objektiven am leica-Stativ ).  Und - wie schon erwähnt - mit dem Auge durch die verschiedenen Okulare ist auch ein tadelloses Bild erkennbar.
Ich hatte ja immer irgendeinen ominösen "Defekt" in meinem Mikroskop-Kamera-(system) vermutet, aber da Jörg mit einem völlig anderen Leica-Stativ offenbar identisch schlechte Bilder bekommt, muss es eine andere Ursache geben.

ICH BIN ABSOLUT LEIDER RATLOS!!!!

Hat irgendjemand eine zündende Idee, was die Ursache sein könnte???

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Klaus Herrmann

Hallo Peter,

schon verblüffend das Ergebnis!

Eine Frage: wenn Du in das "Fotookular" im Tritubus schaust ist dann das visuelle Bild auch so schlecht?
Mit Periplan und dem Universalokular?

Die Farben finde ich allerdings bei Leica deutlich schöner!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Detlef Kramer

Lieber Peter,

die unscharfen Bilder erscheinen mir schlichtweg VERWACKELT. Warum gerade an dem Leica-Stativ und an den anderen nicht, darüber wirst Du forschen müssen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Jürgen Ibs

Hallo Herr Voigt,

ich habe keine Probleme mit dem gleichen Mikroskoptyp. Mit einer selbst gebauten Ofenrohrlösung (Olympus E 420) bekomme ich ganz leidliche Fotos hin. Fotografieren direkt durchs Okular gelingt jedoch mit herkömmlichen, nicht an die Unendlich-Optik angepassten Okularen (Periplan) deutlich besser, wenn auch nicht zufriedenstellend. Zu den Objektiven gehören ja eigentlich HC-Plan 10x/20 Okulare.
Probleme macht die Kreutzblende, selbst wenn man die Kondensorlinse CL/LS aus dem Okular entfernt. Letzteres verbessert die schiefe Beleuchtung nur wenig. Aber dass ist ja bekannt.

Grüße

Jürgen
Ein freundschaftliches "du" ist immer willkommen - nicht nur dadurch ist das benachbarte Skandinavien vorbildlich.

Meine Vorstellung:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34.0

Peter V.

#4
Lieber Detlef,

das kan ich mit 100%iger Sicherheit ausschließen!!! Wenn eines da steht wie ein fels in der Landschaft, dann das schwere DMLB. Allein der Trino wiegt fast soviel wie ein Standard Junior - na ja, vielleicht nicht ganz, aber er ist doch sehr schwer. Alles ist bombenfest verschraubt, nichts hat Spiel und nichts wackelt. Da habe ich schon an ganz anderen Konstruktionen Fotos gemacht. Und diie Belichtungszeit war jetzt auch nicht gerade übermäßig niedrig. Zudem sieht man das Bild ( durchgehend ) genau so auf dem TV-Monitor, der an die Coolpix angeschlosen ist.
Und mit angeschlossener Tuscen oder sonstigen Mikroskopkameras ist das Ergebnis genau so!

Herzliche Grüße
Peter

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Peter V.

Zitat von: Klaus Herrmann in November 08, 2009, 18:12:03 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

schon verblüffend das Ergebnis!

Eine Frage: wenn Du in das "Fotookular" im Tritubus schaust ist dann das visuelle Bild auch so schlecht?
Mit Periplan und dem Universalokular?

Die Farben finde ich allerdings bei Leica deutlich schöner!

Lieber Klaus,

die unterschiedlichen Farben haben verschedene Gründe, unterschiedliche Lichtquellen, verschjiedene Blaufilter, zudem muss man für die niedrig vergrößernden Objektive am Jenaval den Großfeldkondesnor verwenden. Und es sind zwei verschiedene Coolpixe, aber das ist NICHT die Ursache des Schärfeproblems, denn ich habe auch schon alle Coolpixe  ( ich habe drei ) am Leica DMLB mit gleich schlechtem  Ergebnis verwendet.

Und nochmal. Beim Blick mit dem Auge durch das Universalokular durch den Trino  ist das Bild in Ordnung!!! Das ist ja das Erstaunliche, denn ursprünglich dachte ich, der Trino-Fotoausgang sei einfach defekt. Aber wie gesagt - bei Jörg schauts ja auch ähnlich bescheiden aus....

Herzliche Grüße
Peter


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Peter V.

Zitat von: Jürgen Ibs in November 08, 2009, 18:14:00 NACHMITTAGS
Hallo Herr Voigt,

ich habe keine Probleme mit dem gleichen Mikroskoptyp. Mit einer selbst gebauten Ofenrohrlösung (Olympus E 420) bekomme ich ganz leidliche Fotos hin. Fotografieren direkt durchs Okular gelingt jedoch mit herkömmlichen, nicht an die Unendlich-Optik angepassten Okularen (Periplan) deutlich besser, wenn auch nicht zufriedenstellend. Zu den Objektiven gehören ja eigentlich HC-Plan 10x/20 Okulare.
Probleme macht die Kreutzblende, selbst wenn man die Kondensorlinse CL/LS aus dem Okular entfernt. Letzteres verbessert die schiefe Beleuchtung nur wenig. Aber dass ist ja bekannt.

Grüße

Jürgen

Hallo Herr Ibs,

könnten Sie uns denn mal ein Foto zeigen, das Sie mit dem DMLB aufgenommen haben?

Herzliche Grüße
Peter
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Detlef Kramer

Lieber Peter,

ok, aber dann ist an Deinem Tubus etwas kaputt. Eine andere Erklärung habe ich dann nicht mehr. Ich würde in dem Fall die Sache mit einem Techniker von Leica diskutieren. Im Übrigen sieht das bei Dir völlig anders aus, als auf den Fotos von Jörg. Du hast einen grässlichen Astigmatismus, d.h. das Bild ist in eine Richtung auseinander gezogen. Da wird einem ja schlecht! Oder, das ist das letzte, was mir einfällt, nachdem Du sagst/schreibst, das Bild sei auch im Trinotubus visuell in Ordnung: ist die Kamera, wenn du sie über das Okular hältst, leicht verkippt. Oder, ist die Belichtungszeit so lang, also > 1/30 s, dass daher der Wackler kommt. Fotografieren frei Hand geht eigentlich nur < 1/50 s.

Mit Bedauern aber trotzdem herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Peter V.

#8
Lieber Detlef,

ich kann Dir nicht ganz folgen: was meinst Du mit "Astigmatismus"? Welches Bild soll denn in eine Richtung auseinandergrzogen sein? Wenn Du das letzte Bild meinst - das ist freihändig mit einer Hand ( ging nicht anders ) durchs Okular aufgenommen, da sitzt die Kamera nicht plan auf. Aber auf den anderen Fotos kann ich den Effekt nicht erkennen. Und manchmal sieht man den ( für das 5-erObjektiv zu kleinen ) Blaufilter.

Ich finde schon, dass es das gleiche Problem ist wie bei Jörg. Die "scharfen" Fotos von Jörg sind gesatckt, die Einzelbilder sehen doch genau so aus wie bei mir - eben total vermatscht und unscharf!

Herzliche Grüße
Peter
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Jürgen Ibs

#9
Lieber Herr Voigt,

ich habe diese Bilder in der Eile noch einmal aktiviert. Alle mit dem Leica DM LB, verschiedene Objektive (N-Plan 20x, C-Plan 10x). Keine umwerfende Qualität, aber es geht. Übrigens (als Nachtrag) nicht gestackt.

Grüße

Jürgen Ibs






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Eckhard

Hallo Herr Ibs,

OT:

Von diesen schönen Bildern würde ich gerne mehr sehen! Was ist das und wie ist es gefärbt?

Herzlicher Gruss
Eckhard Völcker
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Jürgen Ibs

Lieber Herr Völcker,

OT:
Es handelt sich um Strandroggen, gefärbt mit Etzolds Gemisch (Chroma), Euparal - Hellfeld und Pol (siehe älteren thread).

Das untere Bild zeigt einen Querschnitt durch einen Stängel vom kriechenden Hahnenfuß. Etzold von Klaus Hermann, Euparal.

Grüße

Jürgen

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Jürgen H.

Hallo liebe Leicaner,

Vielleicht führt eine Beobachtung von mir etwas weiter? Ich verwende zwar das Leica DMLS, das ja eine Stufe unter dem Leica DMLB steht, aber die gleichen Objektive und Okukare benutzt. Dabei photographiere ich direkt durchs Okular mit dort angeschraubter Nikon Coolpix; die Linse der Kamera kommt  recht nahe an die obere Linse des Okulars.

Mir fällt bei meinen Aufnahmen auf, dass mit dieser Konstruktion das Kamerabild keineswegs immer dann scharf ist, wenn es auch durch das zweite Okular scharf erscheint. Vielmehr muss nachjustiert werden, der Objekttisch in der Höhe verstellt werden. Und dies ist - und das ist für mich das in diesem Zusammenhang Auffällige - um so mehr erforderlich, je kleiner die Vergrößerung des Objektives ist.  Es genügt also nicht, über das verstellbare Okular für das Auge einmalig für ein Objektiv eine Parfokalität herzustellen, die dann für alle Objektive gilt.  Und: Auch für mich ist es selbst mit Nachjustieren schwer, mit dem 10er auf diese Weise ein halbwegs scharfes Bild zu erhalten. Mit dem 5er habe ich es noch  nicht versucht. Das 20er und 40er hingegen ist das Ergebnis, denke ich, wenn man etwas die Einstellung verstellt, durchaus akzeptabel.

Mikrogrüße

Jürgen Harst

Detlef Kramer

Lieber Peter, lieber Jürgen,

ich hatte mich ein wenig zurück gezogen, manchmal entspricht das Fernsehprogramm meinem Geschmack.
Ihr habt ja einen Sack voller Probleme!

Peter: Du hast meinen zweiten Satz nicht beachtet, zumindest nicht in der Antwort: Ich meine, dass Du einfach eine zu lange Belichtungszeit hattest, als Du frei Hand durch das Okular fotografiert hast. Das ist nicht das gleiche Problem, wie Jörgs. Dadurch hast Du die Fotos verwackelt. Astigmatismus sieht ähnlich aus, ist es aber m.E. nicht.

Jürgen: dein Problem kenne ich von unserem Orthoplan. Erklären kann ich es nicht. Aber es tritt nur dann auf, wenn die optische Tubuslänge nicht exakt stimmt. Und nur bei den schwach vergrößernden Objektiven. Warum nur bei Leitz/Leica? Keine Ahnung. Ich würde mich freuen, wenn das jemand aufklären könnte.

Herzliche Grüße

Detlef

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Peter V.

#14
Lieber Detlef,

lt. EXIF-Datei 1/161 s.

Und eigentlich habe ich keinen ausgeprägten Tremor  ;)

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass auch das keine Verwacklungsunschäfe ist.

Herzliche Grüße
Peter
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