Autor Thema: Frisch aus dem Polarisator  (Gelesen 1814 mal)

Manfred Melcher

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Re: Frisch aus dem Polarisator
« Antwort #15 am: Januar 27, 2021, 13:08:54 Nachmittag »
Hallo Michael,

ich verfolge mit Interesse Deine Versuche. Schön finde ich auch die 3D-Darstellungen. Dazu hätte ich allerdings eine Bitte: Könntest du die Parallelblick- und die Kreuzblick-Aufnahmen horizontal trennen? Dann ließen sie sich leichter betrachten.

Liebe Grüße
Manfred

witweb

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Re: Frisch aus dem Polarisator
« Antwort #16 am: Januar 27, 2021, 19:35:45 Nachmittag »
Hallo Manfred,
mach ich doch gerne!
Liebe Grüße
Michael

Manfred Melcher

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Re: Frisch aus dem Polarisator
« Antwort #17 am: Januar 27, 2021, 22:17:21 Nachmittag »
Hallo Michael,

schon viel besser! Danke!

Liebe Grüße
Manfred

witweb

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Re: Frisch aus dem Polarisator
« Antwort #18 am: Februar 06, 2021, 11:40:48 Vormittag »
Hallo zusammen,

hier mal ein Bild, für das ich den frisch gepressten Saft einer Süßkartoffel im polarisierten Licht aufgenommen habe. Die Stärkekörner sind gut zu erkennen. Wie die Oxalsäure, die ja reichlich vorhanden sein sollte, aussieht, und ob sie hier überhaupt zu erkennen ist, weiß ich nicht. In einem anderen Faden wurde empfohlen, mit Calciumnitrat Calciumoxalat ausfällen zu lassen. Die Calciumoxalat-Kristalle könnte man sicher gut erkennen. Leider habe ich kein Calciumnitrat. So bleibt es bei diesem einen Bild, frisch aus dem Polarisator...

Beste Grüße

Michael

Bildbreite = 0,25 mm

witweb

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Re: Frisch aus dem Polarisator
« Antwort #19 am: Februar 22, 2021, 17:02:44 Nachmittag »
Hallo zusammen,

wer sich mit Mikrokristallen beschäftigt, hat sicher schon festgestellt, dass manche Kristalle sich mit der Zeit verändern. Ich meine hier nicht das Auskristallisieren an sich, sondern später, wenn ein stabiler Zustand erreicht ist. Das denkt man jedenfalls. Aber, so im Zeitraum von einigen Minuten, eher Stunden oder Tagen verändert sich das Aussehen teilweise drastisch. Das gilt vor allem für Kristalle, die wasserlöslich und ohne Deckglas entstanden sind. Nicht bei allen Substanzen, aber bei vielen. Dabei werden die Kristalle oft unansehnlich, geradezu hässlich. Wie ein frischer, knackiger Salat, der ein paar Tage rumliegt. Er sieht zwar immer noch irgendwie grün aus, aber es gibt Flecken, schrumpelige  Stellen...

Bild 1 zeigt eine Aufnahme von Kristallen in diesem bedauernswerten Zustand. 
Aber es gibt Abhilfe! Man nimmt den Objektträger vorsichtig in die Hand und haucht ihn mehrmals leicht an. Wie oft und wie stark? Kommt darauf an! Im vorliegenden Fall habe ich drei mal gehaucht, etwa so stark, wie wenn man ein Brillenglas putzen will und keines dieser tollen Brillenputztücher verwenden kann (oder will) und auch kein Mikrofasertuch zur Hand hat. Dann zählt man langsam bis 10 und legt den Objektträger wieder unters Mikroskop.
Täterätätä! Refresh by breathing! Bild 2 zeigt das Ergebnis. 

Natürlich kann man das Vorgehen noch optimieren, wenn man genug Puste hat. Aber man sollte es nicht übertreiben, sonst ist irgendwann alles futsch.

Ich wünsche allen einen frischen Atem!

Michael 
« Letzte Änderung: Februar 22, 2021, 18:15:37 Nachmittag von witweb »

Fraenzel

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Re: Frisch aus dem Polarisator
« Antwort #20 am: Februar 22, 2021, 21:10:12 Nachmittag »
Hallo Michael,
die Mischung Alanin - Glutamin in Alkohol und Wasser bringt immer wieder bizarre Gebilde hervor. Dieses Ding erinnert mich irgedwie an einen Kometen. Bildbreite 1050 µm
Mikrogrüe
Peter

« Letzte Änderung: Februar 22, 2021, 21:11:45 Nachmittag von Fraenzel »
auch ich mag das "Du"

witweb

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Re: Frisch aus dem Polarisator
« Antwort #21 am: Februar 23, 2021, 19:45:20 Nachmittag »
Noch eine Ergänzung zu #19:

Es gibt ein Phänomen, das in der Fachwelt als Selektives Weghauchen bezeichnet wird.  ;)
Wenn man aus Bequemlichkeit, oder anderen Gründen, zwei oder mehr Substanzen direkt auf einem Objektträger in ein paar Tropfen Wasser auflöst, kann es passieren, dass diese sich nicht vollständig vermischen. Schaut man sich das Ergebnis dann unter dem Polmikroskop an, sieht man, dass die Mikrokristalle, obwohl nebeneinander liegend, verschiedener Herkunft sind. In Bild 3 die runden und die eckigen.
Hier kommt das selektive Weghauchen ins Spiel. Die Vorgehensweise ist die gleiche, wie oben beschrieben, nur dass man einen Hauch vorsichtiger sein muss. Dann kann man erreichen, das sich die einen Kristalle vollständig auflösen, die anderen aber noch fast ohne Beeinträchtigung zu sehen sind, siehe Bild 4.
Leider kann man bei diesem Verfahren nicht auswählen, welche Kristalle verschwinden und welche erhalten bleiben sollen.
Und noch ein Hinweis, das in dieser nüchternen Form beschriebene Verfahren eignet sich nur für Substanzen, die wasserlöslich sind.
Ich denke aber, für die Substanzen, die sich in Alkohol lösen, gibt es auch Wege...  ;D

Atemlos...

Michael