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Frisch aus dem Polarisator

Begonnen von witweb, November 14, 2020, 19:18:16 NACHMITTAGS

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Manfred Melcher

Hallo Michael,

schon viel besser! Danke!

Liebe Grüße
Manfred

witweb

Hallo zusammen,

hier mal ein Bild, für das ich den frisch gepressten Saft einer Süßkartoffel im polarisierten Licht aufgenommen habe. Die Stärkekörner sind gut zu erkennen. Wie die Oxalsäure, die ja reichlich vorhanden sein sollte, aussieht, und ob sie hier überhaupt zu erkennen ist, weiß ich nicht. In einem anderen Faden wurde empfohlen, mit Calciumnitrat Calciumoxalat ausfällen zu lassen. Die Calciumoxalat-Kristalle könnte man sicher gut erkennen. Leider habe ich kein Calciumnitrat. So bleibt es bei diesem einen Bild, frisch aus dem Polarisator...

Beste Grüße

Michael

Bildbreite = 0,25 mm
Dieser Post wurde aus recycelten Elektronen erstellt
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Leitz Orthoplan
Zeiss Standard 18 mit Fluoreszenz-Auflichtkondensor IV FL
Lomo Biolam, Motic SMZ-168
Canon EOS 750D
https://mikrokristalle.net
https://www.youtube.com/@Mikrokristalle

witweb

#17
Hallo zusammen,

wer sich mit Mikrokristallen beschäftigt, hat sicher schon festgestellt, dass manche Kristalle sich mit der Zeit verändern. Ich meine hier nicht das Auskristallisieren an sich, sondern später, wenn ein stabiler Zustand erreicht ist. Das denkt man jedenfalls. Aber, so im Zeitraum von einigen Minuten, eher Stunden oder Tagen verändert sich das Aussehen teilweise drastisch. Das gilt vor allem für Kristalle, die wasserlöslich und ohne Deckglas entstanden sind. Nicht bei allen Substanzen, aber bei vielen. Dabei werden die Kristalle oft unansehnlich, geradezu hässlich. Wie ein frischer, knackiger Salat, der ein paar Tage rumliegt. Er sieht zwar immer noch irgendwie grün aus, aber es gibt Flecken, schrumpelige  Stellen...

Bild 1 zeigt eine Aufnahme von Kristallen in diesem bedauernswerten Zustand. 
Aber es gibt Abhilfe! Man nimmt den Objektträger vorsichtig in die Hand und haucht ihn mehrmals leicht an. Wie oft und wie stark? Kommt darauf an! Im vorliegenden Fall habe ich drei mal gehaucht, etwa so stark, wie wenn man ein Brillenglas putzen will und keines dieser tollen Brillenputztücher verwenden kann (oder will) und auch kein Mikrofasertuch zur Hand hat. Dann zählt man langsam bis 10 und legt den Objektträger wieder unters Mikroskop.
Täterätätä! Refresh by breathing! Bild 2 zeigt das Ergebnis. 

Natürlich kann man das Vorgehen noch optimieren, wenn man genug Puste hat. Aber man sollte es nicht übertreiben, sonst ist irgendwann alles futsch.

Ich wünsche allen einen frischen Atem!

Michael 
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Fraenzel

#18
Hallo Michael,
die Mischung Alanin - Glutamin in Alkohol und Wasser bringt immer wieder bizarre Gebilde hervor. Dieses Ding erinnert mich irgedwie an einen Kometen. Bildbreite 1050 µm
Mikrogrüe
Peter

auch ich mag das "Du"

witweb

Noch eine Ergänzung zu #19:

Es gibt ein Phänomen, das in der Fachwelt als Selektives Weghauchen bezeichnet wird.  ;)
Wenn man aus Bequemlichkeit, oder anderen Gründen, zwei oder mehr Substanzen direkt auf einem Objektträger in ein paar Tropfen Wasser auflöst, kann es passieren, dass diese sich nicht vollständig vermischen. Schaut man sich das Ergebnis dann unter dem Polmikroskop an, sieht man, dass die Mikrokristalle, obwohl nebeneinander liegend, verschiedener Herkunft sind. In Bild 3 die runden und die eckigen.
Hier kommt das selektive Weghauchen ins Spiel. Die Vorgehensweise ist die gleiche, wie oben beschrieben, nur dass man einen Hauch vorsichtiger sein muss. Dann kann man erreichen, das sich die einen Kristalle vollständig auflösen, die anderen aber noch fast ohne Beeinträchtigung zu sehen sind, siehe Bild 4.
Leider kann man bei diesem Verfahren nicht auswählen, welche Kristalle verschwinden und welche erhalten bleiben sollen.
Und noch ein Hinweis, das in dieser nüchternen Form beschriebene Verfahren eignet sich nur für Substanzen, die wasserlöslich sind.
Ich denke aber, für die Substanzen, die sich in Alkohol lösen, gibt es auch Wege...  ;D

Atemlos...

Michael

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witweb

Hallo zusammen,

hier zwei Bilder aus einem Vorversuch mit Borsäure. Dazu habe ich drei Tropfen Wasser auf einen OT gegen, dann ein paar Krümel Borsäure dazu und gerührt (nicht geschüttelt!). Dann trocknen lassen. Fand ich zu schade zum Entsorgen.

Viele Grüße

Michael
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witweb

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Reinhard

#22
Zitat von: witweb in Januar 26, 2021, 19:42:08 NACHMITTAGS

Hier zwei Beispiele:
1. Caesiumchlorid – wenig ergiebig. Ich habe nur dieses eine Foto gemacht
2. L-Alanin – auf dem ersten Bild (Bildbreite 4,2 mm) sieht man im Zentrum der ,,Galaxie" eins der Ausgangskristalle. Lösungsmittel war Wasser. Kein schönes Bild, aber es lässt erahnen, dass man mit weiteren Versuchen bestimmt interessante Strukturen finden kann.

Viele Grüße

Michael   

Hallo Michael,

daß das Cäsium (chlorid) wenig ergiebig sei, kann ich so nicht stehen lassen!
Zwar ist die Grundsubstanz als Halogenid oder Nitrat wenig interessant; wenn man aber weitere, zum Teil einfache, Substanzen hinzufügt,
erlebt man das Cäsium als ein wahres Chamäleon der Kristallchemie!
Zum Beispiel mit CuCl2 (aus Deinem Kosmos-Kasten  ;) ):



siehe: "Elemente Der Ersten Nebengruppe-Kupfer-Silber-Gold", Fresenius,W., Jander,G. 1955

Viele Grüße
Reinhard

seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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www.mikrochemie.net

witweb

Hallo Reinhard,

oh, danke für den Tipp. Ich hatte in der Vergangenheit ja vorwiegend Kristallisations-Versuche mit einzelnen Chemikalien gemacht. Inzwischen bin ich dabei, des Öfteren auch Kombinationen von Chemikalien zu untersuchen. Ist natürlich ein Feld ohne Ende.  :)
Aber Cäsium- und Kupferchlorid (o.a.) kommen gleich auf die To-do-Liste!

Viele Grüße
Michael

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witweb

#24
Hallo,
hier ist wieder ein Bild, das so nebenbei entstanden ist. Manchmal findet man auf dem OT Motive, die zwar nicht typisch für den Versuch, aber doch ganz hübsch anzuschauen sind. Hier ist etwas von Vorversuchen mit Kaliumchlorid. Das ist selbst nicht doppelbrechend, irgendetwas muss noch dabei gewesen sein...
Viele Grüße
Michael
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Fraenzel

Hallo Michael,
das sieht wirklich hübsch aus, aber KCl alleine kann ich mir nicht vorstellen. Ich schätze mal, dass noch Nickel oder Kupfer beteiligt waren.
Mikrogrüße
Peter
auch ich mag das "Du"

witweb

Ja Peter,
denke ich auch, habe es aber nicht protokolliert. Borsäure könnte es noch gewesen sein, oder Harnstoff.
Viele Grüße
Michael
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witweb

#27
Hallo zusammen,

eher so nebenbei ist mir etwas unter das Mikroskop gelangt, dass mal in einer TV-Sendung mit ,,kleines Geheimnis der großen Küchenmeister" umschrieben wurde.
Offensichtlich ist das Material nicht gerade eine Empfehlung für spektakuläre Pol-Bilder. Deshalb zunächst noch drei Aufnahmen im Hellfeld.

Beste Grüße

Michael
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Schraube

Hallo Michael
Mir gefällt das letzte Bild richtig gut, sehr plastisch, richtig 3D.
Gruss
Roli
Mikroskop: Leica DMRE
Website: https://www.mikrokosmos.gallery

witweb

Hallo ADi, Roli,

ja, ich habe alle Bilder mit schiefer Beleuchtung aufgenommen, mal mehr mal weniger stark. Anders waren die, doch ganz interessanten Strukturen, nicht gut zu erkennen.
Beim letzten Bild aus #30 sind die Stärkekörner in der Probe durch das polarisierte Licht gut zu erkennen. Aber da gibt es noch mehr!
Um die anderen "Zutaten" zu zeigen, habe ich noch zwei Fluoreszenzaufnahmen gemacht (UV). Beide Bilder vom gleichen Objektträger, wie die Bilder oben.

Viel Spaß beim Anschauen

Michael

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