Autor Thema: Hochbrechendes Einbettmittel im Test  (Gelesen 3639 mal)

Bob

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #30 am: Februar 17, 2021, 17:43:20 Nachmittag »
Hallo Peter,
Diatomeen und Radiolarien sind gereinigt glasklar. Die Sichbarkeit kommt durch den Brechungsindex-Unterschied erst zustande. Die hier gezeigte Amphipleura pellucida ist zudem ganz fein gebaut, so dass es mit dem Lichtmikroskop schon sehr schwierig ist, die Porenstruktur sichtbar zu machen. So gut wie Martin oben habe ich das zum Beispiel gar nicht hinbekommen. Da kommt dann der Brechungsindex des Eindeckmediums zum Tragen. Von Heurck hat die A.p. vor über 100 Jahren mal toll aufgelöst und fotografiert, sein Eindeckmittel aus der Giftküche hatte einen Brechungsindex von über 2.

Anbei ein nicht so dolles Foto von Diatomeen-Material in Luft.

Viele Grüße,

Bob

Bob

plaenerdd

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #31 am: Februar 17, 2021, 23:28:34 Nachmittag »
Hallo Peter,
Zitat
irgend wo habe ich gelesen, daß das Einbettmittel   den gleichen Brechungsindex haben sollte wie das Glas des Objektivs . Wozu benötigt man  also hochbrechendes Eindeckmittel? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Ja, hast Du! Dann käme ja nur Immersionsöl als Eindeckmittel in Frage.
Mit der Wahl des Brechungsindex kann ich steuern, was ich zu sehn bekomme. Möchte ich z.B. die feinen Schuppen auf der Außenseite eines Haares sehen, brauche ich einen großen Unterschied des Brechungsindex des Einschlußmittels zum Haar. Will ich aber in das Haar hinein sehen, um das "Mark" anzusehen, sollte der Bechungsindex sehr ähmlich dem des Haares sein, so dass die Oberfläche praktisch verschwindet.
Den gleichen Brechungsindex des Objektives sollte das Immersionsöl haben, wenn ich Immersionsobjektive verwende.
Beste Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
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Wutsdorff Peter

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #32 am: Februar 18, 2021, 10:56:57 Vormittag »
Hallo Bob und Gerd,
vielen Dank , jetzt sterbe ich nicht dumm.
Da ich nur Pflanzenschnitte verarbeite, bin ich mit EUPARAL gut bedient.
Gruß Peter

MikroMicha

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #33 am: Februar 18, 2021, 18:12:43 Nachmittag »
Liebes Forum,

im Zusammenhang mit diesem Thread möchte ich noch einmal ein anderes Thema aufgreifen, bei dem viel diskutiert wurde:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=39853.0

Hier ging es um die Frage, ob eine Kondensorimmersion für hochaufgelöste Beobachtungen etwas bringt, oder nicht. Wenn man zwischen den Zeilen liest, teilen viele die Meinung, dass eine Kondersorimmersion nichts bringt bzw. der Aufwand in keinem Verhältnis zum Auflösungsgewinn steht. Aber wieso werden dann hochaperturige Immersionskondensoren mit N. A. 1,4 gebaut? Es wurde dann auch die "harte Nuss" für Auflösungsversuche der Diatomee Amphipleura pellucida ins Spiel gebracht.

Dieser aktuelle Beitrag zu einem hochbrechenden Einschlussmedium bietet vielleicht den Anreiz für diejenigen, die einen hochaperturigen Immersionskondensor besitzen, hier wirklich mal Bilder einzustellen, die den Unterschied in Punkto Bildauflösungsgewinn einmal mit und ohne Kondensorimmerion zeigen.

Herzliche Grüße sendet

Michael (MikroMicha)

Heiko

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #34 am: Februar 18, 2021, 22:45:36 Nachmittag »
Liebe Einbettmittel-Experten,

angestiftet durch die Erörterungen oben, habe ich einem meiner Haare ein Bad in der Schwefelschmelze gegönnt. Das Foto entstand natürlich nach dem Erstarren:



Der Brechungsindex des Schwefels wird mit 2,00 angegeben. Entweder dadurch, oder weil das Haar nach dem Temperaturschock „kooperiert“, erscheint die Oberflächenstruktur doch recht plastisch.

Viele Grüße,
Heiko

Fraenzel

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #35 am: Februar 18, 2021, 23:24:32 Nachmittag »
Hallo Heiko,
könntesr du uns Angaben über die verwendete Optik/und oder einen Maßstab liefern.
Mikrogrüße
Peter
auch ich mag das "Du"

Rene

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #36 am: Februar 18, 2021, 23:28:19 Nachmittag »
Tag Micha,

An oil condenser used without oil will add spherical abberation to the system, and I'm not entirely sure what influence that has on the image quality. So what you are asking is that someone would show image of the same thingy with two different systems, one dry 0.9 and an oil 1.4 system. The condenser prisms are different between them. There are few people around with two systems lingering around. Also, working at that kind of apertures gets tricky very quickly, and before you know it, the day is over without images you're really satisfied with ;-)

Anyway, I can show you a couple of my latest images, quick and dirty, as I see no point in spending too much of my time on this topic. You can spend a lot of time fiddling around with these systems, there are always some variables that influence the imaging negatively, in the case here the layer of mountant on top of my specimen which adds spherical abberation for which I cannot compensate properly here.

Anyway: subject: scales of Mallomonas teilingii, whole cells embedded in Pleurax.  System: Olympus DICT-HR for oil 1.4. Images straight from the camera, no enhancements. First image without, second image with oiled condenser. Last image however with aperture slightly closed: at full aperture of 1.4 the system gives so much glare as to make the image useless. Might be due to the mountant layer on top of the specimen(?).

Last two images show another specimen, first one brightfield with the iris closed (probably around NA 0.8, took no note of it) and the corresponding DICTHR (oiled) image. Brightfield really isn't doing too bad ;-).
Remember (as a humbling thought), the Victoreans showed it all before.

Best wishes, René

ps, I do always use this condense immersed, but with water. This is possibly the last time oiling it, it really isn't worth the hassle.
« Letzte Änderung: Februar 18, 2021, 23:53:44 Nachmittag von Rene »

Rene

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #37 am: Februar 18, 2021, 23:37:00 Nachmittag »
For an oversight image: this thingy.
« Letzte Änderung: Februar 18, 2021, 23:47:45 Nachmittag von Rene »

Heiko

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #38 am: Februar 19, 2021, 09:55:02 Vormittag »
Hallo Peter,

mit dem 63er und ziemlich nachvergrößert.

Gruß, Heiko

Fraenzel

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #39 am: Februar 19, 2021, 12:10:03 Nachmittag »
Danke Heiko,
Gruß Peter
auch ich mag das "Du"

jcs

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #40 am: Februar 20, 2021, 08:56:01 Vormittag »
For an oversight image: this thingy.
Hallo Rene,

sehr schöne REM-Aufnahme! Was Plastizität und Detailauflösung angeht, ist das REM dem Lichtmikroskop halt immer noch weit voraus. Wie hast Du die filligrane Probe präpariert, ohne dass die Schuppen oder die feingliedrigen Fühler verlorengehen?

Jürgen

Georg Abele

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #41 am: Februar 20, 2021, 21:16:03 Nachmittag »
Eigentlich hatte ich vor das neue Einschlussmittel am Sonntag vorzustellen. Ich habe heute das Patent angemeldet. Da ich keine Signaturkarte besitze, ging das leider nur in Papierform per Post und nicht online. Ich muss daher nochmals warten bis ich die Eingangsbestätigung habe. Sonst hält mir das Patentamt meine eigene Veröffentlichung als Stand der Technik vor und verweigert die Erteilung des Patents. Ich bitte also noch um ein paar Tage Geduld.
www.duennschliff.com  www.thin-section.com  Gute Ideen sind fast immer einfach.

Rene

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #42 am: Februar 21, 2021, 03:20:02 Vormittag »
Ah, looking forward to the introduction  :) 
My replies got a bit off topic, will take the discussion elsewhere.

Best wishes, René

unkenheini

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #43 am: Februar 21, 2021, 09:36:45 Vormittag »
Moin Herr Abele,
Die paar Tage Geduld werde ich noch aufbringen. :D Es wäre echt super wenn es auch mir als Privatperson möglich ist das Einbettmittel zu erwerben.
Vielen Dank für die investierte Zeit,um ein Einbettmittel zu schaffen,das eventuell problemlos in Deutschland zu bekommen ist!Auch vielen Dank an Anne und Martin für die Tests und die tollen Fotos.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg
Mit freundlichen Grüßen
Jörg G.

p.s. Mir ist es lieber mit Du angesprochen zu werden als mit Sie.Danke.

RainerTeubner

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Re: Hochbrechendes Einbettmittel im Test
« Antwort #44 am: Februar 28, 2021, 17:17:33 Nachmittag »
Hallo,

 Anne Gleich war so freundlich, mir ein Diatomeen-Präparat mit dem neuen, hochbrechenden Einschlußmittel zu schicken. Anbei ein erstes Ergebnis:

Viele Grüße

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
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Kamera: Canon EOS 5D II